{"id":38,"date":"2006-08-02T20:47:33","date_gmt":"2006-08-02T18:47:33","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=38"},"modified":"2010-05-24T15:41:13","modified_gmt":"2010-05-24T13:41:13","slug":"warum-hat-eigentlich-jeder-ein-handy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=38","title":{"rendered":"Warum hat eigentlich jeder ein Handy?"},"content":{"rendered":"<p>Handy, Mobile, Cellphone. Vor 16 Jahren hie\u00df das noch Autotelefon, wog etliche Kilo und war meist fest eingebaut. Von den ersten Autotelefonen in den 50er Jahren, bis zum GSM-Standard hatten die Entwickler <em>wichtige Menschen<\/em> als potentielle Kunden im Visier.<br \/>\nKlar, die erweiterte Erreichbarkeit verschaffte ihnen die M\u00f6glichkeit, in wichtigen gesch\u00e4ftlichen Dingen das entscheidende St\u00fcckchen schneller zu sein und somit mehr Geld zu verdienen. Das mussten sie allerdings auch, weil f\u00fcr die Ger\u00e4te und den Betrieb prohibitive Preise verlangt wurden.<\/p>\n<p>Aber so richtig mobil war das eigentlich noch nicht. Man hatte zus\u00e4tzlich zum Telefon auf dem Schreibtisch nun noch eines im Auto. Klar, das Auto ist zwar beweglich, aber am Ende mu\u00dfte man zum telefonieren im Auto sitzen, fast wie zuvor am Schreibtisch im B\u00fcro.<\/p>\n<p>Der eigentliche Quantensprung war erst das Telefon, das man in die Tasche stecken konnte. Erst damit war es m\u00f6glich, wirklich immer und \u00fcberall erreichbar zu sein.<\/p>\n<p>Interessanterweise wurde dies f\u00fcr Privatpersonen viel wichtiger, als f\u00fcr die <em>wichtigen Personen<\/em>. Nach den \u00fcblichen anf\u00e4nglichen Abwehrhaltungen (&#8222;So wichtig bin ich nicht&#8220;, &#8222;ich mu\u00df doch nicht \u00fcberall quatschen k\u00f6nnen&#8220;, &#8222;ist eh nur was f\u00fcr Wichtigtuer&#8220;) hat sich diese Technik in der ganzen Bev\u00f6lkerung extrem schnell durchgesetzt. Damit hatten selbst Optimisten nicht gerechnet. Ungef\u00e4hr 15 Jahre nach dem Start der GSM Netze liegt in den meisten entwickelten Staaten die Handyquote bei 100%, h\u00e4ufig sogar noch h\u00f6her.<\/p>\n<p><strong>Warum eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>Sind die Leute alle soooo wichtig, da\u00df sie immer und \u00fcberall erreichbar sein m\u00fcssen? Selbst Leute, die gar nicht viel unterwegs sind, nutzen Handies. Warum? Es ging doch vorher auch ganz gut ohne.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis des Ph\u00e4nomens liegt woanders. Der prim\u00e4re Erfolgsfaktor liegt nicht in der Mobilit\u00e4t, sondern darin, da\u00df das Handy ein pers\u00f6nliches Telefon ist. Wenn man ein Festnetztelefon anruft, ruft man einen Ort an, in der Hoffnung, da\u00df sich die gew\u00fcnschte Person gerade dort aufh\u00e4lt. Das ging fr\u00fcher ganz gut, als die meisten Menschen feste Tagesabl\u00e4ufe hatten und die Gesellschaft weitgehend synchron lief. Von 7:30 bis 16:00 war man im B\u00fcro, bis sp\u00e4testens 18:30 noch etwas einkaufen und um 20:00 kam die Tagesschau.<\/p>\n<p>Wir haben zwar noch nicht die 24\/7-Gesellschaft, aber die Trennsch\u00e4rfe zwischen Nutzungszeiten verschwimmt immer mehr. Man wei\u00df nicht mehr, wann jemand wo erreichbar ist. Also ruft man keinen Ort an, sondern den gew\u00fcnschten Menschen direkt.<\/p>\n<p>Das ist das eigentliche Killerfeature: Die 1:1 Zuordnung zwischen Person und Telefonnummer. Das Handy sichert die Erreichbarkeit in einer Gesellschaft, die immer mehr aus dem Gleichtakt kommt.<\/p>\n<p>Darum haben alle ein Handy.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Handy, Mobile, Cellphone. 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