Das erste Computerzeitalter datiere ich ungefähr bis 1975. Es ist geprägt vom Aufstieg der universellen Rechenmaschinen und deren Verbreitung in Forschung, Wirtschaft und Verwaltung.
So langsam verabschieden sich aber auch bereits die Pioniere des 2.Computerzeitalters, die zwischen 1975 und 1990 Gebrauch der Computer demokratisiert haben. Nach Apple Mitgründer Steve Jobs ist am Ostersonntag auch Jack Tramiel, der Gründer von Commodore gestorben. Der Mann, der mir mit dem VC-20 und dem C-64 in den frühen 80er Jahren neben Sir Clive Sinclair mit dem ZX-81 und dem ZX Spectrum den Einstieg in die digitale Welt ermöglicht hat.
3., ff.
Der Vollständigkeit halber: Ab 1990 beginnt für mich das 3. Computerzeitalter, in dem die einzelnen Maschinen und Nutzer zu vernetzen begannen und seit 2010 wähne ich uns im 4. Computerzeitalter, das durch den Machtkampf um die Kontrolle von Daten und Infrastruktur geprägt wird.
Micro Häuser und kompaktes Wohnen werden zunehmend zu einem Trendthema, welches nur umsetzbar ist, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert. Reduktion ist zwingend. Dass man trotzdem zu attraktiven, aber völlig divergierenden Lösungen kommen kann, wenn sich Motivation, Herangehensweise und historischer Background unterscheiden, möchte ich an den folgenden Beispielen zeigen.
Eine Familie in Arkansas schuf sich finanzielle und persönliche Freiräume, indem sie ihr 200qm Haus verliess und sich ihr Leben nun auf lediglich 35qm organisiert. Bei der Gestaltung des Gebäudes orientierten sie sich an die traditionellen, in Mississippi verbreiteten „shotgun“ Houses.
Als die wahren Experten für reduziertes Wohnen auf minimalen Flächen dürfen noch immer die Japaner gelten. Dort wohnen trotz unglaublicher Bodenpreise die meisten Familien noch immer in Eigenheimen. Um sich das leisten zu können, muss man sich schon gehörig etwas einfallen lassen. Und das geschieht, wie man in dem folgenden Video sehen kann.
Ebenfalls interessant fand ich dieses Video „Small Japanese House… really small“, bei dem aus irgendeinem Grunde das Einbetten untersagt wurde. Darum hier der Link zum Video.
Im Moment bastele ich an einer neuen Version von zzap – meinem Micromessaging Tool, das ich zwischen 2005 und 2008 entwickelt hatte. Zu jeder Nachricht soll dabei der Ort gespeichert werden, an dem die Nachricht versendet wurde.
Das ist eigentlich kein Problem mehr, seit die modernen Smartphones HTML 5 mit der geolocation API unterstützen. Die Methode
navigator.geolocation.getCurrentPosition
wird mit den Namen von zwei Callback Functions für success und error aufgerufen, an die dann das Positionsobjekt mit Angabe zu Längen- und Breitengrad übergeben wird. Interessierten sei hier die offizielle Dokumentation nahegelegt (W3C: Geolocation API Specification).
Eigentlich ganz einfach. Genau – eigentlich!
Der Teufel steckt natürlich mal wieder im Detail. Eine entsprechende Seite war schnell gebaut. zur Darstellung der Karte verwende ich OpenStreetMaps und alles wäre so schön – wenn die zurückgelieferten Koordinaten nicht so schrecklich ungenau wären.
Warum so ungenau?
Ich habe in den letzten zwei Wochen etliche Positionsbestimmungen in Berlin (Kreuzberg, Mitte, Prenzlauer Berg), Hannover und Kirchhorst (einem Vorrort von Hannover) und im Stau auf der A2 ausprobiert. Die Ergebnisse lagen häufig um bis zu 200-300m daneben – egal ob im hochverdichteten Kreuzberg oder auf dem Land. Manchmal stimmten sie aber auch bis auf 5m.
Ich hatte zunächst mein Handy – ein immer nocht recht aktuelles HTC Desire S mit Android 2.3.5 im Verdacht. Andererseits funktioniert die Peilung bei Google Maps sehr schnell und präzise.
Immer exakt gleich falsch
Als ich mir dann die Daten ansah, entdeckte ich, dass ich bei den Meldungen aus Kirchhorst immer um ca. 300m auf den Acker verschoben wurde – und zwar bis auf 8 Nachkommastellen immer auf exakt dieselbe falsche Position. Das machte mich dann doch etwas stutzig. Bei Recherchieren fand ich dann den Artikel „Präzise GPS-Daten über die W3C Geolocation API bekommen“ von Rolf Dormann. Seine zusammenfassende Erkenntnis (Zitat):
Es ist möglich, über die W3C Geolocation API an die GPS-Daten zu kommen.
Die ersten Daten, die die beiden dafür vorgesehenen Methoden liefern, sind nie GPS-Daten.
Irgendwann kommen GPS-Daten.
Über einen einmaligen Aufruf von getCurrentPosition kommt man nicht an GPS-Daten.
Mann bekommt zwar sehr schnell Positionsdaten, allerdings aus einer Funkzellenabfrage. GPS Daten kommen erst später, und man muss die Position dazu mehrfach abfragen.
So – und damit soll man nun eine intuitive, schnelle Mobile Website bauen, die dann auch noch auf allen wichtigen Geräten funktioniert. grrrr…
Als Antwort auf den Immobiliencrash und Wirtschaftskrise hat sich in den USA die Tiny House Bewegung entwickelt. Kein Konsumwahn keine unbezahlbaren Hypotheken, kein unnötiges Zeug um riesige Häuser vollzumüllen, Fokussierung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das sind natürlich alles Ideen, die ausserhalb der USA auch nicht ganz unbekannt sind. Beim YouTube-Surfen bin ich über die folgenden Beispiele gestolpert, die ich recht interessant finde:
Christian Schallert zeigt, wie er seinem winzigen Aprtement in Barcelona duch fokussierten Lifestyle und äussert geschickte Möblierung einen hohen Nutzerwert abtrotzt:
Ebenfalls sehr schön ist das folgende Beispiel: Jérémie Buchholtz hat in Bordeaux eine ehemalige Garage zum Wohnen umgebaut. Das wurde nur möglich durch eine extrem durchdachte Möblierung, die im Wesenlichen aus einem Block besteht, in dem sein Büro, ein Sofa, mehrere Schränke, das Bett und das Badezimmer(!) enthät.
Natürlich sind nicht in jedem Fall gleich solche Gesamtkunstwerke vonnöten. Für diejenigen, die lediglich das Maximum aus Ihrem Appartement herausholen wollen, sind hier noch ein paar ganz schicke und pfiffige Möbelstücke zu sehen
In den letzten Tagen ist in Klein Bloggershausen ja mal wieder die Sau „neues Urheberrecht“ durchs Dorf getrieben worden: Den verbalen Ausbruch von Sven Regner neulich in einem Radiointerview fand ich zwar einerseits verständlich, aber dennoch in seiner Undifferenziertheit auch etwas neben der Kappe – oder sagen wir mal: in der Sache wenig zweckdienlich. Dasselbe muss ich aber auch über sehr viele Reaktionen darauf sagen. Insgesamt kann ich da nur den Kopf schütteln über so einige Statements auf beiden Seiten und habe mir mal jeglichen Kommentar dazu verkniffen.
Johnny Haeusler hat sich hingegen geäussert. Er liess sich dafür etwas Zeit und schrieb dafür nun einen – wie ich finde – angenehm ausgewogenen Artikel zum Problemfeld Urheberrecht und neue Medien. In seinem Artikel „Get the balance right“ beklagt er einerseits nicht zu Unrecht die Starrköpfigkeit der Wortführer in beiden Lagern. Gleichzeitig erkennt man sein eigenes Ringen um einen ausgewogenen Standpunkt. Kein Wunder – denn einerseits war und ist er ein Musiker, der das alte Verwertungssystem noch kennengelernt hat und andererseits ist er seit Jahren im Bereich „neue Medien“ (wie lange sind die eigentlich neu?) in verschiedenster Form aktiv.
Es geht nicht nur um Geld – es geht auch um Respekt
Ich kann dieses Ringen durchaus nachvollziehen. Als Künstler hat man den Wunsch durch seine Werke Anerkennung zu bekommen und natürlich auch Einnahmen. Sven Regner hat sich nicht nur darüber aufgeregt, dass ihm Einnahmen entgehen, sondern auch über die dahinter stehende Respektlosigkeit gegenüber seiner Leistung. Und da gebe ich ihm völlig recht. Interessanterweise ist das ein Punkt, der in dem Geprolle vieler Blogs (á la „wer ist denn überhaupt Sven Regner“) fast komplett ignoriert wird.
Einerseits – und andererseits
Ich habe im Laufe meiner 44 Jahre etliche Zig-Tausend für Unterhaltungsmedien in jeglicher Form ausgegeben und hoffe, dass ein angemessener Teil davon die Urheber erreicht hat. Ich erkenne die Leistung anderer an, so wie ich erwarte, dass meine Leistung anerkannt wird – auch finanziell.
Ich möchte nicht, dass ein Foto, dass ich gemacht habe plötzlich von jemand anderem in einem Zusammenhang gezeigt wird, der meinen eigenen Werten und Vorstellungen zuwiderläuft. Daher akzeptiere auch das Urheberpersönlichkeitsrecht – das es im angelsächsischen Raum überigens nicht gibt.
Andererseits sind nun einmal Aufzeichnungen (Musik, Filme, Bücher) mittlerweile vom Datenträger gelöst – quasi entstofflicht. Die physikalische Kopplung von Nutzungsrechten an einen Datenträger ist somit nicht mehr möglich. Ich möchte die Musik, die ich – nein, nicht „gekauft“, sondern für meinen privaten Gebrauch lizensiert habe – auf dem für mich geeigenetsten Gerät abspielen können. Den Respekt verlange ich von der Industrie. Ich kann ja auch nicht mehr bestimmen, was hinterher mit dem Geld geschieht, das vorher mir gehört hat.
Die alten Geschäftsmodelle funktionieren einfach nicht mehr. Das ist Fakt. Ob man das eher gut oder schlecht findet hängt vom Standpunkt ab. Es wird neue, andere Geschäftsmodelle geben müssen. Immerhin war ja auch früher nicht alles gut für die Künstler. Stichworte Knebelverträge, Total-buy-out, GEMA Veträge und so weiter.
Bei allem Verständnis für die schwierige Lage bin ich einfach aber auch nicht bereit, die Antworten der Verwerterindustrie auf die neue Situation zu akzeptieren:
Abmahnwahn bei Privatnutzern
Knebelung und Entmündigung der Nutzer durch DRM (Digital Rights Management)
Einführung der Totalüberwachung des Internet Verkehrs
alle möglichen weiteren Kontrollen und Repressionen – you name it.
Ferner sollte dringend die beständige Ausweitung des sogenannten „Geistigen Eigentums“ auf Kosten der Allgemeinheit begrenzt werden. Ein besonders übles Beispiel ist m.E. das geplante Presse-Leistungsschutzrecht, das das gesellschaftlich wichtige Zitatrecht zum Teil aushebelt.
Leistung soll honoriert werden – aber nicht jeder Rülpser hat genügend Schöpfungshöhe
Auch die Extreme zeitliche Ausweitung der Leistungsschutzrechte auf mittlerweile 70-Jahre nach dem Tod des Künstlers ist weit jenseits von Gut und Böse.
Ich bekomme ja auch nicht das Gehalt von meinen Grosseltern weitergezahlt.
Newton sagte „Wir blicken weit, weil wir auf den Schultern von Giganten stehen“. Das gilt für Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, für jeden Bereich des Menschlichen Seins.
Fast niemals wird etwas vollständig Neues erfunden. Alle bedienen sich aus dem allgemein zugänglichen Pool von Ideen, ändern hier und dort etwas, kombinieren Dinge neu, interpretieren anders. So funktioniert nun mal Kultur. Irgendwann – nach einer angemessenen Frist – muss man auch seine eigenen Werke der Allgemeinheit zurückgeben.
Im Moment beschäftige ich mich mal wieder etwas mit dem Thema Karten – genauer Google Maps vs. Open Street Map. Bei stöbern im OSMBlog bin ich gerade über eine superschöne Erweiterung von Open Street Map gestolpert: Den Watercolor Map Renderer. Ein Renderer ist ein Stück Software, das die Kartengrafik aus den Kartendaten erzeugt, die im Vektorformat vorliegen – also aus der mathematischen Beschreibung der Verlaufslinien und Umrisse von Gewässern, Strassen, Gebäuden usw. die eigentliche Grafik berechnet.
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 20 März 2012 | Fundstücke
Neulich hatte ich mich ja bereits in mehr oder weniger peinlichen Klangsphären aufgehalten und darüber berichtet (Grotesker Stil, Plastiksound und Spass dabei).
Eben gerade habe ich wieder eine kleine Youtube-Exkursion in vergangene Klangwelten hinter mich gebracht und auch diesmal ist dabei einiges hängengeblieben, das ich mit Gleichgesinnten teilen möchte.
Erstmal langsam anfangen: Savage Progress – My Soul unwraps tonight
Jetzt so langsam in die Gänge kommen: Propaganda – Dr. Mabuse
…und nun ab auf die Tanzfläche: Boytronic – You
Zum Schluss noch etwas Power für die Ohren: Liaisons dangereuses – Los niños del parque
Ich bin durchaus verblüfft, dass ich noch immer nicht die ganze spannende Musik aus den 80ern habe (hunderte LPs, CDs und ACC-Files sollten doch reichen?). So einiges, über das ich bei meiner Reise gestolpert bin, habe ich dann auch gleich auf iTunes erworben.
Im Ernst: wenn ich Musiker wäre und die GEMA meine Videos sperren lassen würde, würde ich die auf eine ziemlich hohe Summe Schadenersatz wegen Geschäftsbehinderung verklagen. Ein noch geileres Promotionwerkzeug gibt es ja wohl kaum – und dann noch kostenlos…
Bei perfektem Frühlingswetter haben wir uns heute Morgen eine 9er Runde auf dem Sepp-Maier Platz in Pankow gegönnt. Es war zwar weniger Golf, als vielmehr Slapstick, was wir da fabriziert haben, aber Spass gemacht hat es trotzdem.
Wir sollte mal wieder regelmässiger spielen, dann lohnt vielleicht auch wieder das Ausfüllen der Scorecard…
Da ich zum ersten mal in Wien war, hatte ich keinerlei Hemmungen, zunächst mal die normale Touristentour zu absolvieren, was sich – um das Resumée mal vorwegzunehmen – verdammt noch mal auch lohnt!
Also einmal kreuz und quer durch die City und die einschlägigen Punkte abklappern. Von der Gumpendorfer Str. im 6. Bezirk ging es erstmal vorbei an Oper, Albertina und Hotel Sacher zum Stephansdom.
Wiener Staatsoper
Hotel Sacher
Stephansdom
Die City hat zwar dieselben Kettenläden, die man überall findet, aber das Ambiente ist dennoch – wie sagt man es – deutlich repräsentativer? Man beachte die Schaufenster von H&M!
Graben vom Stephansplatz
Nobelkleidung? Nein, H&M!
...und so geht es weiter (Graben)
Interessanterweise besteht die Wiener Altstadt aber nicht nur aus Protz und Prunkbauten der K.u.K. Epoche, sondern auch aus sehr engen Gassen in denen vereinzelt sogar richtig alte, kleine Häuschen zu finden sind.
Naglergasse
Altstadt - Concordiaplatz
Altstadt - Schreyvogelgasse
Eine echte Entdeckung war das wirklich phantastsiche Schokoladengeschäft Xocolat (http://www.xocolat.at), das recht versteckt in einem Durchgang im Palais Ferstl zwischen Freyung und Herrengasse liegt. Eine schier unglaubliche Vielfalt extrem hochwertiger Schokoladen findet sich hier. Meine geliebte Domori IL100% gab es hier, aber auch weitere Criollo Schokoladen aus Madagaskar, auf die wir in einem freundlichen Gespräch hingewiesen wurden. Also spontan mal ein bisschen eingekauft. Hmmm :-)
Ohnehin habe ich den Eindruck, dass die wirklich interessanten Geschäfte häufig etwas versteckt in Durchgängen zu finden sind. Man muss es einfach wissen – oder Zeit zum ziellosen Schlendern haben.
Durchgang im Palais Ferstl
Irgendwann stiessen wir dann auch wieder auf den Ring und sind an der (natürlich ziemlich pompösen) Universität vorbeigekommen. Warum sollte sie auch nicht pompös sein? Immerhin wurde sie 1365 als zweite deutsche Universität (nach Prag) gegründet. Und wenn man sich dort nach links wendet kommt man auch schon unmittelbar ins Regierungsviertel. Neben dem (natürlich ebenfalls äusserst repräsentativen) Rathaus steht das Parlament und auf der gegenüberliegenden Seite findet sich das ganze Hofburg Ensemble: alte und neue Hofburg, Burgtheater, Volksgarten, Burggarten, spanische Hofreitschule und die Albertina.
Parlament
In der Hofburg
Spanische Hofreitschule
Palmenhaus zwischen Hofburg und Albertina
Wie man sieht ist es in Wien extrem einfach, gute Fotos zu machen. Im Prinzip kann man die Kamera blind in die Gegend halten und abdrücken. Es ist garantiert irgendein altes, bombastisches Gebäude drauf, das irgendwie wichtig ist oder war. Passend zum K.u.K Ambiente hatten wir am ersten Tag Kaiserwetter – mit 5 Grad recht frisch, aber dafür wolkenfreier Himmel.