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Recap: code.talks commerce Berlin 2017

Eigentlich wollte ich ja diesmal gar nichts schreiben (*zwinker*), aber Lars Jankowfsky hat sich mit den aufmunternden Worten von mir verabschiedet „Du schreibst doch hoffentlich wieder etwas in Deinen Blog“. Na, dann will ich mich mal nicht so zieren… 😉

Ich wollte nichts schreiben, weil ich in diesem Jahr nicht ganz bei der Sache war – wortwörtlich. Es war aus zeitlichen Gründen für mich bis zum Vorabend leider nicht ganz klar, ob ich überhaupt teilnehmen kann. Tatsächlich musste ich sowohl am Donnerstag, als auch Freitag für ein paar Stunden ins Büro. So habe ich leider nur zwei halbe Tage auf der Konferenz verbringen können.

Es hat sich trotzdem gelohnt.

Wie auch schon im letzten Jahr fand der auf eCommerce spezialisierte Ableger der großen Hamburger code.talks Konferenz im Kino in der Berliner Kulturbrauerei statt. Die angekündigten Themen lasen sich spannend. Mal abgesehen davon, dass ich ohnehin nur zwei halbe Tage zur Verfügung hatte, bestand hier wieder das Luxusproblem, dass stets mehrere interessante Vorträge parallel stattfanden. Die Vorträge, die ich sehen konnte waren durchwegs gut und informativ.

Kulturbrauerei Berlin

Unterhaltsam war der „Stellungskrieg“ in der Paneldiskussion zur Entwicklung von eCommerce Plattformen zwischen Kelly Goetsch von Commercetools und Pierluigi Meloni von Oxid eSales pro und contra Microservices. Obwohl ich den Dialog (die anderen Teilnehmer gingen dagegen fast unter) ganz amüsant fand, halte ich ihn inhaltlich nicht für sonderlich nahrhaft. Bereits von den Vorträgen des letzten Jahres habe ich für mich mitgenommen, dass Microservices eine tolle Sache sind – falls man riesige und komplexe Shops (Kategorie Otto, Zalando, Amazon) und sehr große Teams hat die man anders nicht weiter skalieren kann. Am Ende des Tages verlagert man lediglich die Komplexität aus dem Monolithen in die Architektur und fängt sich eine Menge Synchronisationsprobleme ein. Für kleine und mittlere Shop ist das sicherlich nicht geeignet.

Reger Austausch am Abend

Ein richtiges Highlight war der Vortrag „Decrease your conversions – common ways to lock people out“ von Stefan Judis. Er navigierte das Publikum durch ein Meer von Fehler, die man bei der Frontendentwicklung machen kann um Leser/Kunden zu verlieren. Angefangen bei dem unverständlicherweise sehr häufigen Fehler völlig fettleibiger mobiler Website (30MB für eine unnütze Startseite), die nicht nur langsam sind, sondern auch das teuer bezahlten Datenvolumen der Kunden in Rekordzeit aurauchen. Massgeblich sind hier neben dem Einsatz von Libraries vor allem nicht optimierte Bilder. Weiter ging es mit nicht mehr ganz so offensichtlichen Fehlern kleiner Schriften, zu geringem Kontrast und Farbwahl, die Farbenblinden die Benutzung unmöglich machen. Den letzten Teil nahmen Gestaltungshinweise ein, die die Nutzung von Seiten mit Screenreadern ermöglichen.

Weniger detailiert war der Vortrag „Learnings from building a marketing data pipeline using Hadoop, Spark, and Airflow“ von Tamara Mendt (HelloFresh). Dafür bekam ich hier einen soliden Überblick über die Möglichkeit, Business Intelligence Infrastruktur aufzubauen. Ein Thema, in dem ich mich nicht auskenne, dessen Bedeutung aber sehr schnell steigt. Gerne hätte ich hier noch mehr gehört, aber das war leider schon der letzte Track am Freitag Nachmittag.

Vortrag zu Business Intelligence

Am wertvollsten waren für mich aber die Gespräche, die ich am Rande der Veranstaltungen und am Donnerstag Abend auf der After Party im Kesselhaus führen konnte. Ich möchte mich an der Stelle bei meinen Gesprächspartnern bedanken (in willkürlicher Reihenfolge: Norbert, Sascha, Markus, Alexander, Thomas, Joscha, Jeremy, Lars, das Team von Spryker u.a.).

Gerne nächstes Jahr wieder.