{"id":2778,"date":"2017-04-09T21:08:00","date_gmt":"2017-04-09T19:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=2778"},"modified":"2022-05-16T15:03:39","modified_gmt":"2022-05-16T13:03:39","slug":"klassiker-der-musik-elektronik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=2778","title":{"rendered":"Klassiker der (Musik-)Elektronik"},"content":{"rendered":"<p>An diesem Wochenende habe ich mich mal wieder an die Grundlagen der Musikelektronik erinnert. Es fing damit an, dass ich viele Songs von Kraftwerk geh\u00f6rt habe. Die Gruppe war seinerzeit sensationell radikal &#8211; das kann man als junger Mensch heutzutage vermutlich gar nicht nachvollziehen. Aber die sanften Melodien von Autobahn, die dr\u00e4ngenden Akkorde von Trans-Europa-Express, oder die Metropolis-artigen Rhytmen von Die Mensch Maschine sind auf jeden Fall immer noch richtige Ohrw\u00fcrmer.<\/p>\n<p>Leider habe ich es im November 2014 nicht geschafft Karten f\u00fcr die Konzerte in der Nationalgalerie zu bekommen, die Kraftwerk im Januar 2015 gespielt haben. Daf\u00fcr konnte ich jetzt Konzertkarten f\u00fcr einen anderen Elektronik Pionier bekommen, der ebenso beeindruckend Werke geschaffen hat. Ich freue mich jetzt auf auf Jean Michel Jarre in der Zitadelle Spandau.<\/p>\n<p>Und weil wir jetzt schon bei Klassikern der elektronischen Musik sind, habe ich meinem Verlangen nachgegeben und mir nach einiger \u00dcberlegung ein feines St\u00fcck Hardware angeschafft: Einen Analog Synthesizer von Moog.<\/p>\n<p>Der Moog Mother 32 sieht neben meinem Keyboard eher niedlich aus und die Daten lesen sich zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht beeindruckend: Ein einzelner Oszillator, der nur S\u00e4gezahn und Rechteckwellen erzeugen kann, ein LFO und eine H\u00fcllkurve, die nicht mal vollst\u00e4ndig ADSR bietet. Daf\u00fcr scheinen die aufgerufenen \u20ac700,- zun\u00e4chst etwas happig.<\/p>\n<div id=\"attachment_2782\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2782\" class=\"size-medium wp-image-2782\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/meinmoog-480x359.jpg\" alt=\"Mein Moog Mother 32\" width=\"480\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/meinmoog-480x359.jpg 480w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/meinmoog-768x574.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/meinmoog-1024x766.jpg 1024w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/meinmoog.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><p id=\"caption-attachment-2782\" class=\"wp-caption-text\">Mein Moog Mother 32<\/p><\/div>\n<p>Aber der Eindruck t\u00e4uscht. Man merkt deutlich, dass die Firma \u00fcber 50 Jahre Erfahrung in Analogelektronik hat.&nbsp;Die Verarbeitung ist erstklassig. Das Geh\u00e4use ist aus Metall und Holz. Nichts wackelt &#8211; alles sitzt bombenfest. Die Drehregler f\u00fchlen sich an, als ob sie in Honig gelagert sind, lassen sich sehr feinf\u00fchlig dosieren und decken einen erstaunlich breiten Regelbereich ab. Der Sound ist f\u00fcr einen Oszillator \u00fcberraschend fett und mit dem Patchfeld lassen sich interessante Modulationen erzeugen.<\/p>\n<p>Nach einigem Rumspielen stellte ich schnell fest, dass das Klangspektrum erheblich gr\u00f6\u00dfer ist, als ich zun\u00e4chst vermutet hatte. Zudem ist die Bedienung auch nicht allzu schwierig. Ich konnte auf dem eingebauten Sequenzer schnell die Eingangssequenz von Pink Floyds &#8222;on the run&#8220; nachbauen und der Klang kam dem Original sehr nahe.<\/p>\n<p>Die Arbeit mit analoger Elektronik unterscheidet sich aber doch erheblich von der an einer Audio Workstation, bei der man \u00fcberwiegend mit Noten, Patterns und Presets arbeitet und die Arrangements regelrecht festklopft. Auf dem Moog ist nichts 100% exakt reproduzierbar, der ganze Arbeitsprozess ist ein einziges Ineinanderflie\u00dfen von Sounds. Sehr meditativ! Wie ich diese beiden Welten zueinander bringen kann, wei\u00df ich noch nicht, aber spannend finde ich das auf jeden Fall.<\/p>\n<p>Ein Grund, weshalb ich mich f\u00fcr exakt dieses Ger\u00e4t entschieden habe, ist, dass es sich hervorragend als Kernst\u00fcck eines gr\u00f6\u00dferen Modularsystems eignet. Falls ich tiefer in diesen Bereich eintauchen m\u00f6chte, habe ich somit schon einen sinnvollen Grundstock an Funktionen.<\/p>\n<p>In einschl\u00e4gigen Foren wird \u00fcbrigens mit einem deutlichen Augenzwinkern davor gewarnt, in den Bereich der analogen Modularsynthesizer einzusteigen. Man w\u00fcrde schnell einer schweren, ansteckenden Krankheit anheimfallen: Dem Gear Akquisition Syndrome (GAS), dessen Endstadium in dem unten stehenden Bild deutlich erkennen kann. ;-)<\/p>\n<div id=\"attachment_2781\" style=\"width: 369px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2781\" class=\"size-medium wp-image-2781\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/endstadium-359x480.jpg\" alt=\"Enstadium GAS (Symbolbild)\" width=\"359\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/endstadium-359x480.jpg 359w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/endstadium-768x1027.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/endstadium-766x1024.jpg 766w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><p id=\"caption-attachment-2781\" class=\"wp-caption-text\">Enstadium GAS (Symbolbild)<\/p><\/div>\n<p>Bis dahin werde ich aber vor allem viel Zeit investieren um den Ger\u00e4ten auch einmal solch bet\u00f6renden Kl\u00e4nge zu entlocken, wie in diesem Werbevideo von Moog.<\/p>\n<p><span style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7beQLlU478Q\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Wochenende habe ich mich mal wieder an die Grundlagen der Musikelektronik erinnert. 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