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Die Erschaffung der Welt und koschere Gummibärchen

Heute habe ich die Sonderausstellung „Die Erschaffung der Welt“ im jüdischen Museum Berlin genossen. Ausgestellt wurden mittelalterliche Schriftstücke, kunstvoll angefertigte Hochzeitsverträge, reich illustrierte Schriftrollen und wertvolle Drucke. Freundlicherweise war das Fotografieren gestattet.

Gesetzestext von 1400 mit zahlreichen Kommentaren

Gesetzestext von 1400 mit zahlreichen Kommentaren

Unter den Ausstellungsstücken sind zahlreiche extrem wertvollen Unikate, die teilweise über 600 Jahre alt sind. Bücher, deren Seiten aus Tierhäuten bestehen, kunstvoll verziert, mit Blattgold belegt. Es sind sowohl religiöse Schriften, wie die Tora oder Teile der Bibel, aber auch juristische Werke, wie Gesetzestexte oder Hochzeitsverträge, monumentale Bücher mit etlichen Kilo Gewicht, oder kunstvolle Miniaturen oder Schriftrollen.

Kunstvoll verzierter Hochzeitsvertrag

Kunstvoll verzierter Hochzeitsvertrag

Immer faszinierend ist die Präzision und ästhetische Qualität der Handschriften. Obwohl ich die hebräischen Schriften nicht lesen konnte, begeisterte mich die Kalligraphie und generell die unglaubliche, heute kaum noch nachvollziehbare Bedeutung des geschriebenen Wortes. Genauso spannend ist der Einblick, der diese Werke in das Leben der Menschen ermöglicht. Die penible Auflistung aller Werte, die jeder Partner in die Ehe einbringt und der Pflichten, die er eingeht, zeigt, dass die Bedeutung einer Ehe damals erheblich anders wahrgenommen wurde, als heutzutage.

Das Kunstprojekt BIOS [TORAH] von Robotlab gehörte nicht mehr zu der Ausstellung, ist aber eine gelungene thematische Überleitung zum Rest des Museums. Der Titel ist eine Parabel: Im BIOS sind die Grundfunktionen eines Computers eingebrannt, auf dem alle Funktionen des Betriebssystems und der Anwendungen aufbauen. Die Schrift, mit der religiöse und juristische Texte verfasst sind, stellt gleichsam das funktionale Fundament einer Gesellschaft dar.

BIOS - THORA

BIOS – THORA

Die Tora aus der Roboterfeder

Die Tora aus der Roboterfeder

Das Kunstwerk besteht im Wesentlichen aus einem Industrieroboter, der die Aufgabe eines Sofer (Tora-Schreibers) übernimmt. Er schreibt die Tora mit Schreibfeder und Tinte in menschlicher Geschwindigkeit auf eine 80m lange Papierrolle. Da der Roboter aber nur sein Programm ausführt und keine Auseinandersetzung des Schreibers mit dem religiösen Text stattfindet, genügt der Text nicht den Erfordernissen des jüdischen Religionsgesetzes. Er ist nicht koscher (=rituell unbedenklich).

Koscher waren hingegen die Gummibärchen aus einem Automaten in der ständigen Ausstellung, was mich zum schmunzeln brachte.

Im Jahr 2001 habe ich zum ersten Mal das jüdische Museum Berlin besichtigt – vor der offiziellen Eröffnung. Damals war der Neubau von Daniel Liebeskind noch leer. So konnte ich die extravagante und symbolträchtige Architektur unverfälscht auf mich wirken lassen. Der Museumsneubau hat zum Beispiel keinen direkten Eingang. Er ist nach aussen zerrissen und abweisend und im Inneren irritierend und ohne vertraute rechte Winkel, die Ordnung und Orientierung versprechen.

Jüdisches Museum Berlin

Jüdisches Museum Berlin

Ich habe seinerzeit in den leeren Räumen gestanden und mich gefragt, wie dort jemals eine Ausstellung aufgebaut werden kann.

Nun weiss ich es. Es geht hervorragend. Die Ausstellung ist chronologisch und verwirrend und dennoch logisch. Sie zieht einen roten Faden, ist aber und mit verstörenden Elementen durchzogen, wie dem mehrgeschossigen Raum, in dem man auf  kleinen Stahlplatten herumlaufen kann, die schreiende Gesichter darstellen. Die Symbolik und der Raum und die entstehenden Geräusche wirken durchaus bedrückend.

Void mit Installation

Void mit Installation

Bei allen Hinweisen auf die problematischen oder grausamen Aspekte der deutsch-jüdischen Geschichte ist das Museum jedoch keinesfalls als Trauerstätte oder Holocaust Mahnmal zu verstehen. Dafür ist die jüdische Tradition in Deutschland zu alt und vielschichtig. Genau das wird in dem Museum hervorragend vermittelt.

 

Kunst- und Architekturwochenende

Jaja, die Fussball WM…
Gucke ich auch – aber nicht nur. Es gibt ja auch noch anderes. Kunst zum Beispiel. Dieses Wochenende lief wieder 48 Stunden Neukölln. Aber es lief ohne mich. Stattdessen habe ich mir zwei tolle Architektur Ausstellungen im Pfefferberg angesehen.

Pfefferberg: Tchoban Foundation

Pfefferberg: Tchoban Foundation

Den Anfang machte eine Ausstellung mit grandiosen Architekturzeichnungen von Lebbeus Woods in der Tchoban Foundation. Der schmale Neubau auf dem Pfefferberg Gelände ist an sich schon eine Schau. Die Fassade aus hochwertigem Beton ist mit Fragmenten aus Architekturzeichnungen verziert und im Inneren ist es nicht weniger interessant und edel.

Die Zeichnungen waren noch eher Kunst, als Architektur. Es handelte sich nämlich nicht um konkrete Entwürfe, sonden eher um Ideen, Illustrationen oder Moods. Sie erinnern teilweise an Entwürfe für Fantasy Filmsets oder Szenen aus Cyberpunk Romanen und sind technisch einfach brilliant. Die Ausstellung wird noch bis zum 03.10.2014 gezeigt und ist mit €5,- Eintritt recht wohlfeil, zumal mir freundlicherweise das Fotografieren ohne Blitz erlaubt wurden.

Pfefferberg - Aedes

Pfefferberg – Aedes

Wesentlich näher an der Realität waren die Ausstellungen, die in der Aedes Galerie ebenfalls auf dem Pfefferberg Gelände gezeigt wurden. In der Ausstellung „New Moscow – Urban Development by International Competitions 2012-2014“ wurden Wettberwerbsentwürfe für zwei große Vorhaben in Moskau gezeigt:

Direkt neben dem Kreml und dem Roten Platz an der Moskva liegt eine große Brachfläche, für den die Neuplanung des Zaryadye-Parks ausgelobt wurde. Gezeigt wurden die Entwürfe der fünf Finalisten.

Ein weiterer Wettbewerb galt der Neuplanung des Staatlichen Zentrums für Zeitgenössische Kunst (NCCA). Auch hier wurden die Entwürfe der fünf Finalisten gezeigt.

Noch konkreter war die Ausstellung zu den Besonderheiten des kommunalen Wohnungsbaus in Wien mit dem Titel „Gemeinde baut – Wiener Wohnbau 1920 bis 2020“. Neben den bekannten Großsiedlungen des soganannten „Roten Wien“ zwischen 1918 und 1934 gab es Interessantes zu den Nachkriegsvorhaben unter jeweils veränderten Zielsetzungen. Verblüffend ist der extrem hohe Anteil des Kommunalen Wohnungsbaus, der bis 1990 bei sagenhaften 38% lag, zu denen nochmals knapp 20% genossenschaftlicher Wohnungsbau kommen.

Die Ausstellungen sind alle wirklich empfehlenswert und haben einen schönen Bogen von vollkommen fiktiven Zeichnungen über interessante Entwürfe bis hin zu realen Gebäuden geschlagen.

N ist November, nicht Nordpol!

Gestern habe ich zum ersten Mal gefunkt. Genauer: Gestern habe ich zum ersten mal am Amateurfunk teilgenommen. Mit dem Ausbildungsrufzeichen DN3CCC (Delta November Drei Charly Charly Charly) haben wir den Ablauf einer typischen Sprechfunkverbindung mit unserem Ausbilder DC4LW (Delta Charly Vier Lima Whiskey) geübt und natürlich auch entsprechend Protokoll geführt.

Ich nehme also an einem Kurs zur Vorbereitung der Amateurfunkprüfung teil. Seit meiner Führerscheinausbildung vor 28 Jahren hat mir nicht mehr so der Kopf geraucht. Die Menge an Gesetzen und Vorschriften, technischen Dingen, Formeln und Abkürzungen scheint einem am Anfang schier zu erschlagen. Dass die Frequenzen, Abkürzungen und Länderkennzeichen keiner erkennbaren Logik folgen, macht die Sache nicht einfacher.

Und dann kommen mir auch noch Erinnerungsfetzen aus meiner Kindheit dazwischen.

Die falsche Buchstabiertafel

Um Missverständnisse bei schlechter Übertragungsqualität zu vermeiden, werden Buchstaben im Funkverkehr als ganze Worte durchgegeben. Für den Buchstaben N wird gemäß NATO-Alphabet das Wort „November“ verwendet. Anstatt „November“ fällt mir allerdings häufig zuerst „Nordpol“ ein und anstatt „Romeo“ kommt mir „Richard“ in den Sinn.

Nachdem ich mich ein paar mal darüber gewundert habe, weshalb diese Synapsen bei mir im Hirn schon verkabelt sind, fiel mir ein woher ich dieses Alphabet (es ist übrigens DIN 5009) habe.

Nie gelernt – trotzdem im Kopf

Als ich ungefähr 5 Jahre alt war, haben sich meine Oma und meine Mutter abwechselnd um mich gekümmert, weil sie beide im Schichtdienst bei der Polizei in der Nachrichtenübermittlung arbeiteten. Daher war ich manchmal zur „Übergabe“ für ein paar Minuten mit in der Dienststelle.

Manchmal konnte man dort im Hintergrund den Polizeifunk hören. Wenn z.B. ein Autokennzeichen überprüft werden sollte, fing das meist mit „Heinrich“ an – ich komme eben aus Hannover.

Als Kind hat mich das alles nicht sonderlich interessiert und bewusst zugehört habe ich damals bestimmt nicht, aber dennoch blieb mir die halbe DIN Buchstabiertafel im Kopf.

Verblüffend!

Jetzt muss ich das nach 41 Jahren wieder loswerden und dafür die NATO Tafel im Kopf behalten.

Firefox: URL vervollständigen ausschalten

Wenn ich etwas hasse, dann sind es Computer, die schlauer als der Nutzer sein wollen. Darunter fällt das unsägliche automatische Ergänzen der URL um www und .com, das Firefox ungefragt vornimmt. Die Grundannahme, dass eine Domain immer mit www. anfängt und mit .com aufhört ist ja totaler Quatsch. Das stimmt schon bei „richtigen“ Domains häufig nicht, bei der Entwicklung aber schonmal gar nicht. Ich benutze gerne einfache URLs, wie zum Beispiel http://shop/.

In den normalen Einstellungen von Firefox steht dazu nichts. Wie wird man den Quatsch also los?

Man gibt in der Adresszeile about:config ein und bestätigt, dass man vorsichtig ist. Dann sucht man nach dem Schlüssel keyword.enabled und ändert den Wert von true auf false.

Zur Sicherheit löscht man auch noch die Werte der Schlüssel browser.fixup.alternate.prefix und browser.fixup.alternate.suffix.

Happy browsing!

Kein Kommentar möglich

Kurze Info: Bis auf weiteres habe ich die Kommentarfunktion abgeschaltet.

Der Grund dafür ist eine Spamwelle die einen neuen Trick nutzt: Als Absendermail wird eine Facebook Adresse angegeben.
Darauf reagiert der Spamfilter offensichtlich noch nicht.

Nachtrag, 20.01.2014

Kommentieren geht wieder

 

Eichenparkett im Schlafzimmer

Ich habe am Samstag Eichenparkett ins Schlafzimmer gelegt. Naja, ein bisschen wenigstens: 20 x 30 cm. Zum Angucken. Und Überlegen. Und überhaupt – ich und Eichenparkett. Wie konnte es denn dazu kommen?

Eichenparkett

Eichenparkett

Der Teppich ist fertig und müsste mal ersetzt werden. Neuer Teppichboden ist nicht gerade billig, wenn man was Vernünftiges haben will. Zudem fiel mir neulich in Finnland wieder einmal auf, dass dort eigentlich nirgendwo Teppichboden liegt – vermutlich weil man den nicht gründlich saubermachen kann. Also mal was anderes? Laminat ist einfach nur peinlich – Plastikzeugs unter die Füsse – bäh. Muss nicht sein. Holz ist schön und angenehm – richtiges Holz. Und mit einer ordentlichen Dämmung drunter vielleicht auch gut für das akustische Wohlempfinden. Also mal gucken gehen, was es so gibt.

Ahorn und Birke sehen schön aus, sind aber etwas zu hell. Buche ist zurückhaltend, aber zu rotstichig. Richtig toll fänd ich dunkles Nussbaumholz – aber das ist schier unbezahlbar. Da blieben Esche und Eiche übrig. Also habe ich so eine Holzschindel ausgeliehen und zu Hause hingelegt. Schön! Aber es beisst sich farblich mit den gelben Wänden, den Kiefern- und Birkenmöbeln.

Und was jetzt? Auf eine Totalrenovierung mit neuen Möbeln habe ich irgendwie keine Lust. Mähhh…

Berlin auf den Punkt gebracht

Ach Berlin…

Eine Hassliebe. Die Stadt ist einfach extrem anstrengend. Woanders lebt es sich einfacher. Gemütlicher. Aber eben auch langweiliger und weniger anregend. Hier gibt es interessante Leute und spannende Veranstaltungen, die ich nicht missen möchte. Berlin geht mir extrem auf den Zeiger, aber ich will nirgends anders leben. Mit diesem Zwiespalt lebe ich nun seit über 25 Jahren.

Nun ist eine dicht bebaute Stadt mit über 3,5 Millionen Einwohnern verständlicherweise kein Dorf. Und dass alte und marode Dinge (von denen es hier viel gab und gibt) erneuert werden müssen ist auch klar. Aber es gibt hier so eine Art…

  • Bauarbeiten dauern hier 2-3 mal so lange, wie in anderen Städten.
  • Wir fangen erst mal an – und lassen dann alles für 3-9 Monate rumliegen.
  • Die Qualität ist schlecht. Was gebaut wurde muss nach 5-8 Jahren wieder renoviert werden.
  • Wenn eine wichtige Strasse saniert wird, ist stets sichergestellt, dass jede halbwegs sinnvolle Ausweichroute ebenfalls mit Bauarbeiten blockiert wird.
  • Idealerweise wird dazu auch noch die dazu parallel laufende S-, U- oder Strassenbahnstrecke gesperrt.
  • Zudem wird extrem viel dummes Zeug gebaut, was keiner braucht, aber Riesensummen verschlingt und für jahrelanges Chaos sorgt. Eine Veranstaltungshalle nach der anderen, das hässliche Stadtschloss, die U5 Unter den Linden, gerade nachdem der Boulevard fertig saniert war…

Als vor ein paar Jahren ein neuer Slogan für das Stadtmarketing gesucht wurde, hatte jemand recht treffend vorgeschlagen:

„Berlin. Wir können alles – aber nichts richtig“

Das scheint aber tatsächlich primär eine Mentalitätsfrage zu sein. Denn bereits in den 20er Jahren schrieb Ernst Bloch

„Berlin ist nicht, Berlin wird immer nur.“

Wer nach Berlin kommt, sollte sich jedenfalls auch im Jahre 24 nach der Wende noch immer darauf einstellen, dass gefühlte 50% der Stadt Provisorium, blockiert oder Baustelle sind. Das wird sicherlich in den nächsten 25 Jahren auch nicht anders werden. Genau auf den Punkt bringt es dieses Verkehrsschild:

Berlin - auf den Punkt

Berlin - auf den Punkt

Vermutlich ist der Stuss der zuständigen Behörde nicht mal aufgefallen…

Das heisse Wochende genutzt – aufgeräumt

Brüllend heisses Wochenende. Ich kann mich nur im Schneckentempo bewegen. Im Schatten. In der Sonne fast gar nicht. Als ich kurz einkaufen war, fühlte sich der Wind an, als ob mir jemand einen Fön vor das Gesicht hält. Bei so einem Wetter macht man „something close to nothing“, wie es Prince in einem Song mal ausdrückte.

Aber ganz gar nichts kann ich auch nicht. Also habe ich beschlossen, nach fünf Jahren endlich mal so richtig aufzuräumen. Und zwar meinen iMac. Der war mittlerweile derart langsam geworden, dass das Arbeiten ätzend wurde. Stundenlanges rumrödeln auf der Festplatte, alle Programme hakten und wurden immer zickiger. Ich hatte in den Jahren einfach unglaublich viel Software ausprobiert, wieder de-installiert und damit das System so richtig zugemüllt. Die ständigen Updates sind sicherlich auch nicht immer förderlich.

Schön, aber träge

Der iMac von 2008 (mit dem Alu-Gehäuse) ist mein erster Apple Rechner. Seit den seeligen Zeiten des Apple ][ und erst recht seit ich 1984 auf der CeBIT (damals noch als Teil der Hannover Messe) den ersten Mac sah, wollte ich immer einen Rechner von den Jungs aus Cuppertino haben, konnte ihn mir aber nie leisten. Für dieses Gerät hat sich der höhere Preis aber tatsächlich bezahlt gemacht. Früher ist keiner meiner Computer so alt geworden. Spätestens nach 2-3 Jahren hatte ich den Nachfolger. Aber dieser Rechner gefällt mir tatsächlich noch immer und eigentlich sind auch Prozessor, RAM und Festplatte noch ausreichend für die Standardaufgaben. Also mal sehen, was man noch rausholen kann.

Es hat einen kompletten Tag gedauert die Daten zu sichern, die Festplatte zu formatieren, das Betriebssystem neu aufzuspielen, alle Updates zu installieren, alle Programme, die ich wirklich noch benutze neu zu installieren und einzurichten, die Fotosammlung, die iTunes Bibliothek und den ganzen Rest wieder aufzuspielen.

Es wirkt!

Das Ergebnis ist wirklich verblüffend. Alles fühlt sich wieder geschmeidig an, von der Festplatte ist nichts mehr zu hören und ich habe so nebenbei ziemlich viel Datenmüll entsorgt. Klasse! Ich hoffe, dass ich so noch ein paar Jahre über die Runden komme.

Ich mag gutes Design und qualitativ hochwertige Werkzeuge. Das habe ich mir damals geleistet und bin sehr zufrieden. Aber ich bin kein Fanboy. Die Geschäftspolitik von Apple finde ich gelinde gesagt zum Abgewöhnen. Der Weg, den Apple mit der Weiterentwicklung von OS/X eingeschlagen hat, gefällt mir nicht. Mit ziemlicher Sicherheit wird mein nächster Rechner nur noch mit Linux betrieben werden. Wie gesagt – ich mag gutes Design und hochwertige Werkzeuge…

Chill!!!

Endlich: Wochenende, gutes Wetter und (etwas) Zeit. Schade, dass schon das halbe Jahr rum ist – aber werden wir mal nicht pingelig. Zwei Stunden Sonnenbad, offen Cabrio fahren, abends am Strand chillen, Freunde treffen.

Was will man mehr?

Abends im Strandbad Weissensee hatte man überhaupt nicht das Gefühl, in der Stadt zu sein – schon gar nicht gerade 5 KM vom Alexanderplatz entfernt. Superschöne Stimmung!

Abendstimmung am Weissensee

Abendstimmung am Weissensee

Abendstimmung

Abendstimmung

Halbtagstourismus, Massenchillen, Robinien, Wasser und Weitblick

Während halb Deutschland mit Hochwasser kämpft, war in und um Berlin ein wunderschönes, erholsames Wochenende zu vermelden. Da mein schlechtes Gewissen auch niemandem hilft, habe ich mich entschieden, die beiden Tage einfach zu geniessen.

Samstag: Der Halbtags-Tourist

Am Samstagnachmittag habe ich mich mal wie ein Tourist in meiner eigenen Stadt gefühlt. Ein kleiner Rundgang durch Mitte machte es möglich. Ich wollte eigentlich nur auf einen Sprung in die Humboldt Universität und bin am Lustgarten ausgestiegen, der durch ganze Heerschaaren von Touristen belagert war.

Berlin Lustgarten Sit-in

Berlin Lustgarten: Touri-sit-in

Normalerweise nervt mich der ganze Rummel mit gaffenden Horden, die einem planlos vor die Füsse latschen, Strassenmusikanten und so weiter. Aber gestern war ich in der passenden Stimmung und habe mir sogar den Chor angehört, der vor dem Bodemuseum sang und die Tangotänzer im Monbijoupark angesehen. Mit etwas gelassenem Abstand kann ich sogar verstehen, warum die Touristen Berlin toll finden. Irgendwann war es aber dann doch genug. Zum Abendessen habe ich wieder den netten, leckeren und preiswerten Italiener bei mir im Viertel aufgesucht.

Chor vor Bodemuseum

Chor vor Bodemuseum

Tango im Monbijoupark

Tango im Monbijoupark

Massenchillen an der Spree

Massenchillen an der Spree

Sonntag: Schorfheide

Sonntag lockte morgens gleich die Sonne – also auf zum Werbellinsee. Erstaunlicherweise gab es heute kaum Verkehr und auch nur wenige Badegäste. Tiefenentspanntes brutzeln war also angesagt. Nachmittags zog es mich dann noch weiter nach Joachimsthal, wo ich mir zunächst einmal einen famosen Überblick auf dem alten Wasserturm verschaffte. Im verschlafenen Stadtkern (mir sieht der Ort eher nach Dorf aus, aber man hat Stadtrecht), gab es dann noch lecker Rhabarberstreuselkuchen, bevor es gemütlich zurück nach Berlin ging.

Joachimsthal - Alter Wasserturm

Joachimsthal - Alter Wasserturm

Joachimsthal - Grimnitzsee

Joachimsthal - Grimnitzsee

Kirche von Schinkel

Kirche von Schinkel

Genau für solche Tage habe ich ein Cabrio: Offen und entspannt durch schöne Landschaft cruisen, die Vögel im Wald zwitschern hören und sich vom umwerfenden Duft der Robinien fast betäuben lassen.

Ge-ni-al!!!

Das Abendessen – Spargel mit Schinken und als Apperetiv einen selbstgemachten Holunderblütenlikör – sorgte für den passenden Ausklang eines sehr schönen Wochenendes.

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