{"id":295,"date":"2008-03-01T13:55:10","date_gmt":"2008-03-01T12:55:10","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=295"},"modified":"2010-05-30T14:58:05","modified_gmt":"2010-05-30T12:58:05","slug":"parallelgesellschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=295","title":{"rendered":"Parallelgesellschaften"},"content":{"rendered":"<p>Bin gerade \u00fcber einen interessanten Beitrag von Klaus Schweinsberg gestolpert. Er fagt:<br \/>\n&#8222;<a title=\"Capital editorial\" href=\"http:\/\/www.klaus-schweinsberg.de\/capital-editorials\/2008\/sind-top-manager-asozial\/\" target=\"capital\">Sind Top-Manager asozial?<\/a>&#8222;. Sein Fazit lautet \u00fcbrigens:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;<em>Wer unter seinen Bekannten keine sogenannten normalen Menschen mehr findet, sondern nur noch unter Vorst\u00e4nden verkehrt, f\u00fchrt kein Sozialleben, sondern ist &#8211; im strengen Wortsinne &#8211; eigentlich asozial.<\/em>&#8222;<\/p><\/blockquote>\n<p>Bemerkenswert wenn solch ein Statement immerhin vom Herausgeber des Unternehmermagazins impulse kommt.<\/p>\n<p>Ein Problem nicht nur in Deutschland, sondern in allen westlichen L\u00e4ndern &#8211; ist der Zerfall des gesellschaftlichen Grundkonsens. Die Zersplitterung in immer mehr unterschiedliche Interessenlager mit sehr ausgpr\u00e4gten eigenen Wertvorstellungen k\u00f6nnte man positiv mit Pluralismus beschreiben. Wenn es aber keinen Grundkonsens mehr gibt, auf den sich alle relevanten Teile der Gesellschaft einigen k\u00f6nnen, steht damit alles auf dem Spiel.<\/p>\n<p>Das Problem besteht dabei in der zunehmenden Abschottung gegen\u00fcber &#8222;den Anderen&#8220;. Es ist immer \u00fcber die Parallelgesellschaft von T\u00fcrken in Deutschland die Rede, die nicht integrationswillig seien. Sicherlich ist das ein Problem, aber das trifft genauso auf deutsche Parallelgesellschaften zu. Zum Beispiel in Gegenden, in dem Rechtsradikalismus Mainstream ist. Einen leicht surrealistischen Touch haben auch die Anh\u00e4ufungen junger, kreativer, hipper Medienarbeiter in Prenzlauer Berg\/ Friedrichshain\/ Mitte, oder eben die F\u00fchrungsclique in der Wirtschaft.<\/p>\n<p>Es ist ja gerade ein Buch von dieser jungen Dame erschienen (verd&#8230; h\u00e4tte ich gleich notieren sollen), die dieser selbsernannten &#8222;Elite&#8220; nachgep\u00fcrt ist und auf solche unglaublichen Sachen, wie <em>Marketingunterricht im Privatkindergarten (!)<\/em> stie\u00df. Sie hat in einem Interview ihr Buch so auf den Punkt gebracht:<\/p>\n<blockquote><p>Elite wird durch systematisches Ausblenden der normalen Gesellschaft erschaffen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es gab einmal eine Zeit, in der etliche Manager bei Daimler-Benz (so hie\u00dfen die damals) ihre Karriere in der Produktion angefangen hatten. Die wussten wenigstens noch, um welches Produkt es sich handelt. Als dann die MBA&#8217;s kamen und die Produktentwicklung vom Marketing gemacht wurde, begann es bei Mercedes drunter und dr\u00fcber zu gehen.<\/p>\n<p>Kurz nach dem Abi hatte ich auch so eine hochn\u00e4sige Phase, in der ich alles besser wusste. Dann habe ich 6 Monate in einer Fabrik geschuftet, w\u00e4hrend ich auf meinen Studienplatz gewartet habe. Das hat mich damals ganz schnell auf den Boden zur\u00fcckgeholt.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df der weitere Verfall unserer Gesellschaft nur aufzuhalten ist, indem die Durchmischung gef\u00f6rdert wird. Bessere F\u00f6rderung der benachteiligten Schichten, aber auch die Erdung hochfliegender M\u00f6chtegern-Eliten durch mindestens halbj\u00e4hrige Pflichtpraktika in unpopul\u00e4ren Berufen. Ein Manager, der sich noch daran erinnern kann, wie es ist in der Altenpflege oder der Produktion zu schuften wird sich wohl eher nicht arrogant als &#8222;Leistungstr\u00e4ger&#8220; bezeichnen. Leistungstr\u00e4ger sind n\u00e4mlich alle, die hart arbeiten. Egal ob Manager, Krankenschwester oder LKW-Fahrer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bin gerade \u00fcber einen interessanten Beitrag von Klaus Schweinsberg gestolpert. Er fagt: &#8222;Sind Top-Manager asozial?&#8222;. 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