{"id":312,"date":"2008-03-19T22:31:00","date_gmt":"2008-03-19T21:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=312"},"modified":"2010-07-02T14:38:18","modified_gmt":"2010-07-02T14:38:18","slug":"ende-der-globalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=312","title":{"rendered":"Ende der Globalisierung?"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe in der Financial Times eine interessante Kolumne von Wolfgang M\u00fcnchau gelesen: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne%20Wolfgang%20M%FCnchau%20Es\/332729.html\"  title=\"FTD Kolumne\" target=\"ftd\">Es kommt dicke<\/a><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst geht er davon aus, da\u00df die Finanzkrise noch sehr viel l\u00e4nger und h\u00e4rter wird, als das gegenw\u00e4rtig viele glauben. Seine Beobachtung, da\u00df die Krisen des internationalen Finanzmarktes immer heftiger werden und in immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden kommen ist sicherlich zutreffend. Spannend ist, was man daraus ableitet. M\u00fcnchau geht davon aus, da\u00df es am Ende zu einem erheblichen Machtverlust der Banken und zu einer sehr viel st\u00e4rkeren Regulierung der Finanzm\u00e4rkte kommen wird.<\/p>\n<p>Offensichtlich war das \u00f6konomische Leitbild der weltweit freien Finanzm\u00e4rkte doch nicht so positiv, wie es uns immer verkauft wurde. Ungebremst hin- und herschwappende Fl\u00fcssigkeiten k\u00f6nnen Tanklaster zum Umkippen und Schiffe zum Kentern bringen. Ungebremst hin- und herschwappende globale Finanzstr\u00f6me lassen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter (eher fr\u00fcher) die Weltwirtschaft kentern. Das ist keine neue Erkenntnis, sondern die Grundlage der alten und mittlerweile sehr aktuellen Forderung nach der Tobin-Steuer. <\/p>\n<p>Auch kann sich die B\u00f6rsenentwicklung doch nicht dauerhaft von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten abkoppeln, obwohl Finanzgurus immer von neuen H\u00f6chstst\u00e4nden der Indizes fantasierten. Die Frage von M\u00fcnchau ist berechtigt: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;<i>Wie kann es sein, dass ein Aktienindex j\u00e4hrliche Wachstumsraten von \u00fcber zehn Prozent aufweisen soll, wenn es die Volkswirtschaft nur in den wenigsten Jahren schafft, um nominal f\u00fcnf Prozent zu wachsen?<\/i>&#8222;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Regierungen t\u00e4ten gut daran nicht die fallenden Investmentbanken zu st\u00fctzen, sondern die Realwirtschaft. Der kleinen Mann und richtige Betriebe, die richtige Wertsch\u00f6pfung betrieben. Nur so kommen wir mit einem blauen Auge aus der Krise.<\/p>\n<p>Interssant finde ich auch diese S\u00e4tze von Tomasz Konicz in dem Telepolis Artikel &#8222;Am Abgrund mit der Dollarflut : <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/27\/27542\/6.html\"  title=\"Am Abgrund mit der Dollarflut\">Der Kapitalismus muss Gewinne jenseits der warenproduzierenden Sph\u00e4re realisieren&#8220;<\/a><\/p>\n<blockquote><p><i>Die ganze Bandbreite neoliberaler Politik &#8211; wie Lohndumping, Produktionsverlagerungen in Billiglohnl\u00e4nder, Steuerentlastungen f\u00fcr Unternehmen, Privatisierungen oder eben die Deregulierung der Finanzm\u00e4rkte &#8211; sei ein Krisenreflex kapitalistischer Eliten, die sich fundamentalen, systembedrohenden Ver\u00e4nderungen gegen\u00fcber sehen, deren Ursachen nicht erfasst h\u00e4tten. Der Kapitalismus befindet sich also nicht in der Krise, weil ein Paar Spekulanten sich verzockt haben, sondern umgekehrt, die Spekulation ist Ausdruck einer fundamentalen, tiefer liegenden Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch wenn ich dem dahinterstehenden Gedanken, da\u00df wir uns in der Endphase des Kapitalismus befinden viel abgewinnen kann, glaube ich dennoch nicht, da\u00df jetzt bereits der gro\u00dfe Systemzusammenbruch bevorsteht.  selbst wenn das kapitalistische System gegenw\u00e4rtig nur noch durch st\u00e4ndig beschleunigte exogene (in andere L\u00e4nder) und endogene (in alle Lebensbereiche) Expansion \u00fcberleben kann &#8211; wir sind mental einfach noch nicht bereit f\u00fcr die Phase danach. Niemand hat eine realistische Idee, was nach dem Kapitalismus sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df sich die USA schlicht und ergreifend \u00fcberhoben haben und gerade den letzten Rest ihrer Vormachtstellung einb\u00fc\u00dfen. Das finde ich umso erstaunlicher, weil sie in ihre eigene Falle getappt sind. Anfang der 80er Jahre war der Plan der rechtskonservativen, die Sowjetunion durch das Wettr\u00fcsten in den \u00f6konomischen Kollaps zu treiben. Das hat bekannterma\u00dfen geklappt. Danach gab es eigentlich keinen Grund mehr f\u00fcr die Exorbitanten R\u00fcstungsausgaben &#8211; auch wenn man seine Streitkr\u00e4fte nicht so verrotten lassen sollte, wie es Deutschland gerade tut. Aber ausgerechnet ein paar fanatisierte Bombenleger lassen dieses Land komplett ausflippen? Inwieweit sollen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F22\"  title=\"F22 Beschaffungsprogramm\">178 Flugzeuge<\/a> f\u00fcr unglaubliche $345 Mio. (pro St\u00fcck!!!) gegen islamischen Terror helfen? Zwischen 40% und 50% der weltweiten Milit\u00e4rausgaben entfallen auf die USA. Das ganze bei st\u00e4ndg sinkender realer Wertsch\u00f6pfung und z\u00fcgellosem privatem Konsum. <\/p>\n<p>Igendwann ist einfach mal Zahltag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe in der Financial Times eine interessante Kolumne von Wolfgang M\u00fcnchau gelesen: Es kommt dicke Zun\u00e4chst geht er davon aus, da\u00df die Finanzkrise noch sehr viel l\u00e4nger und h\u00e4rter wird, als das gegenw\u00e4rtig viele glauben. 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