Dirk Ollmetzer | Sonntag, 2 November 2008 |
Unterwegs
Die dritte Kunstmesse, die ich diese Woche besucht habe, war der Berliner Kunstsalon. Der Ort war wiederum etwas besonderes: Ein ehemaliges Umspannwerk in der Kopenhagener Strasse in Prenzlauer Berg. Am Freitagabend hatte ich das erste Mal die Gelegenheit, fast das gesamte, enorm große Gebäude zu sehen. Um das Fazit vorneweg zu nehmen: Das war für mich der Höhepunkt der (Kunst-)Woche.

Im Fokus: Kunst in Berlin

Der gute Auftakt
Nach einem bereits recht gelungenen Auftakt im vorderen Gebäude, das vor einigen Jahren vom Vitra Designmuseum genutzt wurde, ging es über den architektonisch interessanten Hof in das hintere Gebäude. Hier wurde die Kunst auf vier Etagen präsentiert. Wir gingen zunächst in den Keller.

Hof des Umspannwerks

Interssante Installationen im Untergrund

Typisch: Kunst und Starkstromartefakte
In dem labyrinthischen Keller wurde den einzelnen Werken viel Raum gegeben. Großzügigkeit statt Gedränge. Interessant ist das Zusammenwirken von Kunst, Architektur und den verbliebenen Artefakten der Starkstromtechnik. Hier waren zudem einige Installationen zu finden, die mit Schall arbeiteten. Das alles sorgte für eine unheimlich dichte Atmosphäre, in der man stets neugierig war, was einen hinter der nächsten Ecke erwarten würde.

Raumsituation

Raumsituation
Die oberen Etagen waren durch konventionellere Räume geprägt, obwohl jede Etage wiederum einen anderen Charakter hatte. Mal offene und von Fenterbänder durchzogene Hallen, mal geschlossene, längliche Räume, mal Räume, die durch das Herausbrechen etlicher Zwischenwände entstanden sind. Die präsentierte Kunst nahm diese unterschiedlichen Situationen gut auf.

Beamen auf der Kommandobrücke
Ein echtes Highlight war die Bar, die in der alten Schaltzentrale untergebracht war. Ein ovaler, fensterloser Raum mit alten Schalttafeln und -Schränken. Beim Eintreten kam ich mir vor, wie Käpt’n Kirk auf der Enterprise. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man beim Betrachen der Steuerkonsole die Bedienelemente findet, mit denen man früher komplette Stadtteile ausschalten konnte.
Dirk Ollmetzer | Donnerstag, 30 Oktober 2008 |
Unterwegs
Eine kleine Korrektur zu meinen Erinnerungen zu Istanbul: Meine Mutter hat mir gerade geschrieben, daß ich nicht fünf, sondern schon 7 Jahre alt war als wir dort waren – 1975. Sie fand die Stadt übrigens auch toll und hat ein paar Fotos von damals ausgegraben.

Die "Nessebar" im Hafen von Istanbul

Der "neue" Sultanspalast aus dem 19. Jahrhundert

Hagia Sophia

Bosporusbrücke mit Blick auf Europa (1975)
Weshalb drei Bilder völlig ausgeblichen sind und eines noch einigermaßen erhalten, ist mir etwas schleierhaft.
Dirk Ollmetzer | Donnerstag, 30 Oktober 2008 |
Unterwegs
Die zweite Messe, die wir am gestrigen Abend besucht haben war die Berliner Liste. Sie wird im pompösen Haus Cumberland am Kurfürstendamm abgehalten. Dieses Gebäude ist nicht nur riesengroß, sondern hat auch eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Als Boarding House (eine Mischung als Hotel und Appartementhaus) geplant und kurz vor dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt, wurde es erst das Kaiserliche Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt und später ein 700 Betten Luxushotel. Nach dem zweiten Weltkrieg befand sich dort die Berliner Oberfinanzdirektion und seit 1993 stand das Haus leer.
Diese Messe hat mich wirklich geschafft. Dreieinhalb Etagen in einem Gebäude, daß um einen großen Innenhof angeordnet ist und in einer normalen Stadt alleine ein kompletter Häuserblock wäre, gefüllt mit Kunst und tausenden Besuchern. Am Ende hatte ich so etwas wie einen „Brain-Overflow“.

Eingang Haus Cumberland

Gedränge in der Lobby

Interieur der ehemaligen Suiten

Artefakt

Der große Innenhof

Kunst und Neugier
Diese Woche erschlägt einen Berlin mal wieder mit Kunst. Nicht weniger als 5 Kunstmessen werden in der Stadt abgehalten. Wir waren gestern auf zweien: Preview und Berliner Liste.
Angefangen haben wir auf der Preview, die in Hangar 2 des Fluhafens Tempelhof stattfindet. Notiz am Rande: An diesem Abend startete übrigens der letzte Linienflug ab Tempelhof. Hier sind einige Eindrücke von der Preview:

Tempelhof Hangars

Kunst in übersichtlichen Schachteln

Deko – Kunst ?

Besucher

Kunst am/im Bau

Gigantische Tore, Besucher und Kunst (v.l.n.r.)
Die Bilder habe ich zu Beginn aufgenommen. Als wir nach nach knapp zwei Stunden zur Berliner Liste aufbrachen, war es spürbar voller.
Ich wollte eigentlich schon am vorletzten Wochenende von der wirklich sehenswerten Ausstellung Megastructures Reloaded berichten, die in der ehemaligen staatlichen Münze gezeigt wird. Ich als alter, abgebrochener Stadtplaner musste mir das natürlich ansehen. Leider habe ich den typischen DAU-Fehler Nr. 3 begangen: Nicht gespeichert. Deshalb war mein ganzer Artikel, an dem ich über zwei Stunden lang gearbeitet hatte (inkl. Fotobearbeitung etc.) perdu, nachdem der Browser eingefroren war.
/** no comment **/
Egal – worum ging es? Architekturfantasien aus den 60er Jahren. Die Exponate lagen alle irgendwo zwischen Kunst, Architektur und kompletten Wahnsinn. Die Frage ist weniger, ob die Künstler damals Drogen genommen haben, sondern nur welche und wieviel davon. Ideen von Kilometerlangen Bauwerken, die von Verkehrsadern durchzogen sind, Türme, an die Wohnkapseln angehängt werden, Räume aus pneumatisch aufgeblasenen Folien, die durch die Luft schweben, oder Riesengebäude, die durch die Gegend laufen können („walking cities“).
Typische und recht bekannte Vertreter dieser Richtung, die auch gezeigt wurden: Archigram, Archizoom, Superstudio und Constant.
Ich habe zwar massenweise Fotos von Installationen, Modellen und Plänen gemacht, die ich aber hier aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht zeigen kann. Deshalb nur zwei Schnappschüsse:

Zur Einstimmung auf ungewöhnliche Raumstrukturen

Architekturtheorie im Tresor.
Dirk Ollmetzer | Samstag, 18 Oktober 2008 |
Unterwegs
Heutige Impressionen.

Driving Range Pankow

Eingang zu einer Turnhalle in Zehlendorf

Herbstlaub in Zehlendorf

Wannsee in Wannsee

Herbstlaub am Strand in Wannsee

Pilze im Wald in Wannsee

Herbstlaub im Wald in Wannsee
Eine Demo, leckeres Essen, Kunst und Golf. Etwas ausführlicher und chronologisch rückwärts:
Sonntag abend
Gerade leckeres toskanisches Ragout gekocht und verputzt. Suuuper! ;-)
Sonntag Nachmittag
Driving Range Pankow: Das mit dem 3er Holz scheint langsam zu funktionieren. Sollte mal wieder richtig auf den Platz.
Sonntag Mittag
Rundgang durch die „Kolonie Wedding“ – eine Ansammlung von Kunstprojekten rund um die Soldiner Str. Recht interessant. Angestossen wurde dieses Projekt, damit die Gegend „aufgewertet“ werden kann. Scheint aber gottseidank noch nicht so recht zu funktionieren. Im Ergebnis bleiben die Bewohner erst mal wo sie sind und die Künstler können auch weiter Kunst machen. Gut so.
Samstag Nachmittag
Habe zum ersten mal seit dem großen Studentenstreik Ende der 80er mal wieder an einer Demonstration teilgenommen – gegen die ausufernde und grundrechstwidrige Totalüberwachung. Ich gehe normalerweise nicht demonstrieren und kenne die einschlägigen Riten nicht. Darum hier mal kurz meine Eindrücke:
Was ich nicht so toll fand
Als Normalbürger stört mich zum Beispiel das wirklich massive Aufgebot an Bereitschaftspolizei. Zur Information für Leute die nicht wissen, wovon ich rede: Viele Beamte der Bereitschaftspolizei sehen aus, als währen sie seit dem 4. Lebensjahr mit Wachstumshormonen aufgepeppelt worden und zudem tragen sie so etwas ähnliches wie „Kampfanzüge“. Wenn man nur dann zur Demo kommt, indem man durch eine Kette solcher Herren durchgeht, ist mir das nicht gerade angenehm. Wenn dann auch noch der Platz um das Brandenburger Tor mit Gittern abgesperrt wird, bekomme ich leichte klaustrophobische Anfälle. Wieso darf ich nicht jederzeit die Demo verlassen? Was wäre, wenn dort aus irgendeinem Grund eine Panik ausbricht oder so? Pech gehabt?
Nun ja, es blieb ja alles friedlich, aber mir ist bei so etwas extrem unwohl. Behämmert fand ich auch Versuche seitens der Organisatoren, uns zu irgendwelchen schlechten Sprechgesängen animieren zu wollten. Mann, hat das genervt!
Was ich toll fand
Super, daß überhaupt so viele da waren und nicht nur die üblichen Berliner Berufsdemonstranten waren. So langsam dämmert wohl doch einigen, was hier gerade auf dem Spiel steht. Immerhin sind wir genau am Reichstag (das Gebäude) vorbei gelaufen. Gibt es da nicht normalerweise eine Bannmeile?

Sammeln vor dem roten Rathaus

Demonstration gegen den Überwachungsstaat

Vor den Resten des letzten deutschen Überwachungsstaates
Da die Strecke vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor entlang unter den Linden verlief, hat die Demonstration natürlich ziemlich viele Touristen überrascht. Ich habe vor allem zwei Arten von Reaktionen beobachtet: Unabhängig von der Nationalität waren Leute über 50 irritiert und wussten überhaupt nicht, worum es geht und Leute bis Mitte 30 fanden diese Demo richtig und wichtig.
Spiegel: Proteste gegen „Stasi 2.0“
Tagesschau: Tausende protestieren gegen Überwachung
Die Zeit: Bürgerrechtler danken der Telekom
Golem: Zehntausende demonstrieren gegen Überwachung
Heise Online: Zehntausende demonstrieren für „Freiheit statt Angst“
Ich weiß nicht, ob es 15.000 oder 50.000 Menschen waren – es waren jedenfalls echt viele.
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 30 September 2008 |
Unterwegs
Das feuchte Grau vor dem Fenster sagt: „Herbst“. Bähhh…
Umso schöner war aber das letzte Wochenende. Schön, daß ich helfen konnte. Ich freue mich, daß ich gutes Essen in netter Gesellschaft erleben konnteund über eine Einladung nach Finnland für das nächste Jahr. Es wäre wirklich schön, wenn das klappen würde – bin schon jetzt neugierig.
Schön war auch der Ausflug am Sonntag – herrliches Wetter! Ein toller Blick auf Straussberg, ein (leider nur kurzer) Abstecher zum Golfpark Schloss Wilkendorf. Der sieht wirklich sehr vielversprechend aus. Ich hoffe dort demnächst mal zu spielen. Es hatte am Sonntag leider nur für die Driving Range gereicht, weil um ich zum Kaffee und zum klönen mit einer ehemaligen Kommilitonin verabredet war. Die Rückfahrt konnte ich wegen dem tollem Wetter noch mal offen geniessen. Das wird in den nächsten Monaten wohl leider ein seltenes Vergnügen.
Hier noch einige Impressionen:

Blick auf Straussberg

Blick auf den Golfpark Wilkendorf

Blick auf Prenzlauer Berg
Dirk Ollmetzer | Sonntag, 21 September 2008 |
Unterwegs
Ein wirklich nettes Wochenende liegt hinter mir – ein Trip in die alte Heimat. In dieser Gegend komme ich nur noch alle paar Jahre vorbei. Ein alter Freund und ich nahmen den Geburtstag seiner Mutter zum Anlass für ein Wiedersehen. Wir haben uns sozusagen auf halben Wege getroffen, da er mittlerweile im Ruhrgebiet lebt.
Das Wochenende war wirklich schön – es war so ziemlich alles dabei: Überraschend gutes Wetter, Klönen und Kaffee trinken, das neue Haus seiner Schwester angucken, abends in einem netten Restaurant essen gehen, danach (sentimental journey) in das Capitol wo wir früher zum abzappeln waren. Dort hatte sich nichts geändert: der Laden sah genauso aus wie in den 80ern, genau dasselbe Publikum (war ’ne Ü30 Party) und ein absolut unfähiger DJ. Wir haben abgelästert und bevor die Stimmung wegen der Scheissmusik schlecht wurde sind wir einfach gegangen. Alles genau wie früher :-)
Sonntagmorgen habe ich dann noch etwas mit meinem Neffen und Nichten rumgealbert, danach ein Speziergang um den Maschsee und zum Abschluss noch ’nen Abstecher in die City und ein Käffchen im Kaffee am Kröpcke. Hier einige Impressionen:

Landleben

Nightlife

Maschsee

Marktkirche
Gestern Abend fanden in Berlin an allen möglichen Stellen Kunstevents statt. Ich habe mit vier charmanten Künstlerinnen „Kunst am Hamburger Bahnhof“ besucht. In dem ehemaligen Gewerbegebiet hinter dem Hamburger Bahnhof waren links und rechts der Heidestrasse nicht weniger als 20 Galerien geöffnet.
Innovativ erschien uns das Konzept, daß viele Galerien, weniger an der ausgestellten Kunst, sondern besser am eindeutigen Geruch zu erkennen waren (Zement, Farbe, Gummi, …). Ich begrüße ausdrücklich die Bemühungen, die Barrierefreiheit und den Erlebniswert für blinde Kunstinteressenten zu erhöhen.
Hier sind einige visuelle Impressionen:
Anäherung

Die Institition

Das Ambiente

Das Objekt (Hier: Zur Sicherheit der Besucher gefährliche Kunst hinter Gittern)
Rezeption und Reflexion

Der fachliche Austausch

Betrachten einer Videoinstallation, die den Weltwirtschaftsgipfel in Davos thematisiert

Interesse

Skepsis
Perspektiven

Was steckt hinter der Kunst?

Kunst von unten

Kunst von oben
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