Dirk Ollmetzer | Montag, 7 Dezember 2009 |
Gizmos
Es ist schon fast ein halbes Jahr her, seit ich mir mein letztes Handy gekauft habe. Das war ein Nokia E71 mit dem ich wirklich sehr zufrieden bin. Es kann alles, was ich so benötige. Neben den Telefonfunktionen ist mir wichtig, daß ich das Adressbuch und die Termine problemlos mit meinem Rechner (mit Apfellogo) synchronisieren kann. Zudem verwede ich das Gerät regelmäßig, um schnell mal was im Internet nachzusehen. Dazu nutze ich vorzugsweise die Mobilversionen der Websites. Hin und wieder eine E-Mail beantworten ist mit der Tastatur auch überhaupt kein Problem. Bloß die Kamera ist reichlich besch…eiden ausgefallen und die Bedienung von Symbian S60 ist auch bei weitem nicht mehr „state of the art“.
Nun wollte ich mal wieder auf den neuesten Stand bei mobilen Gadgets kommen und mir so ein tolles Handy mit Touchscreen, GPS und dem ganzen Gedöns zulegen – auch um beim Thema ‚mobile Webseiten‘ mal wieder aktuelle Techniken ausprobieren zu können. Stellt sich die Frage: Was nehmen?
iPhone, Windows, Palm, Android?
Ein Gerät mit Windows Mobile kam nicht in Frage, weil das System mindestens genauso veraltet ist, wie Symbian. Das iPhone ist mir ehrlich gesagt zu gehypt (da läuft ja mittlerweile jeder mit rum) und nicht zuletzt viel zu teuer. Entweder aufgrund der Zwangskopplung mit unattraktiven Verträgen von T-Mobile, oder die reine Hardware bei Simlock-freien Geräten.
Das neue WebOS des Palm Pre halte ich für spannend und schon recht gelungen, aber die Hardware will mich nicht so recht überzeugen. Ich bin sicher, daß das bei späteren Versionen besser wird, aber im Moment ist mir das Teil noch etwas zu ‚grün‘.
Als ich Anfang des Jahres das erste Android-Handy (G1 von T-Mobile) in den Händen hielt, war ich zunächst wenig begeistert. In der Zwischenzeit wurde Android weiterentwickelt und es sind einige weitere Modelle von HTC, Samsung und Motorola erschienen.
Meine Wahl fiel schließlich auf das Hero von HTC. Auf Fotos sieht das Gerät zwar etwas eigentümlich aus, aber es liegt gut in der Hand, fühlt sich gut an, ist hervorragend verarbeitet und hat m.E. sogar einen etwas unorthodoxen Chic.

Lieferumfang des Hero
Die Verpackung ist geschmackvoll und recyclingfähig. Der Lieferumfang: Handy, Netzteil mit austauschbarem Stecker, USB Ladekabel, Kopfhörer, 2GB Micro SD Speicherkarte und ein bischen Papier.

Vergleich Hero und E71
Das (der?) Hero ist nicht viel größer als das E71 – bloss etwas dicker, aber immer noch Hosentaschenkompatibel. Das Display ist sehr gut und reagiert sehr sensibel auf Berührungen. Gleichstand mit dem iPhone bis hierher. Die an sich gute Idee mit dem USB Ladekabel wird dadurch ad absurdum geführt, daß auf der Geräteseite keine Standard Mini-USB Buchse verbaut ist. Schade und unnötig.
Der Erste Eindruck, den die Hardware hinterlässt ist jedenfalls sehr positiv. Mehr zur Inbetriebnahme und Handhabung schreibe ich in dann in einem weiteren Artikel.
Dirk Ollmetzer | Sonntag, 6 Dezember 2009 |
Gizmos
Was sich Leute nicht alles einfallen lassen: Ein Zauberstab als Fernbedienung…
Gefunden im Artikel ‚Per Zauberstab zappen‚ auf neuerdings.com
Georg Schramm – mal wieder beängstigend gut:
Dirk Ollmetzer | Samstag, 5 Dezember 2009 |
Development
Ahhh, Freizeit bis Ende des Jahres. Diese Woche habe ich meinen Auftrag bei der Hanseatic Bank beendet. 6 Monate Arbeit vor Ort in Hamburg und damit verbundenes Pendeln und etliche Hotelübernachtungen liegen hinter mir. Ich genieße es, endlich wieder zu Hause zu sein, den Koffer wieder auf den Zwischenboden zu lagern. Ich treffe endlich wieder Freunde und gehe zu Parties. Toll!
Dennoch fiel mir der Abschied nicht ganz so leicht. Die Teilprojekte, an denen ich beteiligt war, waren durchaus fordernd und sind erfolgreich in Produktion gegangen. Die Bezahlung war gut und erfolgte stets pünktlich. Ich hatte sehr nette Kollegen, mit denen ich auch nach der Arbeit etwas unternehmen konnte. Die bei Projekten dieser Größe unvermeidlichen kleineren Abstimmungsprobleme zwischen Fachabteilungen und extenen Dienstleistern wurden stets in konstruktiver und kollegialer Zusammenarbeit geklärt.
Ich bin schon lange genug im Geschäft um zu wissen, daß das alles keine Selbstverständlichkeiten sind. Hat mir Spass gemacht.
Kaum hatte ich den letzten Artikel über Schirrmacher fertig, bin ich über diesen tollen Abastz bei life.hackr gestolpert:
„… und während es mit der beschreibung „alte säcke die nichts raffen und die nicht raffen, dass sie es nicht raffen“ auch recht zutreffend beschrieben wäre, ist mir witzigerweise auch das erste mal in gewisser klarheit bewusst geworden, warum es die, die es nicht raffen, nicht raffen.„
Näheres ist dem folgenden Artikel zu lesen: „beckmann, jauch, schirrmacher„.
Nachtrag
Hier ist noch ein guter Artikel : „Wir tun es, weil wir es wollen: warum Schirrmacher irrt„.
So, und jetzt ist auch mal gut zu dem Thema. So wichtig sind diese Leute dann ja schließlich auch nicht.
Neulich gab es ja einige Aufmerksamkeit um das Buch von FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher: Payback. Ich wollte ja eigentlich nichts dazu schreiben, aber aber irgendwie kann ich nicht anders.
Gut – man kann sich ja durchaus von der Rasanz der Entwicklungen, die das Internet prägen überfordert fühlen. Insbesondere dann, wenn man nicht die Zeit hat, sich regelmäßig mit dem Medium zu beschäftigen. Ich habe also volles Verständnis dafür, wenn 50-Jährige Malocher oder 88-jährige Omis mit dem ganzen Computerzeugs nicht klar kommen.
Andererseits – wenn man sich seit 15 Jahren mit dem Thema Internet beschäftigt, stellt man fest, daß sich die Geschwindigkeit der Entwicklungen zwar zügig ist, aber viele Sachen doch überraschend viel Zeit brauchen. Zum Beispiel beginnt sich die mobile Internetnutzung erst seit letztem Jahr so richtig durchzusetzen. Die ersten Gehversuche in diese Richtung habe ich bereits damals 2000/2001 bei einem Bankprojekt in der Schweiz gemacht – und da war ich bei weitem nicht mehr der erste. Alles was momentan als „heisses Zeug“ gehandelt wird – soziale Netzwerke, mobiles Internet, Ortsbezogene Dienste – ist nicht neu. Ideen und Prototypen und erste Anwendungen dazu gibt es seit mindesten 10 Jahren. Neu ist nur die Aufmerksamkeit und Verfügbarkeit für die breite Masse. Vernünftige Theorien (‚Die Aufmerksamkeitsökonomie‚) und Abhandlungen (‚Das Cluetrain Manifest‚) über die Auswirkungen der Veränderungen sind ebenfalls seit über 10 Jahren bekannt.
Insofern habe ich eher kein Verständnis dafür, wenn Leute, die sich mutmaßlich selbst zur geistigen Elite zählen, diese Entwicklungen nicht intensiv mitgestaltet oder wenigstens mitverfolgt haben. Obwohl (oder weil?) sie kein ausreichendes Verständnis für die Materie aufbringen, stellen sie sich schmollend in die Ecke, wittern überall nur Gefahr und wollen großkotzig die Regeln neu bestimmen. Soweit nichts Neues – das kennen wir ja seit Jahren vom Deutschen Führungspersonal. So werden seit Jahren ausschließlich komplett hahnebüchene oder gar gefährliche Gesetze verabschiedet, um das Internet „in den Griff zu bekommen“.
Sich aber hinzustellen und laut in die Welt posaunen, daß man im Kopf einfach nicht mehr mitkommt, hat nochmals eine andere Qualität. Wenn ein einfacher Arbeiter in einer Fabrik mit den Veränderungen in seiner Arbeitswelt nicht mehr mitkommt, wird er eben rausgeschmissen und landet ein Jahr später in der Harz-4-Hölle. Der allgemeine Konsens ist, daß der eben selbst schuld ist – hätte sich halt mehr anstrengen müssen.
Wenn der FAZ-Herausgeber sich von den Neuerungen in seinem Arbeitsbereich geistig überfordert fühlt schreibt er ein Buch und erwartet vermutlich Zustimmung und Beifall. Was für ein übersteigertes Ego muss man dazu eigentlich haben?
Das hat bei mir eigentlich nur noch pawlowsches Kofschütteln hervorgerufen. Ich schreibe auch nur deshalb darüber, weil ich gerade ein gutes Interview zu dem Thema gelesen habe: „Schirrmacher ist Zaungast„. Interessant finde ich, daß der Artikel bei der Süddeutschen erschienen ist, die ja auch heftig mit dem Internet fremdelt und daß der interviewte Psychologe Peter Kruse altersmäßig auch bei weitem nicht mehr zu den „Digital Natives“ zu rechnen ist.
Bekanntermassen schwimmen den etablierten Medienunternehmen momentan überall Ihre Felle davon. Man hört ziemlich viel dummes Gerede, wie z.B. „Google klaut einfach unseren Content“, die nur deutlich machen, daß die Manager auch nach 15 Jahren öffentlich zugänglichem Internet immer noch nicht die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen verstanden haben. Jetzt treiben einige wieder die Sau „Paid Content“ durch das Dorf, mit der Begründung, daß man für eine (Papier)Zeitung ja schließlich auch zahlt. Oh Mann…
Die Ankündigungen von Springer („Bild“ auf dem iPhone nur noch gegen Geld) und Rupert Murdoch (Google aussperren und User bezahlen lassen) werden im Netz verständlicherweise mit Hohn und Spott überschüttet. Man kann das alles natürlich auch anders sehen. Lore Sjoberg beschreibt in einem (dezent zynischen) Artikel auf Wired („Clever Murdoch Turns News Into Hip Underground Club„) Murdochs Vorstoss als einen Versuch, die Nachfrage und Zahlungsbereitschaft durch vermeintliche Exklusivität anregen zu wollen. Nett – aber natürlich ist das in den allermeisten Fällen Quatsch.
Ich habe neulich von dem Standpunkt gelesen (Quelle vergessen – sorry!), daß es die angebliche „Kostenlos (un-)Kultur“ im Internet eigentlich gar nicht gibt. Irgendjemand zahlt immer – die Frage ist nur, wer und wieviel. Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten:
1.) Der Konsument zahlt. In der offline Welt ist das der Normalfall. Ausser bei Zeitungen, wo der Konsument höchstens die Druckkosten übernimmt und der Rest durch Anzeigen finanziert wird. In der Online Welt ist dieses Modell aber extrem selten erfolgreich.
2.) Der Produzent zahlt. Das kann der kleine Blogger sein, der aus Spass an der Freude schreibt, oder es kann eine Fachpublikation sein, die veröffentlicht um Bekanntheit zu generieren, damit das eigene Kerngeschäfts besser läuft.
3.) Ein Dritter zahlt. Das klassische Werbemodell. Der Produzent erzeugt Aufmerksamkeit, die er dann stückweise weiterverkauft. Einnahmemöglichkeiten sind Sponsoring, Werbeeinnahmen und Provisionen (Affiliateprogramme).
Jetzt muss man quasi ’nur noch‘ das für sein Geschäft passende Modell aussuchen und einfach gut sein – dann kann doch gar nicht mehr allzuviel schief laufen, oder? ;-)
Dirk Ollmetzer | Montag, 9 November 2009 |
Unterwegs
Ich liege seit dem frühen Abend im Bett und kämpfe gegen eine aufkommende Erkältung an.
Genau heute vor 20 Jahren lag ich ebenfalls früh abends im Bett und hatte eine richtig fiese Grippe. Diese Art, wo man den ganzen Tag zwischen Schlaf und wach sein hin und her pendelt und nur noch vor sich hin leidet. Das Bett in dem ich lag, stand in einer Dachkammer in Berlin Zehlendorf. Ich hatte nur wenig Licht an, weil mir die Augen weh taten und so blieb mir nichts übrig, als im Dämmerzustand Radio zu hören.
Dann kam die Nachricht, daß die Mauer geöffnet wird.
Ich habe das zunächst gar nicht für voll genommen, gedacht „Mein Gott, geht’s mir schlecht. Jetzt habe ich schon gehört, daß die Mauer offen ist.“ und mich umgedreht. Ungefähr eine halbe Stunde später rief meine Mutter an und hat mir erzählt, was sie gerade im Fernsehen sah. Ich konnte mich erst 2 Tage später in den Wahnsinn stürzen. Den Rest kennt man ja.
Google ist keine Suchmaschine – Google ist viel, viel mehr.
Google hat extrem hochgesteckte Ziele, die einen frösteln lassen (Das Weltwissen im Zugriff).
Google hat verstanden, was der Begriff „Informationsgesellschaft“ wirklich bedeutet und welche Macht in den Daten steckt.
Google hat einfach am besten verstanden, wie das Internet funktioniert. Sowohl technisch, als auch ökonomisch.
Google denkt ungeheuer strategisch und langfristig.
Google ist sensationell rationell und pedantisch. Das wurde mir vor Jahren klar, als ich einmal ein Papier der Firma in den Händen hielt, in dem ausgerechnet wurde, wieviel Stromkosten ein durchschnittliche Suchanfrage verbraucht.
Google steckt enorme Summen in scheinbar kostenlose Produkte und Dienste. Damit schaffen Sie die optimale Umgebung für ihr eigentliches Geschäft. Und genau deshalb wächst und gedeiht ihr Geschäft scheinbar unaufhörlich.
Daran musste ich gerade denken, als ich den sehr gelungenen Artikel „Das Google-Mißverständnis“ bei „Die wunderbare Welt von Isotopp“ gelesen habe. Lesetipp!
Dirk Ollmetzer | Sonntag, 8 November 2009 |
Misc
Ich beabsichtige noch dieses Jahr wieder vollständig in Berlin zu sein. Die Pendelei nach Hamburg – so einträglich sie ist und so nett die Kollegen bei meinem Kunden auch sind – macht mich langsam porös. Ich zähle die Zeit rückwärts und freue mich darauf, dann auch endlich wieder ein Privatleben zu haben.
Freitag abend habe ich damit schon mal angefangen und war Gast auf der Party von jovoto (Marktplatz für kreative Konzepte). Nette Gespräche, viele schöne, optimistische junge Menschen. Hat mir sehr gut gefallen. Ich wünsche Bastian und seinen Mitstreitern von Herzen viel Erfolg!
Seit ich die Entscheidung getroffen habe, ist meine Stimmung auch gleich viertel Oktave höher. A propos Oktave: Musik ist mir momentan auch wieder sehr wichtig. Wobei ich mich immer wieder über mich selber wundere, welche Sachen ich mir anhöre – und in welcher Kombination.
Ich habe gerade Musik bei iTunes gekauft: Tony Christie, Middle of the Road, Tom Jones… Super pompöse Musik – ich liebe es. 3 mal hintereinander gehört und danach gleich „closer“ von Nine Inch Nails. Ihr wisst schon – der Song mit dem etwas krassen Text. Mir geht’s gut.
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