tiny little gizmos

Wann ist endlich Schluss mit der hirnlosen Hetze?

Nachdem die ersten Meldungen über den Amoklauf zu hören waren sagte ich „Jetzt geht gleich das Geseiere über die sogenannten Killerspiele wieder los“. Und richtig…

Die selbsternannten „Experten“ schwafeln, Politikern wie Stoiber und co. läuft beim Hetzen schon der Speichel aus den Mundwinkeln. Abends im öffentlich rechtlichen Rundfunk gibt man sich auch alle Mühe eine einseitige, reißerische Berichterstattung zu liefern. Soviel zum Bildungsauftrag und zu ausgewogener Berichterstattung.

Als ich diese Ereiferer und Einpeitscher angesehen habe war mir sofort klar, daß von dem Haufen alter Männer wahrscheinlich nicht einer auch nur ein einziges Computerspiel gespielt hat – also die „Experten“ vermutlich ohne jegliche Kompetenz sind. Es ist diesen Herrschaften nur wichtig, daß nicht irgendjemand mal auf die Idee kommt, sich mit den wirklichen Ursachen auseinanderzusetzen:

Ausgrenzung, Mobbing, Perspektivlosigkeit, Depressionen.

Ausserdem scheint es ja selbst für Jugendliche kein Problem mehr in unserem Land zu sein, an mächtig viele Waffen zu kommen. Zudem wird mit größtem Eifer Ursache und Symptom verwechselt. „Alle Amokläufer haben Killerspiele gespielt“. Richtig! Genau wie Millionen andere Jugendliche auch, von denen keiner Amok läuft. Die statistische Korrelation dürfte nahe bei 0 liegen. Ich schätze, daß die Korrelation zwischen der Ausübung eines politischen Amtes und Bestechlichkeit hundert- bis tausendfach höher liegen dürfte. Politiker abzuschaffen oder präventiv an den Pranger zu stellen, fordert aber seltsamerweise kaum jemand.

Abseits des Fernsehens fruchtet die hinlose Hetze aber irgendwie nicht mehr so richtig, wie man z.B. an der Diskussion auf Spiegel online sehen kann. Die alten Männer haben eine Sache Übersehen:

Computerspiele sind Mainstream!

Ich bin fast 40 und bereits mit Computerspielen aufgewachsen. Die meisten Spieler sind älter als 25 und es sind sehr viele Frauen dabei. Die alten Männer haben keine Ahnung. Und wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal die Fresse halten, wie Dieter Nuhr einmal gesagt hat. Ich habe einfach keine Lust mehr mich durch die hirnlose Propaganda intellektuell beleidigen zu lassen. Die gestrige „Berichterstattung“ im Fernsehen war ein weiterer journalistischer Tiefpunkt. Umso ärgerlicher, daß ich für diesen Scheissdreck auch noch Geld bezahlen muß. So langsam reicht es!

Was wollte ich noch sagen? Ach so, persönlich kann ich übrigens „First Person Shooter“ – so heißen die Dinger nämlich wirklich – nicht leiden. Ich finde diese Spiele öde, dämlich und abstoßend.

Mobile Developer’s Manifesto [Lesetipp]

Mobile Nutzung ist anders. Die wesentlichen Besonderheiten von mobilen Diensten und der Rezeption von mobile Content liegt in den Geräten, den Netzen und vor allem in der Situation in der sie genutzt werden. Als gelegentlicher Leser von Gamasutra stieß ich jüngst auf „The Mobile Developer’s Manifesto„. Demetri Detsaridis fasst darin einige dieser Besonderheiten aus der Sicht eines Entwicklers von Handyspielen zusammen:

1. Mobile Games must be „mobile“.
Das Zeitfenster für mobile Nutzung ist extrem kurz. „Quick to start and easy to resume“ ist daher nicht nur für mobile Spiele ein Muß, sondern für alle mobile Anwendungen

2. Mobile Games must be „games“.
Mobile Games sollten so einfach wie möglich sein – aber nicht noch einfacher. Trotz des Trends zu one-button-games: „press 5 to win“ macht einfach keinen Spass.

3. Mobile Games must not require more than two thumbs per player.
Meines Erachtens nach sogar nur einen Daumen. Ich bin ein alter Zausel und Teilzeitnostalgiker – ich liebe die alten Computerspiele aus den 80ern. Aber sie funktionieren auf Handies einfach nicht. Prozessorleistung und Grafik sind kein Problem, aber ohne robusten Joystick sieht man bei den Klassikern einfach kein Land.

4. Mobile Games must not „reproduce the console experience in the palm of your hand!!“
Es ist zu Zeiten der XBoX2 und der kommenden(?) Playstation3 einfach lächerlich, aktuelle Spiele auf Handies zu portieren. Selbst die schnellsten und heißesten Handies können nicht mithalten. Die Spiele sehen im Vergleich einfach nur unglaublich billig aus, sind im Umfang extrem beschnitten, ohne die entsprechenden Controller ist auch keine vergleichbare Steuerung möglich. An Konsolentiteln spielt man sehr lange, an Handytiteln extrem kurz (sieh Punkt 2). Außerdem machen Konsolentitel am meisten Spass, wenn man mindestens zu zweit an einem Hi-End-TV mit 10m Bilddiagonale und Surroundsound spielt.

5. Mobile Games developers must not use „low res, crap processor“ as a crutch.
Spielspass entsteht im Kopf des Spielers. Esgibt soooo viele aktuelle Spiele, die technisch up-to-date sind – aber unglaublich öde!

6. Mobile Games developers must not rely on constant network connectivity.
Bei den prohibitiven Preisen für Traffic bestimmt nicht. Und bei Latenzzeiten, die teilweise im Sekundenbereich liegen schon gar nicht.

7. Mobile Games developers must use the unique features of the platform to enhance gameplay.
Naja, da erlaube ich mir genau die gegenteilige Meinung zu haben. Bei Spielen mag das Sinn machen, wenn es zu finanzieren ist. Aber das führt dazu, daß Spiele nur auf den üblichen 5 Plattformen laufen. Anwendungen sind m.E. so zu programmieren, daß der Portierungsaufwand so gering wie möglich ist.

8. Mobile carriers, OS producers, and hardware manufacturers must allow us to use what we’ve got.
Weg mit den walled Gardens! Das hat schon bei BTX nicht richtig funktioniert. Das Internet konnte nur abheben, weil es offen und für jedermann zugänglich war. Das verstehen die Carrier schon seit Jahren nicht und wundern sich lieber, warum niemand das tolle UMTS oder WAP nutzt. Ich lasse mir als Kunde nun mal nicht vorschreiben, wofür ich mich zu interessieren habe.

Echte Räume – Kunsträume

Zwei Interessante Ansätze, mit dem Spannungsfeld zwischen echten Räumen und Kunsträumen umzugehen:

Petra Tödter – Work-in-progress
Am Samstag, den 18. November beendet Sie ihre Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel mit einer Finissage. Petras Arbeiten sind Objekte, die Ihren Reiz durch die Kombination teilweise extremer Formen, sehr kräftiger Farben und die Art ihrer Gruppierung erhalten. Bei Ausstellungen konnte ich immer wieder die Erfahrung machen, daß die Werke eigentlich niemanden unberührt lassen.

Ihre Arbeiten der letzten Jahre wurden Augen immer interessanter, spannungsreicher, und humorvoller. Einen ersten Überblick kann man sich auf der Homepage anschauen:
http://www.work-in-progress.de

Aram Bartholl – Datenform
Eine völlig andere, aber auch sehr humorvolle Herangehensweise zeigen die Arbeiten von Aram Bartholl. Durch Fotos, Grafiken, Kartenmaterial und Anderes wird seit Jahren ein Abbild unserer Umgebung in die künstlichen, virtuellen Welten der Computer geschaffen. Arams Thema ist die Rücktransformation dieser Information in den realen Raum. Er stapelt Kisten, die mit einer vergößerten Textur einer Kiste aus einem Computerspiel versehen sind oder installiert einen Marker aus Google Maps im realen Raum. Die Aktionen sind meist auf Video zu sehen. Seine Homepage:
http://www.datenform.de

Es geht voran (51)

Gestern morgen hat mich Magnus telefonisch geweckt um mir zu sagen, daß es ausnahmsweise nicht regnet. Trotz Biergenuß am Vorabend habe ich mich hochgerappelt und wir sind zum Golfplatz gefahren. Ordentlich mehrlagig und mit Regenkleidung angezogen sind wir also los.

Es wurde eine richtig gute und schöne Runde. Von dem leichten Niesel auf der Drivingrange abgesehen, hat es nicht geregnet. Wir hatten den Platz fast für uns alleine, niemand hinter uns und niemand vor uns. Wir spielen auch langsam etwas besser. Kein Ball im Aus, nur 2 oder 3 im Rough und einer im Wasser. Ich konnte sogar erstmals meine Vorgabe verbessern. Statt -54 habe ich jetzt -51. Ein wirklich schöner Tag.

Die Betaversion steht

Fast geschafft. Meine Diplomarbeit bekam am Freitag ein „Feature Freeze“. Der Inhalt ist nun also komplett. Der Prototyp als Klickdummy ist auch fertiggestellt. Jetzt geht es ans Korrekturlesen und danach steht noch das Schlusslayout an. Offizieller Abgabetermin ist der 14. Dezember – sollte zu schaffen sein.

Juhu, mein Blog wird gefunden! *SPAM*

Heute morgen habe ich massenhaft Trackbacks mit Pornospam vorgefunden. Netter Versuch, aber lasst es einfach.
Ich kann mir kaum vorstellen, daß noch irgendjemand auf seinem Blog die Trackbackfunktion offen lässt. Mal sehen, wann sie versuchen, die Kommentare zu kapern.

***nerv***

Ich denke auch schon darüber nach, eine Whitelist für meine E-Mails einzuführen. Zwar funktioniert der Spamfilter in meinem Mailclient ganz hervorragend, aber so werde ich den Account nicht per Handy nutzen können. Oder vielleicht leite ich die Mails, die der Whitelist entsprechen an einen speziellen Mailaccount weiter. Mal sehen.

Irgendwie ist das System E-Mail am Ende. Es funktioniert einfach nicht mehr richtig. Zu viele Altlasten, zuviel Herumgebastel, zuviel Missbrauch. Ich glaube, daß wir irgendwann nicht mehr um ein völlig neu konzipiertes System verschlüsselter und signierter Mails herumkommen werden.

Rundfunkgebühren – Mehr Gegenwind!!!

Soeben habe ich etwas getan, was ich noch vor kurzer Zeit für absolut unmöglich gehalten habe: Ich habe bei einer Aktion der CDU mitgemacht – bei dieser hier:
CDU-Mitglieder gegen Einführung von Rundfunkgebühren auf neuartige Rundfunkempfangsgeräte.

Die ganze Diskussion über das Thema regt mich unglaublich auf, weil sie meines Erachtens nach völlig am Kern vorbei geht. Es ist nicht die Frage, ob ein Betrieb nochmal knapp €20,- abführt, sondern es geht darum, daß sich Institutionen in diesem Staat Dinge anmaßen, die ihnen nicht zustehen. Ich entscheide selbst, ob und welche Medien ich konsumiere. Dazu verweise ich mal eben auf Art. 2, Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 GG.

Es ist nicht das Volk verpflichtet, die öffentlich rechtlichen Medien zu alimentieren, sondern die öffentlich rechtlichen Medien sind dazu da, die Meinungsvielfalt in der Bundesrepublik zu gewährleisten. Es sei übrigens einmal darauf hingewiesen, daß ich als Bürger keine Einflussmöglichkeit auf das Programmangebot habe. Weder über Gremien, noch über den Geldbeutel. Ist das eigentlich mit demokratischen Grundsätzen vereinbar?

Privaten Medien kann ich einfach mein Geld vorenthalten, wenn mir das Angebot nicht passt. Bisher hatte man wenigstens die Wahl, ob man sich für Öffentlich rechtliche Medien interessiert, oder nicht, auch wenn die GEZ das häufig nicht so recht einsehen wollte. Ich hatte selbst 15 Jahre keinen Fernseher und war dennoch gut informiert. Gefehlt hat mir nichts – was übrigens ein Hinweis darauf sein könnte, daß das die ÖR Rundfunkanstalten ihrem Auftrag nach medialer Grundversorgung nicht oder zumindest ungenügend nachkommen.

Darüberhinaus bin ich der Meinung, daß sich die ÖR Rundfunkanstalten inhaltlich aus dem Internet herauszuhalten haben. Die Gebühren, die sie bekommen, haben sie für ihren Auftrag – die Grundversorgung in Rundfunk und Fernsehen – zu verwenden. Alles andere ist in meinen Augen Veruntreuung bzw. unerlaubte Zweckentfremdung von Geldern der Zuschauer – also auch meines.

Falls sie neue Medienangebote im Internet anbieten wollen: Fein – aber bitte unter denselben Bedingungen, wie alle anderen auch. Ich bekomme schließlich auch kein Geld, bloß weil jemand meine Website aufrüfen könnte.

Es gibt überhaupt keine Nachvollziehbare Grundlage für die Forderung nach gebührenfinanzierten Internetangeboten. Der öffentlich rechtliche Rundfunk wurde aus der Taufe gehoben, um möglichen Meinungsmonopolen entgegenzuwirken. Das war zur Zeit der Massenmedien und extremen Beschränkungen der Übertragungskapazität auch sinnvoll. Im Internet ist die Meinungsvielfalt gewährleistet.

Kleine Nachhilfe für Politiker: Internet ist kein Rundfunk!
Rundfunk sendet – Internetangebote werden abgerufen. Das ist kein unbedeutendes technisches Detail, sondern impliziert einen völlig anderen Umgang mit dem Medium. Der Zuschauer bestimmt selber, wann er welche Information wünscht. Und genau davor haben die Herrschaften Angst. Denn es könnte sich ja herausstellen, daß die Angebote der öffentlich rechtlichen ABSOLUT BELANGLOS sind.

Wochenend Nachlese

Am Wochenende war phantastisches Wetter und wir waren die ganze Zeit auf dem Golfplatz. Samstag und Sonntag jeweils Training und eine Runde über den 9 Loch Platz. Nur der Vollständigkeit halber: Magnus, Thomas und Ich haben jetzt die Platzreife.

Location based services vs. social tagging

Seit Jahren wird viel über die Möglichkeiten von Location based Services im Mobilfunkmarkt geredet, aber der Markt hebt einfach nicht richtig ab. Woran kann das liegen? Einerseits sicherlich daran, daß kaum ein Normalbürger diese Angebote kennt. Die Wenigsten sind sich überhaupt darüber im Klaren, daß sie mit dem Handy ohnehin ständig auf wenige hundert Meter genau geortet werden.

Mein Eigenversuch mit qiro brachte mich ein wenig ins Grübeln. Die Software hat zwar noch die eine oder andere Macke, aber das ist nichts, was nicht mit dem nächsten oder übernächsten Release ausgebügelt werden kann. Mein Problem ist ein anderes: Es reisst mich einfach nicht richtig mit. Nette Idee, funktioniert auch. Gut ist. Werde ich vermutlich nicht nutzen. Möglicherweise bin ich einfach zu alt und gelangweilt, aber das sind Andere auch. Die Frage ist also: Wem kann solch ein Service nutzen und fast noch wichtiger – wer könnte so etwas für cool halten?

Ich denke einfach mal 15 Jahre zurück. Berlin nach der Wiedervereinigung. Damals war meine Zeit des Extremnightclubbing. Jede Woche gab es neue tolle Locations, die ein halbes Jahr später wieder zumachten. Ohne Mundpropaganda hat man die wirklich spannenden Läden gar nicht gefunden. Damals wäre ein ähnliches Tool extrem nützlich gewesen. Aber machen wir uns nichts vor: Nur die etablierten Läden wären gelistet gewesen – wie in den Touristenführern. Der Witz an der Szene war natürlich, daß eben nicht Horden von Touristen aus – sagen wir mal Süddeutschland – einfielen. Man wollte unter sich bleiben, zumindest ein bischen. Genau deshalb finde ich Dienste wie MySpace heutzutage extrem uncool. Im Ernst: 78 Millionen Menschen sind keine Community, sondern ein loser, riesiger, amorpher Haufen. Das gilt auch für all die anderen Dienste: Orkut, Friendster, Facebook oder wie die ganzen Dinger heißen.

Ich glaube eher an Special Interest Groups. Kleinere Gruppen, die auf irgendein schräges Außenseiterding abfahren. Gib denen ein Tool, um sich zu verständigen, zu treffen, Orte Hinweise und Zeug zu tauschen. Einfach, schnell und unterwegs nutzbar muß das Ding sein. Wo ist es cool, wo bin ich gerade, wie ist die Stimmung? Villeicht noch ein Foto und alle netten Leute, die man kennt ’ne kurze Nachricht schicken. Das müsste doch was sein, oder?

« Vorherige SeiteNächste Seite »