{"id":276,"date":"2008-02-05T21:12:16","date_gmt":"2008-02-05T20:12:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=276"},"modified":"2010-05-30T14:15:01","modified_gmt":"2010-05-30T12:15:01","slug":"shutdown-szenario","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=276","title":{"rendered":"Shutdown Szenario"},"content":{"rendered":"<p>Heute beim Mittagessen mit einem Kollegen kam das Gespr\u00e4ch &#8211; <em>wie originell<\/em> &#8211; schnell auf das Thema Arbeit. Aber nicht auf die t\u00e4glich Arbeit, Freude und Leid im Umgang mit Kunden und Technik, sondern eine eher perspektivische Sicht. Wir hatten beide konkrete Ausl\u00f6ser f\u00fcr das Hinterfragen des Status Quo.<\/p>\n<p>Mein Ausl\u00f6ser zur Reflexion \u00fcber Gegenwart und Zukunft der Arbeit war f\u00fcr mich der Besuch einer sehr imposanten Industrieruine in Essen (Kokerei und Zeche Zollverein) in der letzten Woche. Inmitten dieser riesigen Anlagen hatte ich regelrecht <em>k\u00f6rperlich gep\u00fcrt<\/em>, da\u00df dort <em>richtige Werte<\/em> geschaffen wurden &#8211; mit <em>richtiger Arbeit<\/em>. Allerdings war mir auch klar, da\u00df diese Epoche vorbei ist und damit erhebliche Umweltbelastungen der Vergangenheit angeh\u00f6ren. <\/p>\n<p>Ich gehe nicht nur einer ungleich filligraneren Arbeit nach, sondern schaffe \u00fcberhaupt nichts Gegenst\u00e4ndliches. Ich schaffe Software. Nat\u00fcrlich gibt es Auftraggeber, die Geld daf\u00fcr bezahlen, aber das was ich tue bringt die Welt kein St\u00fcck weiter. Diese Arbeit ist im tieferen Sinne v\u00f6llig nutzlos. Sie schafft keine realen Werte. Ich tr\u00f6ste mich damit, da\u00df ich immerhin auch niemandem damit schade. Im Vergleich zur Montanindustrie ist meine Arbeit &#8211; trotz permanentem Stromverbrauch und Toxinen bei der Hardwareherstellung &#8211; wenigstens relativ umweltfreundlich.<\/p>\n<p>Mein Kollege musste hingegen neulich einige Tage sein Haus reparieren &#8211; und zwar richtig!. Ein Teil eines Holzbalkens in einem alten Fachwerkhaus auszuwechseln ist nicht gerade trivial. Er meinte, da\u00df bei dieser Art k\u00f6rperlicher Arbeit den Kopf ganz klar wird. Man ist fokussiert im Hier und Jetzt, tut etwas Konkretes und sieht hinterher, was man geschafft hat.<\/p>\n<p>Das war unser Ausgangspunkt. Interessant ist, da\u00df wir beide davon ausgingen, da\u00df unsere jetzige Arbeit (Internet, Software, Kommunikation, blah,&#8230;) in zwei bis drei Jahrzenten unwichtig sein wird, weil die Gesellschaft vor sehr konkreten, dr\u00e4ngenden Herausforderungen <em>in der echten, k\u00f6rperlichen Welt<\/em> stehen wird.<\/p>\n<p>Niemand wird sich allzusehr um Webseiten (oder was es dann f\u00fcr&#8217;n Schnickes gibt) k\u00fcmmern, wenn sein Hauptproblem ist, wie er seine Wohnung warm bekommt. Mehr noch &#8211; wenn aufgrund der kommenden Ressourcenknappheit unsere heutige Wirtschaftordnung radikal \u00fcber den Haufen geworfen sein wird, es nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich sein wird alles jederzeit und \u00fcberall bekommen zu k\u00f6nnen &#8211; wenn kurz gesagt die Globalisierung eine 180-Grad-Wende gemacht haben wird, werden wieder richtige Werte z\u00e4hlen. Welche Aufgabe werde ich dann in dieser Welt erf\u00fcllen k\u00f6nnen? Was kann mein Beitrag sein?<\/p>\n<p>Mein Eindruck ist \u00fcbrigens, da\u00df sich zur Zeit immer mehr Menschen solche Fragen stellen. Insbesondere Menschen, die viel mit Computer, Datenverarbeitung und solchen Dingen zu tun haben. Sie sp\u00fcren riesige Umw\u00e4lzungen kommen. Ich erwarte sie nicht jetzt oder in 5 Jahren, aber in 20 oder 30 Jahren.<\/p>\n<p>Mein heutiges Leben wurde von guten Science Fiction Autoren vor 20, 30 und 40 Jahren ziemlich gut vorhergesagt. Auch die n\u00e4chsten 5 bis 10 Jahre werden mich vermutlich genausowenig \u00fcberraschen, wie die Entwicklung der letzten 20. So lange reichen die Visionen noch. Aber wo sind die Buchautoren die die neuen Science Fiction f\u00fcr danach schreiben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute beim Mittagessen mit einem Kollegen kam das Gespr\u00e4ch &#8211; wie originell &#8211; schnell auf das Thema Arbeit. 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