tiny little gizmos

Soundcheck

Gestern Nachmittag setzte ich einen Kopfhörer auf und zog damit quer durch die Tastenabteilung des Musikalienhändlers meiner Wahl in die Kulturbrauerei. Ich stöpselte mich in alle Geräte, die mir irgendwie interessant erschienen, insbesondere bezahlbare Synthesizer. Ich meine damit nicht nicht diese 1000-Fertig Sound Abspielgeräte mit den üblichen Klavier, Bläser und Fläschensounds, sondern diese lustigen Geräte, wo man sich die Klänge noch selber zusammenschrauben kann. Drei davon, die eine lange Ahnenreihe haben, fand ich so interessant, dass ich sie hier mal kurz gegenüberstellen möchte:

Moog Little Phatty
In den 70ern war der Begriff Synthesizer fast gleichbedeutend mit Moog. Die Maschinen – insbesondere der Minimoog – des Amerikaners Bob Moog sind auf unzähligen berühmten Aufnahmen zu hören. In den 80ern schaffte die Firma nicht den Sprung von Analog- auf Digitaltechnik. Im Zuge der Retrowelle der letzten 10 Jahre wollten viele Musiker den fetten Analogsound wiederhaben. Nach etlichen Interpretation und Nachbauten gibt es seit einiger Zeit auch wieder Instrumente von Moog selber. Ich habe das Modell Little Phatty ausprobiert. Einen Eindruck davon kann man in diesem Video eines Frankfurter Musikgeschäftes bekommen.

 

Waldorf Blofeld
Die Wurzeln der deutschen Firma Waldorf gehen in die frühen 80er Jahre zurück. Die Firma PPG (Palm Products GmbH) brachte mit dem Wave und seinen Nachfolgern Instrumente auf den Markt, die analoge Synthesizertechnik mit digitalen Oszilatoren kombinierte, die gespeicherte Wellenformen abspielten. Dadurch hatten die Geräte einen sehr eigenen Charakter und wurden bei den Produktionen von David Bowie, Trevor Horn, Depeche Mode, Gary Numan, Robert Palmer und vielen anderen Musikern verwendet.
Der Blofeld funktioniert immer noch nach einem ähnlichen Prinzip. Auch hierzu gibt es ein Video, das einen guten ersten Eindruck verschafft.

 

Roland Gaia SH-01
Die japanische Firma Roland hat ebenfalls eine lange Historie, wohlklingender elektronischer Instrumente, die bis in die 70er Jahre zurückreicht. Der Gaia steht dabei in direkter Linie mit den SH-1 von 1978 und dem berühmten SH-101 von 1983. Auch für den Roland gibt es ein kurzes Video.

 

Mein Fazit
Die drei Geräte des amerkanisch- deutsch- japanischen Vergleichs haben einige Gemeinsamkeiten: Sie sind für vergleichsweise kleines Geld zu bekommen, klingen toll und haben richtig schöne Hardware. Im Charakter sind sie jedoch sehr unterschiedlich.

Der Moog orientiert sich am deutlichsten an seinem Vorgänger. Er liefert einen fetten, runden Analogsound, bleibt dabei allerdings recht konventionell und mono! Die Bedienung ist semi-analog. Man hat nicht jeden Parameter in direktem Zugriff, sondern braucht manchmal ein- oder zwei zusätzliche Tastendrücke. Dennoch ist die Bedienung der übersichtlichen und gut verarbeiteten Hardware schnell und intuitiv. Mit knapp €1.400,- kostet er doppelt soviel, wie die anderen beiden Geräte.

Der Roland fasziniert mit seiner absolut intuitiven Bedienoberfläche. Er hat kein LCD Display, sondern wird ausschliesslich über Knöpfe, Schiebe- und Drehregler bedient. Der Sound ist sehr gut, auch wenn die Factory Presets für meinen Geschmack ein bischen zu sehr nach Vorstandt-Techno klingen – aber die Virtuell-Analoge Klangerzeugung kann auch anders. Für ein Gerät dieser Preisklasse (ca. €700,-) hat mich die gute Qualität der vielen Regler beeindruckt.

Der Waldorf schliesslich hat den vielseitigsten und bösesten Sound. Das Gerät klingt erheblich teurer, als es mit seinem schmalen Preis von €700,- ist. Leider ist auch die Benutzeroberfläche schmal bestückt. Man findet zwar alles, aber zunächst muss der zu verändernde Parameter ausgewählt werden, bevor man ihn verändern kann. 80er Jahre like. Die komplette Gegenthese zum „Ein Griff und die Hüllkurve sitzt“ Prinzip des Roland.

Update für HTC Desire S – leider ungeil!

Seit mindestens einem halben Jahr hat HTC ein Update auf Android 4 für das Desire S angekündigt – und beständig nicht geliefert. Vor kurzem ist es dann doch erschienen. Also habe ich versucht, irgendwo einen Windows-Rechner aufzutreiben und das Telefon geflasht.

Jetzt hat es Android 4.0.4 und die HTC Sense Oberfläche 3.6.

Mein Fazit – Finger weg!

Mal abgesehen davon, dass man den Bootloader entsperren muss um das Update aufzuspielen, was vorsichtigeren Naturen nicht angeraten werden kann, bringt das Update fast nur Nachteile.

An der Bedienung hat sich kaum etwas geändert. Die Benutzeroberfläche sieht sogar eher etwas schlichter aus, als vorher. Ich sehe zwei winzige Vorteilchen:

Jetzt gehört ein Task Manager zum Standard. Schön auch, dass der Android USSD-Bug behoben ist, mit dem präparierte Webseiten GSM-Kurzbefehle auf dem Telefon ausführen können (Siehe Testseite bei Heise.de). Aber das sind Punkte gewesen, die ich sowieso durch zwei kleine Downloads behoben hatte.

Und jetzt, was schlechter geworden ist:

Der Browser: Einerseits hakt er bei vielen Seiten (Twitter, Financial Times…) und zeigt zunächst eine weisse Seite und zum Anderen scheint man die URL-Suggest Funktion nicht abschalten zu können. Toll dass Google jetzt absolut JEDE URL mitbekommt, die ich eintippe. Nein, nicht toll!

Dazu passend lädt jetzt auch der Mail Client IMMER alle Bilder. Schlecht für Geschwindigkeit, schlecht für die Datenmenge und schlecht für die Privatsphäre, weil mittels nachgeladener Bilder die Öffnungsrate gemessen wird. Also schon wieder weniger Kontrolle über meine Daten.

Irgendwie verändert sich Android nicht gerade zum Guten. Zu der Verschlimmbesserung des Browsers und des Mail Clients kommt hinzu, dass jetzt noch mehr sinnlose Apps fest installiert sind, die ich niemals freiwillig nutzen würde. Zum Beispiel das unvermeidlich Dropbox und natürlich die toxischen Zwillinge Twitter und Facebook, die schön die Kontaktdaten abgreifen und versauen. Dafür kann der Kalender noch immer kein CalDAV und Kontakte können immer noch nicht per CardDAV synchronisert werden. Klar – dann bräuchte man ja Google nicht mehr, sondern könnte eigene Services nutzen.

Ach so – Bluetooth ist übrigens auch nochmals schlechter geworden (obwohl man das kaum für möglich hält). Mit der Freisprechanlage im Auto koppelt er gerade noch, aber man bekommt die Fotos nicht mehr auf den eigenen Rechner – weder durch push, noch durch pull.

Was zum Geier reitet die Entwickler eigentlich, eine bereits vorhandene Standardfunktion einfach abzuschalten?
Diese ganze Smartphone-Kacke geht mir mittlerweile so richtig auf den Senkel. Ich will Eure Scheiss Cloud nicht. Ich will, dass meine Daten bei mir bleiben und dass ich entscheide, was auf meinem Computer/Smartphone/whateverdevice installiert ist.

Das ist alles Mist, Mist und nochmal Mist. Apples iOS ist erst recht Mist und Windows Phone – ach, vergiss es. Alles Scheisse – alles kommt aus USA und hat dieselben Macken, was ich nicht für einen Zufall halte.

Ich sehe schon, dass ich demnächst meine Schublade aufmache und die alten Nokias wieder raushole.

[Update] Im zweiten Anlauf hat das Aufspielen von Cyanogenmod 7.2 funktioniert. Bis auf Probleme mit der Kamera läuft nun  alles sehr zufriedenstellend. Siehe „Cyanogenmod auf HTC Desire S

Netbook lahm? Da hab‘ ich was…

Am Freitag zeigte mir ein Kumpel das nagelneue Netbook seiner Freundin. Ein typisches 10″ Gerät von Asus mit 1,6 GHz und 1GB Ram, ausgestattet mit Windows 7. Das Ding sei so lahm, dass man nicht damit arbeiten kann, meinte er. Ich habe mir das Ganze mal angesehen und auf die typischen Schwachstellen abgeklopft: Unnötige Hintergrundprozesse, Vorinstallierte Bloatware usw.

Aber an der Stelle war nicht mehr viel zu optimieren. Als ich dann den Firefox öffnete um probeweise mal Spiegel aufzurufen, haben wir spontan eine kurze Kaffepause eingelegt. Ich musste Ihm Recht geben – so ist das Gerät einfach unbrauchbar. Das Problem liegt natürlich darin, dass Windows 7 einfach viel zuviel Ressourcen verbraucht, um auf so einem kleinen Rechner akzeptabel zu laufen.

Die Lösung hiesse Linux – aber welches?

Zu Hause angekommen machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Linux Distribution. Früher mochte ich Ubuntu ganz gerne, aber mit der aktuellen Benutzeroberfläche werde ich nicht warm und mittlerweile verbraucht das Ganze ausserdem zuviele Ressoucen. Auf meinem Lenovo Thinkpad X121e habe ich Mint 12 installiert (aktuell ist 13) und bin im Großen und Ganzen auch recht zufrieden, bloss die Benutzeroberfläche würde ich mir etwas schlichter wünschen.

Und da kommt LXDE ins Spiel – ein schlanker Desktop Manager für Linux, der schnell ist und mit wenig Speicher auskommt. Spannenderweise gibt es ein entsprechend angepasstes Ubuntu Release namens LUBUNTU. Ich habe das aktuelle 12.10 ISO Image runtergeladen und mit UNetbootin auf einen USB Stick geschrieben. Thinkpad Bootreihenfolge geändert und das Live Image gestartet.

lubuntu - frisch gestartet

lubuntu - frisch gestartet

Blam – selbst direkt vom Stick läuft das System sehr flüssig. Was daran liegt, dass neben dem schlanken LXDE nur Software vorinstalliert ist, die von Hause aus schnell ist. Der Standardbrowser ist zum Beispiel Chromium. Aber am wichtigsten ist: Dank Ubuntu Unterbau lief alles out of the Box: Grafik, WLAN, Bluetooth. Nur im ALSA Soundtreiber musste noch die richtige Hardware ausgewählt werden (ein Dropdown-Feld). Zudem hat man natürlich das ganze Ubuntu Repository zur Verfügung. Das Nachinstallieren von Standardanwendungen (Office, Gimp,…) geschicht problemlos per Mausklick.

lubuntu - schneller Desktop, schneller Browser

lubuntu - schneller Desktop, schneller Browser

lubuntu - leicht zu ergänzen

lubuntu - leicht zu ergänzen

Ich bin beim Test nun nicht in die Tiefe gegangen, aber mein erster Eindruck ist gut. LUBUNTU ist eine ganz hervorragende Möglichkeit, ein ansonsten unbrauchbares Stück Hardware zu einem nützlichen Mitglied unserer Gesellschaft Werkzeug zu machen.

Unser neues Haustier und vor dem Fest

Blöde Überschrift – ich weiss. Aber wie soll man mit wenigen Worte Dinge zusammenbringen, die nichts miteinander zu tun haben, ausser dem heutigen Tag?

Vor kurzem habe ich festgestellt und ausgesprochen, dass unser Büro voller IT Fuzzis einen erschreckenden Mangel an den sonst üblichen Gadgets und ironischen Anspielungen aufweist. Eigentlich ist bei uns gar nichts zu finden. Immerhin war mir selbst in der IT Abteilung einer Bank, in der ich gearbeitet hatte ein USB Raketenwerfer und ein ‚Panic‘-Button installiert.

Das nahm ein Mitarbeiter zum Anlass, sein Haustier mitzubringen – ein kleiner Dinosaurier, der durch die Flure läuft, und sich lauthals beschwert, wenn er nicht genug gestreichelt wird. Wie man an dem folgenden Foto sehen kann, übernahmen aber charmante Mitarbeiterinnen gerne diese Aufgabe ;-)

Streicheleinheiten für das Dinosaurier Baby

Streicheleinheiten für das Dinosaurier Baby

Dino auf Tour

Dino auf Tour

Nach Feierabend war endlich auch mal das Wetter gnädig, so dass ich mich nochmal kurz auf das Fahrrad schwang um am Maschsee entlang bis zum Schützenplatz zu radeln.

Entspannung amMaschsee

Entspannung am Maschsee

In ein paar Tagen beginnt in Hannover nämlich das Schützenfest und ich wollte mich mal sehen, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind. Wer bei „Schützenfest“ an einen Dorfrummel denkt, verschätzt sich vermutlich etwas in der Grösse. Das ist hier einer DER gesellschaflichen Events des Jahres in der gesamten Region und wird bereits seit 1529 abgehalten. Die Bierzelte haben Ausmasse wie beim Münchner Oktoberfest und der Schützenmarsch am Sonntag ist mit seinen ca. 10.000 Teilnehmern länger als der Rosenmontagsumzug in Köln. Der Aufbau ist schon gut vorangeschritten und das Fest kann kommen…

Ein Karussel - noch eingepackt

Ein Karussel - noch eingepackt

Die grosse Loopingbahn steht

Die grosse Loopingbahn steht

Connection Handshake Sound

Kann sich noch jemand an Modems erinnern und welchen Klang sie beim Aufbau einer Verbindung geacht haben?

Hier ist das ganze mal 700fach verlangsamt. Irgendwie sphärisch, mann…

(Danke für den Hinweis, Knut)

Eine Turing Maschine aus Lego

Erst mal gucken und staunen, was man mit modernem Lego machen kann…

„Schönes Video, aber was zum Geier ist eine Turing Maschine?“

Der britische Mathematiker Alan Turing erfand in den 30er Jahren eine theoretische Maschine, die Symbole verarbeiten kann. Die Maschine besteht im Wesentlichen aus einem Lese- und Schreibkopf, an dem ein Band mit Codes vorbeizieht. Die Regeln, nachdem das Band bewegt wird und die Codes gelesen und geschrieben werden, sind wiederum in den auf dem Band gespeicherten Codes hinterlegt.

Der Grund, weshalb das vielleicht auch für Nicht-Mathematiker interessant sein könnte, ist, dass die heute verwendeten Computer im Kern alle Turing Maschinen sind (Schreib/Lesekopf = Prozessor, Band mit Symbolen = RAM).

Im obigen Video wird also eine Turing Maschine gezeigt, die wiederum auf der Basis einer Turing Maschine (Lego Mindstorms Controller) funktioniert.

Ausprobiert: Peugeot 208

Peugeot hat was neues Kleines im Angebot: den 208. Da ich bereits einen 106, einen 206 und einen 207cc mein Eigen nennen konnte, war ich interessiert wie sich der Nachwuchs so anstellt. Die Probefahrt hatte ich also gleich für den Samstag, den 21. April vereinbart. Mein Wunschfahrzeug wäre der 92PS Diesel in der mittleren Ausstattungsvariante gewesen. Leider hatte Peugeot in Weissensee aber nur einen 68PS Diesel und den 95PS Benziner als Vorführwagen. Ich fuhr beide – die Charakteristik war enorm unterschiedlich. Auf den Fotos ist der Benziner in der höchsten Ausstattungsstufe „Allure“ zu sehen.

Von vorne

Frontansicht

von der Seite

Seitenansicht

Von hinten

Heckansicht

Von aussen finde ich den Kleinen zunächst mal ganz schnuckelig. „Frauenauto“ – ich weiss. Ist mir wurscht.

Zunächst nahm ich den kleinen Diesel mit auf meine Stammstrecke Weissensee, Malchow, Berliner Ring, Pankow, Weissensee. Hier ist alles Wichtige zusammen: Kopfsteinpflaster, Stop-and-go, Landstrasse, Autobahn, Betonplatten, 4 spurige Hauptstrasse mit glattem Asphalt. Der Wagen hatte die mittlere Ausstattung, die bereits alles Wichtige wie Bordcomputer, Bluetooth Freisprechanlage und Lederlenkrad enthält. Als Besonderheit waren noch ein Panorama Glasdach und ein automatisiertes Schaltgetriebe mit an Bord.

Erster Eindruck nach dem Einsteigen: Gutes Raumempfinden, angenehme Materialien, Verarbeitung gut. Die Instrumente sind gut ablesbar, die Armaturen und der Bordcomputer liessen sich leicht und intuitiv bedienen. Dass das Lenkrad klein ist und man die Instrumente darüber anguckt, merkt man nach kurzer Eingewöhnung nicht mehr. Der Kofferraum hat die klassenübliche Grösse. Alles schick so weit.

Von innen

Blick in den Innenraum

Armaturenbrett

Armaturenbrett

Das Glasdach empfinde ich aber als totalen Blödsinn. Entweder sitze ich bei Sonne gerne im Schatten oder ich will das Dach richtig aufmachen – mit Sonne und Luft. Aber das mögen manche Leute anders sehen – Geschmackssache. Also erst mal losfahren.

Dass ein 1,4 Liter Diesel mit 68 PS nicht gerade die Wurst vom Brot zieht ist klar. Über 16 Sekunden von 0 auf 100 sprechen Bände. Allerdings ist die Kombination mit dem automatisierten Schaltgetriebe und der Start-Stop Automatik wirklich eine Zumutung, wie ich sofort feststellen durfte. Im Stop-and-go durch Malchow bedeutet:

Heranfahren, anhalten, Motor aus. Nach zwei Sekunden geht es weiter. Motor springt an, man hoppelt los, Schaltpause, zweiter Gang, anhalten, Motor aus. Dann geht das Ganze wieder von vorne los.

Das Fahren ist derartig unharmonisch und nervig, dass ich auf der Stelle umdrehen wollte. Und wenn ich schon mal am Meckern bin – die Sitze boten absolut keinen Seitenhalt in Kurven. Einziger Lichtblick: der angezeigte Verbrauch lag zwischen 2,7 und 4,5 Liter (Werksangabe: 3,4L kombiniert).

Mein erster Eindruck war also: Flop!

Das erwähnte ich dann auch gegenüber dem freundlichen Verkäufer nach der Fahrt. Da der Benziner aber eine normale 5 Gang Handschltung und Sportsitze an Bord hatte, gab ich dem 208 eine zweite Chance, was sich als richtig herausstellte.

Der 1,4 Liter Benziner mit 95 PS ist zwar auch keine Rakete, aber für den Alltagsgebrauch allemal ausreichend, wenn man gerade nicht dauernd Autobahn fährt. Das Getriebe gehört nicht zu den Präzisesten auf dem Markt, ist aber bedeutend besser, als im 207. Die Verbrauchsangaben des Bordcomputers lasen sich mit meist zwischen 4 und 6 Litern (Werksangabe: 5,6L kombiniert) sehr erfreulich.

Die Sportsitze in der Allure Ausstattung sind gut, die Klimaautomatik ist einfach und effizient.

Das Fahrwerk ist recht kommod, könnte aber etwas leiser an der Hinterachse sein. Die Lenkung ist extrem leichtgängig, aber um die Mittellage etwas unexakt. Ein altes Leiden, das auch der 206 schon hatte.

Mein Fazit zu dem zweiten Testwagen: Ist ja doch ganz schön.

Zum Kilometerfressen auf der Autobahn würde ich Wagen mit suveränerer Motorisierung und ruhigerem Fahrwerk vorziehen. Für Leute, die überwiegend in der Stadt und auf der Landstrasse unterwegs sind, ist der Peugeot 208 ein schickes kleines Auto mit guter Ausstattung und Verarbeitung.

Der Grundpreis für den 95PS Benziner in der Allure Ausstattung beträgt satte €16.400,-. Wer auf die Sportsitze und Klimaautomatik verzichten kann, kommt in der schon recht kompletten Active Ausstattung auf €14.800,-

Mechatronik für blutige Anfänger (Teil 2)

Mein Bemühen, einen kleinen, einfachen Prototyp eines Hexapods zu bauen ging in die zweite Runde.

Zunächst habe ich mit den Beinen des Roboters begonnen. Diese Woche habe ich erst vier von sechs Beinen fertig, nämlich die vorderen zwei und die hinteren zwei Beine. Die Vorderen werden von den beiden senkrechten Servos angetrieben; sie sind direkt auf dem jeweiligen Steuerhorn befestigt. Die hinteren Beine werden von den vorderen mitbewegt, aber dafür habe ich die verbindende Mechanik noch nicht. Ebensowenig habe ich die mittleren Beine, die von dem waagerechten Servo bewegt werden sollen. Hier sind aber dennoch schon mal zwei Bilder vom Baufortschritt:

Pappmechanik von Oben

Pappmechanik von oben

Pappmechanik von unten

Pappmechanik von unten

Zudem wollte ich mich darum kümmern, die Verkabelung vom unhandlichen Breadboard auf eine Verteilerplatine zu übertragen, die direkt auf den Arduino Controller gesteckt werden kann. Hierzu habe ich mir drei JR-Stecker für den Anschluss der Servos und eine Lochrasterplatine gekauft. Die Platine habe ich mit einem Cutter so zugeschnitten, dass 11 Leiterbahnen quer über den Arduino gehen. Die zugrunde liegende Schaltung ist wie folgt:

Schema Servosteuerung

Schema Servosteuerung

Das führt zu folgendem Platinenlayout:

Layout Servosteuerung

Layout Servosteuerung

Vom der unteren Stiftleiste des Arduino werden 5V (+) und GND (-) nach oben verbunden und von der oberen Stiftleiste die PWM (Pulsweitenmodulation) Anschlüsse 9, 10 und 11. PWM9 und 5V liegen sich genau gegenüber, so dass hier die Leiterbahn getrennt werden muss.

Löten ist fummelig und stinkt. Ausserdem beherrsche ich dieses Handwerk nicht, wie man an der fertigen Platine sieht. Mechanisch passt sie auf den Arduino, aber bevor ich das Biest in Betrieb nehme, werde ich es noch einmal durchmessen um sicherzugehen, dass ich keine Kurzschlüsse oder kalte Lötstellen erzeugt habe. Doch dazu muss ich mir erst einmal noch ein einfaches Messgerät besorgen.

Rohstoffe

Rohstoffe

Verteilerplatine

Verteilerplatine

To be continued…

Mechatronik für blutige Anfänger (Teil 1)

Videos mit selbstgebauten Robotern anschauen – alles schön und gut. Aber jetzt mal Schluss mit der grauen Theorie, dachte ich mir. Ich muss meinen Nerd-Level mal wieder etwas liften. Also liess ich mir unter der Woche ein kleines Päckchen von Watterott mit lustigen Teilen zum Elektronikbasteln schicken – unter anderem einen Ardiuno Uno (Mehr dazu auf Wikipedia). Die ersten kleinen Versuche, in denen ich diverse LEDs blinken liess verliefen ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Das macht Mut für mehr.

Mein Fernziel ist es, einen Hexapod (sechsbeiniger Roboter) zu bauen und zu programmieren – aber fangen wir mal ganz behutsam an. Ich hatte zu Hause noch ein paar Teile einer Fernsteueranlage rumliegen – unter anderem 3 Micro Servos (BMS – 306BB). Mit 3 Motoren kann man auch schon einen kleinen Laufroboter bauen, auch wenn der noch etwas ungelenk ist. Ein Servo steuert die linken Beine, einer die rechten Beine (je vorne und hinten) und einer die beiden mittleren Beine links und rechts.

Die Programmierung des Bewegungsablaufs (erst mal einfach endlos geradeaus) war recht einfach und in einer Viertelstunde erledigt. Aber – und jetzt kommt der Unterschied zum Programmieren von Internet-Zeugs – man muss tatsächlich erst einmal etwas bauen. Richtig mechanisch.

Da es mir erst einmal auf einen einfachen Prototypen ankommt, versuche ich es zunächst mit fester Pappe. Vorher habe ich auf einem A4-Blatt die Basisplatte entworfen.

3 Servos, etwas Pappe, ein cutter

3 Servos, etwas Pappe, ein Cutter

Basisplatte 9x11cm

Basisplatte 9 x 11cm

Basisplatte mit Servos

Basisplatte mit Servos

Basisplatte mit Servos und Controller

Basisplatte mit Servos und Controller

Bis hier lief erst mal alles gut. Als nächstes muss der Kabelverhau vom Breadboard verschwinden, der Arduino huckepack genommen werden und dann geht es daran, Beine zu basteln.

Mal sehen, ob ich hinbekomme.

Robotics Bestiarium

Letzte Woche stellte ich erhöhte NERD-Strahlung bei uns im Büro fest. Plötzlich waren einige meiner Kollegen mit Modellhubschraubern unterwegs, bei einer kleinen Kaffepause ging es um Quadrocopter, Hexapods und sonstige Robotertypen. Offensichtlich haben einige von uns Lust bekommen, einmal unbeschwert und sinnbefreit an Hardware herumzubasteln.

Passend dazu habe ich mal ein kleines Bestiarium an Robotertypen zusammengesucht, wobei ich Fluggeräte mal aussen vor lassen möchte.

Fahrende Roboter

Die Einsteigerklasse sind Roboter, die sich auf Rädern oder Ketten vorwärtsbewegen. Das ist mechanisch recht einfach und billig zu bauen. Hier liegt der Witz darin, dass sich die kleinen Maschinchen mit Hilfe von Sensoren selber zurechfinden.

Hier ist ein kleiner, billiger Roboter mit Ultraschall Sensor zu sehen.

Laufende Roboter

In meinen Augen die Königsklasse sind jedoch Roboter, die laufen können. Im Folgenden möchte ich Beispiele mit sechs, vier und zwei Beinen zeigen:

Hexapod – Roboter mit sechs Beinen, erinnern im Bewegungsablauf meist an Insekten. Einer des geschmeidigsten ist der A-Pod. Streng genommen ist er gar kein richtiger Roboter, weil er nicht auonom läuft, sondern ferngesteuert wird. Aber der komplexe Bewegungsablauf mit alleine 18 Motoren in den Beinen ist ohne Computersteuerung nicht umsetzbar.

Quadruped – Dieser Vierbeiner erinnert in seinem Bewegungsablauf ebenso an ein Insekt. Dieses Modell soll jedoch autonom handeln können.

Quadruped auf letsmakerobots.com

Dieser Vierbeiner erinnert in seinen Bewegungen eher an einen Hund.

Quad Bot Puppy auf letsmakerobots.com

Biped – Saurier Version.Am MIT entwickelt man seit längerem an einem zweibeinigen Laufroboter, der an einen Dinosaurier erinnert

Biped – Humanoide Version. Natürlich bastelt man auch an zweibeinigen Robotern, die dem Menschen nachempfunden sind.

Talos auf letsmakerobeots.com

Auf diesem Gebiet gibt es aber tatsächlich auch bereits Fertigprodukte.
Nao von Aldebaran Robotics – ein niedlicher, 60cm grosser humanoider Roboter wird tatsächlich in Serie gebaut. Er wird immer besser darin, mit seiner Umwelt zu interagieren. Er wird auch im jährlich stattfindenden Robocup (Roboter Fussball Turnier) eingesetzt.

 

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