Eigentlich isses ja ein bischen bescheuert: Fast niemand in Europa hat ein iPhone – warum sollte man dan auch noch zzap daran anpassen?
Vielleicht, weil ich auch ein bischen bescheuert bin? Oder neugierig? Oder weil ich einfach gerne mal neue Sachen ausprobiere? Oder weil ich damit die VC’s im Valley blenden will? Ich weiss es nicht.
Aber ich habe gestern mal ein wenig rumgespielt und habe eine Seite nutzbar gemacht. So langsam bekomme ich ein Gefühl für die Philosophie dahinter. Erinnert mich übrigens ein bischen an WAP1.1 mit den Decks. Hier sind es dann eben mehrere Listen in einem Dokument.
Online ist aber noch nix davon. Ich bin mir noch nicht sicher, wieviel Aufwand das wirklich wird. Wenn es lange dauert, lasse ich erstmal die Finger davon. Web/mobile/iPhone und dann noch in zwei Sprachen ist schon etwas Arbeit. Dabei fehlt momentan noch Funktionalität. Die ist eigentlich erstmal wichtiger.
Ich kann mich auch nicht dazu durchringen, die passende Hardware zum Testen zu besorgen – bei diesen besch…eidenen Vertragskonditionen, Netlock-Spielchen usw. Egal, ich behalte das mal im Auge. Ein Preview sieht übrigens so aus:

zzap iPhone Preview
Dirk Ollmetzer | Freitag, 27 Juni 2008 |
Fundstücke
Vorhin in Tracks auf Arte gehört:
„Ich habe schon immer Anzüge getragen. Es gibt mir ein Gefühl des vorbereitet seins. Wenn ich auf der Strasse überfahren werde – dann doch bitte nicht in Shorts und Flipflops. Verstehst Du?„
Nick Cave
Nun habe ich endlich den Domainumzug geschafft. Die aktuelle Version von zzap ist online gestellt. Bis zum ersten Alpha-Release ist aber noch ein bischen Feintuning vonnöten. Insbesondere die Installation dürfte für ungeübte noch eine große Hürde darstellen, aber es geht langsam voran.
Dirk Ollmetzer | Freitag, 27 Juni 2008 |
Misc
Neulich sprachen wir über Exzentrik. Das ist mal wieder ein echt gutes Beispiel. Britisch und völlig sinnbefreit. Halt Dir ein Plattencover (erinnert sich noch jemand an Schallplatten?) und fotografier das.
Hohl!
Und lustig. Guckste zum Beispiel hier:
http://www.sleeveface.com/
oder hier:
http://www.flickr.com/groups/sleeveface/pool/
Gibt es wohl schon etwas länger – war mir aber neu
Da töne ich noch rum von wegen „Domainumzug“ und dann funktioniert fast zwei Tage die Namesauflösung von zzap.de nicht. Die Domain war nicht mehr aufrufbar.
Wie meistens sitzt das Problem vor dem Rechner. Wenn man dem Nameserver keine A-records mitteilt, kann der natürlich auch keine Namensauflösung hinbekommen (ich Schussel). Habe eben die Einträge vorgenommen und dann auch gleich noch den reverse DNS gesetzt.
Wie ein Kollege von mir so schön sagt: „Kaum macht man es richtig – schon geht’s.“
Fein – dann kann ich ja endlich den neuen Content hochladen, wenn ich wieder daheim bin. Bis dahin gib es nur ein garstiges „Raw Space“ zu sehen.
Heute bin ich umgezogen – bzw. meine Domain zzap ist auf einen anderen Server umgezogen. Da mir nunmehr endlich PHP5/MySQL5 und andere aktuelle Features zur Verfügung stehen, kann ich auch nun die neueste (Entwicklungs)Version von zzap dort installieren. Bisher lief dort noch die Version 3, die ich zur Web2.0-Expo 2007 programmiert hatte.
Nach knapp einem Jahr Entwicklungspause hatte ich die Konzeption überarbeitet. Von der ursprünglichen Idee, einen Service aufzubauen bin ich aufgrund der mittlerweile großen Anzahl ähnlicher Projekte (Twitter, Pownce, Jaiku u.a.) abgekommen. Ohne eine standesgemäße Finanzierung im Rücken, kann man gegen diese Konkurrenten nicht bestehen. Anstelle eines Services, soll nunmehr eine einfache Software treten, die es jedermann erlaubt, einen eigenen dezentralen Microbloggingdienst aufzusetzen.
Seit April arbeite ich nun nebenher an der neuen Software, die zwar im Frontend ähnlich aussieht, aber „unter der Haube“ runderneuert wurde. Das zugrundeliegende Framework ist völlig überarbeitet und nutzt nunmehr die Features von PHP5 (Objektorientierung) und MySQL5 (UTF-8, Foreign Keys,…). Dafür habe ich Abschied von DB-Abstraktion Layern, diversen PEAR-Modulen und der Templateengine Smarty genommen, um externe Abhängigkeiten zu minimieren.
Die zentralen Features sind bereits fast alle lauffähig. Die nunmehr schon vierte Version von zzap ist sowohl per Webbrowser bedienbar und unterstützt zusätzlich Mobiltelefone mit automatischer Content-Anpassung, z.B. von Fotos für unterschiedliche Displaygrößen durch ADD (Automatic Device Detection). Man kann Kurznachrichten schreiben und ein Bild anhängen, die Nachricht auf twitter weiterleiten lassen und ein einfaches Badge in seinen Blog integrieren.
Für mich selber funktioniert der Dienst damit bereits recht gut, aber es bleibt noch eine ziemliche Menge Arbeit bis zum ersten Alpha-Release. Eine Baustelle ist zum Beispiel die noch nicht vollständig umgesetzte Mehrsprachigkeit. Für den Start sollte zzap mindestens Deutsch und Englisch unterstützen. Ein einsteigerfreundliches Setup ist noch nicht vorhanden und ein ganz zentrales Feature fehlt noch völlig: RUN, bzw. Remote User Notification. Das ist die Weiterleitung von Nachrichten an Kontakte, deren Account auf anderen Computern liegen.
Alles in allem ist diese Software also noch eine Riesenbaustelle, aber es geht allmählich voran. Stay tuned…
Bin gerade bei Techcrunch drüber gestolpert: Das Berliner Startup Plazes wurde von Nokia gekauft. Vor zwei Jahren hatte Nokia bereits das Startup Gate5 aus Berlin gekauft.
Beide Firmen beschäftigen sich mit ortsbezogenen Diensten. Gate5 entwickelte elektronische Kartenlösungen für mobile Endgeräte und Plazes betreibt seit 4 Jahren einen Dienst, bei dem man Orte markieren kann, die für einen selbst wichtig sind. Wie nennt man sowas? „Social geotagging bookmarking service dingsbums“ oder so?
Wer es noch nicht kennt, kann hier gucken: www.plazes.com.
Neulich habe ich einige follower auf twitter geblockt – Leute die ich nicht kenne und die schon über 10.000 anderen folgen – was soll denn sowas? Dann war mein Account für einige Tage clean und heute ist die Anzahl meiner follower von 10 auf 16 hochgeschnellt.
Ist ja toll, daß mir so viele Leute auf twitter folgen wollen. Ich frage mich bloß – wozu? Spannend auch, daß es sich überwiegend um attraktive junge Frauen handelt…
Kann sein, daß ich irgendwie zu langsam im Kopf bin. Ich verstehe den Sinn nicht ganz. Glauben die, daß ich ihnen auch folgen und mich dann zuspammen lasse? Oder geht es darum, soviele public messages wie möglich abzugreifen? Und was macht man dann damit? Ich denke, daß es sich bei den drei jungen Damen von heute tatsächlich um Bots handelt, die Nachrichten von anderen Usern recyclen, um eine eigene Aktivität vorzutäuschen. önnte man mal eine interessante Studie draus machen, wie „echte“ User auf sowas reagieren. Das bringt mich zu folgenden Fragen:
- Sind die User seit ELIZA klüger geworden?
- Ist es wirklich nicht mehr möglich, offene Systeme zu betreiben, ohne gleich zugemüllt zu werden?
Seit eben gerade funktioniert mein zzap-to-twitter Interface endlich (wieder). Die dummen Kommentare in meinem Badge kommen alle vom Testen.
Was ist daran jetzt neu?
Bis vor 2 Wochen hatte ich ja bereits eine funktionierende Verbindung. Die jetzige Lösung unterscheidet sich aber in einem wichtigen Punkt: Nebenläufige Programmierung. Das bedeutet, daß das normale Skript, welches der Nutzer per Webbrowser aufruft, alle Arbeiten, die möglicherweise mehrere Minuten in Anspruch nehmen können, nicht selber ausführt, sondern an ein anderes Skript weiterreicht und sich selber beendet, während im Hintergrund die zeitintensiven Tasks weiterlaufen. Das ist eine Voraussetzung, um ein Benachrichtigungssystem für externe Systeme betreiben zu können.
Wo war das Problem?
Die Aufgabe war klar, aber es gibt immer 100 verschiedene Wege zum Ziel. Die ersten Ideen gingen in Richtung einer Task-Queue, also einem ständig im Hintergrund laufenden Skript, daß nachschaut, ob eine neue Aufgabe anliegt. Davon bin ich schnell wieder abgerückt, weil diese Lösung Overkill wäre und außerdem Probleme bei vielen Hosting-Providern verursachen würde, die ständig laufende Hintergrundprozesse ausschließen.
Es musste also etwas einfacheres her: Der eigentliche Worker-Prozess muss direkt vom Webscript gestartet werden.
Üblicherweise macht man so etwas mit dem exec() – Befehl in PHP. Das funktionierte auch wunderbar sowohl auf meinen Entwicklungssystemen (jeweils einmal Windows, Apple OS X und Sun OS), aber ausgerechnet auf meinem Live-System war das Skript nicht zum Laufen zu bekommen. Den Worker direkt auf der Kommandozeile zu starten war kein Problem, nur über den exec-Befehl in einem Web-Skript startete er nicht – unabhängig von allen Dateiberechtigen und Pfadeinstellungen. Ich vermutete schon, daß der Provider diesen Befehl aus Sicherheitsgründen einfach gesperrt hat, aber ein einfaches echo exec(‚whoami‘) zeigte völlig korrekt den Owner des Webservers an. Um es kurz zu machen: Der ganze Kram hat mich gut eineinhalb Wochen gekostet und gestern hatte ich die Nase voll.
Die Lösung, die ich jetzt verwende ist richtig „basic“: Das Worker-Skript wird per HTTP über CURL aufgerufen. Ganz ohne Hakeleien ging auch das nicht ab, aber nun läuft es erst einmal. Ob diese Lösung auch einen Load von 1000 remote-calls verkraftet, weden wir dann sehen, wenn das Protokoll zum Nachrichtentausch funktioniert. Für heute bin ich jedenfalls erstmal zufrieden.
Jetzt isses passiert: Die Iren haben „nein“ zum sogenannten EU-Reformvertrag gesagt.
Die Politiker sind empört: Was erdreisten sich die paar Leute (5 Mio von 400 Mio) diesen historischen Prozess einfach auszubremsen? Unsachliche und irreführende Kampagnen zweifelhafter EU-Gegener und undankbare Iren; jahrzehntelang hat die EU deren Wirtschaft hochgepeppelt und jetzt sowas. Ungeachtet dessen muss der Prozess weitergehen, …
Au Mann!
Das alles geht doch am Kern der Frage vorbei – nämlich „was soll das eigentlich alles?“
Die Tatsache, daß sich Irland durch die EU-Unterstützung von einem verarmten Agrarland zu einer wohlhabenden Dienstleistungsgesellschaft entwickeln konnte, hat doch nichts mit dieser Abstimmung zu tun. Schließlich ist das Volk nicht einfach gekauft worden. Aber mit so einer Sichtweise haben viele Politiker offensichtlich Probleme.
Richtig ist, daß die Argumente der Vertragsgegener z.T. unsachlich oder sogar bewußt irreführend waren. Gleiches kann man allerdings auch über die Pro-Argumente sagen.
Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, wurde dieses Vertragswerk nur dort problemlos angenommen, wo der Politikklüngel unter sich geblieben ist. Überall wo das Volk entschieden ha, ist der Vertrag abgelehnt worden. So zu tun, als hätten lediglich 5 Mio Iren die EU ausgebremst ist einfach unredlich. Ich gehe davon aus, daß fast die gesamte EU ähnlich abgestimmt hätte – wenn sie überhaupt gefragt worden wäre. Genauso unredlich ist die Unterstellung, die Neinsager wären gegen Europa.
Ich glaube daß die überwältigende Mehrheit der Europäer für Europa ist. Die Frage ist nur: Was für eins?
Ein Europa, welches Bürokraten und Konzernvertreter in Brüssel unter Ausschluss der Öffentlichkeit zusammenzimmern entspricht einfach nicht den Interessen des Volkes (bzw. der europäischen Völker) und wird daher schon aus Prinzip abgelehnt werden. Ein ständiges „Weiter so“ ist einfach nicht möglich. Genau solche Prozesse sind es doch, die die Bevölkerung gegen die EU (nicht zu verwechseln mit Europa) aufbringen: Das Volk entweder nicht fragen oder ignorieren, wenn einem die Entscheidungen nicht passen.
Wenn der europäische Einigungsprozess wirklich fortgesetzt werden soll, wäre es sinnvoll zunächst innezuhalten und mal eine offene Diskussion mit der Bevölkerung geführt werden würde, wie sie sich denn die zukünftige Europäische Union vorstellen und wünschen. Dabei wird es dann auch mal ungemütlich Fragen geben, wie z.B. „Wo hört Europa eigentlich auf?“. Die ständige Expansion der EU kann ja nicht unbegrenzt fortgesetzt werden.
Nach dem 2. Weltkrieg hatten die Völker einfach einen unglaublichen Friedenswillen und wollten sicherstellen, daß solch ein Massenmorden in Europa nicht nochmal passiert. Das war das große Leitmotiv, daß auch vom Volk getragen wurde, wenn es in Detailfragen haarig wurde. Solch eine Leitidee fehlt heutzutage leider. Aber gerade deshalb muss der Prozess der Willensbildung im Volk wieder die Grundlage für die Entwicklung der EU werden, so wie es zu Beginn war. Und auf dieser Grundlage muss dann die neue Struktur der EU hergestellt werden. Dann wird sich sicherlich auch eine größere Akzeptanz der Bevölkerung erreichen lassen, auch wenn sich nicht alle Wünsche 1:1 umsetzen lassen.
Ich bin absolut für ein geeintes Europa. Aber ich bin gegen Gleichmacherei. Es ist doch gerade der Reiz dieses Kontinents, daß es hier vergleichsweise bunt und unterschiedlich zugeht. Ich will nicht überall genau dieselben Sachen, Lebensmittel, Läden und Lebensweisen vorfinden. Wenn ich zum Beispiel die EU und USA vergleiche ist nicht wiklich die Frage, wo ich mich wohler fühle (sorry Marco ;-) ).
Ich möchte, daß es hier friedlich und bunt zugeht. Ein Europa in dem jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Ein Europa das zusammenhält und gemeinsam weise Entscheidungen der Daseinsvorsorge trifft (z.B. Sicherung der Ressourcen ohne Kriegseinsätze), ein Europa, daß gute Beziehungen zu allen wichtigen Weltregionen unterhält.
An einem Europa dessen einziger Sinn ein großer, gleichförmiger Binnenmarkt ist, in dem Grundsatzentscheidungen hinter verschlossenen Türen ausgeklüngelt werden und demokratische Prozesse nur als Behinderung gesehen werden, habe ich einfach kein Interesse.
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