{"id":5801,"date":"2026-09-20T17:02:55","date_gmt":"2026-09-20T15:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=5801"},"modified":"2026-09-20T17:53:45","modified_gmt":"2026-09-20T15:53:45","slug":"jetzt-mal-was-schoenes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=5801","title":{"rendered":"&#8230;jetzt mal was sch\u00f6nes!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Politik, die Wahlen, die Medien, der gesellschaftliche Stumpfsinn in allen Lagern und der ganze S(#1@\u00a7 geht mir soo auf den Zeiger. Das macht einen nur noch B3%077! im Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Darum jetzt mal was sch\u00f6nes!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich war gestern zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Und diese Feier war sehr sch\u00f6n und hat mich emotional ber\u00fchrt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei fing es im Juni eigentlich sehr unsch\u00f6n mit einer Trauerfeier an. Ich hatte die Verstorbene zwar seit \u00fcber 25 Jahren nicht mehr gesehen, aber wir haben uns beide in den 90ern im Jugendclub &#8222;Atelier 89&#8220; in Berlin Prenzlauer Berg engagiert. Es war eine sehr intensive und f\u00fcr mich wichtige Zeit und ich wollte ihr die letzte Ehre erweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der 40 Grad Hitze kamen damals ca, 50 Menschen auf den Pankower Friedhof. Darunter waren nat\u00fcrlich auch einige aus den alten Jugendclubzeiten. Traurige Gesichter, Einige Tr\u00e4nen. Eine Umarmung &#8222;Sch\u00f6n dass Du gekommen bist&#8220;. Und dann habe ich noch eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geburtstagsfeier fand gestern Abend im &#8222;Mauersegler&#8220; statt &#8211; einer Gastst\u00e4tte am Mauerpark in Prenzlauer Berg. F\u00fcr die Nicht-Berliner: Das ist eine Gegend, die am Samstag Abend von feierw\u00fctigem Jungvolk beinahe \u00fcberrannt wird. Wir hatten aber unseren eigenen, abgetrennten Bereich f\u00fcr uns. Jeder hat etwas Essen mitgebracht &#8211; es waren riesige Berge. Getr\u00e4nke gab es an der Bar und nach einiger Zeit hat auch ein DJ aufgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geburtstagskind (eigentlich waren es zwei, aber will das hier nicht zu kompliziert machen) kannte ich aus der Jugendclubzeit und einen guten Anteil der G\u00e4ste ebenfalls. Der Abend hat sich zu Beginn ein bisschen wie ein Klassentreffen angef\u00fchlt. Man sieht Leute in den 50ern, mit denen man Anfang 20 eine sehr intensive Zeit verbracht hat. Bei einigen kommt man nicht sofort auf den Namen. Es fehlen irgendwie knapp 30 Jahre, aber man kommt trotzdem gleich ins Gespr\u00e4ch. Man bestaunt, was man beruflich erreicht hat und wohin es einem im Leben verschlagen hat, dann im Prenzlauer Berg wohnt kaum noch jemand. Viele haben auch Berlin verlassen.<br>Und w\u00e4hrend dieser Gespr\u00e4che erkennt man durch die Falten und teilweise grauen Haare immer noch die Person von fr\u00fcher. An bestimmten Gesten, an der Art des Lachens oder anderen Kleinigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Gast, der nicht zur damaligen Atelier Clique geh\u00f6rte, meinte zu mir, er w\u00fcrde erkennen wer damals im Club dabei war. Am Tanzstil!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da musste ich lachen, aber es ist was dran. Wenn wir damals Dienst hatten und ein Song gespielt wurde nach dem man unbedingt tanzen wollte, hat man sich (wenn es gerade ging) kurz abgemeldet, ist auf die Tanzfl\u00e4che gesprintet und nach dem Song wieder zur\u00fcck um den Dienst weiter zu machen. Das haben alle so gemacht, egal ob sie an dem Abend Bar, Einlass oder sonstigen Dienst hatten.<br>Dabei war es dann auch egal, ob die Tanzfl\u00e4che gerade voll oder total leer war. Zur Not war man eben vier Minuten alleine auf der Tanzfl\u00e4che und wurde vom Publikum angeguckt. Das h\u00e4rtet ab. <br>F\u00fcr versch\u00e4mtes Rumstehen am Rand und, &#8222;ach ich guck mal, ob jemand tanzt&#8220; war keine Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so habe ich gestern den Eint\u00e4nzer gemacht &#8211; zu &#8222;Kebap Tr\u00e4ume&#8220; von den Fehlfarben und sp\u00e4testens bei &#8222;After The Sunset&#8220; von Die Vision (einem DDR Crossover Song aus der Wendezeit) war die Tanzfl\u00e4che voll. Der Abend war gepr\u00e4gt von Alternative, etwas Electronic, Punk und Metal. Also ungef\u00e4hr wie damals &#8211; Tanztee f\u00fcr Generation X :-D<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig war das schon eine Zeitreise und ich habe sie sehr genossen, obwohl ich nicht zu  \u00fcbertriebener Sentimentalit\u00e4t und &#8222;damals war alles toll&#8220;-Gefasel neige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 90er Jahre im Prenzlauer Berg waren eine wirre Zeit voller Umbruch und Unsicherheiten. So irre, dass man das jungen Leute kaum noch erkl\u00e4ren kann. Die Gegend sah aus wie direkt nach dem Krieg. Niemand hatte damals normale Arbeit &#8211; wirklich <em>niemand<\/em>. Wer Karriere machen wollte ist in den Westen gegangen. Wer blieb, hatte sich in die Uni gefl\u00fcchtet, manche konnten eine ABM Stelle ergattern, einige haben in Kneipen gejobbt, aber keiner hatte wirklich Geld in der Tasche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem &#8211; oder genau deshalb &#8211; waren wir nur am Feiern. Die Wohnungen hatten Ofen und Au\u00dfenklo, aber waren spottbillig. Wir waren jung und haben das beste daraus gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz lieben Dank an das Geburtstagskind f\u00fcr diesen Flashback.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Politik, die Wahlen, die Medien, der gesellschaftliche Stumpfsinn in allen Lagern und der ganze S(#1@\u00a7 geht mir soo auf den Zeiger. Das macht einen nur noch B3%077! im Kopf. Darum jetzt mal was sch\u00f6nes! Ich war gestern zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Und diese Feier war sehr sch\u00f6n und hat mich emotional ber\u00fchrt! 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