tiny little gizmos

Vorwärts: immer! …

Einige von Euch kennen mein neues Spielzeug ja schon. Anlässlich meiner Midlife-Crisis (okay, faule Ausrede) hatte ich mir zum Frühjahr ein Cabrio bestellt. So ein Auto hatte ich noch nie. Im Zweifelsfall habe ich mich bisher immer für etwas praktisches entschieden. Aber jetzt wollte ich endlich mal was schickes auf Rädern.

Mein Favorit in dieser Autoklasse ist seit 20 Jahren der Mazda MX-5. Eine Design-Ikone, zudem qualitativ hochwertig und langlebig. Auch in der neuesten Version wieder absolut gelungen. Beim Händler setzte ich mich in das Auto und es passte wie ein Handschuh. Ziemlich eng, aber es ging ohne Verrenkungen – wer schön sein will muss halt leiden. Dann habe ich das Dach zugemacht, was ohne Elektrik extrem schnell und einfach geht. Was aber überhaupt nicht geht, ist, daß ich dann mit dem Kopf an die Dachstrebe stoße. Ich bin einfach etwas zu groß. Sch….ade aber auch!

Also habe ich mich auf dem Markt ein wenig umgeschaut. Die große Mode sind ja Cabrios mit Stahl-Klappdach. Das hat mich spontan nicht so ganz begeistert („is nicht die reine Lehre und so…“). Andererseits: so ein Stahl-Klappdach ist praktisch – zumal man in unserem Lande vermutlich 10,5 von 12 Monaten geschlossen fährt.

Nach einigem hin- und her habe ich mich für ein Peugeot 207cc begeistert. Ich mag Peugeot. Ich hatte schon einen 106 und einen 206 und war mit beiden zufrieden. Der 207cc ist nach dem 206cc und dem 307cc schon das dritte Modell mit solch einem Dachmechanismus. Ich gehe also mal davon aus, daß sie die Technik im Griff haben. Die Verarbeitung machte bei einer Probefahrt jedenfalls einen guten Eindruck.

Das Design ist in meinen Augen gelungen. Der 207cc ist gegenüber dem 206cc, der mir immer zu pummelig war etwas gestreckter hat genau die richtige Prise optische Aggressivität. Ich finde das Auto sowohl offen als auch geschlossen schick. Das Dach öffnet und schließt natürlich vollautomatisch auf Knopfdruck. Heidewitzka – ist das ’ne Show!

Sssssp, Scheiben runter, möhhhh Kofferraumdeckel auf, klappklapp Dach und Heckscheibe weg, bzzzzt Abdeckung wird hochgefahren, möhhhssssp Kofferraumdeckel wieder zu, Scheiben wieder hoch, fertig. Das Auto ist sowieso komplett mit elektronischen Spielkrams ausgestattet. Ich sage nur: Eine Stunde Einweisung bei der Übergabe!

Peugeot 207cc geschlossen

Geschlossen vor Schloss Wiepersdorf

Peugeot 207cc offen

Offen mit "ausgeliehener" Beifahrerin ;-)

Den Wagen habe ich nun seit drei Wochen und bin bis jetzt absolut zufrieden. Die erste Fahrt war ganz stilecht gleich ein kleiner Trip an die Ostsee nach Ahrenshoop. Da war gleich alles dabei: Autobahn, Landstrasse und gemächliches flanieren durch die Dörfer; Sonne, Wind und auf dem Rückweg fiese Regenschauer. Geschlossen habe ich ein schickes, ruhiges Coupe und offen – ist einfach geil!

Einsteigen, Dach auf, losfahren, breites Grinsen im Gesicht.

Da stören dann auch so ein paar kleine Details nicht mehr richtig: Zum Beispiel daß die beiden Scheinsitze in der zweiten Reihe eigentlich nur eine Taschenablage sind, daß man sich entscheiden muß, ob man offen oder mit Gepäck unterwegs sein will, die blendenden Chromzierringe an den Amaturen…

Was mich allerdings doch etwas verblüfft hat ist, daß ein Kleinwagen mit 120PS nicht unbedingt kräftig motorisiert ist. Die Probefahrt hatte ich mit dem 150PS Turbo unternommen und der kam schon recht zügig aus dem Knick. Der Saugmotor ist zwar nicht wirklich viel schwächer, aber man muss den kleinen Motor (derselbe wie im Mini übrigens) ziemlich hoch drehen lassen, damit was passiert. Oder anders ausgedrückt:

Man kann zwar schnell unterwegs sein wenn es sein muss, aber das Auto legt einem eine gemütlich Fahrweise nahe. Das ist für mich Berufscholeriker eigentlich genau das Richtige.

Der Grund dafür ist das wirklich unglaublich hohe Gewicht für einen 4m Zweisitzer (ich sag jetzt einfach nicht wieviel). Das führt mich zum letzten Punkt: Laut erster Hochrechnung 8,2 Liter Super pro 100 Km, bei normaler Fahrweise mit Autobahn, Landstrasse und Stadtverkehr. Nicht wirklich wenig, aber mal sehen, vielleicht wird das noch etwas besser, wenn der Wagen erstmal richtig eingefahren ist.

Verbesserungen : zzap

Was schreibt der Kerl denn da für kryptisches Zeug in sein Microblog-Dings da links?

Was bedeutet ‚Test eines Scriptes‘? Was will er damit eigenlich sagen?

Die Antwort: Ich teste ein wichtiges neues Feature in zzap: asynchrones Messaging.

In zzap geschriebene Nachrichten sollen auch an andere Microbloggingsysteme weitergeleitet werden. Unter Umständen sind das sehr viele externe Systeme, wenn jemand viele „Follower“ (twitter-Terminologie ) hat. Damit der Browser des
Schreibenden nicht minutenlang hängenbleibt, oder – noch schlimmer – die Verarbeitung durch Timeout abgebrochen wird, ist es nötig, diese Benachrichtigungen im Hintergrund laufen zu lassen, während die Anfrage vom Browser bereits beendet ist. Zur Zeit probiere ich das mit der twitter-Weiterleiung aus.

Leider bisher mit mäßigem Erfolg. Das Verfahren funktioniert zwar ganz hervorragend auf mehreren Entwicklungssystemen (Windows und Unix), aber ausgerechnet mein Live-Server zickt rum. Mal sehen, wie ich das Biest zähme. Bis dahin werden aber noch so einige scheinbar unsinnige Kurznachrichten erscheinen.

Habt etwas Geduld mit mir ;-)

Verbesserungsvorschläge : Fussball

Bei aller Begeisterung für die EM08: oftmals wird der Spaß beim Fussball durch zuviel langweiliges Ballgeschubse im Mittelfeld empfindlich gemindert. Jojo hat sich auf seinem Blog Beetlebum daher ein paar interessante Gedanken dazu gemacht und sie auch gleich auf seine unnachahmliche Art Art gezeichnet:

Wir optimieren Fußball.

komplett bekloppt, oder?

Kleine Auswahl des Tages:

– Sarkozy und Merkel sind sich einig, daß Autos auch zukünftig mit Ölprodukten angetrieben werden.

– Merkel will auch zurück zur Kernenergie – die strahlende Zukunft aus den 50er Jahren.

– Dazu passend beschließt die EU die Einführung einer Wochenarbeitszeit zwischen 48 und 65 Stunden.

– Und die Großversicherer wollen die (sozialistische?) Einheitsversicherung.

Sind die eigentlich alle total bekloppt? Die Vorschläge werden ja von Tag zu Tag schlimmer.

Denkt Euch doch mal was POSITIVES aus, verdammt. Irgendwas, womit man das Volk auch wieder begeistern kann. Eine Vision, die einem die unausweichlichen Veränderungen unseres überkommenen westlichen Lebensstils schmackhaft machen kann. Das wäre jedenfalls besser, als prophylaktisch schon mal ’nen Überwachungsstaat aufzubauen, damit man die Massen unter Kontrolle bekommt, wenn sie unruhig werden.

Das klappt langfristig nämlich sowieso nicht (siehe: Geschichte).

Das fängt ja gut an.

Zwei Tage; zwei Spiele die mir gut gefallen haben. Weiter so!

Look ma, no Photoshop!

Jason von 37 Signals hat auf dem Firmenblog einen interessanten Beitrag veröffentlicht: „Why we skip Photoshop„.

Er beschreibt darin den Designprozess von 37 Signals für Webprojekte. Es gibt zunächst Zeichnungen auf Papier mit denen das grundlegende Layout erarbeitet wird. Wenn diese funktionieren, wird sofort im Frontendcode gearbeitet – ohne den üblichen Zwischenschritt in einem Photoshop-Dummy. Als Gründe werden angegeben, daß man Photoshopdateien nicht anklicken kann, obwohl man sie bereits auf dem Bildschirm hat, man leicht durch unwichtige Details abgelenkt wird, man kann nicht schnell mal den Text austauschen oder sehen, wie sich die Seite dynamisch verhält. Photoshop unterstützt generell den Workflow in Gruppen nicht sinnvoll und führt dazu, daß man länger braucht, weil man vieles doppelt macht.

Prinzipiell kann ich da nur zustimmen – ich arbeite seit Jahren ähnlich. Mir fällt auch gleich noch ein weiterer Punkt ein: Wenn man gleich im 2. Schritt den Code schreibt, erkennt man sofort, was in welchem Browser nicht so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat. Die Massen an nicht in sauberen Code umsetzbaren PSDs sind Legion. Dan Boland kommentiert noch:

Also, type in Photoshop never seems to be the right size as type in HTML . It just never seems to feel the same. It doesn’t wrap the same, it doesn’t space out the same.

Ein interessantes Gegenargument spricht dafür cubiclegrrl in den Kommentaren an:

Sie gibt ihren Kunden NIEMALS klickbare Dummies an die Hand, weil diese nicht verstehen, daß es sich um einen Klickdummy und nicht bereits um die fertige Anwendung handelt („Wieso brauchen sie denn so lange? Sie waren doch vor vier Wochen schon fertig.„). Unwissende Kunden fühlen sich dann oft übertölpelt, weil sie nicht wissen, wieviel Arbeit „unter der Haube“ nötig ist. Sie bevorzugt deshalb Storyboards und Scribbles, auch wenn diese letztlich mehr Zeit benötigen.

Das richtige Tool für die richtige Phase im jeweiligen Projekt.

Struktur
Ich glaube, daß Scribbles und abstrakte Storyboards (oder Wireframe) genau die richtige Herangehensweise sind, um gleichzeitig den Content zu strukturieren, das Grundlayout anzulegen und zu überprüfen, ob das Ergebnis bedienbar ist.

Aussehen
Photoshop ist ein wirklich erstklassiges Bildbearbeitungsprogramm, nur habe ich es nie für ein Tool gehalten, mit dem man gut Websites „entwerfen“ kann. Dafür ist es einfach nicht gemacht. Aber um festzulegen, wie der Mood einer Website ist, halte ich es dennoch für sinnvoll. Um sich dem grundsätzlichen Styles einer Site zu erarbeiten, sind ein-, zwei Screens recht mit einigen typischen Seitenelementen gut geeignet. Man darf nur nicht versuchen, die Seiten möglichst pixelgenau nachbauen.

Verhalten
Und zur Beurteilung dynamischen Verhaltens, benötigt man leider letztendlich codierte Prototypen. Es ist halt ein Unterschied, ob man eine „Website“ mit viel Eye-Candy baut, oder eine Webapplikation.

Nicht zu vergessen, spricht m.E. ein gewichtiges Argument gegen Photoshop: €1.000.

Was ist das Internet?

Wenn man die Vertreter des öffentlich rechtlichen Rundfunks fragt, dann ist das Internet „neuartiger Rundfunk“.
Das ist ganz offensicht kompletter Schwachsinn.

Wenn man die Vertreter der Presse fragt, ist das Internet „elektronische Presse“.
Auch das ist ebenfalls Blödsinn.

Auch wenn ich die Veröffentlichungen einger gewerblicher Medienanbieter, wie z.B. dem Heise Verlag, Spiegel, Süddeutsche, Financial Times u.a. nutze, macht das das Internet nicht zur Zeitung.

Ich nutze Skype – also ist das Internet ein Telefon?

Ich schreibe E-Mails. Also ist das Internet die Post?

Ich habe auch schon mal iTunes genutzt und (legale) MP3s runtergeladen – also ist das Internet eine Stereoanlage?

Ich habe schon mal bei Amazon Bücher gekauft – also ist das Internet ein Buchladen.

Ich habe schon mal eine Reise über das Internet gebucht – macht das das Internet zu einem Reisebüro?

…oder zu einer Bank, wenn ich meine Konten online verwalte?

Also – was ist das Internet?

Clay Shirky sagt in seinem Interview beim elektrischen Reporter, daß das Internet das erste echte Medium ist.

Its a general purpose mediating layer, between any two people or machines, or any group of people and machines for any data in any pattern

Weil es so universell ist, ist es insbesondere für die junge Genaration zum zentralen Medium geworden. Ich versuche es mal mit eigenen Worten:

Das Internet ist zu einem gesellschaftlichen Raum geworden. Zum einem kybernetischen System aus Kommunikation, Steuerung und Rückkopplung

Blog fällt aus – zu warm

Mir is nich nach bloggen – es ist einfach zu warm. Daher nur ’ne kurze Übersicht:

Freitagabend war Grillen am Falkplatz angesagt. Die armen Anwohner. Es war rappelvoll. Alleine unsere Truppe (Ex- ID-Media und was so an Bekannten und Freunden dranhängt) hatte zum Schluss eine Stärke von 30 Mann/Frau, belegte ca. 35qm der Wiese mit Decken und hatte zwei Grills im Betrieb.

Ein Highlight war der Besuch meiner Schwester. Endlich mal ausgiebigst klönen, Kaffe schlürfen, futtern gehen und ich bin das erste Mal beim Geocaching dabei gewesen. Abgefahrenes Hobby.

Biergarten an einem warmen Samstagabend kommt natürlich auch gut.

Habe Schwesterherz vorhin noch zur Bahn gebracht. Totaler Wahnsinn am Hauptbahnhof. Mindestens doppelt so voll, wie unter der Woche.

Und dann habe ich mich zwischendurch natürlich noch ein bischen um zzap gekümmert. Marco scheint da jetzt auch mit einzusteigen. Das finde ich fein.

So, das reicht jetzt. Ihr wisst Bescheid.

Betriebsblindheit

Aus naheliegenden Gründen verfolge ich einige der einschlägigen Blogs der Internetszene „von drüben“. Ehrlich gesagt ist das in den letzten Monaten unglaublich langweilig und öde geworden. Ich habe diesen ganzen Rummel um Microsoft/Yahoo! nicht verstanden. Diese beiden Firmen passen an keiner einzigen Stelle zusammen. Okay, eins haben sie doch gemeinsam: beide haben bereits jetzt einen unüberschaubaren Flickenteppich von Produkten, die nicht richtig zusammenpassen und von denen nur ein kleiner Teil Gewinn abwirft.

Bekanntlich gehen mehr als 2/3 aller Firmenübernahmen schief und diese hier war ganz besonders prädestiniert – ein Top-Kandidat zum Millionenversenken. Alleine schon mal wegen den extrem unterschiedlichen Firmenphilosophien. Ich hätte als gewinnsüchtiger Großaktionär nicht „MERGE!“ geschrieen, sondern „FOCUS!“

Eine andere Sache, die mir Überdruss bereitet, ist dieser unglaubliche Hype um Facebook. Ein „social network“ – wow, wie un-glaub-lich originell! Sowas gibt es ja auch erst seit geschätzten 25 Jahren. Klar, sie machen ihren Job gut und das schlägt sich auch in hohen Nutzerzahlen nieder. Sie haben es drauf, durch das AAL-Prinzip cool rüberzukommen. Aber von der „world dominance“ wie Google sind sie noch Lichtjahre entfernt. Fragt mal nicht die Kids in USA, sondern die durchschnittlichen Nutzer in Deutschland nach Facebook. Ausnahmslos jeder kennt und nutzt Google – Facebook ist außerhalb der Internetszene im Prinzip unbekannt.

Das im Hinterkopf finde ich solche Artikel wie „Facebook Will Be the Mainstream Everything“ eigentlich nur noch albern. Ob nun Facebook als erstes dieses oder jenes Feature hatte – wen zum Geier interessiert das? Und wenn sie das ganze Internet assimilieren, sie bekommen doch nicht alle User.

Und warum nicht?

Weil nichts – absolut nichts – von dem ganzen Kram auch nur ansatzweise originell oder einzigartig ist. Es gibt für alles mindestens 100 andere Anbieter und das wird auch so bleiben. Das gilt übrigens so ungefähr für alle Startups, von denen ich seit 2000 Notiz nehme. Es geht immer nur drum, etwas cooler, etwas fokussierter, etwas bequemer zu sein, als die anderen; Denselben Scheiss gleich nochmal neu zu verhökern. Die Zutaten sind immer dieselben, es wird nur ständig alles neu umgerührt. Dieses „Anbieter X hatte Feature Y vor Anbieter Z“-Spielchen ist einfach nur peinlich – gerade wenn man sich in der Szene etwas auskennt.

Facebook Status Updates were around April 2006, before Twitter. So status updates and feeds were already mainstream before FF and Twitter came to existence.

Diese Aussage hat wahrlich Niveau – bloß was für eins. Das Valley ist cool, weil da ein ganzer Haufen großer Jungs zusammensitzt und alle immer das nächste tolle Spielzeug haben wollen. Aber diese über-Fokussierung bringt es mit sich, daß die Internet-Szene dort sich vom normalen Internet-Nutzer ungefähr so weit entfernt hat, wie die Wall-Street von jemandem, der ein €1.000,- Dispo braucht.

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