tiny little gizmos

Leben auf dem Wasser

In letzter Zeit interessiere ich mich wieder verstärkt für alternative Wohnformen, wie man an meinen kleinen Artikeln über Minihäuser sehen kann. Nun bin ich über ein interessantes Special auf 3Sat gestoßen: „Schwimmende Städte„.

Was in Deutschland eher wie eine skurile Vision von durchgeknallten Architekten wirkt, kann für die Niederlande oder andere Gebiete die in einem großen Flussdelta liegen angesichts des Klimawandels und eines steigenden Meeresspiegels zu einer Frage des Überlebens werden. In dem Film werden interessante Ideen, Forschungen und Prototypen vorgestellt. Die Spannbreite reicht von künstlich gezüchteten Korallenriffen über Einfamilienhäuser in Überschwemmungsgebieten, die bei Hochwasser aufschwimmen bis hin zu großen Strukturen wie z.B. Siedlungen, die vollständig schwimmen. Als Beweis für die Machbarkeit wurde bereits ein kleiner Flughafen in der Bucht von Tokyo realisiert.

Bei solchen Planungen spielen Umweltverträglichkeit und größtmögliche Unabhängigkeit bei der Ver- und Endsorgung zwangsläufig eine noch viel stärkere Rolle, als bei konventionellen Bauvorhaben. Alles sehr interessant, wie ich finde.

Entwicklungsstadien von Virtual Communities

Ich bin kein Freund von geschlossenen Communitysystemen. StudiVZ hat mich von Anfang an abgeschreckt. Das Vorbild Facebook nervt mich aber mindestens genauso. Ich habe auch damals mit dem Cycosmos wenig anfangen können. Mich stören vor allem zwei Dinge:

  • Die explizite und implizite Profilierung der Nutzer, die Grundlage des Geschäftsmodells ist.
  • Leute, die überwiegend innerhalb dieser Walled Gardens kommunizieren sind kaum noch zu erreichen, wenn man nicht selber Mitglied ist.

Als ich darübe ein wenig nachdachte, fiel mir auf, daß wir mittlerweile auf der 4. Evolutionsstufe der Virtual Communities angelangt sind – und daß es sicherlich eine weitere Entwicklung geben wird. Von daher habe ich Hoffnung, daß doch noch alles gut wird. ;-)
Die Frage ist nun, wie die nächste Evolutionsstufe aussehen kann. Im Fokus meiner Betrachtung stehen hier übrigens ’normale‘ private Nutzer und nicht Organisationen, die über viele Ressourcen verfügen. Daher ist das Internet in dieser Betrachtung auch erst ab Mitte der 90er Jahre von Interesse.

Stufe 0: Direkter Informationsaustausch (seit Ende der 70er Jahre)

Besitzer der ersten Heimcomputer wollten einen schnellen und einfachen Austausch von Informationen und Daten zwischen Computern an räumlich entfernten Orten. Sie nutzten dazu die Datenfernübertragung per Modem über das Telefonnetz.
Positiv:
Effizienter Austausch zwischen zwei Systemen.
Negativ:
Da per Telefon immer nur eine 1:1 Verbindung zustande kommen kann, wird es schwierig, wenn sich mehrere Menschen austauschen wollen. Es ist einfach nicht praktikabel, alle Kommunikationspartner nacheinander zu verbinden.

Stufe 1: Geschlossene Gruppen (80er Jahre)

Um diesen Nachteil auszugleichen, entstanden geschlossene Systeme mit einem zentralen Hub. Die möglichen Kommunikationswege werden dadurch erheblich vereinfacht. Jeder Kommunikationspartner stellt nur noch eine Verbindung zu dem Zentralsystem her, die er im Anschluss an den Datenaustausch wieder abbricht. Die Verteilung der Information unter den verschiedenen Teilnehmern übernimmt das Zentralsystem. Es gab viele unterschiedliche Arten dieser Systeme; staatliche (BTX, Minitel, Prestel), kommerzielle (Compuserve, AOL) und enorm viele private Mailboxen.
Positiv:
Eine einfache Kommunikation zwischen allen Teilnehmern, die an dem Zentralsystem angemeldet sind
Negativ:
Es war keine Kommunikation zwischen den Teilnehmern unterschiedlicher Systeme möglich. Ein BTX-Nutzer konnte z.B. keine Nachricht an einen Nutzer von Compuserve oder einer privaten Mailbox schicken.

Stufe 2: Vernetzte Gruppen (ca. 1985-1995)

Um den automatisch Austausch von Informationen unter den verschiedenen Mailboxen zu ermöglichen, wurden spezielle Protokolle und Vorgehensweisen entwickelt. Das größte und bekannteste so entstandene Netzwerk war das sogenannte FidoNet das in seinen besten Zeiten aus über 35.000 Mailboxen auf der ganzen Welt bestand.
Positiv:
Kommunikation über Länder- und Systemgrenzen hinweg war nunmehr relativ einfach möglich.
Negativ:
Es gab nur eine beschränkte Anzahl von Diensten, man arbeitete im Prinzip noch immer die meiste Zeit offline und die komplette Kommunikation verlief ausschließlich textbasiert.

Stufe 3: Internet – die völlige Offenheit (seit ca. 1995)

Mit der prinzipiellen Verfügbarkeit des Internet verlor das Fidonet schnell an Bedeutung. An die Stelle der überschaubaren Mailbox trat nun ein recht anonymer Zugangsprovider. Im Internet hat jeder Zugriff auf alle frei verfügbaren Ressourcen.
Positiv:
Sofortiger Zugriff auf alle verfügbaren Dienste. Grafische Benutzeroberflächen, wie das WWW, Multimediainhalte usw.
Negativ:
Kein Stallgeruch mehr. Viele Mailboxuser fühlten sich im fast grenzenlosen Cyberspace etwas verloren. Es kann auch von Nachteil sein, für jeden erreichbar zu sein (Spam).

Stufe 4: Geschlossene Communities im offenen Internet (seit ca. 2002)

Geschlossene Communities gab es zwar schon seit Mitte der 90er Jahre, aber einen richtigen Boom gab es erst nach 2002 mit Myspace und Facebook und Businesscommunities wie Xing und LinkedIn.
Positiv:
Man findet schneller gleichgesinnte oder interessante Leute.
Negativ:
Es sind wieder geschlossene Systeme, die keinen echten Austausch mit Usern in anderen Communities ermöglichen.

Der nächste Schritt: Offene Communities (ab 2009?)

Der nächste logische Schritt besteht m.E. eigentlich in einer Vernetzung kleiner und mittlerer Communities. Das wird den Investoren von Myspace, Facebook, StudiVZ und anderen zwar nicht schmecken, aber ich gehe davon aus, daß diese Entwicklung kommt – mit oder ohne sie. Die ersten Anzeichen, wie OpenID und OAuth existieren ja bereits. Im Gegensatz zum völlig offenen Internet wird hier allerdings die Frage der Zugriffsrechte zentral werden. Welchen Teil meiner Daten zeige ich nur meinen Freunden, welchen Teil speziellen Gruppen und was ist öffentlich? Die Kontrolle darüber muß auf jeden Fall in den Händen der Nutzer liegen.
Positiv:
Man bleibt so im Regelfall „unter sich“, ist aber trotzdem global erreichbar. Man behält die Kontrolle über die eigene Erreichbarkeit.
Negativ:
Tja?

Fragen…

Sollte dazu möglicherweise die Idee der Mailbox als „Heimatsystem“ eine Renaissance erleben? Die eigene „Kuschelecke“ im kalten Netz? Sollte man dazu Standardsoftware schaffen, damit jeder einfach ein solches System für seine kleine Interessengruppe gründen kann? So eine Art „WordPress“ für Communities?

Das Bundesarchiv kommt im 21. Jahrhundert an

Gestern ließ mich die folgende Meldung verwundert eine Augenbraue anheben: Das Bundesarchiv beginnt damit, Inhalte im Internet öffentlich verfügbar zu machen – und zwar auf Wikipedia. Noch interessanter ist, daß diese Inhalte unter die Creative Commons Lizenz gestellt werden. Somit werden Inhalte, die durch die Öffentlichkeit finanziert wurden endlich auch der Öffentlich zur Weiterverwendung zur Verfügung gestellt. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber leider absolut noch nicht. Insbesondere in einem gesellschaftlichen Klima, in dem penetrant das Hohelied des sogenannten „geistigen Eigentums“ gesungen wird.

Kommen nun doch langsam Teile des Staates mental im Informationszeitalter an? Wird dieses Beispiel Schule machen? Zu hoffen wäre es.

Quellen:

Mumbai Terroristen nutzten Blackberries

Das war ja klar, daß so was in der Art kommt: „Blackberry: Instrument der Mumbai-Terroristen„.

Ja und?

Soweit ich das beurteilen kann, waren die Jungs nicht deshalb gefährlich, weil sie Blackberries genutzt haben, sondern weil sie Waffen und Sprengstoff genutzt haben. Über die Hersteller von dem Höllenzeug wird natürlich kein Wort verloren.

Hintergrund: Indien versucht schon seit längerem, RIM (Research In Motion – die Hersteller und Betreiber von Blackberry) dazu zu verpflichten, daß sie alle Mails mitlesen können. Dasselbe verlangen überigens auch andere Staaten. RIM lehnt das konsequent ab, was ja auch verständlich ist. Entweder sind verschlüsselte System abhörsicher, oder sie sind es nicht. Wenn alle möglichen Staaten mitschnüffeln können sind sie es nicht – taugen also auch nicht zur vertraulichen Firmenkommunikation. Und genau von der völlig legitimen vertraulichen Kommunikation lebt RIM. Letzlich geht es also um ein Druckmittel gegen RIM.

Oder wie ein Kommentator schrieb: „Was soll daran ein Problem sein? Wenn die Terroristen Nike Schuhe tragen würde, oder Aspirin benutzen würde, gäbe es dann auch Kritik an diesen Unternehmen.“

Mini Häuser: kompakt, ökologisch, mobil und super Design

Ich bin gerade über wirklich tolle Websites zum Thema „ökologisch, kompakt und mobil wohnen“ gestoßen.
Zum Beispiel bei Mini Home von sustain | design | studio aus Kanada. Das ist so ziemlich genau das, wovon ich seit längerem träume. Vor allem: das Design, ist wirklich zum niederknieen schön. Kaum zu glauben, daß das eigentlich – nun ja, ich traue mich kaum das Wort zu benutzen – Wohnwagen sind.

Auf die Seite gestoßen bin ich auf den Umweg über diese Seite bei inhabitat. Dort sind ebenfalls sehr schöne Anregungen zu finden. Falls es eine halbe Nummer größer sein soll und nicht unbedingt mobil sein muß, hat Studio804 auch sehr geschmackvolle, kompakte Häuser zu bieten. Das Wort „Fertighaus“ scheint hier auch irgendwie fehl am Platz.

Interessante Grundrissvarianten für Prefabs (Fertighaus – nicht zu verwechseln mit Fertigteilhaus) kann man bei weehouse finden. Das finish überzeugt mich hier weniger, aber als Anregung ist die Seite trotzdem toll. Jetzt wäre natürlich noch interessant zu prüfen, inwieweit solche Lösungen mit dem Deutschen Baurecht vereinbar sind. Wenn man die Materialien und solche Sachen wie die Wäremeschutzverordnung einhält, sollte man aber eigentlich keine größeren Schwierigkeiten bekommen, denke ich.

Michael Arrington versteht Netbooks nicht

Mann, und ich dachte, ich wär ein Snob. Habe gerade Michael Arringtons Artikel „Three Reasons Why Netbooks Just Aren’t Good Enough“ gelesen. Er hält die momentan so populären Netbooks (extrem kleine, leichte und preiswerte Notebooks) für Mist. Die drei Gründe, die er aufzählt, sind:

  • Zu wenig Power
  • Zu kleiner Bildschirm
  • Zu kleine Tastatur

Bei allem Respekt: Ich halte seine Meinung für ziemlich irrelevant. Das Problem zeigt sich nämlich schon in der Überschrift: „…Netbooks Just Aren’t Good Enough“. Aha.

Not good enough – for what?

Der Markt für PC ist mittlerweile ein reifer Markt. Reife Märkte zeichnen sich dadurch aus, daß das Angebot immer weiter ausdifferenziert wird um möglichst jedem Kunden das zu geben, was er bevorzugt. Das sehen wir seit Jahren bei Autos. Früher war die Familie froh, wenn sie sich einen VW Käfer leisten konnte. Heute gibt es Kompaktwagen, Limusinen, Kombis, Coupes, Sportwagen, Cabrios, Geländewagen, Crossover in alles Geschmacksrichrichtungen.

Früher war ein PC ein grauer Kasten, der auf oder unter dem Schreibtisch steht. So etwas gibt es zwar immer noch, aber mittlerweile haben wir Computer speziell für Spieler, Computer für Multimediaproduktionen, tragbare Computer, Computer zum Angeben, Computer für Unterhaltungsmedien, und was weiß ich.

Nun gibt es eben auch Computer, die sehr klein, leicht und recht billig sind. Klar ist so ein Teil extrem ungeeignet um damit sagen wir mal Musikproduktion oder Videoschnitt zu machen. Da will ja auch keiner. Zum Mailen, Surfen und sogar Schreiben (falls es kein Roman wird), reichen die Zwerge aber absolut aus. Es nervt nicht, sie überall hin mitzunehmen, weil sie kleiner und leichter als ein fettes Filofax sind und als Normalverdiener muss man auch nicht monatelang überlegen, ob man sich so ein feines Spielzeug leisten kann. Soviel zu „Wenn ich ein leichtes Notebook will, hole ich mir ein Macbook Air“ wie es ein Kommentator schrieb. Klar, hat keiner etwas dagegen. Mach’s doch – wenn es Dir egal ist, ob Du €300,- oder €1.800,- ausgibst…

Jedem das Seine

Tragbare Computer sind immer Kompromisse. Je nach persönlicher Präferenz, geplantem Einsatzzweck und finanzieller Disposition sieht der ideale Rechner sehr unterschiedlich aus. Und ob Netbooks „good enough“ sind, entscheiden letztes Endes die Käufer. Den ziemlich guten Verkaufszahlen nach zu urteilen sind Netbooks für viele Leute absolut „good enough“.

Der elektrische Reporter ist zurück

Der elektrische Reporter ist zurück. Sehr schön! Ich war schon enttäuscht, daß da so lange nichts Neues mehr kam. Mario Sixtus hat das Format etwas überarbeitet. Der Stil wurde behutsam weiterentwickelt: Aktuelles wird weiterhin mit historischen Filmfragmenten hinterlegt, die Moderation erfolgt vor gezeichnetem und animierten Hintergrund. Weiterhin gibt es jetzt das 16:9 Format und eine höhere Bildqualität.

Was die Beiträge so gut gemacht hat, wurde beibehalten: Die bewusst gestelzte und verzwirbelte Moderation und vor allem immer genau die Richtigen Leute zu einem aktuellen Thema zu interviewen. In der neuen Folge geht es mal wieder um twitter. Wenn hier mal etwas kritisieren darf: Der twitter-SMS Dienst funktioniert nur noch in den USA. Ansonsten: Mal wieder klasse!

P.S.: Die Krawatte ist super!

Wider die um sich greifende Schlampigkeit

Ahhh, der Artikel spricht mir aus der Seele: „A Call for Revolution Against Beta Culture„. Jesus Diaz schreibt, daß er es einfach leid ist, ständig mit fehlerhaften und halb fertigen Produkten und Diensten hantieren zu müssen. Nie ist etwas fertig, nie funktioniert etwas zu 100%. Ist ja auch egal, kommt ja bald ein Update…

Im Web 2.0 (erinnert sich noch jemand an diesen Begriff?) kokettierte man regelrecht damit, ein Angebot niemals wirklich fertig zu haben. Aber da musste man sich als Nutzer wenigstens nicht selbst drum kümmern, den Dienst am Laufen zu halten – im Gegensatz zum eigenen Computer. Mehrmals täglich ein Update vom Virenscanner, alle paar Wochen etliche -zig Megabyte Betriebssystemupdates. Wenn man ein Programm mal ’ne Woche nicht benutzt, ist das erste nach dem Start eine Zwangspause, weil wieder ein Sicherheitsupdate heruntergeladen werden muss. Wieso kann man heutzutage eigentlich keinen Computer mehr benutzen, ohne eine Megabit schnelle DSL Leitung zu haben?

Daß man so einen nervtötenden Mist seit längerem bei Computern ertragen muss ist schon schlimm genug, aber es greift eben auch bei allen möglichen technischen Geräten um sich. Alles was irgendwie vernetzt ist (zum Beispiel Handies, MP3-Player) braucht laufend irgendein Update. Aber auch normale Elektrogeräte werden zunehmend so konstruiert, daß sie nicht so funktionieren, wie es zu erwarten wäre.

Das ging auch alles mal anders. Diaz schreibt, daß der Telefunken(!) Videorekorder von seinen Eltern aus den 70ern immer noch funktioniert. Auch der ebenso alte Braun-Wecker läuft noch immer ohne Upgrade. Selbst die alten Homecomputer (Apple II und ZX Spectrum) funktionieren heutzutage noch.

Was sind die Ursachen? Zeitdruck und Schlampigkeit bei der Entwicklung und das Verlangen der Konsumenten alle vier Wochen das neueste Gadget haben zu müssen. Letzten Endes ist es aber der Konsument, der sich das Gefallen lässt. Vielleicht liegt es auch einfach an der totalen Resignation – ist ja egal was man kauft; Funktioniert eh nicht richtig. An Tagen, die ich mit der Bändigung zickiger Technik vergeudet habe kam mir jedenfalls immer häufiger der Gedanke, daß ich mich in absehbarer Zeit in eine Holzhütte im Wald zurückziehen möchte. So eine ganz einfache mit Ziehbrunnen und gemauertem Holzofen.

Was ist das Neue an Medienformaten im Internet?

Wenn wieder mal alte Männer, die geistig im 20 Jahrhundert hängengeblieben sind in überholten Gremien darüber streiten, ob das Internet eher Zeitung oder Fernsehen ist, kann man ihnen anhand dieses tollen Beispiels mal zeigen, warum es weder das Eine noch das Andere ist, sondern etwas viel viel besseres.

Neulich stellte Johnny in dem Artikel „Taktgefühl“ auf Spreeblick mal wieder ein paar Musikvideos vor, die er interessant fand und fragte, was für einen wahnsinnigen Takt eigentlich Dave Brubeck in dem Stück „Blue Rondo a la Turk“ spielt. Es groovt ziemlich heftig, aber man kommt schnell ins Stolpern, wenn man sich dazu bewegen will. Zunächst mal finde ich es ja ganz spannend, wenn ich so auf das eine oder andere schöne Stück aufmerksam gemacht werde (ich kannte es schon, habe es aber ewig nicht mehr gehört). Nun fand sich in den Kommentaren der teils fachkundigen Leser recht schnell die Antwort: Es ist ein 9/8 Takt.

Da diese Antwort aber irgendwie noch recht abstrakt ist, hat sich Manuel Wolff hingesetzt und den Takt „mal eben“ in einem fast zenhminütigem Video erklärt und vorgespielt. Das Ganze ist auf seinem Blog im Artikel “ ui. erklärt Spreeblick den Rhythmus – Videoblog“ zu bewundern. Echt klasse gemacht!

Und weil es so klasse gemacht ist, weist Johnny in dem Artikel „Manuel Wolff erklärt uns den 9/8-Takt und mehr“ nicht nur auf das tolle Video hin, sondern bindet es auch gleich noch direkt ein und bedankt sich recht herzlich.

Was lehrt uns das?

Ich finde diese Interaktion deshalb so bemerkenswert, weil daran deutlich wird, daß im Internetzeitalter ein komplett anderes Verständnis im Umgang mit Medien notwendig ist.

  • Zunächst kann jeder einfach veröffentlichen, was er mag. Zum Beispiel über Musik schreiben, malen, fotografieren, animieren, einen Ton- oder Videoartikel erstellen – ohne Programmdirektor, Budget, Sendelizenz oder Millionen teures Equipment. Alleine das ist einfach umwerfend.
  • Die Trennung von Sender und Empfänger ist aufgehoben – jeder kann beides sein. Man liest etwas und kann darauf reagieren – sei es als Kommentar oder in einer eigenen Veröffentlichung. Grandios!
  • Anstatt zu zitieren und es dem Leser zu überlassen, ob er die Quelle aufsucht (was man ja wenn man ehrlich ist, in der Regel nicht macht) bindet man heute einfach den Content direkt ein – wie zum Beispiel die Videos. Das widerum ist etwas, was nach dem überkommenen Urheberrecht eigenlich nicht zulässig ist. Ergo brauchen wir mindestens ein neues Zitatrecht. Wahrscheinlich aber sogar ein völlig anderes Urheberrecht.

Wie würde sowas in ein Programmschema eines Fernsehsenders passen? Wie gehen Redakteure oder Intendanten mit dem Rückkanal (also ihren Lesern und Zuschauern) um? Pass nicht, geht nicht, ist nicht vorgesehen.

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