tiny little gizmos

…und wo kommst Du wirklich her?

Für einen medialen Aufreger der letzten Woche hat Dieter Bohlen gesorgt (OMG, dass dieser Name jemals in meinem Blog auftauchen würde, hätte ich nie gedacht).

Was war passiert?

In irgendeiner dieser dümmlichen Fernsehshows hat Bohlen ein fünfjähriges Mädchen gefragt, wo es denn herkommt. Das Mädchen hat geantwortet „aus Herne“. Das hat ihm aber als Antwort nicht ausgereicht, da das Mädchen offensichtlich nicht „biodeutsch“ aussah. Er hat immer weiter nachgebohrt und das Mädchen hat gar nicht verstanden, was der Mann von ihr eigentlich wollte.

Interessant daran finde ich, dass hier zwei Menschen völlig aneinander vorbei geredet haben. Das Mädchen hatte natürlich vollkommen korrekt geantwortet – es kam aus Herne. Was beide aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht verstanden haben, ist dass er eigentlich etwas anderes wissen wollte, als er gefragt hat, nämlich „welche ethnische Herkunft hat Deine Familie“. Bohlen scheint diese Abstammungsfrage sehr wichtig zu sein und er hat nicht verstanden, dass er die falsche Frage gestellt hat. Dem Mädchen ist ihre ethnische Abstammung völlig egal – möglicherweise hätte sie die Frage nicht mal beantworten können, wenn Bohlen sie korrekt gestellt hätte und sie kannte dieses „um die Ecke fragen“ noch nicht.

Das peinliche daran ist, dass Bohlen einfach nicht die Kurve gekriegt hat. Andrerseits – Bohlen ist von Anbeginn seiner Karriere für mich der Inbegriff des Peinlichen. Also was soll’s?

Was geht mich Dieter Bohlen an?

Blöd an sowas ist aber, dass man auch im echten Leben leicht falsch verstanden werden kann, wenn man wirklich wissen will, woher jemand kommt. Mir ist neulich das Folgende passiert:

Ich war auf einer Geburtstagsfeier eingeladen. Die Anwesenden waren zu 2/3 „biodeutsch“. Ein vielleicht nicht ganz unwichtiges Detail ist, dass es sich durchweg um gut ausgebildete und in der Welt herumgekommene Menschen handelte. Das wurde spätestens nach der Debatte um die Stadt, in der man am liebsten arbeiten würde klar. Denn hier ging es nicht um Berlin, Hamburg oder München, sondern um Berlin, Zürich, London, Rom, San Francisco oder Tokyo.

In dieser Umgebung kam ich mit einer charmanten jungen Dame ins Gespräch. Sie sah asiatisch aus, aber ihr astreines, fehlerfreies Deutsch und das ganze Verhalten machte eindeutig klar, dass sie in Deutschland aufgewachsen war. Irgendwann griffen wir noch einmal die Städtefrage auf. Ich habe gesagt, dass ich in Hannover aufgewachsen bin und mir mit Berlin am Anfang sehr schwer getan habe. Sie meinte, über Berlin kann sie noch nicht so viel sagen. Sie komme nicht von hier, sondern sei erst seit ein paar Monaten in der Stadt.

Und dann habe ich einfach gefragt: „Und wo kommst Du her?“

Das hatte ich kaum ausgesprochen und dachte mir „Ach Du Scheisse – hoffentlich versteht sie das jetzt nicht falsch“. Diese Frage zielte nämlich NICHT auf ihre ethnische Abstammung. Das hätte ich in der Situation einfach jeden gefragt.

Zu meiner Erleichterung hat sie einfach geantwortet „Aus Bielefeld“.

Ich dachte dann nur „Danke, Du hast mich genau richtig verstanden“. Auf die üblichen flachen Bielefeld-Witze habe ich selbstverständlich verzichtet.

Funkstille beendet

Ich habe lange nichts mehr im Blog von mir lesen lassen. In den letzten drei Monaten ist bei mir recht viel passiert. Das bedeutet einerseits, dass ich eigentlich viel zu schreiben gehabt hätte. Es bedeutet aber andererseits auch, dass ich dazu kaum Zeit hatte und ehrlich gesagt auch keine rechte Muße. Der Dezember wird hoffentlich ein wenig ruhiger. Daher hole ich in nächster Zeit ein paar Themen nach. Den Anfang wird ein etwas längerer Artikel zu einem Kurzurlaub in London machen.

Stay tuned…

Meine Erfahrung mit Espressomaschinen

Ich bin zwar kein richtiger Kaffee-Nerd, aber ich lege schon Wert auf eine schöne, schmackhafte Tasse. Im Zweifelsfall ziehe ich einen gut gemachten Filterkaffee einem lieblosen Espresso vor, aber seit ich um 2000 herum in Zürich gearbeitet habe, gibt es bei mir zu Hause eine Espressomaschine.

Damals hatte ich mir eine nette kleine Siebträgermaschine von Krups gekauft, die nach ein paar Jahren den Geist aufgegeben hatte und von mir durch einen Jura Vollautomaten ersetzt wurde.

Das war ein Fehler. Die Maschine, die mich damals immerhin €750,- gekostet hatte machte nur am Anfang schmackhaften Kaffee. Trotz regelmäßiger Reinigung wurde der Kaffee irgendwann etwas muffig. Nach zweieinhalb Jahren ging die Maschine dann kaputt. Ich habe sie für €150,- reparieren lassen und nach weiteren 5 Monaten ging sie wieder kaputt. Das war dann für mich das Zeichen, nur noch Siebträgermaschinen nutzen zu wollen. So einfach wie möglich.

Gesagt – getan. Ich kaufte mir eine klassische kleine Saeco Aroma, die zu dem Zeitpunkt bereits 20 Jahre gebaut wurde.

Saeco Aroma

Ich mag diese Maschine, obwohl sie durchaus ein paar unschöne Eigenschaften hat. Bei der Pflege des sehr robusten Metallgehäuses muss man aufpassen, weil es extrem scharfkantig ist. Zudem passen nur sehr kleine Tassen unter den Siebträger. Auf die Durchlaufmenge des Wassers muss man selber aufpassen und richtige Kaffee-Nerds bemängeln das Druckventil im Siebträger. Aber am Ende zählt, was unten rauskommt – nämlich leckerer Kaffee und die Maschine sieht auch ganz knuffig aus.

Leider hat sie sich vor ein paar Tagen nach sieben Jahren Betrieb ebenfalls verbschiedet. Während der Zubereitung eines Kaffees gab es einen lauten Knall und statt Kaffee aus dem Siebträger lief heißes Wasser aus dem Gehäuse.

Also mal wieder Zeit für eine Neuanschaffung. Ich hätte mir durchaus dasselbe Modell noch einmal gekauft, aber nach über 25 Jahren Produktionszeit wurde die Maschine aus dem Programm genommen. Schade.

Nach zwei Tagen Recherche habe ich mich nun für eine De Longhi Dedica EC685(Hier gibt es Infos zum Vorgänger EC680) entschieden. Die Maschine gibt es in mehrere Farben. Ich fand das gedeckte rot als Farbtupfer in meiner weiß/grauen Küche ganz schick. Überhaupt ist das schmale Design der Dedica schon recht speziell. Nach etwa Überlegung kam ich dann darauf, woran es mich erinnerte; An eine Ständerbohmaschine 😀 .

De Longhi Dedica

Die Bedienung ist etwas weniger rudimentär, als bei der Aroma, weil man Wasserhärte, Kaffeetemperatur und Durchlaufmenge einstellen muss, allerdings waren die Voreinstellungen für mich richtig. Ein paar Kleinigkeitene finde funktional nicht so gut:

  • Die Maschine ist so schmal, dass man keine zwei Espressotassen nebeneinander stellen kann. Man muss die zwei Kaffee wirklich nacheinander zubereiten.
  • Beim Festziehen des Siebträgers muss man die Maschine festhalten, weil sie nicht so schwer ist. Ich habe das instinktiv vorne gemacht und bin dabei an die Knöpfe gekommen und habe damit den Brühvorgang zu früh gestartet. Das scheint jedem so zu gehen, der die Maschine das erste Mal nutzt.
  • Der Dampfhahn ist direkt über dem Milchschäumer angebracht. Ich hätte es beim ersten Mal fast geschafft, mich an dem Dampf zu verbrühen.
  • Einige Gehäuseteile bestehen aus verchromten Plastik. Sieht etwas billig aus und die Frage ist, ob die Beschichtung in 5 Jahren noch komplett ist. War das nötig?
  • Der Netzschalter ist im Fuss so unscheinbar angebracht (im Foto gleich neben der Dampfdüse), dass man gerne übersieht, die Maschine wieder auszuschalten.

Nach etwas Nörgelei will ich aber vor allem auf die positiven Seiten hinweisen:

  • Die Dedica ist ein echter Hingucker in de Küche
  • Es passen auch größere Tassen unter den Siebträger, wenn man die Tropfschalte entfernt (darunter ist noch eine weitere sehr flache Schale).
  • Die Maschine ist extrem schnell auf Betriebstemperatur
  • Der Kaffee ist lecker. Richtig lecker. Und genau darum geht es ja letztlich.

Der Tickets für einen Hackerkongress würdig sein

Tickets für einen Hackerkongress kauft man nicht einfach – die muss man sich erarbeiten.

In diesem Jahr möchte ich gerne wieder den Chaos Communication Congress besuchen. Es ist der 33. Kongress, den der Chaos Computer Club seit 1984 veranstaltet. Aus einem gemütlichen Treff von eine paar Nerds ist ein Monster von zuletzt 10.000 Besuchern und Teilnehmern geworden. Weil der Andrang so groß ist, werden die Tickets in diesem Jahr in drei Tranchen verkauft. Die erste wurde am Montag, den 07.11. ab 20:00 verkauft. Weitere Termine sind Sa, 19.11. 15:00 und Fr, 25.11.2016.

Wie zu erwarten war der Andrang groß. So groß, dass die Server schon um 19:55 in die Knie gingen. Der Kauf der Karten hätte eine Sache von dreieinhalb Minuten sein können: Seite aufrufen, Karten in den Warenkorb legen, persönliche Angaben machen, bestätigen, E-Mail Bestätigung mit Referenznummer bekommen.

Das Positive vorneweg: Ich habe es geschafft.

Allerdings hat der ganze Prozess satte 42(!) Minuten gedauert. Zwischendurch habe ich geflucht, dass der Server permanent in die Knie ging und mit Fehlern um sich geworfen hat. Ich dachte: „Hacker sein wollen, aber nicht mal einen Onlineshop Spitzenlastfähig hinbekommen?“

Aber ich lag falsch.

Das ganze war offensichtlich ein Test, ob man auch einer Eintrittkarte würdig ist. Der Ticketshop als raffiniertes Auswahlverfahren. Man hat die Bestellung nämlich nur geschafft, wenn man sich ein bisschen in Webprogrammierung auskennt.

  • Zunächst darf man sich nicht von Ladezeiten im Minutenbereich abschrecken lassen
  • Vier von 5 Aufrufen endeten in verschiedenen Gateway Errors, 500 Internal Server Errors oder schlicht im Timeout.
  • Man sah auch nur das HTML Grundgerüst, weil Stylesheets und Grafiken gar nicht erst nachgeladen wurden. Davon durfte man sich nicht verwirren lassen.
  • Als ich nach 29 Minuten endlich soweit war, den Button „Place binding order“ anzuklicken, passierte… nichts!
  • Grund dafür war ein Javascript Fehler: „ReferenceError: django is not defined“. Um das zu bemerken, musste man schon mal die Entwicklerwerkzeuge des Browsers benutzen.
  • Also schnell noch das Network Profiling anwerfen und die Seite neu laden. Siehe da: Alles wird brav geladen, nur der Request zu /jsi18n/en/ bricht jedesmal mit einerm Code 504 ab.
  • Ich schaue mir daraufhin den HTML Code an und stelle fest, dass es sich freundlicherweise um ein normales Webformular handelt und nicht um ein eventgetriebenes Javascript-Ajax-was-weiss-ich-Gedöns handelt. Ich vermute, dass nur ein Event zur Eingabeprüfung auf dem Formular liegt. Javascript abzuschalten sollte reichen.
  • Stelle fest, dass man Javascript in Firefox gar nicht mehr offiziell abschalten kann. Das geht nur noch über die Spezial-URL about:config, wenn man weiss dass der gesuchte Key javascript.enabled auf false gesetzt werden muss.
  • Danach hat der Button wunderbar funktioniert.

Jetzt habe ich Tickets – ich bin würdig teilzunehmen!

 

 

Langes Nerd Weekend

Der Tag der Deutschen Einheit hat uns Anfang Oktober zu einem langen Wochenende verholfen, das Wetter schwenkte aber nun endgültig in Richtung Herbst.

In Berlin gab es für Nerds zwei Veranstaltungen, an denen man sich die Zeit vertreiben konnte: Die Maker Faire hatte ihre Publikumstage am Samstag und Sonntag und das Vintage Computing Festival am Sonntag und Montag.

Maker Faire Berlin 2016

Die Veranstaltung fand in der Station am Gleisdreieck statt. Ich besuchte sie zum ersten Mal und ich wusste im Vorfeld noch nicht so recht, was ich davon halten sollte, obwohl ich natürlich das Eine oder Andere im Vorfeld gelesen hatte.

Maker Faire in der Station Berlin

Maker Faire in der Station Berlin

Gut besucht

Gut besucht

In zwei Hallen ging es im Prinzip darum, Leute fürs Selbermachen zu interessieren, inspirieren und zum Kauf von entsprechenden Materialien und Werkzeugen zu bewegen. Es gab Stände, die handwerkliche Dinge zeigten, wie Bootsbau mit selbstgebogenen Hölzern, textiles Gestalten, Ringe schmieden usw. Der Schwerpunkt lag aber auf elektronischen Basteleien, 3D Druck, Lasercutter und Robotik.

R2-D2 in Aktion

R2-D2 in Aktion

Der R2-D2 Builders Club zeigte mehrere, sehr realistisch anmutende „Androiden“, teilweise in Aktion und in verschiedenen Montagestufen. Dennoch kann man hier eigentlich nicht von Robotern sprechen, da es sich am Ende doch „nur“ um ferngesteuerte Robotermodelle handelt.

Nao Roboter

Nao Roboter

Der knapp 60cm große Nao von Aldebaran Robotics ist hingegen ein echter autonomer, humanoider Roboter. Er war massenweise auf der Maker Faire vertreten, weil hier mehrere Mannschaften im Robo-Cup gegeneinander antraten.

Robocup

Robocup

Man konnte hier einen netten Nachmittag verbringen, wobei ich die eigenartige Kombination aus „wir zeigen mal, was wir tolles machen“, „probier mal selber“ und „hier kannst Du Werkzeug und Material kaufen“ immer noch seltsam finde. Da ich regelmäßig thematisch entsprechende Websites (Hackaday, Adafruit, Make:,…) besuche, hat mich allerdings inhaltlich nichts wirklich überrascht.

Familien, die ihre Kinder spielerisch an den Umgang mit Technik und vor allem an die Idee heranführen wollen, dass man Dinge auch selber bauen kann, anstatt sie fertig zu kaufen, sind hier richtig gewesen.

Vintage Computing Festival 2016

Wie auch schon in den letzten Jahren fand im Pergamon Palais der Humboldt Universität Berlin das Vintage Computing Festival statt. Es gab auch in diesem Jahr wieder Vortäge, viele interessante Exponate, einen Game Room, in dem Spiele auf diversen alten Videospielen und Computern gespielt werden konnten und eine Party mit Chiptunes.

Die gezeigte Hardware fand ich im Vergleich zu den Veranstaltungen in den letzten Jahren vom Umfang insgesamt etwas schwächer, obwohl auch wieder einige originelle Highlights gezeigt wurden. Beispielhaft sei ein selbstgebautes Vectordisplay genannt, auf dem man u.a. Mazewar (einem Multiplayer, First Person Shooter aus dem Jahr 1974!) und das Vectrex Spiel Minestorm bewundern konnte.

MazeWar auf selbstgebautem Vectordisplay

MazeWar auf selbstgebautem Vectordisplay

Die TU Berlin war ebenfalls wie in den letzten Jahren mit selbstgebauter Hardware vertreten: Diesmal mit dem Space Age II, einem 32-Bit-Computer, dessen CPU aus 490 TTL-Bausteinen aufgebaut ist und eine MIPS 1 kompatiblen Befehlssatz unterstützt.

Space Age 2 TTL Computer

Space Age 2 TTL Computer

 

Für mich waren in diesem Jahr die Vorträge interessanter. An der „Kurztagung „Hello, I’m ELIZA.“ – Zum 50. Geburtstag eines Chatbots“ habe ich leider nicht teilgenommen. Das war insofern schade, als Chatbots ja momentan von den großen Treibern aus den USA (Google, Facebook, Amazon, Apple, Microsoft,…) zum „next big thing“ hochgepusht werden. Ich bleibe da eher etwas skeptisch.

Sehr beeindruckt hat mich der Vortrag „Spracherkennung mit dem Z9001„, in Volker Pohlers zeigte, wie in den 80er Jahren in der DDR mit unglaublich geringen Mitteln eine rudimentäre Sprachsteuerung (50 gesprochene Befehle) entwickelt wurde.

Wolfgang Stief führte seine interessante Vortragsreihe über den „Vater des Supercomputings“ unter dem Titel „Defining Supercomputing – Seymour Cray und die CDC 6600“ weiter. Zu der etwas desolaten Raumsituation der Großcomputersammlung Sammlung in München gab es leider nichts Neues. Die Halle ist noch immer gesperrt und der Ersatz nicht fertiggestellt.

Aber auch die robuste 8-Bit Technik der 70er Jahre wurde wieder ausführlich behandelt. Hans Franke referierte nach etwas holperigem Start über Vor- und Nachteile der Speicherorganisation typischer 8-Bit Computer.

Dr. Frederik Holst erzählte in seinem Vortrag „Die inneren Werte zählen – Perspektiven- und Paradigmenwechsel beim Übergang von Hoch- zu Maschinensprache“ von seinen Schwierigkeiten, Maschinensprache zu lernen. Hochsprachen sind problemnah (z.B. „Zeichne ein Kreis auf den Grafikbildschirm“), was sie zunächst verständlicher macht, obwohl es viele unterschiedliche Befehle gibt. Maschinensprache hat im Vergleich dazu nur sehr wenige Befehle (z.B. „Schreibe Wert X in Speicherstelle Y“). Allerdings muss man die Hardwarearchitektur des Rechners bis ins Detail verstehen und sich selber um jedes winzige Detail kümmern. Es ist also eine vollkommen andere Sicht auf das Problem und den Computer nötig.

Ich hatte noch eine Diskussion mit Wolfgang Stief zum Thema Software auf Großrechnern. Zwar ist es fantastisch, dass sich Menschen finden, die die alten Rechendinosaurier funktionsfähig halten, aber mir fehlen die Anwendungen. Wie will man den Sinn und Zweck der alten Technik demonstrieren?

Während es für die alten Heimcomputer massenhaft Spiele gibt, die katalogisiert und gesammelt werden, und die für die ersten PCs typischen Softwarepakete, wie Wordstar und Visicalc (trotz der rechtlich problematischen Situation) verfügbar sind habe ich noch keine Software für Grossrechner gesehen. Wo sind die Buchhaltungs- und Bankprogramme? Wo ist Software zur Wettervorhersage und zu Crashtests? Hier hat die Medienarchäologie noch ein weites Feld zu beackern.

Der VCFB hat für mich ein wenig den Charakter eines Klassentreffens. Einerseits, weil man mittlerweisle viele der Aktiven kennt, andererseits auch wegen dem robusten Do-it-yourself Charme der Veranstaltung. Dabei meine ich ausdrücklich nur das Ambiente, denn was der Fachbereichs Medienwissenschaften der HU Berlin zusammen mit dem Hackerspace AFRA und der technischen Unterstützung des Chaos Computer Clubs hier seit Jahren auf die Beine stellt ist bemerkenswert professionell organisiert. Leider fand das VFCB in diesem Jahr zum letzten Mal in den Räumen der Humboldt Universität statt. Im nächsten Jahr wird dafür das Technikmuseum Berlin Räumlichkeiten auf seinem Gelände am Gleisdreieck zur Verfügung stellen. Man darf gespannt sein.

Ein arbeitsreiches Wochenende

Das Wochenende ist ja eigentlich zur Erholung von der Müh‘ des Alltags gedacht. Dieses Wochenende war jedoch arbeitsreich: Neue Haushaltsgeräte, Einkauf, PHP Profiling verstehen, Radwechsel und Wiederherstellung einer Gitarre standen auf dem Programm.

Haushaltstechnik

In der vorigen Woche ging meine Waschmaschine kaputt. Die „gute“ Bauknecht war ja auch schon fast 6 Jahre alt (Vorsicht: bissige Ironie), da kann sich schon mal die Laugenpumpe verabschieden. Der Geruchsentwicklung nach zu urteilen,war der Motor durchgebrannt. Man hätte bei der Konstruktion vielleicht doch nicht das Flusensieb einsparen sollen, aber was verstehe ich schon von Mechanik…

Zwei neue Küchengeräte

Die beiden Neuen sind angekommen

Am Samstag Morgen wurde jedenfalls die neue geliefert, und weil ich keine halben Sachen machen wollte, gleich noch der neue Geschirrspüler dazu.

Ich hoffe, die nächsten 10 Jahre ist jetzt Ruhe im Küchenblock. Auch wenn die Schlepperei zwei junge, kernige Burschen übernahmen, blieb noch genug Arbeit übrig: Die alten Maschinen vorziehen, deinstallieren, Wasser ablassen, unter dem Küchenblock sauber machen, den Flur für den Transport freiräumen, die neuen Maschinen zurecht schieben, Transportsicherungen entfernen, anschließen und durchspülen, Flur und Küche wieder herrichten.

Anschlüsse unter der Spüle

Gordischer Schlauchknoten. Alles dicht?

Eigentlich alles recht einfache Tätigkeiten, aber wenn es unter der Spüle eng wie in einem Schuhkarton ist und das Ergebnis wie eine Darmverschlingung aussieht, ist zu erahnen, dass hier von „einfach anschließen“ keine Rede sein kann. Zusammen mit dem zwischenzeitlichen Wocheneinkauf, ging der komplette Samstag drauf.

Webentwicklung

Abends habe ich mich aus gegebenem Anlass noch mit Performance Profiling von PHP Anwendungen beschäftigt und mit XHProf rumgespielt. Was sich anfangs kompliziert anhört ist am Ende aber doch recht einfach und man bekommt so wunderbar komplexe Grafiken, mit denen man sich in Meetings wichtig machen kann… 😉

Callgraph für zzapapp

Callgraph für zzapapp

Hier ein Graph, der die Methodenaufrufe für ein Login in meinem Framework zeigt. Trotz fettem Rot: 0,511 Millisekunden finde ich ausreichend schnell.

Automobilpflege

Den Sonntagvormittag habe ich – nach einem ordentlichen Frühstück – mit der Autopflege verbracht. Mein Schätzchen sollte endlich die ollen Winterreifen ablegen. Der Wechsel ging dann auch recht zügig von der Hand.

Sommerreifen am Cabrio

Schickes Schuhwerk für meine flotte Französin

Musikinstrumentenhilfe

Nachmittags ging ich noch einem Freund zur Hand. Seine Ibanez Gitarre brauchte neue Saiten, aber das Floyd-Rose Tremolo sorgte für Verdruss. Dank Youtube war jedoch recht bald klar, was zu tun ist. Nun hat hat das gute Stück sechs neue Saiten und ist wieder bester Stimmung

Floyd-Rose Tremolo

Verstelltes Floyd-Rose Tremolo vor dem Arbeitseinsatz

 

Wie bastele ich mir eine schöne Pizza

Unter der Woche wird in der Kantine gegessen. Dafür entschädige ich mich am Wochenende gerne mit leckerem selbstgemachten Essen. Heute gibt es mal wieder Pizza de la Casa Ollmetzer. Nach einigen früheren suboptimalen Versuchen habe ich so langsam den Dreh raus.

Zunächst wird der Teig vorbereitet.

Zutaten für den Teig

Zutaten für den Teig

Ein viertel Hefewürfel wird mit einer Prise Zucker (Futter für die Hefebakterien) in 0,2 l lauwarmen Wasser aufgelöst. Das wird in einer Rührschüssel mit 350g Mehl und einem Schnapsglas Olivenöl zu einem schönen Teig geknetet. Die Schüssel wird anschließend mit einem Tuch abgedeckt und an einen warmen, zugfreien Ort gestellt.

Den Teig warm halten

Den Teig warm halten

Eine halbe Stunde später wird der halb aufgegangene Teig auf dem Blech ausgerollt. Währenddessen wird der Backofen kurz(!) vorgewärmt. Das Blech mit dem Teig wird dann in den warmen, aber ausgeschalteten Ofen gestellt um noch eine halbe Stunde aufzugehen.

Den ausgerollten Teig nochmal warm halten

Den ausgerollten Teig nochmal warm halten

Die Zeit wird genutzt, um den Belag vorzubereiten. Die Grundlage ist eine Tomatensoße, die aus einer Dose Pizzatomaten, einer großen Knoblauchzehe, einer Zwiebel und einer ordentlichen Prise Basilikum besteht. Während diese langsam vor sich hin köchelt, wird der restliche Belag kleingeschnitten.

Ein Teil des Belages

Ein Teil des Belages

Ich habe die Pizza mit der Soße, Salami, Kochschinken, Paprika, Frühlingszwiebeln, schwarzen Oliven und Mozzarella belegt und mit einer Prise Oregano gewürzt.

Mein Gasofen ist auf Stufe 6 vorgewärmt. – die Pizza mag es heiß! Nach 20 Minuten (hängt vom Ofen ab) ist sie fertig zum Verzehr.

Das leckere Ergebnis

Das leckere Ergebnis

 

Besuch bei den Blumen-Nerds

Nerds sind nach allgemeiner Lesart Leute die sich so gut mit Computern auskennen, dass sie für normale Menschen etwas spleenig erscheinen. Ich finde, dass das irgendwie auch für Menschen anderer Fachrichtungen gelten sollte. Neulich bin ich zum Beispiel über die Bezeichnung Kaffee-Nerd gestolpert.

Heute war ich bei den Blumen-Nerds. Genauer gesagt habe ich die Weltmeisterschaft der Floristen, den Fleurop-Interflora World Cup Berlin 2015 besucht, der vom 11. bis 13. Juni 2015 in Berlin stattfindet. Als jemand der Blumen eher beiläufig zur Kenntnis nimmt („hmmm, sieht ganz hübsch aus – wie heisst die Pflanze nochmal?„), fand ich die Ankündigung zunächst recht kurios, aber ich war auch neugierig. Und so habe ich mich trotz Heuschnupfen in die Arena in Treptow begeben.

Fleurop Interflora World Cup in der Arena

Fleurop Interflora World Cup in der Arena

Eine charmante Mitarbeiterin von Fleurop gab mir eine ausführliche Einführung in die Blumen-Szene und erzählte einiges über Hintergründe und Ziele der Veranstaltung.

Der World Cup besteht aus mehreren Einzelwettbewerben. Als thematische Klammer dienen die Besonderheiten des Austragungsortes Berlin (Mauer durchbrechen, Freiheit, Aufbruch,…). Der zweistündige Wettbewerb, von dem die Bilder stammen, lief unter dem Motto „100 Prozent persönlich“.

Von der etwas naiven Vorstellung, dass es hier um Blumengebinde für den Wohnzimmertisch geht, habe ich mich gleich nach betreten der Halle verabschiedet. Man denkt hier in etwas größeren Dimensionen.

Schlicht

Ich gebe zu, dass ich einen schlichten Geschmack habe, was Blumen angeht; einfach und natürlich finde ich reizvoller als üppig und extravagant. So sagte mir der Beitrag aus Schweden zu und irgendwie fand ich ihn auch „schwedisch“.

Schweden

Schweden

Auch der Beitrag von Weißrussland hat mich ästhetisch angesprochen. Die Bilder habe ich übrigens alle noch ziemlich zu Anfang aufgenommen. Daher sind die Gestecke noch etwas kahl. Die Idee ist aber immer schon gut zu erkennen.

Weißrussland

Weißrussland

Den Beitrag aus Griechenland fand ich wegen seiner Natürlichkeit hübsch.

Griechenland

Griechenland

Extravagant

Der Wettbewerb hatte aber aus meiner Sicht auch seine kuriosen Seiten. Als Gerüst oder Unterlage für die Gestecke und Gebinde dienen eigentlich immer irgendwelche organische Materialien, wie Holz. Gerne in Form von Treibholz. Manche denken da aber auch etwas ausgefallener.

Estland - Knochen als Grundlage

Estland - Knochen als Grundlage

USA - Blumenampel aus Hörnern

USA - Blumenampel aus Hörnern

Auch wenn das zunächst etwas befremdlich erscheint, kann das Gesamtarrangement im Ergebnis dennoch ansprechend werden.

Estland - Blumenmauer

Estland - Blumenmauer

USA

USA

Üppig

Natürlich gab es auch Beiträge aus der Rubrik edel und üppig, wie den der Schweiz

Schweiz

Schweiz

In dieser Hinsicht eher etwas enttäuschend fand ich Beiträge der Länder, die eine üppige, tropische Vegetation haben, wie Brasilien und Malaysia. Vielleicht war das auch einfach eine Anti-Haltung. Wer dort massenweise Orchideen sehen will, geht einfach in den Wald?

Besucher

Besucher

Die Arena war gut mit Besuchern aus aller Welt gefüllt. Nicht nur Europäer, wie es zu erwarten war, sondern auch Amerikaner, und Asiaten waren überraschend zahlreich vertreten. Überall wurde genau zugesehen und fotografiert, so dass kaum ein Durchkommen war.

Insgesamt habe ich hier eine Veranstaltung erlebt, die (zumindest aus meiner Sicht) mal so ganz anders ist. Dem Motto „Die Welt braucht Blumen“ kann ich nur zustimmen. Sie sieht dann schöner aus und riecht viel besser (auch wenn meine Nase von dem Blütenstaub juckt) 😉

Die Welt braucht Blumen

Die Welt braucht Blumen

Besinnliche Gedanken

Ich wünsche allen, die das hier lesen, ein frohes Fest.
Wirklich – geniesst die paar Tage mit Familie und Freunden.

Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit. Ein schönes deutsches Wort; So vielschichtig. Die Hektik des Alltags hinter sich lassen. Sich beruhigen und gelassen sein. Festlich aber auch etwas nachdenklich.

Gemütlich in der Küche

Gemütlich in der Küche

In meiner Familie ist dieses Weihnachten leider nicht fröhlich. Ganz und gar nicht. Ich rede nicht von dem üblichen Geschenke- und Reisestress. Auch nicht von banalen Streits darüber, ob der Baum gerade steht, die Gans gelungen ist oder es sinnvoll ist, Socken zu verschenken.

Solchen Dingen sind wir in den vergangenen 25 Jahren gekonnt aus dem Weg gegangen. Der Baum war gerade – und wenn nicht dann eben nicht. Hauptsache er ist geschmückt und fällt nicht um. Statt Gans gab es Würstchen und Kartoffelsalat. Man will ja nicht den ganzen Tag in der Küche stehen. Geschenkt haben wir uns nichts. Nur die Kinder haben etwas bekommen. Erwachsene haben ja ohnehin meist alles, was sie brauchen. Wichtig war, dass sich die Familie wiedergesehen hat. Das hat wunderbar funktioniert.

Dieses Weihnachten ist anders. Wir werden uns von einem schwer kranken Familenmitglied verabschieden, das nur noch ein paar Tage oder Wochen leben wird. Mir ist seit Wochen hundeelend zumute. Ich fühle Trauer und Ohnmacht darüber, dass man nichts ändern kann – nicht mal wirklich helfen.

In meinem Bekanntenkreis sind gerade viele dabei, sich von Ihren Eltern zu verabschieden, meist wegen Krebs oder Demenz. So ist das leider nun mal, wenn man irgendwo in den 40ern ist. Eine Bekannte, deren Eltern bereits tot sind, verblüffte mich neulich gar damit, dass sie sich jetzt selber aufs Alter vorbereitet.

Ich habe gerade eine Artikel über Lebensweisheiten für Menschen in den 30ern gelesen. Der Fragende ist Anfang 30 und die Befragten mindestens 10 Jahre älter. Interessant ist, dass die Antworten im Wesentlichen gleich waren. Sie klingen für jüngere Menschen vielleicht langweilig und profan, aber jeder hatte gute persönliche Gründe angeführt.

Beim Lesen habe ich fast nur genickt. Meine Interpretation ist:

  • Bring Deine Finanzen in Ordnung – und zwar schnell. Raus aus den Schulden und leg etwas für Schicksalsschläge zur Seite – denn sie werden kommen!
  • Kümmere Dich um Deine Gesundheit – Jetzt! Der Körper merkt sich alles, was Du ihm antust.
  • Verschwende keine Zeit und Energie mit Leuten, die Dich nicht gut behandeln.
  • Kümmere Dich um Menschen, die gut zu Dir sind. Nimm Dir Zeit für sie. Sei für sie da, wenn sie Dich brauchen.
  • Du kannst nicht alles haben, machen und erleben. Konzentriere Dich auf wenige Dinge, die wirklich wichtig sind.
  • Bleib trotzdem in Bewegung, bleib neugierig, probiere Dinge aus.
  • Höre auf Deinen Körper. Wenn er sagt, dass Du kürzer treten musst, dann tue es – egal was Dein Boss oder die Leute um Dich herum sagen.
  • Geniess das Leben und erfreue Dich an kleinen Details. Oder wie meine Oma gesagt hat: „Kinder, macht Euch das Leben schön“.
  • Wenn Du etwas tun willst, mache es bald. Ein Jahr ist schnell vorbei. Oder zwei oder drei…
  • Du hast nicht erreicht, was Du mit 22 wolltest? Entspann Dich. Nicht nur Du stolperst durch das Leben. Den Anderen geht es auch nicht anders – egal wie cool sie wirken oder was sie erreicht haben.

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