{"id":2653,"date":"2016-05-03T21:16:10","date_gmt":"2016-05-03T19:16:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=2653"},"modified":"2016-05-03T21:16:10","modified_gmt":"2016-05-03T19:16:10","slug":"welche-shopsoftware-wuerdest-du-jetzt-nehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=2653","title":{"rendered":"Welche Shopsoftware w\u00fcrdest Du jetzt nehmen?"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage &#8222;Welche Shopsoftware w\u00fcrdest Du <em>jetzt<\/em> nehmen?&#8220; stellte mir Lars Jankowfsky bei seinem Vortrag &#8222;E-Commerce was wirklich z\u00e4hlt. Die Developer Edition&#8220; auf der <a href=\"\/?p=2646\" target=\"_blank\">code.talks eCommerce Konferenz<\/a>. Zuvor hatte ich bereits erz\u00e4hlt, dass ich 2010 f\u00fcr die Shops der CBR eCommerce GmbH (siehe meine Referenzen) OXID Enterprise Edition ausgew\u00e4hlt hatte. Die wesentlichen Gr\u00fcnde waren damals, dass der Quellcode einsehbar war, die Verf\u00fcgbarkeit von PHP Entwicklern und die bessere out-of-the-box Performance im Gegensatz zu Magento.<\/p>\n<p>Seinerzeit ist das eine richtige Entscheidung gewesen. Aber was w\u00fcrde ich heute w\u00e4hlen?<\/p>\n<p>Da kam ich ins schwimmen und sagte etwas lahm &#8222;Vielleicht eher Shopware&#8220;, aber die Antwort war nicht gut. Im Gegensatz zu 2010 ist die verf\u00fcgbare Technik heute deutlich breiter aufgestellt, wie ja gerade auf dieser Konferenz deutlich wurde. Ehrlicherweise h\u00e4tte ich sagen sollen, dass ich das neu evaluieren m\u00fcsste.<\/p>\n<p><strong>Die eCommerce Technik wird immer differenzierter<\/strong><\/p>\n<p>Interessanterweise schien selbst Alexander Graf, der mit Spryker einer der Hauptsponsoren des Events war, etwas \u00fcberrascht gewesen zu sein, welch breiten Raum das Thema Microservices auf der Konferenz einnahm. In seinem Artikel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.kassenzone.de\/2016\/04\/21\/microservices-einradfahren\/\" target=\"_blank\">Microservices &amp; Einradfahren<\/a>&#8220; stellte er zun\u00e4chst etwas verbl\u00fcfft fest, dass es auch in der Welt der Techies so etwas wie Modetrends gibt, denen viele einfach hinterherlaufen. Er schrieb unter anderem:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zu meiner gro\u00dfen Entt\u00e4uschung muss ich nun feststellen, dass die Leute in der IT, bzw. Developer wie sie heute genannt werden, mit den gleichen Denkmustern arbeiten wie die Business Kasper [zu denen er sich selber z\u00e4hlt]. Es gibt eine extrem hohe Neigung Trends hinterherzulaufen und grundlegende technische Probleme nicht ausreichend bzw. nicht ehrlich genug zu analysieren.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr mich als Entwickler ist das nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nichts Neues. Sehr viele Techies sind Diven mit aufgebl\u00e4htem Ego, die das Rad lieber zum 100. Mal neu erfinden &#8211; weil Ihr Rad nat\u00fcrlich viel viel sch\u00f6ner ist&#8230;<\/p>\n<p>Der Rest des Artikels befasst sich damit, dass der Microservice-Ansatz gerade so ein angesagtes Ding ist, dass nicht ausreichend hinterfragt wird. Das Gef\u00fchl hatte ich allerdings nicht unbedingt. F\u00fcr die vorgestellten Projekte gab es jede Menge gute Gr\u00fcnde, genau auf diese Architektur zu setzen &#8211; nur treffen die Gr\u00fcnde eben f\u00fcr die meisten &#8222;normalen&#8220; Shops bei weitem nicht zu.<\/p>\n<p><strong>Orientierung zwischen Standard-Cloud und Microservices<\/strong><\/p>\n<p>Doch wie findet man die passende Technik in dem scheinbaren Wirrwar aus Cloudanbietern, Self Hosting, Out-of-the-box Software, Frameworks, Microservices usw?<\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich vom konkreten Projekt ab. Zwei wesentliche Kriterien zur Einordnung von eCommerce Projekten wurden bei der Konferenz f\u00fcr mich deutlich: Das Umsatzvolumen und der Grad der Individualisierung des Gesch\u00e4ftes. Ich habe mal f\u00fcr mich selber aus diesen beiden Kriterien eine Entscheidungsmatrix mit neun Feldern aufgezogen.<\/p>\n<p><strong>Kriterium 1: Das Umsatzvolumen<\/strong><\/p>\n<p>Bei geringem Umsatzvolumen ist eine einfachere technische Architektur ausreichend, daf\u00fcr ist hier die Preissensibilit\u00e4t hoch. Bei sehr gro\u00dfen Ums\u00e4tzen kann und muss man gr\u00f6\u00dfere Ressourcen in die technische Skalierung stecken, hat aber daf\u00fcr auch einen gr\u00f6\u00dferen Investitionsspielraum.<\/p>\n<p><strong>Kriterium 2: Grad der Individualisierung<\/strong><\/p>\n<p>Wer ein \u00fcberschaubares Sortiment mit (datentechnisch) einfachen Produkten anbietet, kommt bereits mit Standardtechnik sehr weit. Je mehr Besonderheiten gefordert sind, desto mehr Aufwand muss in die Anpassung gesteckt werden. Beispiele sind konfigurierbare Produkte, Regionallager und Multichannel. Besondere Gesch\u00e4ftsmodelle, wie z.B. Shoppingclubs, zeitlich begrenztes Angebot, Auktionen etc. lassen sich eigentlich nur noch mit Individualentwicklungen umsetzen.<\/p>\n<p><strong>Die Entscheidungsmatrix<\/strong><\/p>\n<p>Das Ergebnis meiner \u00dcberlegungen ist diese Matrix, deren neun Felder ich kurz erl\u00e4utere.<\/p>\n<div id=\"attachment_2654\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2654\" class=\"size-medium wp-image-2654\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/entscheidungsmatrix-480x312.png\" alt=\"Entscheidungsmatrix\" width=\"480\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/entscheidungsmatrix-480x312.png 480w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/entscheidungsmatrix-768x499.png 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/entscheidungsmatrix.png 855w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><p id=\"caption-attachment-2654\" class=\"wp-caption-text\">Entscheidungsmatrix<\/p><\/div>\n<ol>\n<li>Bei wenig Umsatz und Traffic k\u00f6nnen f\u00fcr Standardprozesse mit einem einfachen Sortiment bereits einfache und g\u00fcnstige Cloudl\u00f6sungen gut geeignet sein.<br \/>\nKandidaten w\u00e4ren hier ePages, Prestashop u.\u00e4.<\/li>\n<li>Eine Anpassung an viele Besonderheiten kann bereits mit Standard Plugins f\u00fcr die \u00fcblichen Shopsysteme abgedeckt werden. Hier sollte aber ggf. bereits ein separates Hosting geplant werden, um in das System eingreifen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nGeeignete Kandidaten sind u.a. Shopware, Oxid, Magento.<\/li>\n<li>Eine weiterreichende Individualisierung l\u00e4sst sich bei geringem Umsatz eigentlich nur \u00fcber Standardsoftware mit individuell erstellten Plugins realisieren, wenn man den Kostenrahmen nicht sprengen will.<br \/>\nBasistechnik entsprechend 2.<\/li>\n<li>Bei mittlerem Umsatz und Traffic sind f\u00fcr ein einfaches Sortiment und Standardprozesse leistungsf\u00e4hige Cloudl\u00f6sungen, wie Demandware gut geeignet.<\/li>\n<li>Bei mittlerer Komplexit\u00e4t und mittlerem Umsatz kann Standardsoftware (siehe 2.) mit Plugins und einem Full Page Cache eine solide L\u00f6sung sein.<\/li>\n<li>Bei mittlerem Umsatz und hoher Individualit\u00e4t ist eine Frameworkgest\u00fctzte Individualentwicklung sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Kandidaten w\u00e4ren hier Commercetools, Ongr. oder sogar Spryker, falls der Kostenrahmen das hergibt. Falls es zum Gesch\u00e4tsmodell passt sollte man auch NewStore auf die Shortlist nehmen.<\/li>\n<li>Standardanforderungen bei hohen Ums\u00e4tzen kann man m.E. mit gut skalierbaren Systemen, wie Intershop oder Hybris in sorgf\u00e4ltig gebauten Systemsetups erf\u00fcllen<\/li>\n<li>Mittlere Komplexit\u00e4t bei hohen Ums\u00e4tzen k\u00f6nnte mit leistungsf\u00e4higer Standardsoftware und einem individuellem Hochlastfrontend abbildbar sein, oder man greift gleich zu einer kompletten, frameworkgest\u00fctzten Eigenentwicklung<\/li>\n<li>Und schlie\u00dflich die K\u00f6nigsklasse: Hoher Umsatz, hohe Komplexit\u00e4t. Hier kommt man nicht mehr um eine Eigenentwicklung mit optimiertem Setup herum. Das ist genau das Feld, in sich dem Otto, Metro und Zalando tummeln (um jetzt mal nicht die rosa Elefanten Amazon und Alibaba zu nennen). F\u00fcr diese Gewichtsklasse sind Microservice Architekturen sinnvoll. F\u00fcr alle anderen Felder w\u00e4ren technische Komplexit\u00e4t und Kosten aber einfach zu hoch.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mal kann jetzt nat\u00fcrlich zurecht fragen &#8222;was hei\u00dft denn klein, mittel und gro\u00df; Standard und komplex?&#8220; Wo sind die Grenzen zwischen den aufgemalten Feldern? Zugegebenerma\u00dfen sind die Grenzen da flie\u00dfend und man kann trefflich diskutieren. Trotzdem denke ich, dass man hier erst mal eine Idee und erste Struktur bekommt.<\/p>\n<p>Aber um auf die Eingangsfrage von Lars zur\u00fcckzukommen:<\/p>\n<p>Heutzutage w\u00fcrde ich f\u00fcr das Projekt von 2010 vermutlich den Ansatz einer Standardsoftware mit vorgeschaltetem individuellem Hochlastfrontend w\u00e4hlen. So kann man schnell starten, das Gesch\u00e4ft gut hochskalieren und gleichzeitig individuelle Features umsetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage &#8222;Welche Shopsoftware w\u00fcrdest Du jetzt nehmen?&#8220; stellte mir Lars Jankowfsky bei seinem Vortrag &#8222;E-Commerce was wirklich z\u00e4hlt. Die Developer Edition&#8220; auf der code.talks eCommerce Konferenz. Zuvor hatte ich bereits erz\u00e4hlt, dass ich 2010 f\u00fcr die Shops der CBR eCommerce GmbH (siehe meine Referenzen) OXID Enterprise Edition ausgew\u00e4hlt hatte. 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