{"id":633,"date":"2010-02-04T12:04:04","date_gmt":"2010-02-04T11:04:04","guid":{"rendered":"http:\/\/ollmetzer\/?p=633"},"modified":"2010-02-04T12:04:04","modified_gmt":"2010-02-04T11:04:04","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ollmetzer.com\/?p=633","title":{"rendered":"Soziale Netzwerke vs. Real Life"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der letzten paar Tage hatte ich einige nette Treffen im RL (Real Life = echtes Leben). Ich habe nicht nur nette Menschen wiedergesehen, sondern mir wurde auch der Kopf betreffend der Internetnutzung von &#8222;echten Menschen&#8220; mal wieder gerade ger\u00fcckt.<\/p>\n<p><strong><u>1. Junge, urbane, mobile, netzaffine Erwachsene<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Interessant war zum Beispiel ein gem\u00fctliches Treffen, das ein ehemaliger Kommilitone anl\u00e4sslich seines Geburtstages initiiert hatte. Er hat einige Zeit im Ausland gearbeitet und uns einige Fotos gezeigt. Und ich meine &#8222;richtige&#8220; Fotos &#8211; Papierabz\u00fcge!<\/p>\n<p>Noch erstaunlicher fand ich, da\u00df von den mehr als 10 Personen am Tisch w\u00e4hrend des gesammten Abends niemand getwittert, sein iPhone gez\u00fcckt, oder auch nur das Handy angefasst hat, obwohl alle genau in der &#8222;relevanten Zielgruppe&#8220; waren: zwischen 25 und 35 und netzaffin. Sowas hatte ich schon lange nicht mehr.<\/p>\n<p>Wir hatten zudem ein sehr interessantes Gespr\u00e4ch \u00fcber Social Networks. Das Treffen kam \u00fcberhaupt nur zustande, weil die Einladung auf Facebook verschickt wurde. Das bedeutet, da\u00df jeder der anwesenden dort einen Account hat, einige schon recht lange, andere noch nicht so lange. Alle fanden das Tool sehr n\u00fctzlich, aber dabei kam die Sprache auf Probleme, da\u00df offensichtlich immer mehr Leute haben:<\/p>\n<p><strong>&#8222;<em>Wie kann ich vernetzt sein, und trotzdem anonym bleiben?<\/em>&#8222;<\/strong><br \/>\nIch m\u00f6chte zwar meinen Freunden hin- und wieder Lebenszeichen zukommen lassen, aber nicht gleich 1000 verschiedenen Marketingabteilungen zum Frass vorgeworfen werden. Mindestens eine Person am Tisch benutzt in Social Networks nur Pseudonyme und falsche Angaben. Leider hilft das nicht, weil die Person nicht nur an seinem Profil, sondern  an seinen Kontakten und der Intesit\u00e4t der Kommunikation mit den verschiedenen Kontakten mit einer enorm hohen Wahrscheinlichkeit identifiziert werden kann.<\/p>\n<p><strong>&#8222;<em>Wie trenne ich Freunde und berufliche Kontakte?<\/em>&#8222;<\/strong><br \/>\nMan redet mit guten Freunden bekanntlich anders und \u00fcber andere Themen, als mit losen Bekanntschaften und nochmal anders als mit beruflichen Kontakten. Die Trennung von Beruf und Privatsh\u00e4re aufrechtzuerhalten wird heutzutage immer schwieriger. Auf Seiten der Firmen fehlt ofmals jegliche Akzeptanz. Vor Jahren hatte ich bereits eine intensive Diskussion mit einem Vorgesetzten, weil ich ihm meine private Handynummer nicht geben wollte. Diese Grenze &#8218;privat&#8216; hat er einfach nicht verstanden oder war nicht bereit, sie zu akzeptieren. Heutzutage kommen \u00e4hnliche Probleme in Social Networks. Wer bei XING oder LinkedIn ist, der ist das aus beruflichen Gr\u00fcnden und wird sich dementsprechend pr\u00e4sentieren. Bei Facebook sieht die Sache anders aus. Hier steht der private Aspekt im Vordergrund. <\/p>\n<p>Was macht man aber nun, wenn der Vorgesetzte ein Freundschaftanfrage schreibt? Wenn man wirklich befreundet ist &#8211; kein gro\u00dfes Problem. Wenn man aber nicht wirklich befreundet ist, st\u00f6rt seine Anwesenheit allerdings die offene Kommunikation mit Freunden. Man kann sich nicht mehr so ungezwungen unterhalten. Und falls man es doch macht und es deshalb zu Reibereien kommt? Kann man dann den Vorgesetzten virtuell vor die T\u00fcr setzen?<\/p>\n<p>Klare Sache: Wer auf meiner Party rumnervt und danebenbenimmt, wird erst angez\u00e4hlt und dann vor die T\u00fcr gesetzt. In der realen Welt wird das leicht verstanden. Wenn ich das mit beruflichen Kontakten mache, sind Konflikte wahrscheinlich. Die einzige M\u00f6glichkeit, solche Konflikte zu vermeiden ist m.E. die strikte Trennung von beruflichen und privaten Kontakten. Bl\u00f6de nur, da\u00df es so viele \u00dcberschneidungen gibt. Wie geht man damit nun um?<\/p>\n<p>Auch diese Fragen fanden wir leider keine befriedigende Antwort, aber ich finde es interessant, da\u00df sich viele dieser Probleme bewusst sind.<\/p>\n<p><strong><u>2. Erwachsene &#8222;in den besten Jahren&#8220;<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Ich fuhr zum meinem ersten Klassentreffen &#8211; 10. Klasse Abschlussjahrgang 1984. Das Treffen war ein Erfolg und tats\u00e4chlich kamen auch die meisten von meinen ehemaligen Mitsch\u00fclern. Organisiert wurde das Ganze \u00fcberwiegend per E-Mail. Bis auf drei Ausnahmen w\u00fcrde ich die meisten als nicht so firm im Umgang mit Computern und Internet bezeichnen. Zwar nutzen die Anwesenden Computer f\u00fcr Office, E-Mail und ein bischen WWW, aber bereits die Frage, wie denn jetzt die (digital aufgenommenen) Bilder verteilt werden sollen, machte viele ratlos. Webdienste wie Flickr, Picasa und Co waren den meisten unbekannt. Facebook oder andere Social Networks ebenso. Kennt keiner &#8211; braucht keiner. Ging ja auch alles so.<\/p>\n<p><strong><u>Die Erkenntnis<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen fragte mich ein ehemaliger Kollege auf Facebook &#8222;<em>aus meine Schulklasse ist auch niemand bei Facebook. Ich frage mich nur gerade wer hier in nem Biotop lebt. Die oder Wir?<\/em>&#8222;.<\/p>\n<p>Ich denke, zur Zeit sind das immer noch wir. Da stellt sich mir die Frage, wie relevant die ganzen Social Media Dienste in unserer gesamten Gesellschaft eigentlich wirklich sind und ob &#8222;wir&#8220; die Wirkung nicht &#8211; zumindest gegenw\u00e4rtig &#8211; einfach v\u00f6llig \u00fcbersch\u00e4tzen. Nur so ein Gedanke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der letzten paar Tage hatte ich einige nette Treffen im RL (Real Life = echtes Leben). Ich habe nicht nur nette Menschen wiedergesehen, sondern mir wurde auch der Kopf betreffend der Internetnutzung von &#8222;echten Menschen&#8220; mal wieder gerade ger\u00fcckt. 1. 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