{"id":1773,"date":"2012-07-16T20:41:29","date_gmt":"2012-07-16T20:41:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=1773"},"modified":"2013-05-20T10:16:47","modified_gmt":"2013-05-20T10:16:47","slug":"handel-im-raschen-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=1773","title":{"rendered":"Handel im raschen Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Mir schwirren gerade ein paar Gedanken zu dem wirtschaftlichen Wandel, den das Internet so erm\u00f6glicht und in dem wir gerade mitten drin stecken durch den Kopf. Ich schreibe mit Bedacht <em>erm\u00f6glicht<\/em> und nicht verursacht. Letztlich haben ja die Kunden das (Geld)Zepter in der Hand und weisen die Richtung. Nichtsdestotrotz findet dieser Wandel in mehreren Phasen statt und jedes Mal werden die Betroffenen irgendwie kalt erwischt.<\/p>\n<p><strong>Phase I: Immaterialg\u00fcter und die Aufmerksamkeits\u00f6konomie<\/strong><\/p>\n<p>Die ersten Branchen, die seit ein paar Jahren mitten im Hurrican der Ver\u00e4nderungen hin- und hergeworfen wurden (mein Gott, schreibe ich heute schw\u00fclstig&#8230;) sind Medienunternehmen und jede Form von vermittelnden Berufen. Plattenfirmen mussten unter Schmerzen verstehen, dass sie nicht Schallplatten, sondern den Zugang zu Musik verkauften w\u00e4hrend einige Zeitungsverleger zum Teil immer noch glauben, dass sie Papierwarenh\u00e4ndler sind. Makler sind im Zeitalter von Immoscout und co. eigentlich ebenfalls \u00fcberfl\u00fcssig geworden. Das hat sehr viele kalt erwischt. Dabei ist die Einsicht, dass Immaterialg\u00fcter perfekt \u00fcber das Internet zu vertreiben sind, vergleichsweise trivial. Da die Kosten und Einstiegsh\u00fcrden minimal sind, ergibt sich daraus zwangsl\u00e4ufig ein knallharter Verdr\u00e4ngungswettbewerb.<\/p>\n<p><strong>Phase II: Weg mit den Katalogen<\/strong><\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Branche, die es gerade heftig durcheinanderwirbelt sind Versandh\u00e4ndler. Quelle ist bereits Geschichte, Neckermann m\u00f6glicherweise auch und selbst der Gigant Otto kommt schon etwas ins Stolpern. Das ist einerseits wenig \u00fcberraschend, weil aus Kundesicht onlineshops auch &#8222;irgendwie sowas \u00e4hnliches wie Kataloge&#8220; sind und man sich deshalb gar nicht gross umgew\u00f6hnen muss. Aus H\u00e4ndlersicht ist der Markt aber hammerhart und da passen die traditionellen Herangehensweisen der Versandh\u00e4ndler nicht. Anstatt gem\u00fctlich in Jahreskatalogen zu bl\u00e4ttern, werden mindestens tagesaktuelle Angebote verglichen. Das erfordert ein vollkommen anderes Ansprechen der Zielgruppen, extrem hohe Anspr\u00fcche an Logistik und Service bei minimalen Margen.<\/p>\n<p><strong>Phase III: Der station\u00e4re Handel<\/strong><\/p>\n<p>Seit kurzem bekommt auch der traditionelle Handel immer mehr Schwierigkeiten. G\u00f6rtz hat gerade beschlossen, 30 Schuhgesch\u00e4fte zu schliessen und ob das die letzten waren, sei mal dahingestellt. Immer mehr Handelsvolumen wandert ins Internet zu Onlineh\u00e4ndlern. Und das sind im Gegensatz zu den meisten station\u00e4ren H\u00e4ndlern nicht unbedingt Deutsche Unternehmen, wie Amazon, Asos und Konsorten zeigen.<\/p>\n<p>Bei Ver\u00e4nderungen, die so gross sind, dass sie die komplette Immobilienbranche auf den Kopf stellen, wird es selbst hartgesottenen eCommerce Profis etwas Flau im Magen. Einige Kommentare auf der Branchenplattform <a href=\"http:\/\/www.excitingcommerce.de\" target=\"extern\">Exciting Commerce<\/a> warnen vor ver\u00f6deten Innenst\u00e4dten, in denen man nicht mehr flanieren mag.<\/p>\n<p><strong>Phase IV: Der Tod der City und die \u00d6dnis des Netzes<\/strong><\/p>\n<p>Als alter Stadtplaner sage ich: Das ist allerdings ein Trend, den man schon recht lange beobachten kann. M\u00f6belgesch\u00e4fte sind schon in den 70er Jahren an den Stadtrand gezogen. Kinos verschwanden, als sich alle in den 80ern einen Videorekorder ins Wohnzimmer stellten. B\u00fcroartikel und Schreibwaren? Wir haben doch seit den 90ern alle PCs. Heimelektronik wird entweder im Gewerbegebiet oder bei Amazon gekauft. Schallplatten und DVD? Wird alles \u00fcber das Netz gestreamt. B\u00fccherl\u00e4den? Naja, noch gibt es ein paar&#8230;<\/p>\n<p>Seien wir ehrlich: In den Innenst\u00e4dten gibt es schon seit l\u00e4ngerem eigentlich nur noch Schuhgesch\u00e4fte, Klamottenl\u00e4den und Imbissbuden. Wie lange sich der Pizzastand aber noch halten kann, wenn auch Bekleidung aus der Stadt verschwunden ist? Tja&#8230;<\/p>\n<p><strong>Alles virtuell &#8211; und nun?<\/strong><\/p>\n<p>Im Internet ist aber auch nicht alles eitel Sonnenschein. Der Wettbewerb ist gnadenlos, weil niemand einen Standortvorteil hat. Alle sind nur einen Klick vom Kunden entfernt &#8211; jedefalls theoretisch. In letzter Konsequenz wird es nur drei Typen von H\u00e4ndlern geben:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Handvoll Universalh\u00e4ndler mit hochoptimierter Kostenstruktur nutzen die Economies of Scale. Und Scale bedeutet international.<\/li>\n<li>Daneben werden Marken den Vertrieb zunehmend selbst durchf\u00fchren.<\/li>\n<li>Am virtuellen Rand ist dann noch Platz f\u00fcr ein paar Nischenanbieter.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus die Maus. Ziemlich tr\u00fcbe Aussichten.<\/p>\n<p>Allein &#8211; mir fehlt der Glaube. Wo ist das schlendern? Wo die Haptik? Wo l\u00e4sst man sich inspirieren? Irgendwo da draussen liegen noch ganz neue Handelskonzepte. Im Real-Life. Und sie warten auf den richtigen Zeitpunkt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir schwirren gerade ein paar Gedanken zu dem wirtschaftlichen Wandel, den das Internet so erm\u00f6glicht und in dem wir gerade mitten drin stecken durch den Kopf. Ich schreibe mit Bedacht erm\u00f6glicht und nicht verursacht. Letztlich haben ja die Kunden das (Geld)Zepter in der Hand und weisen die Richtung. 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