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Mobile Developer’s Manifesto [Lesetipp]

Mobile Nutzung ist anders. Die wesentlichen Besonderheiten von mobilen Diensten und der Rezeption von mobile Content liegt in den Geräten, den Netzen und vor allem in der Situation in der sie genutzt werden. Als gelegentlicher Leser von Gamasutra stieß ich jüngst auf „The Mobile Developer’s Manifesto„. Demetri Detsaridis fasst darin einige dieser Besonderheiten aus der Sicht eines Entwicklers von Handyspielen zusammen:

1. Mobile Games must be „mobile“.
Das Zeitfenster für mobile Nutzung ist extrem kurz. „Quick to start and easy to resume“ ist daher nicht nur für mobile Spiele ein Muß, sondern für alle mobile Anwendungen

2. Mobile Games must be „games“.
Mobile Games sollten so einfach wie möglich sein – aber nicht noch einfacher. Trotz des Trends zu one-button-games: „press 5 to win“ macht einfach keinen Spass.

3. Mobile Games must not require more than two thumbs per player.
Meines Erachtens nach sogar nur einen Daumen. Ich bin ein alter Zausel und Teilzeitnostalgiker – ich liebe die alten Computerspiele aus den 80ern. Aber sie funktionieren auf Handies einfach nicht. Prozessorleistung und Grafik sind kein Problem, aber ohne robusten Joystick sieht man bei den Klassikern einfach kein Land.

4. Mobile Games must not „reproduce the console experience in the palm of your hand!!“
Es ist zu Zeiten der XBoX2 und der kommenden(?) Playstation3 einfach lächerlich, aktuelle Spiele auf Handies zu portieren. Selbst die schnellsten und heißesten Handies können nicht mithalten. Die Spiele sehen im Vergleich einfach nur unglaublich billig aus, sind im Umfang extrem beschnitten, ohne die entsprechenden Controller ist auch keine vergleichbare Steuerung möglich. An Konsolentiteln spielt man sehr lange, an Handytiteln extrem kurz (sieh Punkt 2). Außerdem machen Konsolentitel am meisten Spass, wenn man mindestens zu zweit an einem Hi-End-TV mit 10m Bilddiagonale und Surroundsound spielt.

5. Mobile Games developers must not use „low res, crap processor“ as a crutch.
Spielspass entsteht im Kopf des Spielers. Esgibt soooo viele aktuelle Spiele, die technisch up-to-date sind – aber unglaublich öde!

6. Mobile Games developers must not rely on constant network connectivity.
Bei den prohibitiven Preisen für Traffic bestimmt nicht. Und bei Latenzzeiten, die teilweise im Sekundenbereich liegen schon gar nicht.

7. Mobile Games developers must use the unique features of the platform to enhance gameplay.
Naja, da erlaube ich mir genau die gegenteilige Meinung zu haben. Bei Spielen mag das Sinn machen, wenn es zu finanzieren ist. Aber das führt dazu, daß Spiele nur auf den üblichen 5 Plattformen laufen. Anwendungen sind m.E. so zu programmieren, daß der Portierungsaufwand so gering wie möglich ist.

8. Mobile carriers, OS producers, and hardware manufacturers must allow us to use what we’ve got.
Weg mit den walled Gardens! Das hat schon bei BTX nicht richtig funktioniert. Das Internet konnte nur abheben, weil es offen und für jedermann zugänglich war. Das verstehen die Carrier schon seit Jahren nicht und wundern sich lieber, warum niemand das tolle UMTS oder WAP nutzt. Ich lasse mir als Kunde nun mal nicht vorschreiben, wofür ich mich zu interessieren habe.

Location based services vs. social tagging

Seit Jahren wird viel über die Möglichkeiten von Location based Services im Mobilfunkmarkt geredet, aber der Markt hebt einfach nicht richtig ab. Woran kann das liegen? Einerseits sicherlich daran, daß kaum ein Normalbürger diese Angebote kennt. Die Wenigsten sind sich überhaupt darüber im Klaren, daß sie mit dem Handy ohnehin ständig auf wenige hundert Meter genau geortet werden.

Mein Eigenversuch mit qiro brachte mich ein wenig ins Grübeln. Die Software hat zwar noch die eine oder andere Macke, aber das ist nichts, was nicht mit dem nächsten oder übernächsten Release ausgebügelt werden kann. Mein Problem ist ein anderes: Es reisst mich einfach nicht richtig mit. Nette Idee, funktioniert auch. Gut ist. Werde ich vermutlich nicht nutzen. Möglicherweise bin ich einfach zu alt und gelangweilt, aber das sind Andere auch. Die Frage ist also: Wem kann solch ein Service nutzen und fast noch wichtiger – wer könnte so etwas für cool halten?

Ich denke einfach mal 15 Jahre zurück. Berlin nach der Wiedervereinigung. Damals war meine Zeit des Extremnightclubbing. Jede Woche gab es neue tolle Locations, die ein halbes Jahr später wieder zumachten. Ohne Mundpropaganda hat man die wirklich spannenden Läden gar nicht gefunden. Damals wäre ein ähnliches Tool extrem nützlich gewesen. Aber machen wir uns nichts vor: Nur die etablierten Läden wären gelistet gewesen – wie in den Touristenführern. Der Witz an der Szene war natürlich, daß eben nicht Horden von Touristen aus – sagen wir mal Süddeutschland – einfielen. Man wollte unter sich bleiben, zumindest ein bischen. Genau deshalb finde ich Dienste wie MySpace heutzutage extrem uncool. Im Ernst: 78 Millionen Menschen sind keine Community, sondern ein loser, riesiger, amorpher Haufen. Das gilt auch für all die anderen Dienste: Orkut, Friendster, Facebook oder wie die ganzen Dinger heißen.

Ich glaube eher an Special Interest Groups. Kleinere Gruppen, die auf irgendein schräges Außenseiterding abfahren. Gib denen ein Tool, um sich zu verständigen, zu treffen, Orte Hinweise und Zeug zu tauschen. Einfach, schnell und unterwegs nutzbar muß das Ding sein. Wo ist es cool, wo bin ich gerade, wie ist die Stimmung? Villeicht noch ein Foto und alle netten Leute, die man kennt ’ne kurze Nachricht schicken. Das müsste doch was sein, oder?

Freunde und Mobilität

Nach meinem Nörgelanfall von eben möchte ich an dieser Stelle meine Freunde grüßen, die sich entschlossen haben, ihr Glück anderswo zu suchen. Aus gegebenem Anlaß:

Viel Glück in Zürich, Peter. Die Stadt ist zwar teuer aber sie hat Stil. Es macht Spaß, dort zu leben!

Viel Erfolg in Australien, Lisi. Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute down under.

Liebe Grüße gehen auch an Alexandra nach Perth. Schon wieder Australien – scheint wohl ganz nett dort zu sein ;-)

Und nicht zuletzt drücke ich auch Sandra die Daumen, daß sich San Francisco auch weiterhin so positiv zeigt, wie es bisher den Anschein hat.

Ich habe sehr gerne mit Euch studiert und bin etwas traurig, daß Ihr die Stadt verlasst. Aber ich habe großen Respekt vor Eurer Courage. So, das musste auch mal gesagt werden.

Social Location Based Bookmark Dings

Bei der Recherche nach mobile Communitydiensten bin ich von einem meiner beiden Prüfer auf den folgenden Dienst aufmerksam gemacht geworden: Qiro.

Mir ist ein ziemlicher Schreck in die Glieder gefahren: „Das ist ja genau das, was ich im Rahmen meiner Diplomarbeit bauen will“. Sowas Dummes. Da bin ich schon so richtig weit, und dann das – und auch noch von der Telekom. Da kann ich ja gleich einpacken. Heute habe ich es geschafft, mir den Dienst mal genauer anzusehen und kann nun ganz entspannt weiterarbeiten. Das hat zwei Gründe:

Grund 1: Die Telekom Laboratories Innovation Development haben einen anderen Ansatz, als ich. Sie wollen high-tech demonstrieren und will ein nützliches Tool bauen, das mit möglichst jeder vorhandenen Technik klarkommt. Die Lösungen sind daher zwangsläufig anders.

Grund 2: Qiro hat mich in der Bedienung einfach noch nicht richtig überzeugt. Es hat einen wirklich guten Ansatz, aber einfach (noch?) zuviele Schwachpunkte für meinen Geschmack. Meine Eindrücke in Kürze (mit meiner gefürchteten „Spitzen Feder“ geschrieben):

Man muß sich zunächst auf der Website registrieren, bevor man den qiro-Client auf das Handy laden kann. Direkt per WAP lassen sich die Seiten nicht aufrufen. Ein unnötiger Medienbruch. Nun ja…
Leider funktioniert die Website nicht mit Safari auf dem Mac. Das ist schon mal nicht so toll, weil völlig unnötig.
Also zum PC und qiro aufgerufen. Welches Handy habe ich denn? Mein Samsung SGH-E730, das ich momentan nutze wird schon mal nicht unterstützt. Aber mein SonyEricsson K700i wird aufgelistet. Nachdem ich das Modell ausgewählt habe und meine Handynummer eingegeben hatte, wurde mir jedoch mitgeteilt, daß das Modell nicht unterstützt wird. Achso?

Gottseidank verbringe ich meine Zeit nunmehr bei einer Berliner Agentur, die sich auf den Bereich Mobile spezialisiert hat (nein, nicht Jamba, ich möchte etwas Spass bei der Arbeit haben). Also ein Nokia Series60 UMTS-Brikett aus dem Fundus geholt und weiterprobiert. Telefon erkannt, alles klar. Registriert mit Name, E-Mailadresse, Nickname, AGB anklicken, ja, ich bin auch damit einverstanden, daß meine Position über den Dienst bestimmt wird. Das ist ja gerade der Witz daran.

Ich empfange eine SMS – Ich soll bestätigen, daß ich mit der Positionsbestimmung einverstanden bin. Hmm, das habe ich eigentlich eben gerade bereits getan. Na gut, also schicke ich noch mal eine SMS mit dem angegebenen Stichwort an die Nummer X1Y2Z3. Kurze Zeit später bekomme ich zwei weitere SMS. Die Bestätigung, daß ich mit den Standortbestimmung einverstanden bin (jaaaaaaaa…) und den Downloadlink. Na endlich. Klick, 60KB, 120KB, 250KB, 350KB, 450KB, 500KB. Wow, ein halbes MB!!! Gut, daß das ein UMTS-Modell ist.

Das Programm starten und… warten. Ich dachte schon, daß das Telefon abgestützt ist, aber der Client braucht einfach etwas Zeit für die Initialisierung. Hoffentlich nur das erste mal. Danach muß ich meine Telefonnummer eingeben. Schon wieder? Warum denn? Das habe ich bereits auf der Website gemacht.

Schließlich läuft das Programm. Lokalisierung funktioniert sogar auf 200m genau. Man kann bis zu vier verschiedene Kategorien von Orten anklicken, die einen interessieren. Positiv dabei: Es sind auch sehr viele wirklich nützliches Sachen dabei, wie Apotheken, Geldautomaten und ähnliches.

Ich habe über 10 min rumprobiert, wie die Kartendarstellung funktioniert. Wenn man es erst mal raushat, geht es, aber intuitiv ist anders. Ausgegraute Icons sind nur Pixelsalat. Aber das sind Details – prinzipiell funktioniert es. Man kann die Orte einzeln auswählen und sich Name, Adresse und Telefonnummer anzeigen lassen. Die Telefonnummer kann man auch direkt aus derAnwendung heraus anrufen. Viel mehr scheint aber nicht möglich zu sein.

Mein vorläufiges Fazit: Nette Technologiedemo, aber zu einem richtigen Produkt fehlt noch so einiges. Debugging, bessere Usability, höhere Geschwindigkeit, viel viel mehr unterstützte Geräte und ein paar fetzige Zusatzfunktionen. Dennoch: Muß man im Auge behalten!

Was rauchen eigentlich Telefontarifdesigner?

Ich besuchte vorhin mal wieder die Homepage meines Mobilfunkproviders und musste spontan an einen alten Witz denken.

Frage: „Was ist das? 20 Marketingexperten zusammengekettet und mit den Füßen in einem Betonblock auf dem Grund der Nordsee?“
Antwort: „Schon mal ein guter Anfang…“

Ich bin gegenwärtig bei E-Plus und habe dort die Kombination aus „Time-and-more 60“ (60 Minuten pro Monat in ALLE Netze, mit Übertrag ungenutzer Zeit) und „Online S“ (2,5 MB Datenvolumen). Damit war ich auch stets zufrieden. Die Überlegung, das Handy auch für E-Mail und gelegentlich als Modem für das Notebook zu nutzen, brachte mich dazu, nach den aktuellen Datentarifen zu sehen. Ich wäre bereit, zwischen 5 und 10 Euro dafür auszugeben. Bis vor zwei Monaten waren die Tarife „Online M“ und „Online L“ vorhanden. Das würde toll passen. Klar- die Tarife gibt es jetzt natürlich nicht mehr. Aber was ist der Ersatz?

  • Für 5 Euro kann man eine WAP-Flatrate bekommen. Klingt gut, aber leider bleibt man da mit anderem Datenvolumen, wie z.B. bei E-Mails oder dem Einsatz des Notebook aussen vor. Noch viel schlimmer: Das betrifft nur Inhalte, die über das E-plus WAP Potal errichbar sind! Also – unbrauchbarer Schrott!
  • 39 Euro für eine Datenflatrate ist toll, aber viel zu teuer, wenn man das nicht ständig nutzt.
  • 20 Euro für 150MB ist preislich auch in Ordnung, aber auch soviel brauche ich nicht.

Wo sind die „kleinen“ Tarife? Gibt es nicht mehr! Das bedeutet, daß es unterhalb von 20 Euro keinen Datentarif mehr gibt. Na Toll!
Mobile Dienste einfach mal ausprobieren wird so natürlich ziemlich unattraktiv.

WAS SOLL SOWAS?

Das ist in meinen Augen genau so ein Rückschritt, wie von Time-and-more zu Base. Bei Time-and-more muß ich mir keine Gedanken machen, in welches Netz ich anrufe, oder wann. Kostet alles gleich. Das ist wichtig, zumal man heutzutage an der Telefonnummer nicht mehr erkennen kann, wer der Anbieter ist. Der neue Telefontarif „Clever One“ ist genau so ein Unsinn. Fast genauso teuer wie Time-and-more aber man muß wieder aufpassen, wen man anruft. Warum nicht einfach Time-and-more ein bischen billiger machen und fertig?

E-Plus war mal auf dem richtigen Weg: Einfache, günstige Tarife ohne 1000 Fußnoten. Warum jetzt dieser Schwenk zum Schlechteren? Habt Ihr im letzten Jahr zuviele neue Kunden gewonnen? Kommt jetzt bloß nicht noch auf die blöde Idee, die Telefone mit Branding zu verpesten wie Vodacom und Telefone, oder wie die heissen…

UMTS für Schafe

Die Norddeutschen haben ja den Ruf, ruhig und humorlos zu sein. Ich glaube, auf so was kommen nur Kölner Jecken (von denen ja viele glauben, sie hätten den Humor gepachtet). Ich bin gerade wieder bei Petra in Ostfriesland. Alle Leute, die ich hier kennenlerne sind ziemlich kommunikativ. Ausserdem sitzt ihnen gehörig der Schalk im Nacken. Es kann sein, daß das manche nicht so recht mitbekommen, weil der Humor hier so knochentrocken rüberkommt. Das mag am feuchten Wetter liegen, wer weiß?

Wie man aus diesen Zeilen herauslesen kann, ist mir der Menschenschlag hier oben sehr sympathisch. Trotzdem verstehe ich auch nicht jeden Witz. Zum Beispiel diesen hier:

UMTS-Abdeckung nördlich von Wilhelmshaven. Klar, UMTS ist noch längst nicht so verbreitet wie GSM. Also schaut man mal eben bei seinem Provider (in diesem Fall E-Plus) auf die Karte „Netzabdeckung“. Nördlich von Wilhelmshaven an der Küste entlang alles grün, nur landeinwärts Richtung Aurich nicht. Unser Zielgebiet liegt satt im grünen Bereich. Kein Problem zu erwarten. Die Realität vor Ort sieht so aus:

Im Ort, also in der Wohnung und im Atelier gibt es nur GSM. Sobald man das Dorf verläßt oder auf dem Deich steht, hat man UMTS-Empfang. An Funkschatten kann es nicht liegen. Hier ist alles platt. Jetzt grübele ich, warum die vielen Sommergäste UMTS nicht nutzen können, aber die Schafe kommunikationstechnisch up-to-date sind. Soll ich mich jetzt mit dem Notebook zu den Schafen am Deich gesellen?

Wofür ist das ganze Zeug eigentlich gut?

Meine Diplomarbeit bekommt so langsam Struktur. Das Thema wird die Konzeption eines Services auf Mobiltelefonen sein. Da kann man ziemlich viel machen und die Techies begeistern. Blöderweise wird sich vermutlich niemand sonst dafür begeistern, wenn kein Bedürfnis danach besteht. Und wonach bestehen Bedürfnisse?

Mein erstes Mobiltelefon war damals der legendäre „Knochen“. Das Motorola 3200. Ungefähr 600g schwer und einen gefühlten halben Meter lang. Aber das war vor 13 Jahren. Es hat sich ja so einiges getan seit damals. Viele Menschen nutzen bereits diese neuen coolen Handies mit Kamera und Farbdisplay. Möglicherweise auch der geneigte Leser.

Aber wozu eigentlich?

Klar, zum Telefonieren und SMS schreiben. Bei vielen ist es auch andersrum: zum SMS schreiben und Telefonieren. Ging damals auch schon. Und sonst? Kleine Schnappschüsse hier und da. Was passiert dann mit den Fotos? Bleiben die im Handy oder werden sie auf den Computer überspielt?

Ich bin wahrscheinlich ein recht ungewöhnlicher Handynutzer. SMS schreibe ich eigenlich fast nie, dafür sind mir solche Sachen wie eine funktionierende Synchronisation von Kontaktdaten und Terminen mit dem Computer wichtig. Das scheint kaum jemand anderen zu interessieren, ist für mich aber eine der wichtigsten Funktionen überhaupt. Unterwegs nutze ich ab und zu mal WAP um die Nachrichten auf wap.netzeitung.de zu checken. Die Fahrplanabfrage der BVG finde ich auch recht nützlich. Dafür kann ich gut auf eine Kamera verzichten. Die Bilder sind sowieso meistens recht bescheiden. 1-3 Megapixel nützen nix, wenn das Objektiv zu Farbrändern führt, die geringste Abweichung von der idealen Belichtung zu matschigen Pixeln oder völlig überstrahlter Darstellung führt. Das bringt mir nix.

Warum wird MMS nicht genutzt? Weil es zu teuer ist? Warum werden die Bilder dann nicht per E-Mail verschickt?
Warum wird WAP nicht genutzt? Weil es zuwenig sinnvolle Angebote gibt? Welche Angebote wären denn sinnvoll?

Sicherlich muss der Dienst schnell und einfach sein. Eine Info abrufen darf höchstens 1min dauern – idealerweise weniger. Möglichst keine Texteingabe, weil das umständlich und langsam ist. Das kleine Display erzwingt einfache Navigation und kann nur wenige, gezielte Information darstellen.

Aber was kann und soll das der mobile Service leisten? Was habt Ihr für Wünsche?

Wofür ist das ganze moderne Zeug eigentlich gut, wenn wir es nicht nutzen?

Warum hat eigentlich jeder ein Handy?

Handy, Mobile, Cellphone. Vor 16 Jahren hieß das noch Autotelefon, wog etliche Kilo und war meist fest eingebaut. Von den ersten Autotelefonen in den 50er Jahren, bis zum GSM-Standard hatten die Entwickler wichtige Menschen als potentielle Kunden im Visier.
Klar, die erweiterte Erreichbarkeit verschaffte ihnen die Möglichkeit, in wichtigen geschäftlichen Dingen das entscheidende Stückchen schneller zu sein und somit mehr Geld zu verdienen. Das mussten sie allerdings auch, weil für die Geräte und den Betrieb prohibitive Preise verlangt wurden.

Aber so richtig mobil war das eigentlich noch nicht. Man hatte zusätzlich zum Telefon auf dem Schreibtisch nun noch eines im Auto. Klar, das Auto ist zwar beweglich, aber am Ende mußte man zum telefonieren im Auto sitzen, fast wie zuvor am Schreibtisch im Büro.

Der eigentliche Quantensprung war erst das Telefon, das man in die Tasche stecken konnte. Erst damit war es möglich, wirklich immer und überall erreichbar zu sein.

Interessanterweise wurde dies für Privatpersonen viel wichtiger, als für die wichtigen Personen. Nach den üblichen anfänglichen Abwehrhaltungen („So wichtig bin ich nicht“, „ich muß doch nicht überall quatschen können“, „ist eh nur was für Wichtigtuer“) hat sich diese Technik in der ganzen Bevölkerung extrem schnell durchgesetzt. Damit hatten selbst Optimisten nicht gerechnet. Ungefähr 15 Jahre nach dem Start der GSM Netze liegt in den meisten entwickelten Staaten die Handyquote bei 100%, häufig sogar noch höher.

Warum eigentlich?

Sind die Leute alle soooo wichtig, daß sie immer und überall erreichbar sein müssen? Selbst Leute, die gar nicht viel unterwegs sind, nutzen Handies. Warum? Es ging doch vorher auch ganz gut ohne.

Der Schlüssel zum Verständnis des Phänomens liegt woanders. Der primäre Erfolgsfaktor liegt nicht in der Mobilität, sondern darin, daß das Handy ein persönliches Telefon ist. Wenn man ein Festnetztelefon anruft, ruft man einen Ort an, in der Hoffnung, daß sich die gewünschte Person gerade dort aufhält. Das ging früher ganz gut, als die meisten Menschen feste Tagesabläufe hatten und die Gesellschaft weitgehend synchron lief. Von 7:30 bis 16:00 war man im Büro, bis spätestens 18:30 noch etwas einkaufen und um 20:00 kam die Tagesschau.

Wir haben zwar noch nicht die 24/7-Gesellschaft, aber die Trennschärfe zwischen Nutzungszeiten verschwimmt immer mehr. Man weiß nicht mehr, wann jemand wo erreichbar ist. Also ruft man keinen Ort an, sondern den gewünschten Menschen direkt.

Das ist das eigentliche Killerfeature: Die 1:1 Zuordnung zwischen Person und Telefonnummer. Das Handy sichert die Erreichbarkeit in einer Gesellschaft, die immer mehr aus dem Gleichtakt kommt.

Darum haben alle ein Handy.

Erfahrungsbericht Qtek 9100

Warum nicht mal ein PDA, bzw. Smartphone? E-Mail unterwegs per WLAN, ein vernünftiges großes Display für WAP und endlich mal eine wirklich funktionierende Synchronisation mit den Kontaktdaten. Kaum gedacht, schon besorgt. Das war im Dezember 2005.

Meine Wahl fiel auf das Qtek 9100 (Hersteller: HTC), das es bei E-Plus gab.

HTC Qtek 9100

HTC Qtek 9100, geschlossen hochkant

HTC Qtek 9100

HTC Qtek 9100 - quer mit ausgeschobener Tastatur

Das baugleiche Gerät führen auch andere Provider unter anderem Namen. Mir gefiel besonders die Schiebetastatur (für E-mail) und daß das Gerät für ein PDA-Smartphone noch einigermaßen handlich ist. Im Vergleich zu einem normalen Handy ist es natürlich noch immer ein ziemlicher Klops. Dafür ist alles drin und alles dran: inklusive Outlook 2002 und Datenkabel.

Das Qtek 9100 verwendet bereits Windows Mobile 5.0, das nicht den Speicherinhalt verliert, wenn die Akkus mal leer sind. Davon war ich naiverweise ohnehin ausgegangen. Es ist mir absolut unverständlich, daß Microsoft sich für ein so wichtiges und eigentlich selbstverständliches Feature soviel Zeit ließ.

Nun hatte ich das Gerät seit Monaten im Einsatz und kann Bilanz ziehen:

Positiv:

  • Die Synchronisation mit dem mitgelieferten Outlook 2002 lief absolut vorbildlich
  • Akkulaufzeit war in Ordnung
  • Die Bluetooth-Kopplung mit meiner Freisprechanlage verlief problemlos. Mit meinem Notebook nicht, was aber an letzterem liegt (siehe Artikel…). Da ein USB-Kabel mitgeliefert wurde, machte das nicht allzuviel aus.

Negativ:

  • Verarbeitungsqualität: Nach 6 Monaten platzt bereits der Softlack vom Gehäuse ab.
  • Katastrophaler Touchscreen: Er muß ständig nachkalibriert werden, weil sonst die Stiftposition nicht erkannt wird. Zuletzt musste ich das jede Stunde machen. Ohne einwandfreie Kalibrierung kann man das Gerät nicht bedienen. Da sich der Touchscreen jetzt fast völlig verabschiedet hat, mußte ich das Gerät außer Betrieb nehmen.
  • Bedienung: Jedes normale Handy kann man mit einer Hand bedienen. Für ein Windows Mobile-Gerät benötigt man dagegen fast immer zwei Hände, da man alles per Stifteingabe steuert. Das ist blöde und unpraktisch!
  • Betriebssystem: Windows Mobile ist langsam. Es braucht lange zum starten, lange zum Umschalten zwischen Hoch und Querdarstellung. Spontan Bilder mit der Kamera aufnehmen ist unmöglich. Das Einschalten dauerte zum Teil mehrere Minuten. Was mir dadurch schon an Schnappschüssen entgangen ist…
  • Stabilität: Das Telefon stürzt relativ häufig ab. Noch schlimmer ist allerdings, daß sich der Mobilfunkteil immer einmal von selbst ausschaltet, nachdem man das Gerät morgens einschaltet. Immer und immer genau einmal! Das kann nach 5 Minuten oder auch nach 2 Stunden passieren. Der PDA-Teil läuft währenddessen weiter, was dazu führt, daß man das Abschalten auch noch leicht übersieht. Ich bin daher bereits tagelang mit versehentlich ausgeschaltetem Telefon durch die Gegend marschiert.
  • Datensicherheit: Ich habe das eingebaute Excel Mobile genutzt, um ein Fahrtenbuch zu führen (wird vom Finanzamt nicht anerkannt, ich weiß…). Das habe ich gemacht, weil es praktisch ist. Das Smartphone ist immer dabei, man gibt die Daten sofort ein und synchronisiert zu Hause auf den PC. Toll! Blöd bloß, daß nach 4 Monaten plötzlich komplette Arbeitsblätter aus der Excel-Datei verschwunden waren. Jedenfalls, wenn ich sie am Computer geöffnet habe. Durch umständliches Stück-für-Stück Umkopieren am Smartphone konnte ich die Daten dann doch noch retten. Das war knapp!
  • Usability: Microsoft wirbt damit, daß die Bedienung wie vom Computer zu Hause gewohnt ist. Leider ist genau das das Problem. Die Bedienung ist für ein Mobiltelefon zu umständlich. Selbstverständliche Funktionen, wie das Versenden von Kontakten per SMS („Hast Du mal die Nummer von …?“) fehlen. Man merkt, daß die Telefonfunktionen dem PDA nachträglich übergestülpt wurden. Es passt einfach nicht richtig zusammen.

Insgesamt kann ich gegenwärtig von Smartphones mit Windows Mobile nur abraten. Abgesehen von der mangelhaften Qualität der Hardware dieses Modells, sind einfach zu viele wirklich schwerwiegende Fehler und Patzer in der Software vorhanden.

Microsoft ist da einfach auf dem falschen Weg. Smartphones sind keine kleinen PCs. Die Anforderungen sind anders, die Bedienoberfläche muß die Nutzungssituation berücksichtigen: Einhandbedienung, Schnelligkeit und Stabilität sind absolute Grundvoraussetzungen. Windows Mobile 5 erfüllt diese Anforderungen derzeitaus meiner Sicht nicht.

Internet to go (3)

Die Stadt glüht vor Hitze. In der Nacht kann ich nicht schlafen und am Tag nicht konzentriert arbeiten. Da hilft nur eins: Flucht! Petra arbeitet an der Nordsee und hat Platz in der Wohnung. Da ich zur Zeit ’nur‘ an meiner Diplomarbeit sitze und die wesentlichen Quellen zusammen habe, kann ich eigentlich überall arbeiten. Also die Sachen gepackt und ab ans Meer.

Wunderbar! 28 statt 34 Grad und eine leichte Brise von der See. So kann man es aushalten. Jetzt kann ich mich auch wieder konzentrieren. Also den Laptop ausgepackt und schnell mal die E-Mails abgeholt…

Denkste! Was mit dem Apple ganz wunderbar funktioniert, geht mit meinem Sony Vaio SZ1 und dem SonyEricsson K700i überhaupt nicht. Dabei lief das K700i bereits an meinem alten Vaio ZX1 ganz wunderbar. Nach stundenlangem rumprobieren stellte sich heraus, daß der Bluetooth-Stack des Vaio daran schuld ist. Er stellt angeblich eine Verbindung her, aber die funktioniert nicht. Genau dasselbe Problem taucht bei der Synchronisierung der Kontakte und dem Zugriff auf den Telefonspeicher auf. Alles, was nicht vom Original Microsoft Blutooth-Stack unterstützt wird, funktioniert nicht.

Die gleichen Symptome zeigten sich auch mit meinem PDA Qtek 9100 (a.k.a HTC Wizard, dem ich auch noch einen schönen Verriss widmen werde) und dem K610. Daher dürfte der Schuldige eindeutig feststehen. Wie Sony auf die Idee kommt, einem immerhin €2500,- teuren Notebook einen Bluetooth-Stack von Toshiba beizulegen, der schon über 2 Jahre alt ist, und mit dem Rechner überhaupt nicht funktioniert ist mir schleierhaft. Ein Update ist übrigens nicht zu bekommen. 1A Service!

Als Workaround darf ich zwischendurch das K610 von Petra nutzen. Das kann man nämlich per mitgeliefertem USB-Kabel anschließen. Funktioniert toll!

Nur das Bluetooth-Problem: Mal sehen, wie ich das lösen kann. Darum kümmere ich mich aber erst, wenn ich wieder zuhause bin.

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