tiny little gizmos

E-mail-tot-doof-bähhh

E-Mail ist als Medium tot. Habe meinen Laptop vor zwei Wochen neu aufgesetzt und erst heute mein Mailprogramm neu eingerichtet. War nicht schlimm, weil ich ein Forward auf ein anderes Konto habe und so trotzdem alles mitlesen konnte, aber:

1649 Mails im Postfach! Davon werden vermutlich 97% Spam sein. Leider muss ich alle durchgehen, damit ich den Spamfilter von Thundebird trainiere. Super! Soviel zur Abendplanung.

Echt- E-Mail hat seine Zeit hinter sich. Geht einfach gar nicht mehr. Da muss was neues her.


Nachtrag nach über einer Stunde sortieren:
Gar nicht mal so schlecht geschätzt:37 Mails waren kein Spam. Das entspricht 2,24%.
Oder andersrum: 97,76% der Mails die ich bekomme sind Müll.

Bewusstwerdung

Heute sind mir zwei Sachen wieder bewußt geworden:

1.) Wenn eine Sache sehr komplex ist, ist das oftmals ein Hinweis darauf, daß das Konzept dahinter noch nicht richtig durchdacht ist.

2.) Nachdem ich heute abend in Berlin ankam, konnte ich bei mir im Kiez das erste Freiluftbier des Jahre zu mir nehmen. Ich genoß die letzten Sonnenstrahlen, das Ambiente und den Anblick der Passant(inn)en. In solchen Momenten liebe ich die Stadt und möchte überhaupt nirgendwo anders sein.

Container Architecture

Im Umland um Berlin gibt es viele Siedlungen, die verhältnismäßig große Grundstücke mit Baumbestand haben. Wenn ich manchmal an solchen Orten bin, emfinde ich es stets als Respektlosigkeit, wenn ich sehe, wie schnell die Leute bereit sind, 2/3 der Bäume – oder sogar alle – zu fällen, um irgendeinen langweiligen, überdimensionierten Kasten hinzustellen.

Die traditionelle deutsche Sichtweise, Häuser müssten für die Ewigkeit gebaut sein, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Ich bin von der Idee temporärer Gebäude fasziniert. Man verändert das vorgefundene Grundstück so wenig wie möglich, stellt ein Gebäude dort hin, daß ebenso schnell wieder entfernt werden kann, wenn es nicht mehr benötigt wird. Eine Möglichkeit besteht darin, temporäre Gebäude aus umgebauten Containern zu erstellen. Ein einfaches Schotter- oder Streifenfundament genügt. Conatiner aufstellen, befestigen, Anschluß für Wasser, Abwasser und Strom – fertig.

Solche Ideen beschäftigen nicht nur mich, sondern auch diverse Planer und Architekten rund um die Welt. Einen kurzen Einstieg in die Thematik kann man bei der englischen Wikipedia bekommen: Wikipedia – Shipping container architecture

Bereits hier wird deutlich, daß man nicht an primitive Unterkünfte für Bauarbeiter oder Asylanten denken sollte. Einen Überblick über verschiedene Bauprojekte findet man zum Beispiel hier: http://firmitas.org/.

Richtig tolle Entwürfe kann man bei Hybridseattle finden.

Interessant finde ich auch eine deutsche Initiative, die nicht nur einen tollen Prototyp erstellt hat, sondern auch ein soziales Anliegen verfolgt: Kölnbox.

Privatsphäre – ein Lehrstück

Ich habe es leider nicht selber gehört, aber DIE Aktion ist einfach nur Klasse: Ein Radio Interview des Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy, zum neuen BKA-Gesetz war kurz, knapp und auf den Punkt. Ein journalistisches Highlight:

Schon in der Einleitung fragte der Moderator, ob Herr Edathy sich morgens nackt oder in Unterwäsche die Zähne putzt. Daraufhin fagte der „Was soll der Scheiss?“ und legt auf.

Ob Herr Edathy irgendwas dabei gelernt hat?

Gefunden bei Netzpolitik: „Was soll der Scheiss?
Das Interview gibt es bei RadioEins: Neues BKA-Gesetz sorgt für Streit
…oder im Podcast von „Der schöne Morgen„:

intellectual property = imaginary property?

Beim morgendlichen Handy-surfen auf Slashdot im Bus endeckt. Fand ich gut.

Daß der Begriff „geistiges Eigentum“ ohnehin nur ein billiger Propagandatrick der Content-Industrie in ihrem Feldzug zur sinnlosen Verteidungung sterbender Geschäftsmodelle ist, habe ich ja bereits ausgeführt. Durch ständigen Gebrauch sachlich falscher, aber emotional besetzter Begriffe wird Stimmung gemacht, bis genügend politischer Handlungsdruck aufgebaut ist.

Daher finde ich dieses Umdrehen des einschlägigen Begriffs zu „imaginary property“ extrem gelungen. Denn dieses angebliche „Eigentum“ funktioniert nur, mit einem großen Repressionsapparat im Rücken. Kein sehr überzeugender Ansatz, irgendwie. „Eingebildetes Eigentum“ ist da schon recht treffend.

Medienkompetenz – wer ist denn hier eigentlich doof?

Seit den Pisa-Studien wissen wir endlich ganz genau, daß unsere Jugend total doof ist. Schön, daß unsere Bundesregierung mit Nachdruck und geballter Kompetenz tätig wird – siehe z.B. hier: Staatsminister Bernd Neumann startet „Nationale Initiative Printmedien“.

Aha – und wozu das Ganze? Zitat:

Der Initiative geht es darum, Kindern und Jugendlichen den Wert von Zeitungen und Zeitschriften als politische Leitmedien zu vermitteln und das Bewusstsein für die Bedeutung einer freiheitlichen Medienordnung für die Demokratie zu wecken.

Schön schön. Ein tolles Thema für den Geschichtsunterricht. Bereits dieser Absatz macht stutzig. Mein flaues Gefühl wird durch die anschließende Begründung vollends bestätigt:

Die Nutzung von Printmedien ist gerade bei jungen Leuten seit Jahren stark rückläufig. Ich sehe dies in direktem Zusammenhang zu sinkender Lesefähigkeit und zurückgehendem Interesse an gesellschaftspolitischen Fragen.
Zitat: Bernd Naumann

AUTSCH!

Ich denke, daß es an der Zeit wäre, unsere Politiker in zentralen Fragen von Gesellschaft und Wirtschaft nachzuschulen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Crashkurs in das Thema „Wie und warum verändert das Internet das Kommunikationsverhalten und den Medienkonsum“ oder „Wie ausufernde Anspruchshaltung im Bereich der Immaterialgüter Demokratie und Wirtschaft zersetzen.

Das Ganze am besten im Zusammenhang mit einer verpflichtenden Teilnahme an einem Grundlagenseminar zum Thema „Zweck und Sicherstellung der Bürgerrechte in der Bundesrepublik Deutschland“ – mit Abschluprüfung. Wer durchfällt muss sofort sein Mandat zurückgeben, darf nicht über Los und bekommt auch keine €4000,-.

Zu der Pressemitteilung hat übrigens auch Klaus Jarchow auf dem Blog Medienlese einen recht guten Artikel verfasst:
Nationale Initiative Printmedien: Schlechte Medizin. Er verweist z.B. auf die Gefahr, daß Konsensbildung in einer medial zersplitterten Gesellschaft immer schwieriger wird, was ja z.B. auch an den jüngsten Wahlergebnissen abzulesen ist.

Dabei sein ist alles

Wer wirklich überall dabei sein will und alles ausprobieren muss, dem kann ich nur dringendst empfehlen, sich bei uselessaccount.com anzumelden. Auf der Site werden 5 gute Gründe dafür genannt:

  • A Useless Account allows you unlimited account editing! You’re bound to use it at least once!
  • You’re addicted to signing up to account-requiring websites the moment they’re released just so no one else takes your usual username.
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  • Upgrade your account creating ability to +20.
  • Impress your friends with your ability to tab through form fields and arrow through saved field values!

Okay – wirklich wichtige Digerati sind da natürlich schon längst… ;-)

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