tiny little gizmos

Ein arbeitsreiches Wochenende

Das Wochenende ist ja eigentlich zur Erholung von der Müh‘ des Alltags gedacht. Dieses Wochenende war jedoch arbeitsreich: Neue Haushaltsgeräte, Einkauf, PHP Profiling verstehen, Radwechsel und Wiederherstellung einer Gitarre standen auf dem Programm.

Haushaltstechnik

In der vorigen Woche ging meine Waschmaschine kaputt. Die „gute“ Bauknecht war ja auch schon fast 6 Jahre alt (Vorsicht: bissige Ironie), da kann sich schon mal die Laugenpumpe verabschieden. Der Geruchsentwicklung nach zu urteilen,war der Motor durchgebrannt. Man hätte bei der Konstruktion vielleicht doch nicht das Flusensieb einsparen sollen, aber was verstehe ich schon von Mechanik…

Zwei neue Küchengeräte

Die beiden Neuen sind angekommen

Am Samstag Morgen wurde jedenfalls die neue geliefert, und weil ich keine halben Sachen machen wollte, gleich noch der neue Geschirrspüler dazu.

Ich hoffe, die nächsten 10 Jahre ist jetzt Ruhe im Küchenblock. Auch wenn die Schlepperei zwei junge, kernige Burschen übernahmen, blieb noch genug Arbeit übrig: Die alten Maschinen vorziehen, deinstallieren, Wasser ablassen, unter dem Küchenblock sauber machen, den Flur für den Transport freiräumen, die neuen Maschinen zurecht schieben, Transportsicherungen entfernen, anschließen und durchspülen, Flur und Küche wieder herrichten.

Anschlüsse unter der Spüle

Gordischer Schlauchknoten. Alles dicht?

Eigentlich alles recht einfache Tätigkeiten, aber wenn es unter der Spüle eng wie in einem Schuhkarton ist und das Ergebnis wie eine Darmverschlingung aussieht, ist zu erahnen, dass hier von „einfach anschließen“ keine Rede sein kann. Zusammen mit dem zwischenzeitlichen Wocheneinkauf, ging der komplette Samstag drauf.

Webentwicklung

Abends habe ich mich aus gegebenem Anlass noch mit Performance Profiling von PHP Anwendungen beschäftigt und mit XHProf rumgespielt. Was sich anfangs kompliziert anhört ist am Ende aber doch recht einfach und man bekommt so wunderbar komplexe Grafiken, mit denen man sich in Meetings wichtig machen kann… ;-)

Callgraph für zzapapp

Callgraph für zzapapp

Hier ein Graph, der die Methodenaufrufe für ein Login in meinem Framework zeigt. Trotz fettem Rot: 0,511 Millisekunden finde ich ausreichend schnell.

Automobilpflege

Den Sonntagvormittag habe ich – nach einem ordentlichen Frühstück – mit der Autopflege verbracht. Mein Schätzchen sollte endlich die ollen Winterreifen ablegen. Der Wechsel ging dann auch recht zügig von der Hand.

Sommerreifen am Cabrio

Schickes Schuhwerk für meine flotte Französin

Musikinstrumentenhilfe

Nachmittags ging ich noch einem Freund zur Hand. Seine Ibanez Gitarre brauchte neue Saiten, aber das Floyd-Rose Tremolo sorgte für Verdruss. Dank Youtube war jedoch recht bald klar, was zu tun ist. Nun hat hat das gute Stück sechs neue Saiten und ist wieder bester Stimmung

Floyd-Rose Tremolo

Verstelltes Floyd-Rose Tremolo vor dem Arbeitseinsatz

 

Wie bastele ich mir eine schöne Pizza

Unter der Woche wird in der Kantine gegessen. Dafür entschädige ich mich am Wochenende gerne mit leckerem selbstgemachten Essen. Heute gibt es mal wieder Pizza de la Casa Ollmetzer. Nach einigen früheren suboptimalen Versuchen habe ich so langsam den Dreh raus.

Zunächst wird der Teig vorbereitet.

Zutaten für den Teig

Zutaten für den Teig

Ein viertel Hefewürfel wird mit einer Prise Zucker (Futter für die Hefebakterien) in 0,2 l lauwarmen Wasser aufgelöst. Das wird in einer Rührschüssel mit 350g Mehl und einem Schnapsglas Olivenöl zu einem schönen Teig geknetet. Die Schüssel wird anschließend mit einem Tuch abgedeckt und an einen warmen, zugfreien Ort gestellt.

Den Teig warm halten

Den Teig warm halten

Eine halbe Stunde später wird der halb aufgegangene Teig auf dem Blech ausgerollt. Währenddessen wird der Backofen kurz(!) vorgewärmt. Das Blech mit dem Teig wird dann in den warmen, aber ausgeschalteten Ofen gestellt um noch eine halbe Stunde aufzugehen.

Den ausgerollten Teig nochmal warm halten

Den ausgerollten Teig nochmal warm halten

Die Zeit wird genutzt, um den Belag vorzubereiten. Die Grundlage ist eine Tomatensoße, die aus einer Dose Pizzatomaten, einer großen Knoblauchzehe, einer Zwiebel und einer ordentlichen Prise Basilikum besteht. Während diese langsam vor sich hin köchelt, wird der restliche Belag kleingeschnitten.

Ein Teil des Belages

Ein Teil des Belages

Ich habe die Pizza mit der Soße, Salami, Kochschinken, Paprika, Frühlingszwiebeln, schwarzen Oliven und Mozzarella belegt und mit einer Prise Oregano gewürzt.

Mein Gasofen ist auf Stufe 6 vorgewärmt. – die Pizza mag es heiß! Nach 20 Minuten (hängt vom Ofen ab) ist sie fertig zum Verzehr.

Das leckere Ergebnis

Das leckere Ergebnis

 

Besuch bei den Blumen-Nerds

Nerds sind nach allgemeiner Lesart Leute die sich so gut mit Computern auskennen, dass sie für normale Menschen etwas spleenig erscheinen. Ich finde, dass das irgendwie auch für Menschen anderer Fachrichtungen gelten sollte. Neulich bin ich zum Beispiel über die Bezeichnung Kaffee-Nerd gestolpert.

Heute war ich bei den Blumen-Nerds. Genauer gesagt habe ich die Weltmeisterschaft der Floristen, den Fleurop-Interflora World Cup Berlin 2015 besucht, der vom 11. bis 13. Juni 2015 in Berlin stattfindet. Als jemand der Blumen eher beiläufig zur Kenntnis nimmt („hmmm, sieht ganz hübsch aus – wie heisst die Pflanze nochmal?„), fand ich die Ankündigung zunächst recht kurios, aber ich war auch neugierig. Und so habe ich mich trotz Heuschnupfen in die Arena in Treptow begeben.

Fleurop Interflora World Cup in der Arena

Fleurop Interflora World Cup in der Arena

Eine charmante Mitarbeiterin von Fleurop gab mir eine ausführliche Einführung in die Blumen-Szene und erzählte einiges über Hintergründe und Ziele der Veranstaltung.

Der World Cup besteht aus mehreren Einzelwettbewerben. Als thematische Klammer dienen die Besonderheiten des Austragungsortes Berlin (Mauer durchbrechen, Freiheit, Aufbruch,…). Der zweistündige Wettbewerb, von dem die Bilder stammen, lief unter dem Motto „100 Prozent persönlich“.

Von der etwas naiven Vorstellung, dass es hier um Blumengebinde für den Wohnzimmertisch geht, habe ich mich gleich nach betreten der Halle verabschiedet. Man denkt hier in etwas größeren Dimensionen.

Schlicht

Ich gebe zu, dass ich einen schlichten Geschmack habe, was Blumen angeht; einfach und natürlich finde ich reizvoller als üppig und extravagant. So sagte mir der Beitrag aus Schweden zu und irgendwie fand ich ihn auch „schwedisch“.

Schweden

Schweden

Auch der Beitrag von Weißrussland hat mich ästhetisch angesprochen. Die Bilder habe ich übrigens alle noch ziemlich zu Anfang aufgenommen. Daher sind die Gestecke noch etwas kahl. Die Idee ist aber immer schon gut zu erkennen.

Weißrussland

Weißrussland

Den Beitrag aus Griechenland fand ich wegen seiner Natürlichkeit hübsch.

Griechenland

Griechenland

Extravagant

Der Wettbewerb hatte aber aus meiner Sicht auch seine kuriosen Seiten. Als Gerüst oder Unterlage für die Gestecke und Gebinde dienen eigentlich immer irgendwelche organische Materialien, wie Holz. Gerne in Form von Treibholz. Manche denken da aber auch etwas ausgefallener.

Estland - Knochen als Grundlage

Estland - Knochen als Grundlage

USA - Blumenampel aus Hörnern

USA - Blumenampel aus Hörnern

Auch wenn das zunächst etwas befremdlich erscheint, kann das Gesamtarrangement im Ergebnis dennoch ansprechend werden.

Estland - Blumenmauer

Estland - Blumenmauer

USA

USA

Üppig

Natürlich gab es auch Beiträge aus der Rubrik edel und üppig, wie den der Schweiz

Schweiz

Schweiz

In dieser Hinsicht eher etwas enttäuschend fand ich Beiträge der Länder, die eine üppige, tropische Vegetation haben, wie Brasilien und Malaysia. Vielleicht war das auch einfach eine Anti-Haltung. Wer dort massenweise Orchideen sehen will, geht einfach in den Wald?

Besucher

Besucher

Die Arena war gut mit Besuchern aus aller Welt gefüllt. Nicht nur Europäer, wie es zu erwarten war, sondern auch Amerikaner, und Asiaten waren überraschend zahlreich vertreten. Überall wurde genau zugesehen und fotografiert, so dass kaum ein Durchkommen war.

Insgesamt habe ich hier eine Veranstaltung erlebt, die (zumindest aus meiner Sicht) mal so ganz anders ist. Dem Motto „Die Welt braucht Blumen“ kann ich nur zustimmen. Sie sieht dann schöner aus und riecht viel besser (auch wenn meine Nase von dem Blütenstaub juckt) ;-)

Die Welt braucht Blumen

Die Welt braucht Blumen

Besinnliche Gedanken

Ich wünsche allen, die das hier lesen, ein frohes Fest.
Wirklich – geniesst die paar Tage mit Familie und Freunden.

Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit. Ein schönes deutsches Wort; So vielschichtig. Die Hektik des Alltags hinter sich lassen. Sich beruhigen und gelassen sein. Festlich aber auch etwas nachdenklich.

Gemütlich in der Küche

Gemütlich in der Küche

In meiner Familie ist dieses Weihnachten leider nicht fröhlich. Ganz und gar nicht. Ich rede nicht von dem üblichen Geschenke- und Reisestress. Auch nicht von banalen Streits darüber, ob der Baum gerade steht, die Gans gelungen ist oder es sinnvoll ist, Socken zu verschenken.

Solchen Dingen sind wir in den vergangenen 25 Jahren gekonnt aus dem Weg gegangen. Der Baum war gerade – und wenn nicht dann eben nicht. Hauptsache er ist geschmückt und fällt nicht um. Statt Gans gab es Würstchen und Kartoffelsalat. Man will ja nicht den ganzen Tag in der Küche stehen. Geschenkt haben wir uns nichts. Nur die Kinder haben etwas bekommen. Erwachsene haben ja ohnehin meist alles, was sie brauchen. Wichtig war, dass sich die Familie wiedergesehen hat. Das hat wunderbar funktioniert.

Dieses Weihnachten ist anders. Wir werden uns von einem schwer kranken Familenmitglied verabschieden, das nur noch ein paar Tage oder Wochen leben wird. Mir ist seit Wochen hundeelend zumute. Ich fühle Trauer und Ohnmacht darüber, dass man nichts ändern kann – nicht mal wirklich helfen.

In meinem Bekanntenkreis sind gerade viele dabei, sich von Ihren Eltern zu verabschieden, meist wegen Krebs oder Demenz. So ist das leider nun mal, wenn man irgendwo in den 40ern ist. Eine Bekannte, deren Eltern bereits tot sind, verblüffte mich neulich gar damit, dass sie sich jetzt selber aufs Alter vorbereitet.

Ich habe gerade eine Artikel über Lebensweisheiten für Menschen in den 30ern gelesen. Der Fragende ist Anfang 30 und die Befragten mindestens 10 Jahre älter. Interessant ist, dass die Antworten im Wesentlichen gleich waren. Sie klingen für jüngere Menschen vielleicht langweilig und profan, aber jeder hatte gute persönliche Gründe angeführt.

Beim Lesen habe ich fast nur genickt. Meine Interpretation ist:

  • Bring Deine Finanzen in Ordnung – und zwar schnell. Raus aus den Schulden und leg etwas für Schicksalsschläge zur Seite – denn sie werden kommen!
  • Kümmere Dich um Deine Gesundheit – Jetzt! Der Körper merkt sich alles, was Du ihm antust.
  • Verschwende keine Zeit und Energie mit Leuten, die Dich nicht gut behandeln.
  • Kümmere Dich um Menschen, die gut zu Dir sind. Nimm Dir Zeit für sie. Sei für sie da, wenn sie Dich brauchen.
  • Du kannst nicht alles haben, machen und erleben. Konzentriere Dich auf wenige Dinge, die wirklich wichtig sind.
  • Bleib trotzdem in Bewegung, bleib neugierig, probiere Dinge aus.
  • Höre auf Deinen Körper. Wenn er sagt, dass Du kürzer treten musst, dann tue es – egal was Dein Boss oder die Leute um Dich herum sagen.
  • Geniess das Leben und erfreue Dich an kleinen Details. Oder wie meine Oma gesagt hat: „Kinder, macht Euch das Leben schön“.
  • Wenn Du etwas tun willst, mache es bald. Ein Jahr ist schnell vorbei. Oder zwei oder drei…
  • Du hast nicht erreicht, was Du mit 22 wolltest? Entspann Dich. Nicht nur Du stolperst durch das Leben. Den Anderen geht es auch nicht anders – egal wie cool sie wirken oder was sie erreicht haben.

Die Erschaffung der Welt und koschere Gummibärchen

Heute habe ich die Sonderausstellung „Die Erschaffung der Welt“ im jüdischen Museum Berlin genossen. Ausgestellt wurden mittelalterliche Schriftstücke, kunstvoll angefertigte Hochzeitsverträge, reich illustrierte Schriftrollen und wertvolle Drucke. Freundlicherweise war das Fotografieren gestattet.

Gesetzestext von 1400 mit zahlreichen Kommentaren

Gesetzestext von 1400 mit zahlreichen Kommentaren

Unter den Ausstellungsstücken sind zahlreiche extrem wertvollen Unikate, die teilweise über 600 Jahre alt sind. Bücher, deren Seiten aus Tierhäuten bestehen, kunstvoll verziert, mit Blattgold belegt. Es sind sowohl religiöse Schriften, wie die Tora oder Teile der Bibel, aber auch juristische Werke, wie Gesetzestexte oder Hochzeitsverträge, monumentale Bücher mit etlichen Kilo Gewicht, oder kunstvolle Miniaturen oder Schriftrollen.

Kunstvoll verzierter Hochzeitsvertrag

Kunstvoll verzierter Hochzeitsvertrag

Immer faszinierend ist die Präzision und ästhetische Qualität der Handschriften. Obwohl ich die hebräischen Schriften nicht lesen konnte, begeisterte mich die Kalligraphie und generell die unglaubliche, heute kaum noch nachvollziehbare Bedeutung des geschriebenen Wortes. Genauso spannend ist der Einblick, der diese Werke in das Leben der Menschen ermöglicht. Die penible Auflistung aller Werte, die jeder Partner in die Ehe einbringt und der Pflichten, die er eingeht, zeigt, dass die Bedeutung einer Ehe damals erheblich anders wahrgenommen wurde, als heutzutage.

Das Kunstprojekt BIOS [TORAH] von Robotlab gehörte nicht mehr zu der Ausstellung, ist aber eine gelungene thematische Überleitung zum Rest des Museums. Der Titel ist eine Parabel: Im BIOS sind die Grundfunktionen eines Computers eingebrannt, auf dem alle Funktionen des Betriebssystems und der Anwendungen aufbauen. Die Schrift, mit der religiöse und juristische Texte verfasst sind, stellt gleichsam das funktionale Fundament einer Gesellschaft dar.

BIOS - THORA

BIOS – THORA

Die Tora aus der Roboterfeder

Die Tora aus der Roboterfeder

Das Kunstwerk besteht im Wesentlichen aus einem Industrieroboter, der die Aufgabe eines Sofer (Tora-Schreibers) übernimmt. Er schreibt die Tora mit Schreibfeder und Tinte in menschlicher Geschwindigkeit auf eine 80m lange Papierrolle. Da der Roboter aber nur sein Programm ausführt und keine Auseinandersetzung des Schreibers mit dem religiösen Text stattfindet, genügt der Text nicht den Erfordernissen des jüdischen Religionsgesetzes. Er ist nicht koscher (=rituell unbedenklich).

Koscher waren hingegen die Gummibärchen aus einem Automaten in der ständigen Ausstellung, was mich zum schmunzeln brachte.

Im Jahr 2001 habe ich zum ersten Mal das jüdische Museum Berlin besichtigt – vor der offiziellen Eröffnung. Damals war der Neubau von Daniel Liebeskind noch leer. So konnte ich die extravagante und symbolträchtige Architektur unverfälscht auf mich wirken lassen. Der Museumsneubau hat zum Beispiel keinen direkten Eingang. Er ist nach aussen zerrissen und abweisend und im Inneren irritierend und ohne vertraute rechte Winkel, die Ordnung und Orientierung versprechen.

Jüdisches Museum Berlin

Jüdisches Museum Berlin

Ich habe seinerzeit in den leeren Räumen gestanden und mich gefragt, wie dort jemals eine Ausstellung aufgebaut werden kann.

Nun weiss ich es. Es geht hervorragend. Die Ausstellung ist chronologisch und verwirrend und dennoch logisch. Sie zieht einen roten Faden, ist aber und mit verstörenden Elementen durchzogen, wie dem mehrgeschossigen Raum, in dem man auf  kleinen Stahlplatten herumlaufen kann, die schreiende Gesichter darstellen. Die Symbolik und der Raum und die entstehenden Geräusche wirken durchaus bedrückend.

Void mit Installation

Void mit Installation

Bei allen Hinweisen auf die problematischen oder grausamen Aspekte der deutsch-jüdischen Geschichte ist das Museum jedoch keinesfalls als Trauerstätte oder Holocaust Mahnmal zu verstehen. Dafür ist die jüdische Tradition in Deutschland zu alt und vielschichtig. Genau das wird in dem Museum hervorragend vermittelt.

 

Kunst- und Architekturwochenende

Jaja, die Fussball WM…
Gucke ich auch – aber nicht nur. Es gibt ja auch noch anderes. Kunst zum Beispiel. Dieses Wochenende lief wieder 48 Stunden Neukölln. Aber es lief ohne mich. Stattdessen habe ich mir zwei tolle Architektur Ausstellungen im Pfefferberg angesehen.

Pfefferberg: Tchoban Foundation

Pfefferberg: Tchoban Foundation

Den Anfang machte eine Ausstellung mit grandiosen Architekturzeichnungen von Lebbeus Woods in der Tchoban Foundation. Der schmale Neubau auf dem Pfefferberg Gelände ist an sich schon eine Schau. Die Fassade aus hochwertigem Beton ist mit Fragmenten aus Architekturzeichnungen verziert und im Inneren ist es nicht weniger interessant und edel.

Die Zeichnungen waren noch eher Kunst, als Architektur. Es handelte sich nämlich nicht um konkrete Entwürfe, sonden eher um Ideen, Illustrationen oder Moods. Sie erinnern teilweise an Entwürfe für Fantasy Filmsets oder Szenen aus Cyberpunk Romanen und sind technisch einfach brilliant. Die Ausstellung wird noch bis zum 03.10.2014 gezeigt und ist mit €5,- Eintritt recht wohlfeil, zumal mir freundlicherweise das Fotografieren ohne Blitz erlaubt wurden.

Pfefferberg - Aedes

Pfefferberg – Aedes

Wesentlich näher an der Realität waren die Ausstellungen, die in der Aedes Galerie ebenfalls auf dem Pfefferberg Gelände gezeigt wurden. In der Ausstellung „New Moscow – Urban Development by International Competitions 2012-2014“ wurden Wettberwerbsentwürfe für zwei große Vorhaben in Moskau gezeigt:

Direkt neben dem Kreml und dem Roten Platz an der Moskva liegt eine große Brachfläche, für den die Neuplanung des Zaryadye-Parks ausgelobt wurde. Gezeigt wurden die Entwürfe der fünf Finalisten.

Ein weiterer Wettbewerb galt der Neuplanung des Staatlichen Zentrums für Zeitgenössische Kunst (NCCA). Auch hier wurden die Entwürfe der fünf Finalisten gezeigt.

Noch konkreter war die Ausstellung zu den Besonderheiten des kommunalen Wohnungsbaus in Wien mit dem Titel „Gemeinde baut – Wiener Wohnbau 1920 bis 2020“. Neben den bekannten Großsiedlungen des soganannten „Roten Wien“ zwischen 1918 und 1934 gab es Interessantes zu den Nachkriegsvorhaben unter jeweils veränderten Zielsetzungen. Verblüffend ist der extrem hohe Anteil des Kommunalen Wohnungsbaus, der bis 1990 bei sagenhaften 38% lag, zu denen nochmals knapp 20% genossenschaftlicher Wohnungsbau kommen.

Die Ausstellungen sind alle wirklich empfehlenswert und haben einen schönen Bogen von vollkommen fiktiven Zeichnungen über interessante Entwürfe bis hin zu realen Gebäuden geschlagen.

N ist November, nicht Nordpol!

Gestern habe ich zum ersten Mal gefunkt. Genauer: Gestern habe ich zum ersten mal am Amateurfunk teilgenommen. Mit dem Ausbildungsrufzeichen DN3CCC (Delta November Drei Charly Charly Charly) haben wir den Ablauf einer typischen Sprechfunkverbindung mit unserem Ausbilder DC4LW (Delta Charly Vier Lima Whiskey) geübt und natürlich auch entsprechend Protokoll geführt.

Ich nehme also an einem Kurs zur Vorbereitung der Amateurfunkprüfung teil. Seit meiner Führerscheinausbildung vor 28 Jahren hat mir nicht mehr so der Kopf geraucht. Die Menge an Gesetzen und Vorschriften, technischen Dingen, Formeln und Abkürzungen scheint einem am Anfang schier zu erschlagen. Dass die Frequenzen, Abkürzungen und Länderkennzeichen keiner erkennbaren Logik folgen, macht die Sache nicht einfacher.

Und dann kommen mir auch noch Erinnerungsfetzen aus meiner Kindheit dazwischen.

Die falsche Buchstabiertafel

Um Missverständnisse bei schlechter Übertragungsqualität zu vermeiden, werden Buchstaben im Funkverkehr als ganze Worte durchgegeben. Für den Buchstaben N wird gemäß NATO-Alphabet das Wort „November“ verwendet. Anstatt „November“ fällt mir allerdings häufig zuerst „Nordpol“ ein und anstatt „Romeo“ kommt mir „Richard“ in den Sinn.

Nachdem ich mich ein paar mal darüber gewundert habe, weshalb diese Synapsen bei mir im Hirn schon verkabelt sind, fiel mir ein woher ich dieses Alphabet (es ist übrigens DIN 5009) habe.

Nie gelernt – trotzdem im Kopf

Als ich ungefähr 5 Jahre alt war, haben sich meine Oma und meine Mutter abwechselnd um mich gekümmert, weil sie beide im Schichtdienst bei der Polizei in der Nachrichtenübermittlung arbeiteten. Daher war ich manchmal zur „Übergabe“ für ein paar Minuten mit in der Dienststelle.

Manchmal konnte man dort im Hintergrund den Polizeifunk hören. Wenn z.B. ein Autokennzeichen überprüft werden sollte, fing das meist mit „Heinrich“ an – ich komme eben aus Hannover.

Als Kind hat mich das alles nicht sonderlich interessiert und bewusst zugehört habe ich damals bestimmt nicht, aber dennoch blieb mir die halbe DIN Buchstabiertafel im Kopf.

Verblüffend!

Jetzt muss ich das nach 41 Jahren wieder loswerden und dafür die NATO Tafel im Kopf behalten.

Firefox: URL vervollständigen ausschalten

Wenn ich etwas hasse, dann sind es Computer, die schlauer als der Nutzer sein wollen. Darunter fällt das unsägliche automatische Ergänzen der URL um www und .com, das Firefox ungefragt vornimmt. Die Grundannahme, dass eine Domain immer mit www. anfängt und mit .com aufhört ist ja totaler Quatsch. Das stimmt schon bei „richtigen“ Domains häufig nicht, bei der Entwicklung aber schonmal gar nicht. Ich benutze gerne einfache URLs, wie zum Beispiel http://shop/.

In den normalen Einstellungen von Firefox steht dazu nichts. Wie wird man den Quatsch also los?

Man gibt in der Adresszeile about:config ein und bestätigt, dass man vorsichtig ist. Dann sucht man nach dem Schlüssel keyword.enabled und ändert den Wert von true auf false.

Zur Sicherheit löscht man auch noch die Werte der Schlüssel browser.fixup.alternate.prefix und browser.fixup.alternate.suffix.

Happy browsing!

Kein Kommentar möglich

Kurze Info: Bis auf weiteres habe ich die Kommentarfunktion abgeschaltet.

Der Grund dafür ist eine Spamwelle die einen neuen Trick nutzt: Als Absendermail wird eine Facebook Adresse angegeben.
Darauf reagiert der Spamfilter offensichtlich noch nicht.

Nachtrag, 20.01.2014

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