{"id":128,"date":"2007-05-19T11:56:35","date_gmt":"2007-05-19T09:56:35","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=128"},"modified":"2010-05-24T19:27:11","modified_gmt":"2010-05-24T17:27:11","slug":"tv-%e2%80%93-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=128","title":{"rendered":"TV \u2013 tot!"},"content":{"rendered":"<p>Der Versuch, Computer, UMTS-Handies und \u00e4hnliches neumodische Zeug als &#8222;neuartige Fernsehempfangsger\u00e4te&#8220; zu deklarieren und daraus eine erweiterte Rundfunkgeb\u00fchrenpflicht abzuleiten ist einfach nur als dreist zu bezeichnen. Mit Fernsehern konnte man anfangs nur Fernsehen und sp\u00e4ter auch noch gekaufte Videos angucken. Damit war die Sache klar: Wer einen Fernseher hat, will fernsehen und muss daf\u00fcr bezahlen.<\/p>\n<p>Computer und die mobilen Derivate sind hingegen Multifunktionsger\u00e4te, die zum Kommunizieren, Arbeiten, f\u00fcr Texte, Transaktionen und tausend tolle Sachen zu gebrauchen sind. Unter anderem kann man auch Videos auf ihnen sehen. Genau genommen wird andersherum ein Schuh daraus:<\/p>\n<p><em>Das Fernsehen ist nur noch ein beliebiger Multimediadienst unter hunderten anderer.<\/em><\/p>\n<p>Zudem einer, den moderne Medienkonsumenten zunehmend als inad\u00e4quat empfinden, weil ihnen Programmschemata aufgezwungen werden, die technisch nicht mehr begr\u00fcndbar sind. <a href=\"http:\/\/www.playfulworld.com\/\"  title=\"Mark Pesce\" target=\"pesce\">Mark Pesce<\/a> dr\u00fcckt das Dilemma der Fernsehsender so aus: &#8222;Das Publikum sagt: Ich will es, und ich will es jetzt. Die Sender sagen: Nein, es geh\u00f6rt dir nicht, es geh\u00f6rt mir, du bekommst es, wann und wie ich es will.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn das Fernsehen, aber sein Alleinstellungsmerkmal verliert, der absolut dominante Multimediadienst f\u00fcr Privathaushalte zu sein, stellt sich nat\u00fcrlich die Frage nach der Legitimation des Fernsehens als Medium und der Sonderstellung des \u00f6ffentlich rechtlichen Rundfunks. Wie Mario Sixtus in seinem Artikel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.sixtus.net\/article\/745_0_2_0_C\/\"  title=\"Mario Sixtus\" target=\"sixtus\">Das n\u00e4chste Opfer<\/a>&#8220; beschreibt,  basierte das \u00f6konomische Modell des Fernsehens bisher auf dem Mangel an Sendefrequenzen. Dies erlaubt den Privatsendern, die Aufmerksamkeit der Zuschauer den Werbekunden zu verkaufen. Derselbe Mangel war auch die Begr\u00fcndung f\u00fcr die Einf\u00fchrung des \u00f6ffentlich rechtlichen Rundfunks. Es sollte vermieden werden, da\u00df sich die Meinungsmacht in den H\u00e4nden weniger privater Sender befindet, aber auch ein Staatsfernsehen war nach den Erfahrungen des Dritten Reichs unerw\u00fcnscht. <\/p>\n<p><em>Die Daseinsberechtigung des \u00f6ffentlich rechtlichen Rundfunks basiert letztlich auf einer technischen Unzul\u00e4nglichkeit: Dem Mangel an \u00dcbertragungsfrequenzen.<\/em><\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt auch, warum zum Beispiel niemals \u00f6ffentlich rechtliche Zeitungen zur Debatte standen: Jeder kann eine Zeitung gr\u00fcnden, drucken lassen und verteilen. Jeder B\u00fcrger kann sich aussuchen, welche der tausende Publikationen er lesen m\u00f6chte. Dasselbe gilt nun auch f\u00fcr Multimediadienste &#8211; jeder kann einfach etwas machen und jeder kann aus dem unendlichen Angebot aussuchen, was er m\u00f6chte. Das Internet ist dem Sender-Empf\u00e4nger-Modell nach also viel eher &#8222;eine neuartige Zeitschrift&#8220;, als ein &#8222;neuartiges Fernsehempfangsger\u00e4t&#8220;, wenn schon unsinnige Vergleiche bem\u00fcht werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Eine Meinungsdominanz ist im Internet auf absehbare Zeit nicht zu bef\u00fcrchten, daher kann es auch keinen Auftrag zur Grundversorgung im Internet geben. Und ohne Grundversorgungsauftrag keine Rechtfertigung f\u00fcr Zwangsgeb\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Versuch, Computer, UMTS-Handies und \u00e4hnliches neumodische Zeug als &#8222;neuartige Fernsehempfangsger\u00e4te&#8220; zu deklarieren und daraus eine erweiterte Rundfunkgeb\u00fchrenpflicht abzuleiten ist einfach nur als dreist zu bezeichnen. Mit Fernsehern konnte man anfangs nur Fernsehen und sp\u00e4ter auch noch gekaufte Videos angucken. Damit war die Sache klar: Wer einen Fernseher hat, will fernsehen und muss daf\u00fcr bezahlen. 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