{"id":619,"date":"2009-12-26T13:18:16","date_gmt":"2009-12-26T12:18:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=619"},"modified":"2010-06-22T15:07:58","modified_gmt":"2010-06-22T13:07:58","slug":"ebook-reader-%e2%80%93-meine-personliche-abwagung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=619","title":{"rendered":"eBook Reader \u2013 meine pers\u00f6nliche Abw\u00e4gung"},"content":{"rendered":"<p>Als ich vor zweieinhalb Jahren in San Francisco das erste Mal einen eBook Reader in der Hand hatte, fragte ich mich ob so ein Ger\u00e4t Sinn macht oder nicht. Vorher war ich mir sicher da\u00df es totaler Quatsch ist, aber als ich das gestochen scharfe E-Ink Display sah, war ich mir nicht mehr ganz so sicher. Jetzt, wo diese Ger\u00e4te auch in Deutschland in gr\u00f6\u00dferer Anzahl erh\u00e4ltlich sind bin ich noch immer etwas unentschlossen. <\/p>\n<p>Einerseits bin ich noch nat\u00fcrlich wie immer an neuen Gadgets und Publikationsformen interessiert &#8211; andererseits bin ich auch ein Fan von echten B\u00fcchern und habe mittlerweile mehr als genug elektronisches Spielzeug zu Hause rumfliegen. Wie dem auch sei: Die Antwort auf die o.g. Frage ist vermutlich ein entschlossenes &#8222;Ja, aber&#8230;&#8220;. <\/p>\n<p>Ich versuche mal die Vor- und Nachteile so wie ich sie sehe aufzuz\u00e4hlen und abzuw\u00e4gen. F\u00fcr diejenigen, die noch nie solch ein Leseger\u00e4t in der Hand hatten, fange ich mal mit den Vorteilen an.<\/p>\n<p><strong>Vorteile gegen\u00fcber B\u00fcchern<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht<\/strong>. Die Anzeigen sind bei fast allen Readern ungef\u00e4r A5 (6&#8243;) gro\u00df. Die Ger\u00e4te sind ziemlich d\u00fcnn und wiegen meist zwischen 200 und 300g. Sobald man mehr als ein Buch dabei hat, ist der Reader unschlagbar. Auf einen Reader passen meist mehrere hundert B\u00fccher. Man hat also quasi ein komplettes B\u00fccherregal in der Hand. F\u00fcr Menschen, die viel unterwegs sind, ist das ein starkes Argument.<\/li>\n<li><strong>Bequemlichkeit.<\/strong> Man muss nicht in einen Buchladen gehen und ggf. eine Bestellung aufgeben, sondern kann sich das Buch sofort herunterladen. Klingt trivial, ist aber nicht zu untersch\u00e4tzen, wie ich an meinem Kaufverhalten in iTunes bemerke.<\/li>\n<li><strong>Suche und Notizfunktion.<\/strong> In eBooks kann man suchen, mehrere Lesezeichen setzen und die Reader erlauben Notizen an Textstellen zu heften &#8211; ganz ohne Eselsohren und Post-Its.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Vorteile gegen\u00fcber Computer, PDA und Smartphone<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>E-Ink Display<\/strong>. Verglichen mit dem Lesen am Computerbildschirm strengt das Lesen von einem eBook Reader kaum an. Das liegt an der gestochen scharfen Aufl\u00f6sung und daran, da\u00df das Display passiv (also nicht beleuchtet) ist. Die Darstellung ist Schwarz auf Hellgrau und vergleichbar mit einem Druck auf Recyclingpapier. Hochwertiger, als normaler Zeitungsdruck, aber es kommt nicht ganz an guten Buchdruck heran. Qualit\u00e4t und Format sind m.E. vergleichbar mit einem Taschenbuch. Aber Vorsicht: Reader mit Touch-Display sind erheblich schlechter in der Darstellungsqualit\u00e4t.<\/li>\n<li><strong>Minimaler Stromverbrauch.<\/strong> Ebookreader verbrauchen offline nur beim Umbl\u00e4ttern Strom. Eine Akkuladung kann so problemlos mehrere Wochen halten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Nachteile<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Datenschutz<\/strong>. Wenn eBooks nur \u00fcber per DRM verrammelte Onlineshops verf\u00fcgbar sind &#8211; also so, wie sich die Verleger das w\u00fcnschen &#8211; ist es schlecht um den Datenschutz bestellt. So ist theoretisch nicht nur herauszubekommen, welche B\u00fccher ich gekauft habe, sondern auch welchen Titel und welche Seite ich wann, wie lange und an welchem Ort (falls es ein Ger\u00e4t mit eigebautem Funkmodem ist, wie der Amazon Kindle) lese. Ich bin ja schon recht offenherzig mit meinen Daten, aber irgendwann reicht es auch mal! Einen \u00dcberblick \u00fcber den aktuellen Stand der Dinge gibt es bei der Electronic Frontier Foundation: &#8222;<a href=\"http:\/\/www.eff.org\/deeplinks\/2009\/12\/e-book-privacy\"  title=\"EFF: Ebook privacy\" target=\"eff\">An E-Book Buyer&#8217;s Guide to Privacy<\/a>&#8222;<\/li>\n<li><strong>Archivierbarkeit.<\/strong> Ein Buch kann ich nach 20 Jahren aus dem Regal ziehen und sofort darin lesen. Ich gehe nicht davon aus, da\u00df ich das mit einem eBook auch kann. Einerseit werden die Datentr\u00e4ger andere sein, zudem \u00e4ndern sich Dateiformate st\u00e4ndig und wenn das eBook auch noch per DRM gesch\u00fctzt ist, kann ich es nicht einfach auf neue Ger\u00e4te her\u00fcberziehen. Ich muss sogar damit rechnen, da\u00df mir der Zugriff untersagt wird, weil der Lizenzserver mittlerweile abgeschaltet wurde. So etwas ist schon mehrfach bei Musikanbietern geschehen.<\/li>\n<li><strong>Kompatiblit\u00e4t.<\/strong> So erfolgreich der Amazon Kindle in den USA auch sein mag &#8211; Amazon nutzt ein eigenes Datenformat, da\u00df nur der Kindle versteht. Im Gegenzug kann ich keine B\u00fccher Im epub Format auf das Ger\u00e4t bringen. Wenn ich einen Reader habe, m\u00f6chte ich aber B\u00fccher jedes Verlages darauf lesen k\u00f6nnen. Ich will keine k\u00fcnstlichen Mauern, mangelhafte Konverterprogramme oder \u00e4hnliches. Alles muss \u00fcberall funktionieren.<\/li>\n<li><strong>Noch ein Ger\u00e4t mehr.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Preis.<\/strong> Wenn ich schon zwischen \u00e2\u201a\u00ac200,- und \u00e2\u201a\u00ac300,- f\u00fcr einen Reader bezahle, m\u00fcssen die eBooks deutlich billiger sein, als B\u00fccher aus Papier. Weshalb auch nicht? Die Produktions und Distributionskosten betragen ja nur einen Bruchteil. In den USA sind eBooks f\u00fcr Amazons Kindle tats\u00e4chlich erheblich billiger. So rechnet sich das Ger\u00e4t f\u00fcr Vielleser. In Deutschland hat man die Buchpreisbindung auf eBooks ausgedehnt und somit den Markt kaputtgemacht, bevor er sich entwickeln kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jetzt habe ich einige sch\u00f6ne Vorteile aber auch sehr gewichtige Argumente gegen eBooks. Was mache ich nun damit?<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich habe ich schon Interesse daran, mir einen Reader mit e-Ink Display zuzulegen. Hochwertige B\u00fccher, die mir wichtig sind, w\u00fcrde ich vermutlich auch weiterhin auf Papier kaufen. &#8222;Gebrauchsliteratur&#8220; oder Fachb\u00fccher kann ich mir aber gut in elektronischer Form vorstellen. Alles steht und f\u00e4llt aber letzten Endes mit dem Angebot an eBooks. Dabei sind mir folgende Dinge wichtig:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Angebotsbreite<\/strong>. Idealerweise sollte jedes Buch auch als eBook erh\u00e4ltlich sein und nicht nur eine kleine Auswahl.<\/li>\n<li><strong>Preis<\/strong>. Ebooks m\u00fcssen deutlich billiger als Papierb\u00fccher sein, damit sich der Ger\u00e4tepreis rechnet.<\/li>\n<li><strong>Einheitliches Dateiformat<\/strong>. Alle Herausgeber sollten dasselbe Dateiformat verwenden, das von allen Ger\u00e4ten unterst\u00fctzt wird. Mit dem offenen ePub ist hier sicher schon mal ein guter Anfang gemacht.<\/li>\n<li><strong>Kompatible B\u00fccherl\u00e4den<\/strong>. Niemand wird alles anbieten. Deshalb ist es wichtig, da\u00df ich mit einem Ger\u00e4t bei allen H\u00e4ndlern einkaufen kann.<\/li>\n<li><strong>Verzicht auf DRM<\/strong>. Ich will B\u00fccher verschenken, auf andere Ger\u00e4te transferieren, archivieren und nach 20 Jahren noch lesen k\u00f6nnnen. Das geht nur ohne Kopierschutz. F\u00fcr mich DAS Killerargument.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ob die Buchverleger aus dem Desaster der Musikindustrie gelernt haben? Bis jetzt habe ich da starke Zweifel. Schaun&#8216; wir mal&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich vor zweieinhalb Jahren in San Francisco das erste Mal einen eBook Reader in der Hand hatte, fragte ich mich ob so ein Ger\u00e4t Sinn macht oder nicht. 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