{"id":4145,"date":"2021-02-07T14:11:37","date_gmt":"2021-02-07T13:11:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=4145"},"modified":"2022-05-16T14:55:22","modified_gmt":"2022-05-16T12:55:22","slug":"feines-frisches-vinyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=4145","title":{"rendered":"Feines, frisches Vinyl"},"content":{"rendered":"\n<p>Liegt es an meinem Brexit-Blues? Ich habe mir gerade drei aktuelle Schallplatten von britischen Musikern bestellt. Einerseits, weil ich die Musik mag und au\u00dferdem, weil ich finde, dass bei genau diesen K\u00fcnstlern Vinyl das richtige Format ist: The Who  &#8211; Who (2019), Paul Mc Cartney &#8211; 3 (2021) und Sleaford Mods &#8211; Spare Ribs (2021).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/plattenspieler-640x480.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4152\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/plattenspieler-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/plattenspieler-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/plattenspieler-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/plattenspieler.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Frisches britisches Vinyl f\u00fcr den Plattenspieler<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>The Who &#8211; Who<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich vor einem Jahr -kurz vor Corona- meinen Freund in London besucht habe, fiel mir eine Konzertank\u00fcndigung f\u00fcr The Who auf und dass die beiden verbliebenen Recken Pete Townshend und Roger Daltrey eine neue(!) Platte herausgebracht haben. Tats\u00e4chlich ist das erst das zw\u00f6lfte Album seit 1964.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/the_who-640x480.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4153\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/the_who-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/the_who-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/the_who-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/the_who.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Origineller Albumtitel &#8211; &#8222;Who&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Album klingt &#8211; tja &#8211; nach the Who. Rockig. Die Instumentierung ist klassisch &#8211; haupts\u00e4chlich Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier. Pete Townshend kann immer noch Rocksongs schreiben und Roger Daltrey kann sie trotz seiner 75 Jahre noch immer singen. F\u00fcr mich ragt zwar kein Song besonders raus &#8211; was aber gut ist, weil es auch keine Ausrei\u00dfer nach unten gibt. Man kann das Album sehr gut als Album h\u00f6ren. Ganz so, wie man das fr\u00fcher gemacht hat. Das ganze h\u00f6rt sich nicht nach Alterswerk an. Gut so. Solide Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Paul Mc Cartney &#8211; III<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anfang diesen Jahres las ich, dass sich Paul Mc Cartney 2020 etwas gelangweilt hat, weil seine Tournee aufgrund von Corona abgesagt wurde. Also ist er in sein Studio gegangen um etwas an Songs zu arbeiten, die halbfertig rumlagen und am Ende hat er sich gesagt: &#8222;Huch &#8211; das ist ja eigentlich ein komplettes Album&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/paul_mc_cartney-640x480.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4155\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/paul_mc_cartney-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/paul_mc_cartney-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/paul_mc_cartney-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/paul_mc_cartney.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Paul Mc Cartney &#8211; III<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Lustige Geschichte, zumal man den Songs nicht anh\u00f6rt, dass sie aus Langeweile entstanden sind. Mc Cartney kann auch mit fast 80 immer noch gute Popsongs schreiben. Er hat auch alles selbst eingespielt und nat\u00fcrlich auch gesungen. Hier und da ist die Stimme etwas (aber nur etwas) br\u00fcchig. Das passt aber ganz gut zu dem Album, dass etwas rauh daherkommt. Nicht bis ins allerletzte durchproduziert. F\u00fcr seine Verh\u00e4ltnisse also &#8222;Heimstudio&#8220; ;-). <\/p>\n\n\n\n<p>Sehr Charmant. Auch ein Album, dass ich gerne komplett durchh\u00f6re.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sleaford Mods &#8211; Spare Ribs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das neue Album der Sleaford Mods wird ja gerade \u00fcberall besprochen.<br>Der Track Mork &#8217;n Mindy l\u00e4uft im Radio in Heavy Rotation und da er mir gut gefiel, habe ich mir das Album geholt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods-640x480.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4156\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Sleaford Mods &#8211; Spare Ribs<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das sch\u00f6ne an Vinyl Schallplatten ist, dass die gro\u00dfen Cover viel Platz f\u00fcr richtige kleine Kunstwerke haben. Die Chance wurde hier genutzt. Die Gestaltung ist zwar grafisch sehr schlicht, aber durch die Aussparungen, den Innendruck und das Innencover aber dennoch verspielt. Je nachdem, ob oder wie herum man das Innencover einsteckt, sieht man entweder einen Jason oder Andrew oder einen Hinweis auf knallrot.<br>Zudem ist so genug Platz f\u00fcr die Texte, was bei dem schnodderigen Mid-England Slang wirklich hilfreich ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods_details-640x480.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4157\" srcset=\"https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods_details-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods_details-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods_details-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/sleaford_mods_details.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Plattencover mit Aussparungen und interessantem Innencover <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Und wie isses?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gut. Gef\u00e4llt mir richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst mal ist es der bandtypische typische Elektropunk:<br>\u00dcber den basslastigen Loops von Andrew Fearn meckert und l\u00e4stert Jason Williamson in breitestem Nottigham Slang \u00fcber den Brexit, den allgemeinen Zustand des Landes, die Politik und die stumpfen Mitb\u00fcrger. Die Richtung wird bereits in den ersten 30 Sekunden des Albums gesetzt:<br><br>&#8222;<em>And we\u2019re all so Tory tired \/ And beaten by minds so small<\/em>&#8222;.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mich aber sehr gefreut hat ist, dass sich die beiden auch musikalisch in kleinen, aber deutlich sp\u00fcrbaren Schritten weiterentwickelt haben.<br>Im ganzen Album sind nette Details verstreut. Offensichtlich sind die sehr passend ausgesuchten weiblichen Stimmen. Billy Nomates setzt auf &#8222;Mork &#8218; Mindy&#8220; tolle Akzente und Amy Taylor auf &#8222;Nudge It&#8220;. Die beiden scheinen ein Ansporn gewesen zu sein, denn Jasons typisches Gemeckere wird in &#8222;Glimpses&#8220; sogar zu fast zu so etwas wie Gesang.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man wie ich schon etwas \u00e4lter ist, kommt einem Thematik und Stimmung des Albums seltsam vertraut vor. Alles erinnert irgendwie an die 70er und 80er Jahre, als es um das Vereinigte K\u00f6nigreich schon einmal richtig mies stand: Wirtschaftlicher Zusammenbruch und darauf folgend der Neokonservativismus der Thatcher Jahre. <\/p>\n\n\n\n<p>Die damalige depressive gesellschaftliche Stimmung wurde von vielen Bands zu verbl\u00fcffend guter und kraftvoller Musik verarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau darauf lassen sich viele musikalischen Anspielungen finden. Die Loops klingen weniger elektronisch als fr\u00fcher, weil nun h\u00e4ufiger Bassgitarren gesamplet wurden. &#8222;Nudge It&#8220; wird von einer Akkordfolge der Kinks getragen, &#8222;Glimpses&#8220; erinnert an die fr\u00fchen, punkigen Adam and the Ants, die Bassl\u00e4ufe von &#8222;Fishcackes&#8220; lassen an Joy Division denken und die Sounds in &#8222;Top Room&#8220; sind klar Kraftwerk (Zwar aus Deutschland, aber damals stilbildend f\u00fcr viele britische Bands).<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liegt es an meinem Brexit-Blues? Ich habe mir gerade drei aktuelle Schallplatten von britischen Musikern bestellt. Einerseits, weil ich die Musik mag und au\u00dferdem, weil ich finde, dass bei genau diesen K\u00fcnstlern Vinyl das richtige Format ist: The Who &#8211; Who (2019), Paul Mc Cartney &#8211; 3 (2021) und Sleaford Mods &#8211; Spare Ribs (2021). 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