{"id":1413,"date":"2011-06-22T21:57:55","date_gmt":"2011-06-22T21:57:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=1413"},"modified":"2011-06-22T21:57:55","modified_gmt":"2011-06-22T21:57:55","slug":"offline-der-neue-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=1413","title":{"rendered":"Offline &#8211; der neue Trend?"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcberschrift ist eigentlich etwas zynisch gemeint &#8211; aber nur ein bisschen.<\/p>\n<p>Ich bin seit fast 20 Jahren Onliner. Damals, im letzten Jahrtausend bin ich noch mit DOS PC und 19.200er &#8222;High Speed&#8220; Modem durch die Mailboxen gehirscht und habe E-Mails per <a title=\"Wikipedia: FidoNet\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/FidoNet\" target=\"wikipedia\">FidoNet<\/a> verschickt (wir waren jung und hatten ja nichts anderes&#8230;) Einerseits extrem cool, dass so ein gigantisches Netzwerk fast nur von Hobbyisten betrieben wurde. Aber eigentlich waren alle scharf auf das Profi-Zeug, das Unis und Konzerne nutzten.<\/p>\n<p>Vor 15 Jahren war es f\u00fcr mich eine Herausforderung, als Privatperson <em>\u00fcberhaupt<\/em> an einen bezahlbaren Internetanschluss zu kommen.<\/p>\n<p>Vor 10 Jahren war es eine Herausforderung einen <em>schnellen<\/em> Internetanschluss zu bekommen ohne Katastrophen beim Anschluss zu erleben<\/p>\n<p>Vor 5 Jahren war es eine Herausforderung, einen schnellen, bezahlbaren <em>mobilen<\/em> Netzzugang zu bekommen.<\/p>\n<p>Heutzutage scheint es zunehmend schwieriger, an einen <em>verl\u00e4sslichen<\/em> Internetanschluss zu kommen. Ein paar Beispiele:<\/p>\n<p><strong>Zuhause<\/strong><br \/>\nTelekom DSL 6000. Eigentlich der VW Golf unter den Anschl\u00fcssen &#8211; langweilig, aber zuverl\u00e4ssig. Nein, nicht wirklich. Dass die Telekom YouTube so weit runterbremst, dass man es kaum noch nutzen kann ist ja bereits bekannt. Leider sind wir zus\u00e4tzlich von extrem h\u00e4ufigen Netzaussetzern betroffen. Das kann eine kurzer Disconnect sein, oder auch schon mal wie heute zu einem Tag Quasi Komplettausfall f\u00fchren. Das ist schon bl\u00f6d, wenn man nur ein wenig privat rumsurft, aber wenn man \u00fcber RSA \/ VPN Tunnel auf mehreren Servern arbeitet geht es gar nicht. Jeder Disconnect l\u00e4sst alle offenen Verbindungen zusammenbrechen und man ben\u00f6tigt dann 5-10 Minuten, um alles wieder neu aufzubauen und sich einzuloggen. Ernsthaft und konzentriert arbeiten kann man so eigentlich nicht.<\/p>\n<p><strong>Unterwegs<\/strong><br \/>\nIch nutze seit mehreren Monaten regelm\u00e4ssig einen UMTS-Stick von Vodafone. Die haben ja angeblich das beste Netz. Wenn man erst mal eine Verbindung hat, kann ich mich (abgesehen von Preis und Datenvolumen) auch nicht beklagen. Allerdings kann es extrem enervierend sein, \u00fcberhaupt einen Connect hinzubekommen. Teilweise habe ich mehr als 20 Minuten gebraucht und musste dazu die Software oder sogar den ganzen Rechner mehrer Male neu starten.<\/p>\n<p><strong>Andere Stimmen<\/strong><br \/>\nVon Freunden und Kollegen h\u00f6re ich \u00e4hnliches. Regelm\u00e4ssige Ausf\u00e4lle bei Kabel Deutschland, Versatel und so weiter. Das geht sozusagen einmal quer durch den Providergarten.<\/p>\n<p>Man kann jetzt nat\u00fcrlich trefflich \u00fcber die Ursachen spekulieren: Extremer Kostendruck, Fachkr\u00e4ftemangel im Infrastrukturbereich, immer komplexere Netztopologien, Hackerangriffe, Eingriffe der Zugangsprovider in den Netzwerkverkehr (DNS-verbiegen, Zwangsproxys,&#8230;), staatliche Eingriffe durch Regulierung oder Abh\u00f6rmassnahmen, Vorratsdatenspeicherung und so &#8211; was weiss denn ich? Wahrscheinlich ist es von allem etwas.<\/p>\n<p>Die Frage ist, was man selber nun machen kann. Mindestens sollte man die Abh\u00e4ngigkeit von einer einwandfrei funktionierenden Netzanbindung reduzieren. Solch ein Mist, wie Cloud-Services und verkr\u00fcppelte Endger\u00e4te, wie das iPad ist daher eigentlich schon mal v\u00f6llig Tabu. Als Firma sollte man ernsthaft \u00fcberlegen, zentrale Dienste wieder inhouse zu holen.<\/p>\n<p>Privat w\u00e4re vielleicht auch ein Blick zur\u00fcck angebracht, zum Beispiel zu Fido. Das war damals nach heutigen Massst\u00e4ben ja nur Hybrid-Online. Mails und Foreneintr\u00e4ge hat man offline gelesen und geschrieben und ist nur online gegangen um seinen Kram zu verschicken und nach Neuem zu gucken. Das sparte Telefongeb\u00fchren und &#8211; wichtiger &#8211; half die Ports der Mailboxen freizuhalten.<\/p>\n<p>Das klingt f\u00fcr junge Ohren wahrscheinlich unertr\u00e4glich (Opa twittert vom Krieg).<\/p>\n<p>Andererseits &#8211; wozu ben\u00f6tigen wir denn tats\u00e4chlich die st\u00e4ndige Verbindung? Geht das nicht auch alles asynchron?<\/p>\n<p>Die ganze Social Media Funktionalit\u00e4t von Facebook gabe es ja damals im Prinzip ja auch schon. News lesen? Man kann Channels abonnieren und zwei- drei mal pro Tag pollen. F\u00fcr Mails war das ja ohnehin jahrelang Standard. Banking ist auch denkbar ohne eine stehende Verbindung. Chatten, Skypen und Actionspiele sind dann nicht drin. Was habe ich vergessen?<\/p>\n<p>Irgendwie ein interessanter Gedanke &#8211; mal wieder v\u00f6llig gegen den Mainstream, aber das kennt man ja von mir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberschrift ist eigentlich etwas zynisch gemeint &#8211; aber nur ein bisschen. Ich bin seit fast 20 Jahren Onliner. 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