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Oben ohne – ein bisschen wenigstens

Seit über zwei Jahren bin ich stolzer Besitzer Halter eines Cabrios – eines schicken Peugeot 207cc mit dem ich sehr zufrieden bin. Anfängliche Bedenken, ob offen zu fahren überhaupt das Richtige für mich ist, wehten gleich bei der ersten Ausfahrt über Bord. Seitdem steht für mich fest, daß ein richtiges Auto bei schönem Wetter seine Mütze abnehmen können muss.

Da ich momentan Zeit habe und die Sonne scheint, machte ich mir schon mal Gedanken über den möglichen Nachfolger meines Schätzchens, denn im nächsten Frühjahr läuft der Leasingvertrag aus. Ein schickes und bezahlbares Cabrio muss es sein – klar. Der 207cc ist weiterhin mein Favorit, aber die Konkurrenz sollte man auch ruhig im Auge behalten. Für den Mazda MX5 bin ich zu groß, der Mini wäre auch interessant, ist aber recht kostenintensiv und ich mag das schwülstige Cockpitdesign nicht. Neulich fiel mir auf, daß es vom knuffeligen Fiat 500 auch eine „oben ohne“-Variante gibt, die ich auf dem Paiper recht ansprechend fand. Heute habe ich ihn probegefahren.

Fiat 500c Front

Fiat 500c von vorne

Sympathiebolzen

Retroautos stehe ich meist recht skeptisch gegenüber. Ich konnte weder dem VW New Beetle, noch Chryslers PT Cruiser etwas abgewinnen. Der Mini ist zwar recht knuffig, aber für den Namen viel zu groß – naja und der Preis! Aber hier ist ein Auto, daß ich für das beste europäische Retroauto bisher halte. Ein Sympathiebolzen; Eine Knutschkugel durch und durch. Die Grundform des alten Fiat 500 wurde so genau getroffen und nur moderat vergrößert. Das Autochen ist mit seinen ca. 3,60 immer noch sehr klein, aber zwickt nicht mehr unter den Achseln – im Gegenteil. Ich saß mit meinen 1,90m bequem, aufrecht und mit reichlich Kopffreiheit und selbst in der zweiten Reihe kann zur Not mal jemand Platz nehmen. Das hatte ich nicht erwartet.

Fiat 500c geschlossen

Fiat 500c geschlossen

Genau wie der 500er aus den 50er Jahren ist der aktuelle 500c übrigens kein „echtes“ Cabrio, sondern „nur“ mit einem Faltstoffdach ausgestattet. Dem Spass seht das aber nicht entgegen und chic ist es auch.

Fiat 500c offen

Fiat 500c offen

Fiat 500c Einblicke

Fiat 500c Einblicke

Die ganze Gestaltung ist bis in das kleinste Detail stimmig. Die Farbwahl (Permuttweiss, rotes Stoffverdeck) korrospondiert mit dem Innenraum: Das sehr schöne Armaturenbrett ist in Wagenfarbe gehalten, die guten Seitenalt bietenden Sitze haben entsprechenden Farben, es ist genau an den richtigen Stellen Chrom zu finden und es gibt 100 hübsche Details an allen Ecken und Enden. Keine Frage: Das ist eines der hübschesten Autos auf dem Deutschen Markt.

Fiat 500c Armaturenbrett

Fiat 500c Armaturenbrett

Okay, zugegeben: Ich habe mich in das Autochen verguckt.

Nun war der originale 500er ein extrem spartanisches Gefährt. Davon ist nun keine Rede mehr. Mein Testwagen hatte 100PS und war komplett ausgestattet: 6-Gang Getriebe, Servolenkung, weisses(!) Lederlenkrad, Klimaanlage (sehr wirksam!), eletrische Fensterheber, elektrische Spiegelverstellung, das Radio kann neben CDs auch MP3 von CD-ROM und USB Sticks abspielen und ist mit einer Bluetooth Freisprecheinrichtung ausgestattet. Das Faltverdeck funktioniert natürlich ebenfalls elektrisch, und, und, und…

Wie fährt er?

Gut. Trotz nur 2,3m Radstand ist der Komfort ordentlich, die 100PS sorgen für recht ansehnliche Fahrleitungen, auch wenn der 500er keine Rakete ist. Auf der Autobahn kann man bis 180 mitschwimmen – mehr aber auch nicht. Wenn man es eilig hat, muss man das Motörchen recht hoch drehen. Dann wird der Sound auch etwas knurrig – bis dahin fährt man aber angenehm geräuscharm. Die Verarbeitung macht auch einen soliden Eindruck; Die Karosserie ist Verwindungssteif und nichts klappert. Fiat ist auch nicht mehr das, was es mal war – und das ist gut so!

Mein Fazit

Das Auto fährt gut, ist hübsch, komplett ausgestattet, gut verarbeitet und noch vergleichsweise bezahlbar. Lediglich der winzige Kofferraum, die mit offenem Verdeck sehr eingeschränkte Rücksicht und das nicht vorhandene Überholprestige auf der Autobahn trüben das Bild etwas. Ob man damit leben kann und ob einem das Gebotene ca. €18.000,- wert sind, muss jeder für sich entscheiden. Ich halte den 500c jedenfalls für ein durch und durch gelungenes Auto, aus dem man mit breitem Grinsen im Gesicht aussteigt.

Ach, und bevor jemand mit „Frauenauto“ anfängt: 50% der Käufer sind Männer. :-)

HTC Hero jetzt mit Android 2.1

Pünktlich zur Freigabe von Android 2.2(!) hat es HTC geschafft, das Betriebssystemupdate auf Version 2.1 für das Modell Hero auszuliefern. Der Hinweis darauf kommt automatisch auf das Handy, oder man kann das Update auch manuell anstossen. Ich empfehle letzteres, wenn man per WLAN online ist, da immerhin knapp 80MB Daten gezogen werden.

Man kann das Update unter „Einstellungen / Telefoninfo / Systemsoftware-Updates“ anstossen. Falls der letzte Punkt nicht vorhanden ist, muss zunächst das aktuelle ROM-Image installiert werden.

Was bringt es?
Große Dinge haben sich nicht geändert. Einige kleine Bugs wurden entfernt, das Interface dezent aufgehübscht und ich habe den Eindruck, daß der Browser und Google Maps jetzt flotter sind.

Übrigens zeigt der Mail-Client (nicht Google Mail) UTF-8 Umlaute immer noch nicht richtig an. :-(

Der wichtigste Vorteil ist aber, daß man nun auch die aktuellen Apps nutzen kann. Gleich nachdem 2.1 lief, habe ich auch Google Maps aktualisiert, weil hiermit nun auch Navigation möglich ist. Dazu muss übrigens zunächst die Sprachausgabe installiert werden, die für sythetisierte Sprache tatsächlich ganz passabel klingt.

Die Navigation habe ich heute im Auto auf einer kleinen Strecke ausprobiert. Die Routenempfehlung machte Sinn, auch wenn ich als Ortskundiger natürlich Schleichwege im Berufsverkehr bevorzuge. Als ich deshalb eine belebte Kreuzung umfuhr, ging die Kalkulation einer neuen Route erstaunlich flott. Der erste Eindruck: brauchbar – insbesondere, wenn man bedenkt, daß die Software umsonst ist.

Zu klären bleibt noch, wieviele Daten bei einer längeren Strecke aus dem Internet gezogen werden und wie schnell der Akku leergesaugt wird, da das Hero schon bei ausgeschaltetem Display und ohne ständig laufendes GPS ja nur einen Tag durchhält. Hier ist wohl neben einer Handyhalterung unbedingt auch ein 12V Netzteil ratsam.

Asus EEE 1101HA und Ubuntu 10.4

Heute ist der Tag der Betriebssystem Upgrades. Erst mein Apple iMac (problemlos), dann das HTC Hero (mit einem kleinen Trick) und jetzt nochmal schnell Ubuntu auf das Netbook. Meine Versuche vom April Ubuntu 9.10 auf dem EEE-PC 1101HA zu installieren liefen ja eher katastrophal. Mit der aktuellen Version 10.4 gelang das schon wesentlich geschmeidiger. Die Installation selbst verlief ohne Probleme. Nach dem Neustart wurde lediglich eine falsche 1024*768 Auflösung verwendet, was daran liegt, daß die GMA500 Grafik nicht korrekt erkannt wurde. Dafür gibt es hier den richtigen Link:

http://code.google.com/p/gma500/wiki/InstallScript

Einfach mit auf der Kommandozeile das folgende Kommando eingeben:

sudo wget  http://dl.dropbox.com/u/1338581/Gma500/scripts/poulsbo_lucid.sh   && bash ./poulsbo_lucid.sh

Zweimal muss das Benutzerpasswort eingegeben werden und die Scripte installieren die aktualisierten Treiber. funzt!

HTC Hero – Update erzwingen

Als stolzer Besitzer eines HTC Hero habe ich mich natürlich auf das angekündigte Update auf Android 2.1 gefreut. Wie Areamobile berichtet, kommt das Update in zwei Teilen. Der erste Teil wird seit gestern von HTC ausgeliefert, indem es automatisch OTA (Over the Air) ausgeliefert wird. Das Telefon meldet sich dabei plötzlich mit der Nachricht, daß ein Update bereitsteht und lässt einem die Wahl zwischen softiger und späterer Installation. Ich habe „später“ gewählt, weil ich das Update lieber per WLAN laden wollte. Zuhause stand ich dann vor dem Problem, daß das Hero keinerlei Anstalten gemacht hat, das Update nochmals anzubieten.

Was tun?

Das Update lässt sich sehr einfach erzwingen, wenn man einfach das Datum um ein Jahr vorstellt. Dann bekommt man das Popup-Fenter sofort wieder angezeigt. Das Update wird dann heruntergeladen, das Telefon startet neu, installiert das Softwarepaket und startet nochmals neu. Fertig.

Das Hero hat nun immer noch Android 1.5, aber mit der aktuellen Build-Nummer und es gibt unter „Einstellungen / Telefoninfo“ den neuen Punkt „Systemsoftware-Update“. Somit kann das neue Betriebsystem endlich kommen…

iPad – mein erster Eindruck im Real Life

Gestern hatte ich noch etwas Zeit in der Stadt, weil auf der Web Expo erst ab Dienstag Sessions stattfinden, die für mich interessant sein könnten. So hatte ich etwas Zeit, um mit den Jungs von compuccino durch die Stadt zu laufen und die übliche Touristennummer zu machen: Embarcadero, Fishermans Wharf, Coit Tower, Chinatown, Levis Store…

Und natürlich hatte ich etwas Zeit für Apple. Der ganze Store war geradezu mit iPads gepflastert. Es gab kaum etwas anderes dort und so hatte ich endlich die Gelegenheit, so ein Ding einmal selber auszuprobieren. Meine Einschätzung, die ich neulich noch ins Blaue hinenin geschrieben hatte, bleibt:

  • Ich halte das Gerät selber für überflüssig.
  • Ich glaube trotzdem, daß es ein Riesenerfolg wird.

Der Erfolg ist hier in San Francisco jedenfalls schon sichtbar. Erst seit ein paar Wochen im Handel, läuft gefühlt schon jeder 10. damit herum. Über eine Million Geräte sollen bereits verkauft worden sein. Nun, da ich es selber ausprobieren konnte ist mein Eindruck etwas zwiegespalten:

Positiv:

  • Es ist es ein wirklich feines Gerät, das man gerne in die Hand nimmt. Der Qualitätseindruck ist einfach top. Super Materialien und erstklassige Verarbeitung.
  • Die Darstellungsqualität des Displays ist wirklich hervorragend.
  • Leute, die das Gerät bereits besitzen erzählen von Akkulaufzeiten zwischen 9 und 11 Stunden.
  • Die Bedienung ist schlicht und elegant.
  • Man liest häufig, daß das Gerät schnell ist. Das bedeutet vor allem, daß die Bedienoberfläche ohne spürbare Verzögerung arbeitet. In Google Maps herumzoomen und zu scrollen ist die wahre Freude.
  • Alles ist so simpel wie möglich. Man muss sich nicht mehr mit den ganzen typischen Computernervereien herumärgern: Kein Dateisystem, keine ständigen Aufforderungen zu Updates, kein Virenscanner und so weiter. Einschalten, benutzen, fertig.

Alleine der letztere Punkt ist vermutlich für viele DAS Killerfeature. Alles schick, aber es gibt eben auch negatives:

Negativ:

  • Die Inhaltekontrolle durch Apple ist für mich ein absolutes no-go.
  • Da Gerät ist primär für Medienkonsum gebaut. Nicht nur aufgrund der iTunes-Kopplung, sondern auch aufgrund des Handlings. Mit der einen Hand das Gerät festhalten und mit der anderen auf einer virtuellen Tastatur herumtippen macht nicht wirklich Spass. Die bevorzugte Interaktion ist, etwas auf dem Screen auszuwählen.
  • Das Handling ist auf Dauer etwas ermüdend. Ich weiss nicht so recht, wie ich das Gerät länger halten soll, weil es mit seinen 700g irgendwann eben doch etwas zu schwer wird. Toll für 5 Minuten, aber eine Stunde kann ich mir nicht so recht vorstellen.
  • Zuguterletzt: Ich weiss einfach nicht, wozu ich solch ein Gerät einsetzen soll. Zwischen Smartphone, Netbook, Laptop und Desktop sehe ich einfach kein sinnvolles Einsatzszenario für mich. Das mögen Andere für sich selbst aber eventuell anders bewerten.

Fazit
Ich mag Apple Produkte. Ich nutze einen iMac, ein MacBook und habe einen iPod touch. Aber ich kann keinen Grund erkennen, weshalb ich für so ein Gerät zwischen €500,- und €800,- ausgeben soll.

Ich will ‘ne Holzhütte im Wald…

Ist ja richtig – ich bin so’n Computerfuzzi. Bin ich schon seit 12 – also seit 30 Jahren. Ich habe es mir selber ausgesucht. Niemand hat mich dazu gezwungen. Und im Großen und Ganzen macht mir das Zeug auch immer noch Spass. Aber jetzt gerade habe ich echt langsam die Schn… voll und frage mich:

Was mache ich hier eigentlich für’n Schwachsinn? Warum tue ich mir das an? Ich will das alles nicht mehr. Ich will ’ne Holzhütte im Wald ohne Strom.

Es reicht ja nicht, ohnehin den ganzen Tag beim feinsten Frühlingswetter vor dem Rechner sitze und programmiere, anstatt draussen fröhlich durch Stadt und Land zu tollen. Nein,ich quäle mich auch noch abends mit so ’ner blöden Kiste rum und verbrate Stunde um Stunde mit nervigem Blödsinn. Wie konnte es dazu kommen?

Der Anlass

Ich war auf der Suche nach einem kleinen Reisebegleiter für meinen bevorstehenden Kalifornienbesuch. Mein tolles Arbeitsgerät (15″ Macbook Pro, Mattdisplay) möchte ich nicht mitnehmen. Erstens ist es mit 2,5 Kg nicht gerade superportabel und zudem – man weiss ja nie, was auf einer Reise so passiert.

Also machte ich mich auf die Pirsch nach einem akzeptablen Netbook. Ich hatte eigentlich ein Samsung N150 oder N220 im Auge, erstand dann aber ein Asus EEE 1101HA. Das Gerät hat ein 11,5″ Display mit 1366×768 Pixel anstatt der üblichen 1024×600, hält angeblich bis zu 9 Stunden ohne Steckdose durch und ich bekam es für ca. €250,-, weil es ein Auslaufmodell mit Windows XP ist. Die Verarbeitungsqualität ist O.K., aber das ganze Gerät ist leider in Hochglanzoptik gehalten. Positiv ist das mitgelieferte Neoprentäschen und – alles andere als selbstverständlich – eine Recovery CD.

Die Nerverei

Und nun fängt das Elend an: Windows mag ich nicht mehr. XP ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Zuviel Nerverei mit Updates und (Un-)Sicherheit. Wenn schon keinen Mac mitnehme, dann doch bitte ein schickes Linux. Mein eigentlicher Plan war, das kleine Schätzchen Ubuntu von eines SD Speicherkarte starten zu lassen. Mit dieser Distribution habe ich schon viel Freude gehabt und die Hardwareerkennung ist meist recht erfolgreich – außer bei DIESEM Asus Netbook. Erst gelang es mir nicht, das System auf der SD Karte zu installieren, dann stellte ich fest, daß die Grafikkarte nicht richtig erkannt wurde und das WLAN extrem langsam und instabil lief. Nache einem Abend Suche nach passenden Treibern und rumgefrickel hatte ich einfach keine Lust mehr und habe Ubuntu wieder von der Platte runtergeschmissen.

Dann las ich, daß Jolicloud die passenden Treiber mitbringen sollte. Gut, probieren wir eben mal eine neue Distribution aus. Runterladen, installieren, genervt sein, löschen. Ja, die Hardware wurde erkannt, aber die ganze Distribution ist eine etwas überarbeitete Ausgabe von Ubuntu Netbook Remix, hat also eine Spielzeugoberfläche, und ist m.e. nicht sorgfältig erstellt (z.B. Englische Tastatur, wenn das ganze System auf Deutsch läuft). Nee, Danke!

Dann las ich, daß Mandriva Linux auf dem Asus 1101HA ‚out of the box‘ laufen soll. Allerdings nur die Variante ‚one‘, weil die die passenden Treiber mitbringt. Runtergeladen, gebrannt, gestartet. Bildschirm wird erkannt, alles wird schön – bis das Display schwarz wirde, weil die Benutzeroberfläche KDE keine Lust zu haben scheint. Also auch in die Rundablage damit.

…und jetzt…

Es gibt allerdings auch eine Mandriva-Distribution mit dem Gnome-Desktop. Ob das wohl…???

Während ich das hier schreibe rödelt der Zwerg hier schön den vierten Abend durch irgendwelche Installationsskripte und es sieht so aus, als könnte es diemal vielleicht wirklich klappen. Naja, vielleicht… Aber der Punkt ist:

Ich will meine Zeit einfach nicht mehr mit so ’nem Scheiss vertrödeln. Laufend mit irgendwelcher halbgaren Technik kämpfen. Ich bin es einfach leid.

Think positive!

Heute morgen wurde ich fünf Minuten vor dem Weckerklingeln wach. Und ich meine wirklich wach – nicht dieser übliche langsame, verdröselte, mit verklebten Augen verbundene Prozess, sich aus dem Bett zu schälen. Wach! Also aufgestanden und die Gardinen beseite geschoben – draussen scheint die Sonne. Toll!

Jetzt schnell ab in die Küche …und platsch! Was zum Geier? Die ganze Küche steht unter Wasser. Schnell den Haupthahn zugedreht und gefeudelt. Den Möbeln tut das ganze sichtlich nicht gut. Merdé!

Seit gestern abend steht die neue Bauknecht Waschmaschine in der Küchenzeile und wartet auf ihren ersten Einsatz. Ich rutsche auf Knieen mit dem Feudeltuch durch die nasse Küche und so langsam dämmert mir, dass offensichtlich gar nicht die alte Maschine undicht war, sondern irgendwas vor dem Absperrhahn und das Wasser nur zufällig genau unter der Maschine heraustropfte. Die Ausgabe von knapp €500,- war also vermutlich unnötig. Soviel zum Thema gute Laune am Morgen.

Aber das sehe ich jetzt nicht ein. Ich will mir die Laune nicht versauen lassen. Also suche ich die positiven Seiten:

  • Ich fühle mich wach und ausgeschlafen
  • Draussen scheint die Sonne
  • Ich muss mich heute nicht darüber aufregen, daß der Bus um 9:13 ausfällt
  • Ich bin heute wirklich froh, nicht in einer Altbauwohnung mit Dielenfussboden zu wohnen
  • Ich habe sofort den Hausmeister erreicht
  • Der von ihm beauftragte Handwerker kam tatsächlich recht schnell und hat den ganzen Anschlusswust unter der Spüle in Ordnung gebracht.
  • Ich habe eine neue Waschmaschine und jetzt hoffentlich wieder 15 Jahre Ruhe zu dem Thema.
  • Alles wird gut!

Apples iPad: alt, langweilig, überflüssig, böse und wahrscheinlich erfolgreich

Diese Woche liess „His Steveness“ die Katze aus dem Sack: Das iPad wurde vorgestellt. Die Medien überschlugen sich vor Begeisterung und die Technikjünger waren enttäuscht. Ich zähle mich dann doch eher zur letzteren Fraktion. Nachdem sich der Trubel ein wenig gesetzt hat, verfestigt sich bei mir die Meinung, daß das iPad, alt, langweilig, überflüssig und böse ist, aber wahrscheinlich richtig erfolgreich wird. Nachdem ich die Gründe im Einzelnen erläutert habe, werde ich aber auch noch kurz die Gegenposition anreissen:

Die Idee ist alt
Tablet-PCs gibt es schon seit Jahren. Vor ungefähr 10 Jahren hatten wir bei der Agentur, für die ich damals tätig war bereits einen Tablet-Prototypen, den ein Energiekonzern vermarkten wollte. Die Idee war dieselbe: Internet für Couch-Potatoes. Seitdem hat es gefühlte 1000 weitere erfolglose Versuche gegeben, diese Gerätegattung zu etablieren.

Das iPad ist langweilig
Es bietet keine Überraschungen, keine innovative Displaytechnik und generell eigentlich nichts, was Technikfans irgendwie hinter dem Ofen vorlocken könnte. Ich kann damit nichts tun, was ich mit einem Netbook oder schlankem Notebook nicht auch tun könnte. Im Gegenteil – es kann viel weniger, als die Technik, die wir schon haben.

Das iPad ist überflüssig
Ich habe einen Desktoprechner, einen großen Laptop, ein Netbook, ein Smartphone für das Internet unterwegs und ein richtiges Handy zum Telefonieren. Mit so ’nem kastrierten Couch-Möchtegern-PC kann ich nix anfangen. Über richtig guten ’nen E-Bookreader würde ich ggf. noch nachdenken, aber das iPad taugt genau dafür nicht. Es ist zu schwer, hat ein aktives Display, das auch noch spiegelt und ist mit 700g einfach zu schwer.

Das iPad ist böse
Die Begeisterung der Medienindustrie ist verständlich. Die Konzerne wollen unbedingt, daß das iPad ein Erfolg wird, weil es ein verschlossenes System ist. Der eigentliche Sinn des Gerätes ist es nämlich, die Menschen, die die Vorzüge des freien Informationsaustauschs kennengelernt haben, wieder zu reinen Konsumenten zurückzuentwickeln. Die ganze Contentindustrie hält Computer, Internet und überhaupt die Idee des freien Informationsflusses für einen schlimmen Betriebsunfall, den man schnellstmöglich rückgängig machen muss, weil ihnen dadurch sowohl Einnahmen in gigantischem Ausmaß als auch Einfluss auf die öffentliche Meinung verlorengegangen ist. Apple ist mit dem iPad ein wichtiger Meilenstein zur Rückeroberung der Kontrolle durch die Industrie. Wir sollen wieder schön schlucken, was uns von Konzernen vorgesetzt wird und dazu noch den ganzen Sch… bezahlen. Für Leute, denen Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie hohe Güter sind, die Vermarktungsstrategien und Kontrollmechanismen kennen, und die das Aufkommen des Internets als eine Befreiung von vielerlei Zwängen und Erweiterung der eigenen Möglichkeiten empfanden, ist dieses Gerät einfach nur eine Bedrohung und zu 100% der falsche Weg.

Weshalb das iPad wahrscheinlich trotzdem erfolgreich werden wird, bringt Andreas Göldi in seinem Artikel „Warum Apple in einer anderen Liga spielt“ auf den Punkt; Das Ding ist einfach nicht für UNS, sondern für den REST gemacht. Das war übrigens auch schon die Werbeaussage von Apple, als der Mac vor über 25 Jahren eingeführt wurde. Es gibt so einen schönen doppeldeutigen amerikanischen Ausdruck dafür: „It’s a no-brainer“ – Ein Kinderspiel. Eben etwas für Leute, die ihr Gehirn nicht benutzen.

Das große Aber. Abseits meiner elitären Sichtweise
Das oben geschriebene ist natürlich die elitäre Sichtweise eines Typen, der sich seit über 25 Jahren aktiv mit Computern auseinandersetzt, keine ernsthaften Probleme mit der Konfiguration seines DSL-Routers hat. Jemand der Internetsoftware entwickelt und ausserdem auch noch Grundwissen in Marketing, Jura, Betriebswirtschaft und Statistik hat. Aus dieser Warte heraus ist das obige Argumentation natürlich schlüssig.

Bloss – so ist der Durchschnittsbürger nicht. Er hat andere Bedürfnisse und Sichtweisen. Im Prinzip möchte niemand Computer benutzen. Man macht es, weil die Dinger irgendwie recht nützlich sind, aber eigentlich sind alle total von den Kisten genervt, die teuer und kompliziert sind und um die man sich laufend kümmern muss. Jemand der Nachrichten im Fernsehen für echte Information hält, wird sich der Einschränkungen und Zwänge dieser neuen ‚Walled Garden‘ Geräte wahrscheinlich gar nicht bewusst. Er wird sich stattdessen darüber freuen, daß er sich nicht mehr mit so überflüssigen Sachen wie Systemaktualisierung, neuen Treibern, Antivirensoftware und ähnlichem Mist rumschlagen muss. Wer auch bisher nur ein bischen Webmail, Google und Ebay benutzt hat, für den sind diese Teile tatsächlich eine willkommene Vereinfachung.

Freuden des Entwicklerdaseins

Manchmal denke ich, daß mit steigendem Alter die Frustgrenze sinkt. Ich wollte über das Wochenende ‚mal eben‘ (HA!) ausprobieren, wie Entwicklung mit PhoneGAP so funktioniert.

WZG ist phoneGAP?

Wie der Name nahelegt, kann man damit Software für Telefone entwickeln und damit eine Lücke schliessen. Die tollen neuen Smartphones, wie iPhone, Android, Blackberry, Palm und Symbian sind alle wahre kleine Wunderwerke mit 1000 tollen Funktionen, wie GPS, Bewegungsmesser und so weiter. Diese Dinge lassen sich aber nur ansprechen, wenn man eine „richtige“ Software programmiert und auf das Telefon lädt. Selbstredend ist die Softwareentwicklung auf all den genannten Plattformen sehr unterschiedlich. „Softwareentwickler sind rar, also lass uns die Telefonsoftware doch in HTML/CSS/Javascript schreiben. Das können mehr Leute“ haben sich da ein paar schlaue Menschen gedacht und phoneGAP entwickelt.

Damit schliesst sich die Lücke zwischen den verschiedenen Betriebssystem und Webentwicklung. Man kann damit also z.B. per Javascript auf GPS und Kamera zugreifen. Zudem ist die damit entwickelte Software ohne Änderung auf all den oben genannten Plattformen lauffähig.

Ran an die Buletten

Soviel jedenfalls zur Theorie. Und genau diese wollte ich jetzt mal überprüfen. Ich wollte eine Mini-Applikation für Android programmieren, da ich ja zufälligerweise den tollen HTC Hero mein eigen nenne. Und jetzt fängt der Spass an: Bevor man mit PhoneGAP eine Applikation bauen kann, muss man nämlich bereits eine Entwicklungsumgebung für Android laufen haben. Dazu benötigt man natürlich das Android-SDK (Software Development Kit). Entwickeln tut man geschickterweise mit Eclipse, was ich auch auf meinen Rechnern verwende – aber leider in einer alten Version. Also erstmal eine neue installieren. Das Java SDK6 ist auch notwendig, aber kein Problem. Sowas ist auf den Apple Macs ja bereits installiert.

Zunächst überprüft man also, ob das Java SDK und Eclipse auf dem neuesten Stand sind und man eine normale Java Anwendung damit bauen kann. O.K., geht. Jetzt das Android SDK installieren und sofort ein Update fahren lassen und die APIs der verschiedenen Android-Versionen installieren. Geht zunächst nicht, weil dabei ein HTTPS-Fehler auftaucht. Falsches Server Zertifikat nehme ich an. Immerhin kann man einstellen, daß stattdessen unverschlüsselt übertragen werden soll. Die Hinweise, daß die Software nicht richtig zertifiziert ist und man die automatische Datenübertragung zu Google bei der Installation nicht abschalten kann, nehme ich mal etwas genervt zur Kenntnis. Anschliessend das Android-Plugin in Eclipse herunterladen und einbinden, damit die APIs und Telefonemulatoren angesprochen werden können. Jetzt noch schnell ein virtuelles Telefon zusammengebaut („einmal mit Touchscreen, Kamera und GPS bitte…“) und ein Hello World zum laufen bringen. Jetzt ist man auf dem Stand, ein normales Android Programm entwickeln zu können.

Fast.

Das Problem, mit dem ich den heutigen Nachmittag sinnlos verplempert habe: Auf meinem Notebook funktioniert es und auf dem iMac schmiert der Emulator beim Start ab – und zwar jedes Mal. Identisches Betriebssystem (OS X 10.6.2), identisches Java SDK, identisches Android SDK und identische Einstellungen auf beiden Rechnern. Nichts zu machen – auf dem iMac läuft es einfach nicht. Toll! Ich bin echt begeistert und habe für heute einfach keinen Bock mehr…

Deja vu, bzw. schonmal angedacht

Manche Leute fühlen sich ja von den ständigen Neuerungen und bekloppten Erfindungen überrumpelt und überfordert. Ich habe eher ständig das Gefühl „ach, DAS gibt es jetzt auch wirklich ?“

Die meisten Ideen sind eigentlich nur folgerichtig und lagen in der Luft. Es kommt nur darauf an, wer sie zuerst richtig umsetzt. Mir selbst ist das schon x-mal so gegangen. Twitter war z.B. ein klein bischen schneller als zzap (und ich hätte nie ein Millionenfundig bekommen), mein elektronischer Buchladen fastfiction setzt auch schon seit 2004 Staub an und jetzt wird noch eine Idee, die wir damals in der Uni hatten Umgesetzt:

Der USB Duftstick.

Blümchenduft gegen Büromief“ schreibt Gizmodo in einem kurzen Blogartikel. Okay, wir hatten uns das damals etwas anspruchsvoller vorgestellt: Jeweils passend zu bestimmten Bildern oder Websites einen ganz bestimmten Duft (also quasi ein Duftsynthesizer), aber der Anfang ist gemacht.

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