{"id":126,"date":"2007-05-12T10:51:45","date_gmt":"2007-05-12T09:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=126"},"modified":"2007-05-12T10:51:45","modified_gmt":"2007-05-12T09:51:45","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=126","title":{"rendered":"Nieder mit dem Fernsehen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Erst hat es die Musikindustrie erwischt, dann die Zeitungen, das Festnetztelefon und jetzt ist die Glotze dran. Der Vorgang ist immer der gleiche: Erst langsam und dann immer schneller gehen die Kunden verloren. Entsprechende Meldungen kann man z.B. bei <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/25\/25266\/1.html\"  title=\"Telepolis\" target=\"telepolis\">Telepolis<\/a>, oder im Blog von <a href=\"http:\/\/www.silicommdada.com\/?p=16\"  title=\"Tobias Bielenstein\" target=\"silicommdada\">Tobias Bielenstein<\/a> nachlesen. Die Kunden wandern sicherlich zum Teil ins Internet, aber das ist nicht die ganze Wahrheit.<\/p>\n<p>Ein Grund, weshalb ich z.B. die Ausweitung der Fernsehgeb\u00fchren auf alle &#8222;Neuen Medien&#8220; f\u00fcr falsch und sogar Grundgesetzwidrig halte, ist die Entwicklung weg vom Fernsehen. Das m\u00f6chte ich kurz erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Das Fernsehen wird v\u00f6llig anders konsumiert, als in der Vergangenheit. Fr\u00fcher sa\u00df die Familie abends gemeinsam vor dem Fernseher und hat zusammen dieselbe Sendung gesehen &#8211; am St\u00fcck und ohne Werbepausen. Und weil es ja ohnehin nur 3-5 Programme gab, hatte man am n\u00e4chsten Morgen mit Mitsch\u00fclern oder Kollegen ein gemeinsames Gespr\u00e4chsthema: Die &#8222;Wetten dass&#8230;&#8220; Sendung oder die neueste Folge &#8222;Dallas&#8220;. <\/p>\n<p><em>Kaum noch vorstellbar!<\/em><\/p>\n<p>Die erste Phase der Ver\u00e4nderungen kam mit den Werbepausen im Privatfernsehen. Um sich nicht l\u00e4nger als n\u00f6tig mit der nervt\u00f6tenden Werbung auseinandersetzen zu m\u00fcssen, entwickelten die Zuschauer schnell drei Strategien: Zapping, aufstehen und die Pausen nutzen (Brot schmieren, Bier holen, Pinkelpause, &#8230;) oder Videoaufzeichnungen, bei denen man die Werbebl\u00f6cke entfernt. Nur so blieb das Fernsehen ertr\u00e4glich. Aber die Werbeindustrie konterte mit immer penetranteren Tricks. Mittlerweile l\u00e4uft bei Spielfilmen die Werbung im unteren Drittel parallel weiter. Darauf kann man eigentlich nur noch mit Abschalten reagieren. Und das tun immer mehr Leute.<\/p>\n<ul>\n<li>Manche machen den Fernseher gar nicht mehr an,<\/li>\n<li>manche gucken Filme und zunehmend auch Serien ausschlie\u00dflich werbefrei von der DVD,<\/li>\n<li>Leute, die den Fernseher immer noch angeschaltet lassen, gucken kaum noch hin, sondern sind mit anderen Sachen besch\u00e4ftigt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und diese ver\u00e4nderten Konsumgewohnheiten betreffen nicht nur das schlechte Privatfernsehen, sondern mittlerweile das ganze Medienformat &#8222;Fernsehen&#8220; inklusive der (ebenfalls schlechten) \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender.<\/p>\n<p>Ein Beispiel von mir selber: Wenn mal eine Sendung im Fernsehen l\u00e4uft, die mich interessiert, schaffe ich es kaum, zur Sendezeit vor der Glotze zu sein. Ich kann mich auch kaum noch auf eine Fernsehsendung konzentrieren. Meist l\u00e4uft die Glotze nebenbei und ich arbeite eigentlich am Computer und gucke alle paar Minuten mal hin. Das geht offensichlich nicht nur mir so, wie ich durch den Artikel <a href=\"http:\/\/mobinauten.blogg.de\/eintrag.php?id=492\"  title=\"Mobinauten\" target=\"mobinauten\">&#8222;Fernsehgucker 2.0&#8220;<\/a> im Mobinauten Blog erfahren habe. Ebenfalls habe ich neulich gelesen (ups, Quelle vergessen), da\u00df sich Flachbildschirme nicht ganz so toll verkaufen, wie gehofft, weil immer weniger junge Leute eine Glotze kaufen, sondern wenn \u00fcberhaupt, dann nur noch per DVBT-Stick ab und an mal etwas auf dem Rechner sehen.<\/p>\n<p>Ich denke nicht, da\u00df im n\u00e4chsten oder \u00fcbern\u00e4chsten Jahr niemand mehr TV schaut, aber die Relevanz des Medium l\u00e4\u00dft sehr stark nach, zumal noch am Beginn dieser Entwicklung stehen. Kurz gesagt:<\/p>\n<p><strong>Das Fernsehen ist auf dem Absteigenden Ast.<\/strong><\/p>\n<p>Und jetzt noch mal zur\u00fcck zur Frage der Grundgesetzwidrigkeit der Ausweitung der Rundfunkgeb\u00fchrenpflicht. Den Damen und Herren in den \u00f6ffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten ist diese Entwicklung auch aufgefallen und sie f\u00fchlen sich bedroht &#8211; zu Recht! Und jetzt kommt der Schachzug: Wenn die Zuschauer weglaufen, dehnen wir unseren &#8222;Grundversorgungsauftrag&#8220; einfach auf alle neuen Medien aus, indem wir behaupten, das seien neuartige Rundfunkger\u00e4te. Und deshalb m\u00fcssen jetzt alle immerzu zahlen, egal ob sie das Programm interessiert, oder nicht.<\/p>\n<p><em>Toller Trick!<\/em><\/p>\n<p>Es gibt da ein kleines, l\u00e4stiges Problem: Mein Recht auf freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit (Art. 2, Abs. 1 GG) und mein Recht, mich aus allgemein zug\u00e4nglich Quellen zu unterrichten (Art 5, Abs. 1 GG). <\/p>\n<p>Ich habe also das Recht, mir auszusuchen, welche Medien ich nutze!<\/p>\n<p>Nun zwingt mich zwar niemand dazu, die Glotze einzuschalten, aber ich muss daf\u00fcr bezahlen  (Leistung ohne Auftrag und Gegenleistung! Empfehle Blick ins BGB!). Die Rundfunkgeb\u00fchr betr\u00e4gt immerhin fast \u00e2\u201a\u00ac20 pro Monat. Dieses Budget steht mir nicht mehr f\u00fcr die Medien meiner Wahl zur Verf\u00fcgung. Ich hatte fast 15 Jahre lang keinen Fernseher und habe daher auch v\u00f6llig zurecht keine Fernsehgeb\u00fchren bezahlt (Rundfunkgeb\u00fchren schon, denn ein Radio hatte ich). <\/p>\n<p>Dieses Recht der Wahl steht mir auch weiterhin zu. Auf einen Fernseher kann ich ohne Probleme verzichten, auf einen Computer nicht, weil es sich <em>eben nicht<\/em> um ein &#8222;neuartiges Rundfunkger\u00e4t&#8220; handelt, sondern um ein notwendiges Arbeits- und Kommunikationsmittel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst hat es die Musikindustrie erwischt, dann die Zeitungen, das Festnetztelefon und jetzt ist die Glotze dran. Der Vorgang ist immer der gleiche: Erst langsam und dann immer schneller gehen die Kunden verloren. 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