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VirtualBox komplett löschen (Apple Mac)

HINWEIS: Der Artikel bezieht sich auf eine Version von Virtual Box, die im Januar 2013 aktuell war. Änderungen, die seitdem an dem Produkt vorgenommen wurden, finden sich hier nicht wieder, da ich es seit damals nicht mehr benutzt habe.

Ich bin frustriert. Heute habe ich meinen kompletten Tag weggeworfen. Anstatt am Rechner zu tun, was ich zu tun habe, habe ich mich den kompletten Tag mit den Zickigkeiten von VirtualBox rumgeärgert. Mit VirtualBox kann man einen kompletten Rechner in einem anderen Rechner emulieren. Der Sinn darin kann – wie im vorliegenden Fall – darin liegen, eine fertig eingerichtete Entwicklungsumgebung für eine komplexe Webapplikation (also einen Webserver) auf seinem Arbeitsplatzrechner zu installieren.

Normalerweise geht das recht schmerzfrei. Heute hätte ich aber schreien können, so sehr hat mich der Mist geärgert. Da ich dabei durchaus einiges gerlernt habe, möchte ich mein frisch erworbenes Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Vorgestern habe ich eine (fast) fertig konfigurierte VM (Virtuelle Maschine) zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist ein Debian Linux mit einer komplexen Webapplikation und vier Netzwerkschnittstellen. Es war schon etwas hakelig, das Ding so zum Laufen zu bekommen, dass man von aussen – also vom Gastsystem, einem Apple Mac – den Webserver, den Datenbankserver und den SFTP Server ansprechen kann. Aber es lief dann irgendwann zufriedenstellend.

Bis heute Morgen.

Da hat sich die komplette VM zerlegt. Weshalb auch immer. War nicht wieder in Gang zu bringen. Ganz klarer Fall – neu installieren. Beim zweiten Mal weiss man ja, worauf man zu achten hat.

Denkste!

Neu installieren gerne – aber die Netzwerkadapter liefen trotzdem nicht. Selbst die radikale Variante, VirtualBox neu zu installieren und dann die VM darauf neu aufzuspielen brachte keine Besserung. Um ein paar Stunden suchen und Fluchen abzukürzen: VirtualBox lässt sich nicht komplett deinstallieren sondern behält tonnenweise Mist auf der Festplatte, der bei der nächsten Neuinstallation „freundlicherweise“ wieder eingelesen wird. Das führt direkt zu der Frage:

Wie kann man VirtualBox denn nun vollständig deinstallieren?

  • Zunächst löscht man die alle Maschinen in dem Programm
  • Dann fährt man VirtualBox herunter
  • Dann löscht man tatsächlich die ganzen VM-Dateien auf der Platte
  • Jetzt öffnet man das DMG Installationsimage aus dem man die Software dereinst installiert hatte. Aber bitte exakt dieselber Version. Das habt Ihr doch sicherlich gut aufgehoben, oder? 😉
  • In dem Image liegt ein Deinstallationsskript – aber draufklicken nützt nicht. Stattdessen öffnet man jetzt ein Terminalfenster und begibt sich auf der Kommandozeile in das Installationsimage:
    cd /Volumes/VirtualBox/

    Nun muss man das Uninstall Skript mit Administratorrechten starten. Dazu gibt man ein:

    sudo ./VirtualBox_Uninstall.tool

    Pukt und Slash müssen vor den Skriptname, weil die Shell das Skript sonst in allen möglichen Verzeichnissen sucht, ausser im aktuellen.

  • Nun muss man noch eine Frage mit ‚yes‘ beantworten und schon geht die Löschorgie los.

Wer nun aber glaubt, damit sei alles erledigt liegt falsch. Jetzt kommt noch ziemlich viel Handarbeit. Innerhalb des eigenen Homeverzeichnisses (~/ bzw. /Users/username/) muss noch in den folgenden Verzeichnissen nach Überresten gesucht werden, die zu entfernen sind (alles in dem virtualbox vorkommt):

  • ~/Library/
  • ~/Library/Application Support/
  • ~/Library/Caches/
  • ~/Library/LaunchAgents/
  • ~/Library/PreferencesPanes/
  • ~/Library/Preferences/

Es kann natürlich auch nichts schaden, dieselben Verzeichnisse noch mal auf Systemebene zu durchsuchen:

  • /Library/Extensions/
  • /Library/StartupItems/

Ist doch alles fast selbsterklärend, oder? Nein, nicht wirklich. Ich könnte ausrasten. Wenn man schon ein Skript zur Deinstalltion schreibt, wieso vergisst das Ding dann 50% der Arbeit?

Die Erkenntnis hat mich mit dem vielen hin- und herprobieren, suchen usw. fast einen kompletten Tag gekostet. Ich hoffe, dass ich jemand anderem mit dem Beitrag das Leben ein bischen erleichtern kann.