{"id":2418,"date":"2014-12-28T19:29:48","date_gmt":"2014-12-28T19:29:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=2418"},"modified":"2014-12-28T19:29:48","modified_gmt":"2014-12-28T19:29:48","slug":"31c3-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=2418","title":{"rendered":"31C3 &#8211; Tag 1"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Jahr bin ich bereits am Vorabend des Kongresses in Hamburg angekommen und konnte den ersten Tag daher wesentlich entspannter angehen, als in den Vorjahren.<\/p>\n<p>Nach einer halben Stunde anstehen hatte ich mein B\u00e4ndchen, die Jacke in der Garderobe abgegeben &#8211; und schon stand ich vor einem \u00fcberf\u00fcllten Saal 1. Ich wollte die Keynote von Alec Empire h\u00f6ren. Die wurde freundlicherweise auch in Saal 2 \u00fcbertragen, wo ich noch einen Platz ergattern konnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_2420\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-2420\" href=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?attachment_id=2420\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2420\" class=\"size-medium wp-image-2420\" title=\"Eingang des CCH\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/eingang-480x355.jpg\" alt=\"Eingang des CCH\" width=\"480\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/eingang-480x355.jpg 480w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/eingang.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2420\" class=\"wp-caption-text\">Eingang des CCH<\/p><\/div>\n<p><strong>Keynote von Alec Empire<\/strong><br \/>\nDie Keynote war ein Rundschlag zu den Themen Kultur, Computer, Abh\u00e4ngigkeiten und Vertrauen. Das Aufbrechen der alten Strukturen aus analogen Zeiten durch den Siegeszug des Internet schaffte zun\u00e4chst neue Freir\u00e4ume f\u00fcr K\u00fcnstler und ihre Fans. Die Idee, die Probleme der alten Ordnung h\u00e4tten sich damit erledigt hat sich jedoch als Trugschluss erwiesen. An die Stelle der alten Gatekeeper sind nur neue getreten.<\/p>\n<p>Als Beispiel f\u00fchrte er an, von Spotify als einem der neuen Gatekeeper eine Takedown-Notice f\u00fcr einen Song bekommen zu haben, der von der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Schriften indiziert wurde. So weit, so normal: Nur versteht Spotify dieses Verbot weltweit und nicht nur f\u00fcr Deutschland. Als Druckmittel wurde angedroht, nicht nur diesen Song, oder das komplette Album oder alle Song von Atari Teenage Riot zu sperren, sondern alle K\u00fcnstler und Songs des Labels &#8211; und zwar weltweit.<\/p>\n<p>Empire apellierte an die Zuh\u00f6rer, den neuen Gatekeepern ebenso wie den alten zu misstrauen und neue, dezentrale L\u00f6sungen zu (er)finden und zu f\u00f6rdern. Er rief Hacker und K\u00fcnstler auf, sich st\u00e4rker zu vernetzen und besser zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_2421\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-2421\" href=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?attachment_id=2421\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2421\" class=\"size-medium wp-image-2421\" title=\"Info To Go am Treppengel\u00e4nder - Dateiformate erkl\u00e4rt\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/info_to_go-480x314.jpg\" alt=\"Info To Go am Treppengel\u00e4nder - Dateiformate erkl\u00e4rt\" width=\"480\" height=\"314\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/info_to_go-480x314.jpg 480w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/info_to_go.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2421\" class=\"wp-caption-text\">Info To Go am Treppengel\u00e4nder - Dateiformate erkl\u00e4rt<\/p><\/div>\n<p><strong>Trustworthy Secure modular operating system<\/strong><br \/>\nEin weiterer interessanter Vortrag handelte davon, wie ein vertrauensw\u00fcrdiger Chat entwickelt werden kann, wenn die darunterliegenden Schichten aus Soft- und Hardware nicht vertrauensw\u00fcrdig sind.<\/p>\n<p>Ein kurzer Exkurs von der Benutzeroeberfl\u00e4che, der Applikation, dem Betriebssystem und den darunterliegenden Abstraktionsschichten, samt der verwendeten Compiler und Funktionsbibliotheken verdeutlicht, auf wievielen Ebenen eine Anwendung angreifbar ist, auch wenn sie selber solide entwickelt wurde. Dabei wurde noch nicht einmal auf die Vertrauensw\u00fcrdigkeit der verwendeten Hardware eingegangen.<\/p>\n<p>Der klassische Ansatz, gef\u00e4hrdete Systeme abzusichern, besteht darin, sie weitestgehend zu isolieren &#8211; durch mehr Systeme, wie Firewalls, Container oder Virtuelle Maschinen. Das erzeugt jedoch noch mehr Schichten, die wiederum die Komoplexit\u00e4t erh\u00f6hen und selber weitere potentielle Angriffsziele sind.<\/p>\n<p>Die Vortragenden halten diesen Ansatz f\u00fcr falsch und versuchen selber die Komplexit\u00e4t so weit zu reduzieren, wie m\u00f6glich. Das beginnt mit der Vermeidung von C als Programmiersprache mitsamt der Standardbibliotheken.<\/p>\n<p>Sie erl\u00e4uterten das Prinzipe von Unikernals, wie MirageOS. Auf dieser Basis entwickelten sie in OCaml einen TLS Stacks zur Verschl\u00fcsselung von Netzwerktraffic. Dabei kamen sie mit 20.000 Zeilen Code aus. Im Gegensatz dazu umfasst die TLS Implementierung 350.000 Zeilen Code.<br \/>\nDie Quintessenz des Vortrags ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Complexity is your enemy<\/li>\n<li>Dump Legacy Code<\/li>\n<\/ul>\n<p>Den Vortrag &#8222;Mit Kunst die Gesellschaft hacken&#8220; vom Zentrum f\u00fcr politische Sch\u00f6nheit konnte ich leider nicht zu Ende sehen.<\/p>\n<p>Der Vortrag &#8222;<strong>The eXperimental Robot Project<\/strong>&#8220; handelte von einem Projekt, einen lebensgrossen, zweibeinigen Roboter zu bauen. Dabei soll im Gegensatz zu den bisherigen Ans\u00e4tzen aus dem akademischen Bereich oder von Firmen wie Honda oder Boston Dynamics mit Open Source Hard- und Software erfolgen und voll dokumentiert werden. Das Ziel ist, den Preis eines entsprechenden Roboters von \u00fcber 100.000 auf einige tausend Dollar zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Mich \u00fcberzeugte der Ansatz mit extrem starken Elektromotoren jedoch nicht richtig. Die Natur hat den Gang nicht nur zur \u00dcberwindung von Hindernissen erfunden, sondern auch sehr energieeffizient gemacht.<\/p>\n<p>&#8222;<strong>Rocket science &#8211; how hard can it be?<\/strong>&#8220; war ein sehr unterhaltsamer Vortrag \u00fcber die M\u00f6glichkeit, Raumfahrt als Hobby zu betreiben. Nach einem kurzen Exkurs \u00fcber historische Vordenker der Raktentechnik und einem \u00dcberblick \u00fcber die zugrundeliegenden physikalischen und mathematischen Grundlagen ging es schnell um praktische Erfahrungen beim Bau von Kleinraketen. Wobei &#8222;klein&#8220; relativ ist. Ein Modell war 4,5m lang, hatte \u00fcber 20cm Durchmesser und flog 6,5km hoch.<\/p>\n<p>Verbl\u00fcffend fand ich, dass sich eine solche Rakete aus einfachen Materialien, wie Fiberglass und Aluminium mit normalen Werkzeugen bauen l\u00e4sst. Selbst der Treibstoff l\u00e4sst sich aus Haushalts\u00fcblichen Chemikalien herstellen.<\/p>\n<p>Als konkreter Anwendungsfall wurde die Erforschung von Wolken von einem Meteorologen erl\u00e4utert. Hier wurde auch der trockene Humor von XXX deutlich. Auf den Hinweis aus dem Publikum &#8222;Balloons would be a lot cheaper&#8220; antwortete er mit &#8222;Yes, thats a point&#8230;&#8220;, obwohl die Rakete mit ca. 2000,-\u00a0 recht billig war.<\/p>\n<p>Auf die Frage &#8222;Are there any restrictions?&#8220; lautete die mit tosendem Beifall quittierte Antwort &#8222;Well&#8230; we are in Germany&#8230;&#8220;, gefolgt von dem Hinweis, dass es in D\u00e4nemark sehr viel einfacher ist und dort sogar ein Raktenwettbewerb stattfindet.<\/p>\n<div id=\"attachment_2419\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-2419\" href=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?attachment_id=2419\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2419\" class=\"size-medium wp-image-2419\" title=\"Biometriehacking\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/saal_1-480x355.jpg\" alt=\"Biometriehacking\" width=\"480\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/saal_1-480x355.jpg 480w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/saal_1.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2419\" class=\"wp-caption-text\">Biometriehacking<\/p><\/div>\n<p><strong>Ich sehe, also bin ich &#8211; Du<\/strong><\/p>\n<p>Der letzte Vortrag, den ich h\u00f6rte handelte von Schw\u00e4chen biometrischer Identifikationssystem. Der Hacker &#8222;Starbug&#8220; hatte vor Jahren bereits den Fingerabdruck des damaligen Innenimisters Sch\u00e4uble ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>In diesem Jahr pr\u00e4sentierte er neue M\u00f6glichkeiten, biometrische Identifikationssysteme mit Hilfe hochaufl\u00f6sender Kameras zu \u00fcberlisten. Live zeigte er die \u00dcberlistung eines Irisscanners mit Hilfe von hochaufl\u00f6senden Fotos, die \u00dcberlistung eines Fingerabdruckscanners, die \u00dcberlistung des Fingerabdruckscanners des aktuellen iPhones und einen Proof of Concept wie die Pin-Eingabe in ein Mobiltelefon \u00fcber Reflexionen in der Pupille mitgeloggt werden kann.<\/p>\n<p>Interessant war die Rekonstruktion des Daumenabdruck von Ursula von der Leyen \u00fcber normale Fotos aus der Bundespressekonferenz.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann man sagen, dass der Glaube an die Verl\u00e4sslichkeit biometrischer Identifikationssysteme dahin ist. Ganz besonders problematisch ist die Einfachheit, mit der sich falsche F\u00e4hrten legen lassen um Unschuldige zu belasten.<\/p>\n<p>Der erste Tag auf der Konferenz bot die \u00fcbliche Mischung aus Faszination, Verbl\u00fcffung und Beunruhigung, die die Veranstaltung so spannend macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr bin ich bereits am Vorabend des Kongresses in Hamburg angekommen und konnte den ersten Tag daher wesentlich entspannter angehen, als in den Vorjahren. Nach einer halben Stunde anstehen hatte ich mein B\u00e4ndchen, die Jacke in der Garderobe abgegeben &#8211; und schon stand ich vor einem \u00fcberf\u00fcllten Saal 1. 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