tiny little gizmos

Was wird das Apfel Tablett bringen?

Nerds und Publisher warten gespannt auf das kommende Tablet von Apple, von dem nicht weniger erwartet wird, als den Zeitungs und Buchmark gehörig aufzumischen. Was muss das Gerät bringen, um den (sehr) hohen Erwartungen gerecht werden zu können?

Es soll denselben Lesekomfort, wie Papier bieten, aber auch als (Web-)Surftablett taugen und mindestens auch noch Videos abspielen können. Eine lange Akku-Laufzeit ist natürlich auch unabdingbar. Bisher ist dieser Spagat nicht zu schaffen. Knackpunkt des neuen Gerätes ist das Display.

Der hohe Lesekomfort, wie ihn die E-Ink Displays von E-Bookreadern bieten, kommt einerseits von deren hoher Auflösung und weil sie passiv (also nicht leuchtend) sind. Zudem verbrauchen sie nur beim Umblättern Strom. Eine Akkuladung kann also unter Umständen Wochen halten. Leider sind sie bisher nur in Schwarz/Weiss erhältlich und sehr langsam. Ein Bildwechsel dauert schon mal eine Sekunde. Damit sind keine Videos möglich und selbst normale Menübedienung ist unkomfortabel. Videotaugliche Farbdisplays sind aber bisher einfach zu stromhungrig und beim konzentrierten Betrachten (= lesen) auf Dauer nicht augenschonend.

Was hat Apple also in der Pipeline? Ich wage mal einen Blick in die Glaskugel:
Für denkbar halte ich ein Display, wie es seit geraumer Zeit im OLPC XO eingesetzt wird, aber vielleicht wird es auch ein Mirasol-Display?

Das Pixel Qi Display des OLPC XO hat zwei verschiedene Betriebsmodi: Mit aktiver Hintergrundbeleuchtung scheint es ein ganz normales Farb-LCD zu sein. Sobald man aber die Hintergrundbeleuchtung abschaltet, hat man es mit einem Schwarz-Weiss Display zu tun, das eine dreimal so hohe Auflösung hat, kaum Strom verbraucht und in der Sonne gut ablesbar ist. Hier ist ein Video mit einem Prototypen in einem normalen Acer-Notebook:

Das Mirasol Display von Qualcomm arbeitet hingegen mit winzig kleinen Spiegeln, die jeweils Licht einer bestimmten Wellenlänge (=Farbe) reflektieren. Ein Prototyp wurde gerade auf der CES in Las Vegas vorgeführt:

Ein normales LCD wird jedenfalls höchstwahrscheinlich nicht nicht im iSlate (falls es so heissen wird) verbaut werden. Ich bin auf das Apple Event am 26. Januar gespannt.

26C3 Vorbereitung – Netbook erfolgreich umgerüstet

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Der 26. Chaos Communication Congress wird vom 27. bis zum 30. Dezember unter dem Titel „Here be Dragons“ im Berliner Congress Center am Alexanderplatz stattfinden. Der Kongress der vom Chaos Computer Club ausgerichtet wird, bietet auch dieses Jahr wieder aktuelle Themen aus dem Spannunggebiet Technik, Sicherheit und Politik. Es stehen genügend interessante Veranstaltungen in dem Fahrplan, die mich zu einer Teilnahme animieren.

Nun habe ich relativ wenig Lust, mein schönes 15″ MacBook mitzunehmen, weil dieser Kongress extrem wuselig ist und ich nicht so auf versehenlich über Tastaturen verschüttete Getränke stehe. Zudem wiegt das Teil immerhin 2,5Kg, was etwas nervt, wen man den ganzen Tag damit rumläuft. Aber ganz ohne angemessene Technik möchte ich dann auch wieder nicht erscheinen.

Da erinnerte ich mich darin, daß noch ein fast unbenutztes Netbook in meinem Schrank liegt: Ein sehr anständiges Lenovo S10. Um ein bischen zu bloggen, Mails zu schreiben, zu twittern und so reicht das doch locker aus. Mal sehen – einschalten, Windows XP bootet – und das Gerät ist erstmal 40 Minuten mit Updates beschäftigt nur um hinterher extrem lahm zu laufen. Hmpf… :-/

Vielleicht doch mal Linux als Desktop?

Da erinnerte ich mich daran, daß das aktuelle Ubuntu Linux (Version 9.10) angeblich Netbooks sehr gut unterstützen soll. Ich möchte allerdings die normale Version und nicht Netbook Remix einsetzen. Also schnell mal das Disk-Image runtergeladen (http://www.ubuntu.com/getubuntu/download). Zur Vorbereitung habe ich noch die Festplatte defragmentiert, damit anschliessend die Windows-Partition problemlos verkleinert werden kann.

Mangels CD-Brenner muss die Installation per USB-Stick vorgenommen werden. Dazu habe ich das Ubuntu Disk-Image per UNetbootin (zu finden bei Sourceforge) auf einen leeren 4GB-USB Stick installiert und anschliessend von diesem das Netbook neu gestartet. Die Hardware wurde sofort korrekt erkannt, Linux läuft und auf dem Desktop findet sich das Icon, mit dem Ubuntu auf der Festplatte installiert werden kann. Windows lasse ich 50GB übrig, den Rest bekommt Linux. Zack!

Nach der Installation zickt das WLAN noch ein bischen. Es muss unter „Systemverwaltung/Hardware-Treiber“ noch der Broadcomm-STA Treiber aktiviert werden und nach einem Neustart funktioniert alles einwandfrei. Ich bin beeindruckt. Aber noch bin ich ja nicht fertig…

Noch ein paar Einstellungen angepasst und jetzt werde ich kühn: Wäre doch schön, wenn man von dem Rechner aus auch drucken könnte. Ich habe einen HP OfficeJet Pro 8500, der im Netzwerk hängt. Ich bin ehrlich verblüfft – nach knapp drei Minuten habe ich erfolgreich die Testseite gedruckt. Das liegt vermutlich daran, daß Linux und Apple das selbe Drucksystem (CUPS) verwenden. Super!

Jetzt gibt es noch eine Hürde: Den UMTS-Stick zum Laufen zu bringen, damit man Online gehen kann, falls das WLAN auf der Konferenz wieder überlastet ist. Ich habe einen Stick von Vodafone (Huawei K3520) und befürchte das Schlimmste, weil ich mich noch an den Krampf erinnere, das Ding am Mac zum Laufen zu bringen. Aber siehe da: Unter „Einstellungen/Netzwerkverbindungen/Mobiles Breitband“ wird der Stick erkannt, jetzt noch Vodafone Websessions auswählen – und läuft!

Zum Schluss noch mit der Aktualisierungsverwaltung die Pakete auf den neuesten Stand gebracht, und zwei lebenswichtige Programme installiert: Das süchtigmachende Spiel „Gweled“ per Paketverwaltung installiert und Skype runtergeladen und per Doppelklick installiert. Selbstverständlich funktionieren Lautsprecher, Mikrofon und Webcam sofort.

WOW – wenn ich daran denke, wie Linux mal angefangen hat: 30 Disketten Slackware 0.99 neukompilieren des Kernels. Alles im Textmodus, weil ich die Timingeinstellungen der Grafikkarte nicht kannte…

Ach ja, es funktioniert übrigens nicht nur alles einwandfrei, sondern auch zackig schnell. Wozu hatte ich eigentlich nochmal Windows auf der Kiste?

Gemischte Einsichten – Der Raumgleiter Honda Insight Hybrid

Heute schreibe ich mal etwas völlig anderes: Einen kurzen Autotest. Mein Aufenthalt in Kalifornien liegt leider schon wieder eine Woche zurück. Eine Sache, die mir dort auffiel, ist die im Vergleich zu Deutschland sehr hohe Anzahl von Hybridautos. Das betrifft sowohl die absolute Zahl, als auch die wesentlich größere Auswahl an Modellen. Das hat mich neugierig gemacht, wie sich so ein Auto wohl fahren mag.

Bei uns gibt es ja kaum Auswahl: Lexus ist mir viel zu teuer und den Toyota Prius finde ich optisch und finanziell völlig unattraktiv. Seit kurzem gibt es aber auch in Deutschland den neuen Honda Insight für einen recht korrekten Preis ab €20.000,-. Das Vorgängermodell wurde in den USA bereits seit 1999 verkauft.

Aus Neugier habe ich heute eine kleine Probefahrt mit dem Topmodell Elegance (Listenpreis €22.200,-) unternommen. Was ich im Vorfeld bereits vermutet habe, hat sich dabei bestätigt: Das Auto ist auf amerikanische Fahrweise optimiert. Wer sich darauf nicht einlassen möchte, der wird keine Freude daran haben und auch kaum sparen. Aber der Reihe nach.

Design und Layout
Bei der ersten Annäherung fällt auf, daß der Wagen in der Grundform dem Toyota Prius ähnelt, aber insbesondere im Frontbereich deutlich gefälliger gestaltet ist. Ein erster Blick in den Innenraum zeigt unerwartete Größe. Selbst hinter einem großgewachsenen Fahrer ist noch absolut ausreichende Beinfreiheit. Der Kofferraum ist ebenfalls recht großzügig ausgefallen. Das Raumangebot ist also absolut familientauglich.

Honda Insight

Grundform - ähnlich dem Toyota Prius

Honda Insight

Gefällige Frontpartie

Honda Insight Cockpit

Vorne viel Platz

Honda Insight Rückbank

Hinten auch viel Platz

Innenraum
Wenn man auf dem Fahrersitz Platz genommen hat, wird man mit einem recht bunten und verspielten Cockpit konfrontiert. Die verwendeten Materialien wirken zwar etwas billig, aber die Verarbeitung ist tadellos. Wie ich bereits andeutete, ist der Insight im Wesen ein richtig amerikanisches Auto. Das bedeutet mehrere Getränkehalter und Vollautomatik für alles: Lichtsensor, Regensensor, Klimaautomatik und selbstverständlich ein Automatikgetriebe.

Honda InsightArmaturenbrett

Honda Lichtfestspiele

Fahren
Von den vielen Einstellmöglichkeiten und elektronischen Spielereien lasse ich mich erstmal nicht ablenken. Mich interessiert ja in erster Linie, wie sich der Wagen fährt. Also Motor gestartet, Wahlhebel auf „D“ und los geht es. Bis zur ersten Kreuzung ist nichts ungewöhnliches zu vermelden – der Insight fährt, wie ein normales Auto. Als ich anhalte, um den Querverkehr durchzulassen wird sofort der Motor abgeschaltet. Sobald ich den Fuß von der Bremse nehme, startet er wieder. Das geht unauffällig und so schnell, wie man braucht um den Fuß von der Bremse auf das Gaspedal zu setzen – ich kann sofort weiterfahren. Bei längerem Anhalten sprang der Motor übrigens von selbst wieder an – vermutlich weil die Klimaautomatik lief.

Das Mitschwimmen im Stadtverkehr und auf der Landstrasse ist völlig problemlos und der Honda ist dabei ein sehr angenehmes leises Auto. Die Anzeigen ermutigen dabei stets zu vernünftiger Fahrweise. Die Tachobeleuchtung wechselt zwischen blau, türkies und grün. Blau bedeutet, daß man viel verbraucht, grün zeigt günstigen Verbrauch an und türkies ist so lala – zum Beispiel bei normalem Beschleunigen. Zudem gibt eine Anzeige, die stets den aktuellen Verbrauch und den Durchschnittsverbrauch auf der Fahrt anzeigt. Das Fahrwerk ist recht straff – etwas straffer, als es dem Charakter des Autos entspricht aber nicht unkomfortabel. Der Geräuschpegel ist sehr gering, solange man sparsam fährt. Bis hier ist alles toll.

Natürlich musste der Insight auch einen kleinen Abstecher über die Autobahn mitmachen. Kurz gesagt: Hier liegt meines Erachtens die größte Schwäche. Mitschwimmen bis 130km/h ist kein Problem, aber hohe Geschwindigkeiten oder starkes Gasgeben um in kleine Lücken einzuscheren quittiert der kleine 1,3L Bezinmotor mit langem, lauten Aufheulen und wenig Beschleunigung. Das nervt!

Fazit
Ist der Honda Insight nun ein empfehlenswertes Auto? Ich finde ja, aber nicht für jeden. Wenn man nur selten die Autobahn nutzt und ansonsten an leisem, gleichmäßigen Dahingleiten Spass hat, findet man in ihm ein bezahlbares, geräumiges, komfotables und gut ausgestattetes Auto mit guten Verbrauchswerten. Ich kam in meiner gemischten Testfahrt (Stadtverkehr, Landstrasse, Autobahn) mit laufender Klimaanlage auf einen Durchschnittsverbrauch von 5,5L Super. Mein derzeitiges Auto verbraucht da ziemlich genau die Hälfte mehr.

Wer es aber häufig eilig hat und viel auf der Autobahn unterwegs ist, der ist vermutlich mit einem guten Diesel besser bedient.

Für mich ist das Auto interessant, aber ich würde es selber vermutlich nicht kaufen, solange es in Deutschland kein Tempolimit auf Autobahnen gibt. Der Honda gab mir aber ein Gefühl, wie sich künftige Elektroautos fahren können. Anders als heutige Benziner, aber wirklich nicht unattraktiv.

chill

Ahhhh, 4 Tage frei.

So langsam verblasst der gestrige Strassenwahnsinn. Um 17:15 Feierabend in Hamburg – um 22:15 zu Hause in Berlin. Bis zur Autbahn im „weniger-als-Schritt-Tempo“ um dann nahtlos in einen 15 KM-Stau überzugehen und die restlichen ca. 250 Km bis Berlin Stoßstange an Stoßstange. Das brauche ich nicht so häufig.

Aber nu ist erstmal Ruh‘!

Alles mal wieder anders

Mein Leben hat sich geändert. Seit letzter Woche arbeite ich vor Ort beim Kunden. Genau wie früher. Und genau wie früher ist es mal wieder eine Bank. Allerdings diesmal nicht in Zürich. Das bedeutet für mich, mehrere Tage pro Woche hintereinander nicht mehr zu Hause zu sein. Das bedeutet auch, „anständig“ gekleidet zu sein. Nicht mehr die Geek-Uniform (Jeans und Kapuzenshirt), sondern schwarze Hosen, blaue Hemden, Sakko und ordenliche Schuhe von Lloyd. Das bedeutet feste Arbeitszeiten und klare Hierarchien. Das bedeutet freundliche und gediegene Umgangsformen, eine klare Pausenregelung und eine wirklich ausgezeichnete Kantine mit sehr günstigen Preisen. Es bedeutet, der Bürostandort ist keine „angesagte Location“, sondern ein nüchterner 70er Jahre Zweckbau mit Klimaanlage, die auf unglaubliche 24 Grad eingestellt ist (Frauen…). Es gibt keinen unregulierten Internetzugang – alles wird protokolliert und die Hälfte wird geblockt. Daher kaum Kontakt zu meiner Firma – aber im Gegenzug konzentriertes Arbeiten.

Das fühlt sich ganz schön anders an – aber wirklich nicht schlecht.

Bahn – Chaos – Homeoffice

Heute Nacht waren in Brandenburg Temperaturen bis zu -20 Grad. Wie ich auf die Idee kommen konnte, daß ich heute morgen einfach so in den Zug steigen und nach Hamburg zur Arbeit fahren kann, ist mir im Nachhinein unklar. Die Bahn bekommt ja schon den normalen Betriebsablauf nur mit Ach und Krach einigermaßen auf die Reihe.

Selbstverständlich war dann heute morgen komplettes Chaos – oder eigentlich auch wieder nicht. Streng genommen war es sogar ganz ruhig. Es fuhr nämlich schlichtweg nichts in Richtung Hamburg. Es kamen zwar im Minutentakt sinnlose Durchsagen, welcher Zug nun wieder wieviel Verspätung hat (Mindestens 45 – meist ab 60 Minuten aufwärts), daß Waggons fehlen, Reservierungen teils in anderen Waggons sind und Teile des Zuges unbeheizt sind. Aber das war unter dem Strich alles total egal – weil ohnehin kein Zug fuhr.

Bahnchaos

Geringfügige Differenz zwischen Ist- und Soll

Ich habe mir das bis 9:00 angesehen (bis dahin waren bereits 3 Züge fällig und nicht gefahren) und bin dann wieder nach Hause gefahren um von dort zu arbeiten. Was für ein Glück, daß ich den Laptop nicht in Hamburg hatte. Warum ist die Bahn eigentlich nicht so ehrlich und sagt folgendes durch:

Wir bekommen heute überhaupt nichts auf die Reihe, gehen Sie bitte einfach wieder nach Hause„?

Das wäre wohl zu ehrlich, oder? Super Einstand für 2009 übrigens…

Michael Arrington versteht Netbooks nicht

Mann, und ich dachte, ich wär ein Snob. Habe gerade Michael Arringtons Artikel „Three Reasons Why Netbooks Just Aren’t Good Enough“ gelesen. Er hält die momentan so populären Netbooks (extrem kleine, leichte und preiswerte Notebooks) für Mist. Die drei Gründe, die er aufzählt, sind:

  • Zu wenig Power
  • Zu kleiner Bildschirm
  • Zu kleine Tastatur

Bei allem Respekt: Ich halte seine Meinung für ziemlich irrelevant. Das Problem zeigt sich nämlich schon in der Überschrift: „…Netbooks Just Aren’t Good Enough“. Aha.

Not good enough – for what?

Der Markt für PC ist mittlerweile ein reifer Markt. Reife Märkte zeichnen sich dadurch aus, daß das Angebot immer weiter ausdifferenziert wird um möglichst jedem Kunden das zu geben, was er bevorzugt. Das sehen wir seit Jahren bei Autos. Früher war die Familie froh, wenn sie sich einen VW Käfer leisten konnte. Heute gibt es Kompaktwagen, Limusinen, Kombis, Coupes, Sportwagen, Cabrios, Geländewagen, Crossover in alles Geschmacksrichrichtungen.

Früher war ein PC ein grauer Kasten, der auf oder unter dem Schreibtisch steht. So etwas gibt es zwar immer noch, aber mittlerweile haben wir Computer speziell für Spieler, Computer für Multimediaproduktionen, tragbare Computer, Computer zum Angeben, Computer für Unterhaltungsmedien, und was weiß ich.

Nun gibt es eben auch Computer, die sehr klein, leicht und recht billig sind. Klar ist so ein Teil extrem ungeeignet um damit sagen wir mal Musikproduktion oder Videoschnitt zu machen. Da will ja auch keiner. Zum Mailen, Surfen und sogar Schreiben (falls es kein Roman wird), reichen die Zwerge aber absolut aus. Es nervt nicht, sie überall hin mitzunehmen, weil sie kleiner und leichter als ein fettes Filofax sind und als Normalverdiener muss man auch nicht monatelang überlegen, ob man sich so ein feines Spielzeug leisten kann. Soviel zu „Wenn ich ein leichtes Notebook will, hole ich mir ein Macbook Air“ wie es ein Kommentator schrieb. Klar, hat keiner etwas dagegen. Mach’s doch – wenn es Dir egal ist, ob Du €300,- oder €1.800,- ausgibst…

Jedem das Seine

Tragbare Computer sind immer Kompromisse. Je nach persönlicher Präferenz, geplantem Einsatzzweck und finanzieller Disposition sieht der ideale Rechner sehr unterschiedlich aus. Und ob Netbooks „good enough“ sind, entscheiden letztes Endes die Käufer. Den ziemlich guten Verkaufszahlen nach zu urteilen sind Netbooks für viele Leute absolut „good enough“.

Ganz was Neues: Dickes Lob für die Bahn

Nachdem ich gestern ziemlich über die geringe Flexibilität der Bahn gemeckert habe, muß ich heute ausnahmsweise mal ein Lob ausstellen – und zwar ein echt dickes. Mir wurde gestern telefonisch zugesichert, daß gleich morgens eine vorläufige Bahncard verschickt wurde. Ich gucke also heute in den Briefkasten und finde nicht einen, sondern gleich zwei Briefe von der Bahn vor. In dem ersten ist die versprochene vorläufige Bahncard samt Rechnung (€30,- für die Ersatzkarte) und in dem zweiten sage und schreibe schon die richtige vollwertige Ersatzkarte.

Da bin ich baff. Ich meckere zwar an ziemlich vielen Sachen herum, aber wenn mal was richtig gut funktioniert, muss ich das auch mal loben. Das tue ich hiermit!

1A Service der Bahn

Gestern dachte ich noch, daß meine Bindehautentzündung und der fast fünfstündige Aufenthalt im Wartezimmer der Augenäztin der (negative) Höhepunkt der Woche wären. Aber auf eines kann man sich wirklich verlassen: die Unverfrorenheit der Bahn AG. Was ist passiert?

Es fängt mir meiner eigenen Schusseligkeit an: Gestern abend habe ich bemerkt, daß ich meine Bahncard 100 verloren habe. Schlecht. Um 21:00 ist natürlich auch niemand mehr im Callcenter zu erreichen. Schlecht. Also bin ich heute morgen um 6:00 aufgestanden, damit ich vor Fahrtbeginn eine Ersatzkarte im Kundencenter beantragen kann. Kein Problem: kurzer Check Personalausweis und Kartennumer, Antrag geschrieben, kostet 30 Euro.

Happig! Aber gut – eigene Schuld. Jetzt brauche ich natürlich noch eine provisorische Fahrkarte auf der steht, daß ich Bahncard 100 Kunde bin, weil ich ja ansonsten einen regulären Fahrschein lösen müsste. Das nachfolgende Gespräch ist verkürzt und sinngemäß widergegeben.


Wie bitte?“
„Das kann ich nicht machen. Sie müssen jetzt einen Fahrschein kaufen.“
„Ähm… Entschuldigung, ich habe bereits für die Beförderung bezahlt. Das waren immerhin €3500,-“
„Ich weiß, aber das ist nunmal so“
„Nein, das ist nicht so. Ich habe das Geld dafür bezahlt, daß Sie mich von A nach B transportieren. Das Geld haben Sie bereits. Ich bin nicht willens für eine Leistung doppelt zu bezahlen. Zumal es nicht um eine Fahrt geht. Ich muss heute Abend auch wieder zurück. Das gleiche gilt für den Rest der Woche“
„Da kann ich nichts machen“
„Das ist nicht akzeptabel“
„Da kann ich nichts machen“
„Ich muss ins Büro. Wie soll ich das meinem Chef beibringen?“

Ab hier dreht sich das Gespräch ca. 3 min. im Kreis

„Wie lange wird es dauern, bis ich die Ersatzkarte bekomme?“
„Das kann ich Ihnen nicht sagen. Bei der zuständigen Stelle ist um diese Uhrzeit auch noch niemand.“ (Es war mittlerweile 7:15)
„Ich soll also €140,- pro Tag ausgeben, damit Sie eine Leistung erbringen, die ich Ihnen bereits bezahlt habe, bis Sie mir gnädigerweise den ziemlich teuren Ersatzausweis schicken?“
„Ja, das geht nicht anders“
„Ich fasse mal zusammen: letzte Woche konnte ich nicht ins Büro fahren, weil der Zug, den ich nehmen muss, jeden Tag ausfiel. Diese Woche kann ich nicht ins Büro fahren, weil Sie mit die Ausstellung eines provisorischen Fahrscheins verweigern und im Frühjahr kann ich vier Monate nicht ins Büro, weil die Strecke nach Hamburg gesperrt ist. Können Sie mir bitte mal erklären, wozu ich Ihnen das viele Geld bezahlt habe?“
„Wieso, die ICE fahren doch wieder?“
„Ja aber nicht im Frühjahr“
„Doch, die ICE fahren doch wieder. Nicht nur IC …“
„Ihnen ist nicht bekannt, daß die Strecke nächstes Frühjahr gesperrt wird?“
Dummes Gesicht auf der anderen Seite. Kurze Pause
„Also wollen Sie jetzt einen Fahrschein kaufen?“

An der Stelle habe ich mich umgedreht un bin gegangen, weil ich sonst handgreiflich geworden wäre. Das Ganze ist übrigens am first-class Schalter passiert. Meine juristische Laienmeinung dazu:

Es scheint den Mitarbeitern irgendwie nicht so recht bewust zu sein, daß es zwischen der Bahn AG und Herrn Ollmetzer einen rechtsgültigen Vertrag gibt (siehe Bürgerliches Gestzbuch). Gegenstand dieses Vertrages ist nicht eine Plastikkarte im Wert von ca.€1,-, sondern die Leistung, meinen Hintern jederzeit von A nach B zu befördern. Ich habe meinen Teil der Vereinbarung erbracht. Dieses Leistungsversprechen der Bahn wird wiederholt nicht erbracht und mir heute morgen sogar vorsätzlich verweigert. Weder interne Dienstanweisungen noch die AGB der Bahn stehen über dem Vertragsrecht nach BGB.

Sehe ich da irgendwas falsch?

Nachtrag [04.11.2008, 14:00]
Auf Nachfrage bei der Bahncard 100 Servicehotline wurde mir zugesichert, daß heute morgen eine vorläufige Bahncard 100 (also ein Papierticket) an mich geschickt wurde. Immerhin. Die richtige Plastikkarte kommt dann ca. in zwei Wochen oder so. Hoffen wir also, daß morgen früh das Ticket ankommt. Trotzdem: Warum konnte ich diesen blöden Papierschnipsel nicht gleich heute morgen bekommen?

Zwei Mitte-Poser mit ihren iPhones…

Sonntagnachmittag. Langweilig. Also habe ich mal ein bischen bei iTunes gestöbert. Nach irgendwelchen interessanten Programmen, mit denen ich mal ein bischen rumspielen kann. Wie kam ich drauf?

Am Freitagabend habe ich in den Schwarzwaldstuben Christian getroffen. Nach viel „Hallo und wie geht’s“ haben wir beide jeweils das iPhone gezückt um uns irgendwelches Zeugs zu zeigen. Passend zum Lokal wären wir damit schonmal hervorragend als Mitte-Poser durchgegangen. Egal – immerhin hatten wir beide Electronic Business studiert, arbeiten an Internet-Zeugs und haben daher ein natürliches Interesse an angesagten Gadgets. Aber es gibt interessante Unterschiede, wie wir beide mit dem Gerät umgehen:

Ich habe seit ca. zwei Wochen das alte iPhone-Modell. Es ist nicht meins, sondern ein Firmenhandy. Aufgrund der ganzen Zwangbindungen, die sich Apple ausgedacht hat (Providerbindung, AppStore, etc.), habe ich niemals ernsthaft in Erwägung gezogen, mir solch ein Teil zuzuegen – egal wie cool es it.

Christian hat sich das neue Modell privat besorgt. Er hatte das Gefühl, daß mit diesem Handy endlich der Durchbruch im mobile Internet kommt und er will von Anfang an dabei sein. Die Statistiken scheinen ihm da Recht zu geben. Obwohl das iPhone in Deutschland noch nicht so richtig weit verbreitet ist, werden bereits 2/3 aller Seitenabrufe im mobilen Internet mit diesem Gerät gemacht.

Ich nutze das Teil nach dem ersten Rumspielen dagegen kaum. Meine Firmen-Emails kann ich zwar unterwegs lesen, aber das Aktualisieren der IMAP-Ordner dauert ewig – das nervt. Die Sache mit dem mobilen Internet ist auch noch etwas zwiespältig. Es ist zwar möglich, normale Webseiten aufzurufen, aber auch das ist sehr langsam und so nervtötend, daß ich es lasse. Meine ursprüngliche Einschätzung, daß mobile Geräte speziell angepasste Webseiten benötigen wird hier voll bestätigt. Unterwegs mal eben Spiegel Online lesen ist tödlich – außer man nutzt mobil.spiegel.de. Das kann ich aber auch auf meinem SonyEricsson K770i. Die Kamera im iPhone ist schlecht und der Browser unterstützt (im Unterschied zum K770i) keinen Dateiupload. Bilder auf die Website hochladen – zum Beispiel auf zzap – ist also nicht. Dagen hat mich die nicht abschaltbare „Rechtschreibkorrektur“ fast zum Wahnsinn getrieben. Die Korrekturvorschläge waren nicht nur obskur, sondern größtenteils komplett schwachsinnige Aneinanderreihungen von Buchstaben.

Christian hat viele Programme auf seinem iPhone installiert und probiert auch die eher obskuren Sachen ohne konkreten Nutzwert aus.

Ich habe noch kein einziges Programm gefunden, daß ich unbedingt installieren wollte. Nach dem Rumstöbern im App Store eben bin ich sogar der Meinung, daß gefühlte 80% total sinnloser Schrott sind. Ich habe immer noch nichts installiert, bin aber für Tipps dankbar.

Was sagt mir das? Ist es eine Generationenfrage? Bin ich einfach zu alt? Hmmm, immerhin hör ich gerade nebenbei Musik (Bigbeat) auf last.fm – kann also so schlimm nicht sein. Eigentlich warte ich ja auch schon seit ungefähr 2001 auf den Durchbruch beim mobilen Internet. Damals habe ich mit ein paar Kollegen ja bereits einen Funktionsprototypen für Wertpapierhandel per WAP-Handy programmiert. Ich nutze mobile Internet seit es GPRS gibt. Vielleicht hat mich das jahrelange Warten auf bessere Technik, bessere Datentarife und und das Verständnis der normalen Menschen für die tollen Möglichkeiten des mobilen Internets einfach mürbe gemacht.

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