{"id":599,"date":"2009-10-26T13:30:00","date_gmt":"2009-10-26T12:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=599"},"modified":"2010-07-01T08:40:58","modified_gmt":"2010-07-01T08:40:58","slug":"die-grose-welle-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=599","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Welle machen"},"content":{"rendered":"<p>Durch die Blogosph\u00e4re schwappt ja gerade die gro\u00dfe <em>Welle<\/em> der Begeisterung (und bei einigen auch der Ablehnung) zum Thema <em>Google Wave<\/em>. Als vor einigen Wochen das Video im Netz die Runde machte, auf der Google sein neues Baby vorstellte, habe ich mir das Ganze nat\u00fcrlich auch angesehen. Allerdings hielt sich meine Begeisterung doch sehr im Rahmen. M\u00f6glich, da\u00df es an der \u00dcberl\u00e4nge der Pr\u00e4sentation lag, m\u00f6glich, da\u00df ich den Witz einfach noch nicht verstanden habe. Ging mir beim Thema Blogging ja am Anfang auch so. Damals dachte ich &#8222;Blogs sind doch nur kastrierte Content-Management-Systeme. Wo ist der Witz?&#8220; Manchmal braucht es eben ein bischen, ehe der Groschen f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Der Dienst befindet sich zur Zeit noch in einer halb \u00f6ffentlichen Beta-Phase, d.h. man braucht eine Einladung um ihn ausprobieren zu k\u00f6nnen. Letzte Woche bekam ich dann eine Einladung und ich konnte einen ersten Eindruck auf der Basis eigener Erfahrungen gewinnen. Mehr als ein erster Eindruck ist aber nicht drin, weil ich selber niemanden Einladen kann. Und ein Kommunikationstool, in dem man nur einen Kontakt hat, ist ziemlich witzlos. Klas (<a title=\"Klas Roggenkamp auf Twitter\" href=\"http:\/\/twitter.com\/compuccino\" target=\"twitter\">compuccino<\/a>) hat das gestern in einem Tweet sehr sch\u00f6n auf den Punkt gebracht:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;<em>#wave ist wie ein Club &#8230; keiner kommt rein, und drinnen ist auch nix los. Aber die Einrichtung ist echt stylisch.<\/em>&#8222;<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_969\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-969\" href=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/?attachment_id=969\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-969\" class=\"size-full wp-image-969\" title=\"wave\" src=\"http:\/\/www.ollmetzer.com\/wp-content\/uploads\/2009\/wave.png\" alt=\"Google Wave\" width=\"480\" height=\"307\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-969\" class=\"wp-caption-text\">G\u00e4hnende Leere in der Kontaktliste<\/p><\/div>\n<p>Dennoch: mein Eindruck entspricht so ungef\u00e4hr dem, was ich nach dem Betrachten des Videos dachte: Momentan gehe ich nicht davon aus, da\u00df dieser Dienst f\u00fcr mich wichtig wird. Google versucht, verschiedene Nachrichtendienste miteinander zu verzahnen, was ich im Prinzip als sinnvoll erachte. Da\u00df die E-Mail dringend einen Nachfolger braucht, sehe ich genau so. Dennoch finde ich Google Wave eher uninteressant. Und zwar aus folgenden Gr\u00fcnden:<\/p>\n<ol>\n<li>Es werden zentrale Features eingebaut, die technisch spannend sind, die ich als User aber nicht ben\u00f6tige oder sogar bewusst nicht haben m\u00f6chte.<\/li>\n<li>Daf\u00fcr fehlen wichtige Dinge, die ich bei einem E-Mail Nachfolger unbedingt sehen will.<\/li>\n<li>Die Benutzeroberfl\u00e4che ist zwar klar strukturiert, dennoch ist die ganze Usability eher verwirrend. Und das liegt am Prinzip.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein Feature, welches ich technisch spannend finde, aber eigentlich als Anwender gar nicht haben will ist, da\u00df der angeschriebene sofort sieht, was ich schreibe. Und mit &#8222;<em>sofort<\/em>&#8220; meine ich, noch w\u00e4hrend ich schreibe. Es ist schon reichlich verwirrend, bereits eine Antwort zu bekommen, w\u00e4hrend man noch dabei ist, den Satz zu Ende zu schreiben. Man sieht jeden Tastendruck, jeden Tippfehler, jede Korrektur wenn das Gegen\u00fcber einen Satz nochmal l\u00f6scht oder umformuliert.<\/p>\n<p><strong>Das mag ich nicht.<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte wenigstens die M\u00f6glichkeit haben, das Geschreibene noch mal Korrektur zu lesen, zu \u00fcberdenken, umzuformulieren oder ggf. in den den virtuellen M\u00fclleimer zu werfen. Wenn alle Mails und Postings, die ich in den letzten 15 Jahren geschrieben habe sofort gelesen worden w\u00e4ren, h\u00e4tte ich heute vermutlich etliche Freunde weniger. ;-)<\/p>\n<p>Was ich hingegen bei der E-Mail vermisse und bei Wave auch nicht sehe (vielleicht ist es da, aber ich <em>sehe<\/em> es nicht), ist die Sicherheit, wirklich von der richtigen Person angeschrieben worden zu sein &#8211; Stichwort Spam.<\/p>\n<p>Vertraulichkeit ist bei einem Google-Dienst nat\u00fcrlicher v\u00f6llig ausgeschlossen. Ein f\u00fcr berufliche Zwecke ernstzunehmender Dienst muss aber m.E. hohe H\u00fcrden gegen Abh\u00f6ren bieten.<\/p>\n<p>Bei einem neuen Dienst ist es m.E. auch absolut notwendig, gleich auch ein Interface f\u00fcr mobile Endger\u00e4te einzubauen. Ich kann aber nicht recht vorstellen, wie Wave auf einem Handy oder Smartphone funktionieren soll.<\/p>\n<p>Zudem bef\u00fcrchte ich, da\u00df bei l\u00e4ngeren Diskussionen, mit mehreren Teilnehmern, File-Attachments usw. ein Wave so ausufert und un\u00fcbersichtlich wird, da\u00df man sich nicht mehr zurechtfindet. Das liegt nat\u00fcrlich am Prinzip.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df wir in n\u00e4chster Zeit noch so einige neue Messaging-L\u00f6sungen sehen werden. Ich glaube auch, da\u00df die Tage der E-Mail so langsam gez\u00e4hlt sind. Wave ist ein interessanter Ansatz &#8211; aber der gro\u00dfe Wurf ist es noch nicht. Aber das sind nat\u00fcrlich nur meine Einw\u00e4nde. Wenn in drei Jahren alle bei Wave sind, werde ich es nat\u00fcrlich auch nutzen (m\u00fcssen). Genauso, wie ich mich drei Jahre gegen Facebook gewehrt habe.<\/p>\n<p>Wir werden sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Blogosph\u00e4re schwappt ja gerade die gro\u00dfe Welle der Begeisterung (und bei einigen auch der Ablehnung) zum Thema Google Wave. Als vor einigen Wochen das Video im Netz die Runde machte, auf der Google sein neues Baby vorstellte, habe ich mir das Ganze nat\u00fcrlich auch angesehen. Allerdings hielt sich meine Begeisterung doch sehr im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-599","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-onlinedienste"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/599","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=599"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/599\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1116,"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/599\/revisions\/1116"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=599"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=599"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=599"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}