{"id":310,"date":"2008-03-16T13:36:46","date_gmt":"2008-03-16T12:36:46","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=310"},"modified":"2010-05-30T15:12:48","modified_gmt":"2010-05-30T13:12:48","slug":"310","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=310","title":{"rendered":"$$$"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Was ist eigentlich in den USA los?&#8220; fragen sich viele Menschen, die besorgt die wirtschaftliche Entwicklung dort verfolgen.<\/p>\n<p>Von der derzeitigen extremen Dollarschw\u00e4che kann man eigentlich nur \u00fcberrascht sein, wenn man in den letzten Jahren nicht auf die Entwicklung der Fundamentaldaten der amerikanischen Wirtschaft geschaut hat. Sowohl die privaten, als auch die \u00f6ffentlichen Haushalte hatten sich seit den fr\u00fchen 70er Jahren in einem Umfang verschuldet, da\u00df Experten schon vor Jahren gesagt hatten, eine Tilgung dieser Schulden w\u00e4re nicht einmal mehr theoretisch m\u00f6glich. Auf gut Deutsch: Das Land ist eigentlich Bankrott.<\/p>\n<p><strong>Des Kaisers neue Kleider<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des Gewichts, das die US-Wirtschaft noch immer in der Welt hat, mochte das nur einfach niemand zugeben, weil dadurch eine weltweite Wirtschaftskrise ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Also tat man erstmal so, als w\u00e4re nichts. Lautes Pfeifen im Walde. &#8222;Oh schaut &#8211; die pr\u00e4chtigen neuen Kleider des Kaisers&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Mit einer kompetenten, weitblickenden Regierung h\u00e4tte f\u00fcr die USA an dieser Stelle die M\u00f6glichkeit zu einer weichen Landung bestanden. Nach 9\/11 den Binnenmarkt mit Liquidit\u00e4t zu fluten um eine Panik zu verhindern war ja durchaus keine Dumme Idee. Nur ist aber auch klar, da\u00df man irgendwann die zus\u00e4tzlichen Ausgaben auch wieder einsparen muss oder die Einnahmen entsprechend erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Genau das Gegenteil war der Fall. Ein Ausgabenrekord jagt den anderen und mittlerweile gehen angeblich 48% der Staatsausgaben in den Komplex Milit\u00e4r und Homeland Security. Gleichzeitig verrottet die Infrastruktur des Landes, weil daf\u00fcr kein Geld mehr zur Verf\u00fcgung steht. Das Bildungssystem ist marode, genauso wie Verkehrswege, Energieversorgung und das Gesundheitssystem. Das Land ist in eine gef\u00e4hrliche soziale Schieflage geraten.<\/p>\n<p><strong>Der Blick in die Kristallkugel<\/strong><\/p>\n<p>Ich wage mal eine Prognose f\u00fcr die n\u00e4here Zukunft &#8211; vielleicht so 10-15 Jahre weit. Die gegenw\u00e4rtige Situation:<\/p>\n<ul>\n<li>Die USA sind hoffnungslos \u00fcberschuldet<\/li>\n<li>In den USA findet immer weniger materielle Wertsch\u00f6pfung statt, aber man leistet sich einen unglaublichen Verbrauch.<\/li>\n<li>Die Energieeffizienz ist extrem niedrig. Europa schafft dieselbe Wirtschaftsleitung mit der H\u00e4lfte der Ressourcen &#8211; und wir sind schon verschwenderisch!<\/li>\n<li>Die USA leisten sich einen unn\u00f6tigen Krieg (gegen den Terror, gegen Afghanistan, gegen Irak, gegen den Islam), der so niemals gewonnen werden kann.<\/li>\n<li>Es ist nicht die Spur Einsicht bei der politischen und wirtschaftlichen F\u00fchrung zu erkennen, da\u00df alles aus dem Ruder l\u00e4uft. Das Vertrauen in die F\u00fchrungsf\u00e4higkeit der USA ist daher international auf einem Tiefpunkt.<\/li>\n<li>Die Gl\u00e4ubiger sind nicht mehr l\u00e4nger bereit, diesen Kurs mitzutragen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solange das so bleibt, hat der Dollar keine Chance und er wird weiter im freien Fall bleiben. Nunmehr stehen die USA aber vor einem Dilemma, das noch gr\u00f6\u00dfer ist: Der Dollar verliert der Charakter der internationalen Leitw\u00e4hrung. Genau dasselbe ist dem Pfund Sterling nach dem erstem Weltkrieg passiert und der Grund war derselbe: <strong>Staatsbankrott<\/strong>.<br \/>\nDer bisherige Ausweg, durch st\u00e4ndige Abwertung die Schulden teilweise auf die eigenen Gl\u00e4ubiger abzuw\u00e4lzen wird den USA dadurch verwehrt werden. irgendwann ist Zahltag. Und ich glaube, da\u00df dieser nicht mehr weit weg ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die USA wird das sehr bitter werden. Insbesondere psychologisch. Sie werden ihre F\u00fchrungsrolle verlieren, es wird erhebliche soziale Not im eigenen Land geben und auch die milit\u00e4rische St\u00e4rke wird zur\u00fcckgehen, weil der Apparat nicht mehr unterhalten werden kann. Das ist die Entwicklung, die auch andere Reiche vorher bereits durchgemacht haben: von Rom \u00fcber Frankreich, Grossbrittanien und die Sowjetunion.<\/p>\n<p><strong>Und der Rest der Welt?<\/strong><\/p>\n<p>Es wird zun\u00e4chst sicherlich eine kr\u00e4ftige Delle in der Weltwirtschaft geben. Dann wird sich die Einsicht durchsetzen, da\u00df ein verst\u00e4rkter Handel unter den verbliebenen Wirtschaftsregionen Europa, BRIC, Indien, China, Russland und Asien den Ausfall der USA locker kompensieren kann. Insbesondere dann, wenn die n\u00e4chste industrielle Revolution Fahrt aufnimmt: Effizienz und Re-Lokalisierung. Die Rolle des Dollars als Leitw\u00e4hrung wird vor\u00fcbergehend vom Euro \u00fcbernommen, aber langfristig werden die Chinesische, indische und die bereits angedachte arabische Einheitw\u00e4hrung wichtiger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was ist eigentlich in den USA los?&#8220; fragen sich viele Menschen, die besorgt die wirtschaftliche Entwicklung dort verfolgen. Von der derzeitigen extremen Dollarschw\u00e4che kann man eigentlich nur \u00fcberrascht sein, wenn man in den letzten Jahren nicht auf die Entwicklung der Fundamentaldaten der amerikanischen Wirtschaft geschaut hat. 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