tiny little gizmos

Gestern: Madonna vs. Iggy Pop

Gestern fanden parallel zwei musikalische Ereignisse in Berlin statt: Madonna im Olympiastadion und Iggy Pop in der Zitadelle Spandau. Queen of Pop versus Godfather of Punk. 50.000 vs. 10.000 Zuschauer. Aber gibt es überhaupt nennenswerte Überschneidungen beim Publikum?

Für mich war die Sache jedenfalls klar: Nichts gegen Madonna, aber für mich ist das eben Plastik Pop. Gut gemacht, aber eher für das Radio oder für CD. Mögen andere Leute anderer Meinung sein. Ein Vorteil für Iggy war jedenfalls der wesentlich kleinere Rahmen. Wir standen ca. 20m vor der Bühne, etwas abseits der pogenden Menge und konnten jede seiner ehrlichen und zahlreichen Falten sehen.

Das Wetter war von zwei kurzen Nieselanfällen einigermaßen gnädig. Aber liebe Konzertveranstalter: 4(!) Vorgruppen???
Die ersten beiden waren nicht der Rede wert, dann kam EL*KE. Gekonnter Heavy Rock auf Deutsch. Hat mir ausnehmend gut gefallen und bemerkenswert fand ich den echt gut gemischten Sound. Trotz teils brachialen Gitarren wirkte nichts vermatscht. Chapeau dafür!

Danach kamen Jingo de Lunch. Im Prinzip waren die auch gut, aber ich wurde etwas ungnädig, weil ich endlich den Hauptact sehen wollte. Sie hatten jedenfalls etliche Fans im Publikum.

Und dann, um kurz nach Neun kam dann endlich die Rampensau par Excellance – Iggy Pop mit den Stooges. Wie üblich mit nacktem Oberkörper und einer viel zu engen Jeans. Volle Show ab der ersten Sekunde. Schon der dritte Song war „i Wanna be your dog“ und die Stimmung vor der Bühne war krass. Der Abend bot dann alles, was man erwarten konnte (außer ruhigeren Stücken – die gabs nicht): Ein klitschnasser Iggy, der wild rumzappelte und mit Wasserflaschen warf, Pogo vor der Bühne, Ein Ritt auf dem Verstärkerturm, deftige Sprache, Leute die auf dem Rücken über die Menge getragen wurden, Stagediving, Iggy im Publikum, das Publikum auf der Bühne, fliegende Mikrofonständer – das ganze Programm halt. Sehr unterhaltsam. Immerhin ist der alte Haudegen schon 61!

YEAH – FUCK!!!

Feines Essen

Gerade habe ich ein feines Mahl genossen: In Sherry gedünstetes Rindfleisch mit Auberginen-Tomatengratin.

Feines Essen

gedünstete Rindfleisch mit Zucchini-Tomatengratin

Zubereitung :

Die Auberginen und Tomaten in Scheiben schneiden. Die Auberginenscheiben in Mehl wenden und anbraten. Anschließend die Tomaten- und Auberginenscheiben in einer Auflaufform schichten und mit einer Mischung aus Olivenöl, 3 Knoblauchzehen, 2 Zwiebeln, Bohnenkraut und Petersilie einlegen. Das Ganze wird mit Paniermehl und geraspeltem Padano bedeckt und kommt 40 Minuten in den Ofen.

Nun die Kartoffel schälen und aufsetzen. Das Rindfleisch wird in ca. 1cm dicke Scheibchen geschnitten, in Olivenöl sehr(!) kurz angebraten und aus der Pfanne herausgenommen, gepfeffert und gesalzen. In das Öl kommen 3 zerhackte Knoblauchzehen, 2 EL Sojasauce und 5 EL Sherry. Das Fleisch wird nun kurz in dem Sud gedünstet.

Guten Appetit !

Retromodern Sound Design

Gestern hatte ich einen kleinen Nostalgieanfall, was Computer anbelangt und bin ein bischen durch das Web gesurft. Dabei kam es manchmal zu seltsamen AHA-Effekten.

Grafik – damals

Zum Beispiel habe ich eine Seite mit Informationen zum Sinclair ZX Spectrum besucht. Ich habe diesem Computer geliebt und damals auch Spiele auf ihm programmiert – noch in Basic, aber immerhin. Als ich also gestern Screenshots von Spielen gesehen habe wollte ich auf das Thumbnail klicken, um die Grafik zu vergrößern. Von wegen Thumbnail: Die Grafik war in Originalauflösung: 256×192 Pixel in 16 Knallfarben! Das wirkt auf einem 20″ Screen mit 1680 x 1050 Pixel ganz schön winzig. Selbst mein Handy hat schon 240×320 Pixel…

Sound – damals

Ich bin weitergesurft und kam dann zum Thema Sound. Es gab seinerzeit eine ganz bestimmte Art von Musiksoftware, um mit einem Minimum an Speicherplatz das Maximum an Sound aus den kleinen Kisten rauszuholen: die sogenannten Tracker. Eigentlich erfunden, damit es einfacher wurde, Musik für Computerspiele zu programmieren. Ich hatte mich damals schon auf dem Commodore64 mit dem Sound-Monitor von Chris Hülsbeck ausgetobt und später in den 90ern bereits auf einem PC etwas mit FastTracker und ImpulseTracker rumgespielt. Insbesondere gab es damals eine Fülle von frei erhältlicher Musik in den Mailboxen – das Internet war ja noch nicht zugänglich für Privatpersonen. Die Musiker stellten damals ihre Songs meist genauso kostenlos zur Verfügung, wie die Programmierer die Tracker-Programme. In den letzten 15 Jahren habe ich die Szene dann ziemlich aus den Augen verloren. Musik wurde am Computer ja nun fast ausschließlich mit teurer Profisoftware erstellt.

Retromodern Sound

Jetzt kommt der Clou: Es gibt noch immer Tracker. Ich habe mir vorhin Renoise auf meinem Mac installiert – die Software gibt es aber auch für Windows und Linux. Der erste Eindruck ist gut: das alte Grundprinzip, aber kräftig aufgepeppt mit MIDI und VST-Integration, eingebautem Sampler und Effekten. Die mitgelieferten Demosongs zeigen, daß diese Software auch für anderes, als nur Drum’n Base taugt. Sie klingen gut und lasten den Prozessor (Intel Dual Core, 2GHz) nur ungefährt zu 10% aus – mit vielen Effekten gab es einen Peak von 20%. Ich hoffe, daß ich ein wenig Zeit finde, um mit dem Programm ein wenig rumzuspielen – sieht jedenfalls vielversprechend aus. Einen Eindruck, wie man mit so etwas Musik machen kann, ist auf diesem Beispielvideo zu sehen: http://www.renoise.com/indepth/tutorials/fat-beat-in-less-than-10-minutes/. Wer die Renoise gerne und regelmäßig nutzt, sollte den Entwicklern die gewünschten €50,- zukommen lassen – die Software ist es auf jeden Fall wert.

Opa – feeling

Ich war ja noch nie so der Freund von heissem Wetter. Warm mag ich – aber nicht heiß. Heiß beginnt bei mir so ungefähr bei 28 Grad. Schlechter als heiß ist, plötzlich heiß. Ich bin dann fahrig, unkonzentriert, müde und laaaangsam. Das ist bei solch einem Wetter, wie wir es jetzt haben, normal.

Gestern hat es mich aber fast fast aus den Latschen gehebelt. Gottseidank hatte ich nicht allzuviel vor. Ausschlafen, ein bischen rumgammeln, ein bischen programmieren, relaxen. Abends war ich zum Schwoof im Ballhaus verabredet. Bin also am Nachmittag kurz raus, um das Wichtigste einzukaufen und habe am trubeligen Alexanderplatz dann plötzlich Kreislaufprobleme bekommen. Leicht schwindelig, geschwollene Füsse und so. Habe mich so gefühlt, wie Opa damals, als er noch lebte – bloß war der Gute da schon 70.

Den Abend habe ich dann lieber zuhause verbracht, vieeel getrunken und die Beine hochgelegt. Heute geht es mir schon etwas besser, aber sowas wie gestern will ich eigentlich nicht so schnell wieder haben :-(.

Wer soll denn sowas glauben?

Habe gestern abend festgestellt, daß mein Wecker etwas unzuverlässig lief und darum zur Vorsicht einen zweiten Wecker danebengestellt. Das Ergebnis?

Ich habe verschlafen! Um genau eine Stunde.

Der Funkwecker ist stehengeblieben. Die Zeiger zeigten auf 12. Das führe ich mal auf ’ne leere Batterie zurück. Daß dann aber auch noch mein Braun-Wecker einfach nicht gepiept hat ist schon doll. Innerhalb von einer Woche haben bei mir insgesamt 3 Uhren den Geist aufgegeben. Wer soll einem eigentlich sowas glauben?

Musste also heute zwangsweise Homeoffice machen. Blöd, daß Dienstags Meeting-Tag ist :-(

10 Stunden offline

Aufgrund eines Totalausfalls im Rechenzentrum meines alten Hosters war ollmetzer.com heute ungefähr 10 Stunden offline. Ich hoffe, Ihr konntet es verschmerzen. Das ist für mich jedenfalls ein weiterer Grund, nun auch bald mit dieser Domain zum neuen Hoster umzuziehen – wenn ich denn mal Zeit habe.

Ja nee, war geil!

Gestern Freiluftbühne Wuhlheide: Die Ärzte.
3 Stunden Fun und blöde Sprüche. Das Wetter wurde dann doch noch nett, das Publikum hat schon bei der Vorgruppe mitgegrölt – okay es war ’ne Tote-Hosen-Coverband, aber immerhin!

Es war Geil. 17.000 mal gute Laune!

Unglaublich: Die Ärzte haben 6 ausverkaufte Konzerte in der Wuhlheide dieses Jahr – das macht mal locker 100.000 Besucher nur in Berlin. Aber es sind eben auch klasse Rampensäue und die Karten sind mit 31,- vergleicheise billig. Das gesparte Geld wurde dann stilecht in T-Shirts angelegt, wie bei 2/3 der Besucher.

Ich werde mein Kulturwochenende heute auf Schloss Wiepersdorf beim Sommerfest beenden. Etwas anderes Ambiente, aber sicherlich auch nett. Muss gleich los…

The tragedy of suburbia

James Howard Kunstler beklagt in seinem Vortrag die Unwirklichkeit der durchschnittlichen amerikanischen Stadt. Er redet sehr engagiert und arbeitet mit beissend zynischen Vergleichen und Kommentaren, die aber so unglaublich treffend sind, daß es wehtut. Im Laufe des Vortrags wird bald spürbar, daß es Kunstler um mehr geht, als nur um die Frage, wie eine Strasse gestaltet werden sollte. Letztendlich plädiert er für eine grundsätzliche Abkehr vom american way of life. „Amerika hat besseres verdient“, „Keine alternative Energie wird es uns erlauben, DAS hier weiterzubetreiben“, „Amerika ist nicht auf den Wandel vorbereitet“, „Definiert Euch als Bürger, nicht als Konsumenten“.

Starker Tobak. Gut!

Wow future

Noch vor weniger Jahren war ich sehr pessimistisch, was die Zukunft anging. Der Mainstream war, daß alles so bleiben sollte, wie es ist. Niemand hatte irgendeine positive Utopie im Kopf. Aber wir stecken so langsam in echten Schwierigkeiten, was zum Beispiel die Ressourcenknappheit angeht. Das verhindert das ewige, öde „weiter so“ in Wirtschaft, Technik und Lebensgestaltung. Neue Gedanken, Lebensweisen und Techniken werden entwickelt. Es wird wieder ausprobiert. Man wird wieder neugierig. Das Neue bekommt eine reelle Chance. Hier sind drei Beispiele, was ich meine:

Wider die dröge Arbeitswelt der 60er bis 90er:
„Digitale Beduinen“ in Das Magazin

Transportschiffahrt:
„Drachenantrieb übertrifft alle Erwartungen“ in Spiegel

Energieversorgung:
„Amerikas Weg ins solare Zeitalter“ in Spektrum der Wissenschaft

Was haben diese drei Beispiele gemeinsam? Überwindung des menschenfeindlichen und Ressourcenfressenden Industriezeitalters durch Kombination traditioneller Verfahren und High-Tech (Einheit von Arbeit und Leben, Segelschiffe, Nur das der Natur entnehmen, was sie liefern kann). Ich freue mich auf die Zukunft und beneide die jungen Leute um die Möglichkeiten, die sie haben werden.

Das war der positive Gedanke zum Wochenausklang. ;-)

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