Dirk Ollmetzer | Montag, 8 Januar 2007 |
Misc
Seit 1982 spiele ich mit Computern herum beschäftige ich mich mit mit den Möglichkeiten digitaler Rechen- und Kommunikationstechnik. Zum Jahreswechsel neigt man manchmal zu Rückblicken. Und so habe ich auch zurückgeblickt – aber nicht auf 2006, sondern auf meine nunmehr 25 Jährige „Karriere“ als Computerkind. Mein Interesse war immer recht breit gestreut. Von Spielen über die verschiedenen Spielarten moderner Kommunikation (BBS, Fidonet, Internet, Mobilfunk…) bis hin zu Steuerungselekronik. Es ist schon sehr erstaunlich, wenn man 1982 mit 2007 vergleicht. Überall Computer, alles vernetzt, Kommunkation weltweit an fast jedem Ort, alle mit allen – und das sofort. Irgendwie beeindruckend. Naja, etwas zumindest.
Ich hatte die Ehre Prof. Joseph Weizenbaum kennenzulernen. Natürlich kannte ich schon seit den frühen 80ern aus verschiedenen Veröffentlichungen seinen – sagen wir mal Skeptizismus – gegenüber der technischen Entwicklung. Es war dennoch eine Freude in einer Diskussion zu sitzen, in der ein neues Management-tool vorgestellt wurde und er als – zunächst ruhiger – Zuhörer saß. Der Referent beschrieb stolz, daß diese Software eine wesentlich genauere Projektsteurung und Einsparungen in bemerkenswerten Größenordnungen ermöglichen würde, als aus der hinteren linken Ecke zunächst ein Räuspern und dann einige bedächtig und recht leise vorgetragene Bedenken in Deutsch mit amerikanischen Akzent geäßert wurden. Ab diesem Augenblick hatte der Referent verloren. Seine ganze Herangehensweise wurde höflich aber gründlich seziert und zerlegt. Er konnte es immerhin mit Würde nehmen.
Das führt mich zu meinen eigentlichen Überlegungen: Was wird uns die elektronische Entwicklung in den nächsten 25 Jahren bringen können, bzw. müssen? Was sind die Herausforderungen des 21 Jahrhunderts? Zumindest in den westlichen Ländern sind es zumeist die folgenden Fragen:
- Wie können wir einen hohen Lebensstandard halten und gleichzeitig sehr(!) viel weniger Ressourcen verbrauchen?
- Wie werden wir mit der überalterten Gesellschaft umgehen?
- Wie definieren wir unsere Position in einer extrem veränderten geopolitischen Lage?
- Wie können Demokratie und Zivilgesellschaft gegen die ständig zunehmenden Angriffe aus dem Inneren verteidigt werden?
Wieso schreibe ich das überhaupt in ein Blog, das anfangs für die Auseinandersetzung mit technischen Spielereien gedacht war?
Weil man sich hin und wieder fragen fragen sollte, wo man selbst steht und was man selbst für die Gesellschaft leisten kann. Und meine Kompetenz sind nun mal kleine technische Spielereien. Ich habe (noch?) keine Antworten auf die oben genannten Fragen, aber wenn man Probleme ehrlich benennt und dann schaut, welche Werkzeuge man hat und welche noch fehlen, ist man hoffentlich schon auf dem halben Weg in die richtige Richtung.
Puhhh, sind das besinnliche Worte. Da wird mir ja ganz schwindelig. Die Orgelmusik kann übrigens aufhören – ich bin erstmal fertig mit dem Artikel…
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 2 Januar 2007 |
Misc
„Junge, mach doch mal etwas sinnvolles, anstatt nur rumzugammeln“ sagte ich zu mir. Gesagt getan. Endlich habe ich angefangen, meine Homepage zu überarbeiten. Das hatte ich schon seit Monaten vor. Die Neuerungen sind im Wesentlichen:
- Einheitliche Gestaltung von Blog und Homepage
- Einbindung von Flickr, Xing und anderen schönen Web 2.0-Sachen
- Aktualisierung der Projektliste
- Reduzierte Navigation
Kurz hatte ich überlegt, ob ich das Ganze noch mit einer WAP-Seite anreichern sollte. Aber nur um zu zeigen, daß ein toller Kerl bin und das kann – naaahhh…
Besser ist, wenn ich nach und nach meine kleinen Prototypen und Spielereien verlinke und damit zeige, daß ich ein RICHTIG TOLLER Kerl bin! ;-)
Im Ernst: In der nächsten Zeit werde ich (wenn ich die Zeit finde) noch zwei kleine Mobilapplikationen zum Ausprobieren online stellen. Auf jeden Fall kommen aber noch einige weitere Screenshots dazu.
Kommentare sind selbstverständlich willkommen.
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 2 Januar 2007 |
Misc
Nachdem ich bereits Weihnachten erfolgreich verdrängt habe, konnte ich auch Sylvester weitgehend ignorieren. Um 22:00 lag ich im Bett und habe einen lustigen Film geguckt. Um 00:00 warf ich noch ein Blick aus dem Fenster, um zu sehen wie meine lieben Landsleute für den Verteidigungsfall probten. Geiz ist jedenfalls offensichtlich nicht mehr geil.
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 26 Dezember 2006 |
Misc
Ich bin nicht nach Hannover gefahren, habe weder Mutter, noch Schwester besucht. Keine Nichten und Neffen gesehen. Einfach mit dem Hintern zuhause geblieben.
Seit Anfang Dezember habe ich eine Untermieterin. Petra bewohnt jetzt das kleinere Zimmer und ist auch in Berlin geblieben. Der ganze Weihnachtstrubel ist ziemlich spurlos an uns vorbei gegangen. Kein Baum – wo hätte der auch hinsollen? Weder in meinem, noch in ihrem Zimmer ist Platz.
Gemeinsames Kaffeetrinken Heiligabend um 16:00, (fast) keine Geschenke. Abends habe ich mich dann noch an meinen ersten Braten (keinen Vogel) versucht. Mit Erfolg und zum Leidwesen von Petra, die den Bratengeruch überhaupt nicht lecker fand. Nach einem kleinen Kampf um die Feuerstelle hatten wir dann aber beide noch ein leckeres Abendessen: Ich mein Schwein und Petra eine Tortilla. Gestern habe ich ein wenig gearbeitet, Petra ist in ihr Atelier gegangen. Abends zwei Bier mit Freunden, heute ein kleiner Spaziergang im Nebel. Das wars.
Klingt trübe? Nun ja, irgendwie ist bei keinem von uns auch nur das geringste bischen Weihnachtsstimmung aufgekommen. Vielleicht lag es am Wetter? Wie auch immer – erzwingen kann man es ja auch nicht. Die nächste Frage: Was tun an Sylvester?
Ich werde mich vermutlich ins Bett legen. Und falls jemand fragt: Ich bin auf Teneriffa…
Dirk Ollmetzer | Donnerstag, 21 Dezember 2006 |
Development
Vor knapp zwei Jahren haben wir in der Uni bei einem Projekt mit L’Oreal eine Web/Mobile-Community und eine Handy-Soap vorgeschlagen. Die Uni liegt nun so gut wie hinter mir und ich arbeite mittlerweile für ein kleines Unternehmen in Berlin, das (*tataaaa*) eine Handy-Soap produziert – und zwar bereits die zweite Staffel.
Mittendrin – Ninas Welt (Nachtrag: Die Website ist mittlerweise offline)
Die erste Staffel war technisch noch schlicht: Fotos und Text auf das Handy. Die zweite Staffel besteht aber bereits aus kurzen Videofolgen, die sowohl im Internet, als auch auf UMTS-Handys angesehen werden kann. Zu den Inhalten: nun ja, ich bin nicht die Zielgruppe. Nicht mal mehr ungefähr.
Mein Background ist ja eher technisch aber in einem kleinen Unternehmen bekommt man noch ziemlich viel mit und mein Eindruck nach knapp zwei Wochen ist, daß ich es hier mit Profis zu tun habe, was ich ausgesprochen angenehm finde. Nach Projekten für Banken und Telekommunikationsfirmen ist die leichte Unterhaltung eine ganz andere Herausforderung. Es bleibt spannend.
Dirk Ollmetzer | Mittwoch, 20 Dezember 2006 |
Misc
Mein Geburtstag gestern Abend war sehr nett. Zur Verwirrung einiger meiner Gäste hatte ich zum Golfturnier in meinem Wohnzimmer eingeladen. Das Geheimnis (das für meine Leser natürlich keins ist) habe ich dann gelüftet, nachdem genügend Gäste eingetroffen waren und mit Kartoffelsuppe und Spiesschen vom Käseigel verköstigt wurden.
Die Wii gestartet, ein Crashkurs in Golf und dann habe ich die Controller weitergegeben. Kurz gesagt: Es war ein Erfolg. Auch Leute, die mit Videospielen nicht viel am Hut hatten, fanden die Spiele lustig. Den ganzen Abend war jemand beim Golfen, Bowlen, Tennis spielen oder Boxen und kam anschließend grinsend in die Küche zum schnacken.
Immerhin zwei Gäste überlegten, ob sie sich auch solch ein Gerät zulegen. Nintendos Rechnung könnte also aufgehen.
Dirk Ollmetzer | Samstag, 9 Dezember 2006 |
Gizmos
Ich habe leider nicht die Zeit, mich mit Hydra zu beschäftigen. Allerdings habe ich es geschafft, gleich am ersten Tag eine Nintendo Wii zu ergattern, was gar nicht so einfach war. Bei Saturn am Alex waren angeblich alle Konsolen nach 10 Minuten weg gewesen sein. Im zweiten Geschäft habe ich auf die Frage, ob denn noch so ein Gerät vorhanden sei nur einen mitleidigen Blick des Verkäufers bekommen. Im dritten Geschäft hatte ich das Glück, daß 5 Minuten zuvor eine Vorbestellung storniert wurde.
Yippieh!!!
Meine ersten Eindrücke:
Die Wii sieht ungefähr so aus, wie ein CD-ROM-Laufwerk. Neben dem Fernseher fällt sie kaum auf und – sie ist leise! Die Sensorbar auf dem Fernseher ist nicht gerade der Gipfel der Eleganz – aber nun gut. Es dürfte sich herumgesprochen haben, daß die Grafik gegenüber dem Gamecube nicht verbessert wurde. Macht mir nix, weil ich sowieso nur eine alte trödelige 4:3 PAL-Glotze habe. Reicht auch – wer guckt schon noch Fernsehen?
Und der Controller?
Absolut heiß!!! Bei den bisherigen Konsolen fand ich diese Alien-Controller mit 95 Tasten und diversen Analog- und Digitaljoysticks einfach nur noch verwirrend und nervig. So nervig, daß ich gar keine Lust mehr zum spielen hatte.
Wii ist anders: Ich habe die kleinen Geschicklichkeitsspielchen von Wii-Play durchgespielt und fast alles von Wii-Sport ausprobiert. Die Grafik ist extrem reduziert aber ich habe mehrfach laut losgelacht. Zum Beispiel wie die kleinen Miis die Hände über den Kopf wild durcheinander durch das Gras laufen, während sie von Ufos entführt werden. Man hat in spätestens 2 Sekunden raus, wie die Spiele gesteuert werden. Es wird die Lage im Raum, die Richtung in die der Controller zeigt und sogar der Winkel, in dem man das Handgelenk dreht gemessen. Und das Feedback vom Controller ist einfach klasse: neben der Rüttelfunktion ist ein Lautsprecher eingebaut.
GE-NI-AL!!!
Natürlich mußte ich gleich Golf ausprobieren. Tatsächlich muß man auch so ungefähr den Golfschwung nachmachen – aber es kommt natürlich nicht an echtes Golf heran. Dafür ist es auch für Laien spielbar. Die werden auch nicht durch die Schlägerwahl durcheinandergebracht: Es gibt nur Driver, (ein) Eisen, (ein) Wedge und den Putter. Trotzdem lustig. Selbst Bowling macht Spass. Man kann der Kugel sogar Spin mit auf dem Weg geben. Selbst für die ganz einfachen Spiele gilt:
Fun, fun, fun!
Mein Fazit bis jetzt: Vergesst die PS3 – Wii rulez!!!
Nein nein, ich will heute keine kulturpessimistischen Plattitüden über „die verkommene Jugend“ schreiben. Stattdessen möchte ich einmal etwas zum Thema „Zielgruppen“ schreiben, was mir schon lange wichtig ist. Durch einige Artikel die ich in den letzten Tagen gelesen habe, wurde deutlich, daß wir vor einem radikalen Wechsel im Marketing und somit auch in der Produktentwicklung stehen.
Jugendliche als primäre Zielgruppe? Vorbei – das war einmal.
Die Bevölkerungsstatistik spricht ganz klar dagegen (Achtung: SVG-Grafik wird nicht vom Internet Explorer unterstützt). Zunächst einmal ist der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung recht gering und schrumpft weiter. Wenn man dann noch berücksichtigt, in welcher Lebensspanne das höchste Einkommen erzielt wird, wird deutlich: Das Geld haben die 35-60 Jährigen.
In den neuen Medien sind die Jugendlichen die Treiber – wiklich?
Auch hier sind Zweifel angebracht. Sicherlich probieren Jugendliche eher mal jeden neuen Mist aus, aber in Marktsegmenten, die länger aktuell bleiben werden sie stark überschätzt. Das Paradebeispiel sind Computer- und Videospiele. 2/3 aller Gamer sind über 25 Jahre alt (muß die Quelle nochmal raussuchen). Mehr als 1/3 sind Frauen. Sicherlich holen die sich meist nicht den neuesten Egoshooter, aber immerhin. Nun sind Computerspiele allerdings auch kein neues Medium mehr. Mit dem Kram bin ich ja schon aufgewachsen und ich bin fast 40.
Und das Internet? Das ist erst seit 10 Jahren ein Massenphänomen. Ganz trendy sind solche Web 2.0 Dienste wie Flickr und YouTube. Aber: ich zitiere die Netzeitung: „35- bis 64-Jährige sind die wichtigste Nutzergruppe des Video-Portals Youtube.“ Und es kommt noch schlimmer: „Auch die Hälfte der Nutzer des virtuellen Kontakt- und Austauschbörse MySpace sind 35 Jahre“. WOW, das überrascht sogar mich!
Jetzt warte ich eigentlich nur noch auf die Statistik, die zeigt, daß der meiste Umsatz mit Handies mit dieser Altersgruppe gemacht wird. Wer hat sowas zur Hand?
Dieser Wandel scheint auch langsam in den Mainstreammedien anzukommen. Siehe den Artikel „Opa daddelt, Oma shoppt“ auf Spiegel online.
Dirk Ollmetzer | Mittwoch, 29 November 2006 |
Gizmos
Bei solchen Sachen merke ich, daß ich offensichtlich doch ein Nerd bin. Fand gerade einen Artikel bei Gamasutra über eine neue Spielkonsole: Hydra. Nun ist diese Konsole aber ein bischen speziell und ganz bestimmt nicht der Renner im Weihnachtsgeschäft…
Es ist nämlich eine Konsole, die zum Erlernen von Spieleprogrammierung entwickelt wurde. Technisch ungefähr auf dem Stand des Nintendo NES aus den 80er Jahren. Nix 3D, kein HDTV, kein Dolby-Surround, kein optisches Laufwerk, keine ausufernden APIs nur 32K Speicher. Da muß man sich ganz und gar auf den Spielspaß konzentrieren. Programmierbar ist das Ding in Basic, Forth (sehr originell!) und Assembler. Die Rechenpower sollfür Spiele im Stil von Super Mario Kart ausreichen.
Kostenpunkt: Das komplette Developerkit incl. Hardware, Doku und Software kostet $250 und ist hier erhältlich.
Irgendwie juckt es mich in den Fingern, aber nüchtern betrachtet habe ich für sowas natürlich keine Zeit. Schade, schade, schade…
Heute war es endlich soweit – ich habe meine Diplomarbeit abgegeben. Das Thema:
Entwicklung eines Mobile Community Prototypen unter Berücksichtigung des Web 2.0 Paradigma
Zwei kompetente „Probeleser“ konnte ich bereits überzeugen. Hoffentlich klappt das auch mit meinen beiden Prüfern. Ich bin da durchaus zuversichtlich, obwohl ihnen der Ruf vorauseilt, sehr – sagen wir mal: genau – zu sein. In knapp 2 Monaten weiß ich mehr.
Mein Fazit
Anfang 2004 habe ich mich auf den Studienplatz beworben. Dazu gehörte ein mündliches Auswahlgespräch in dem ich gefragt wurde, was ich mir von dem Studium verspreche. Ich habe etwas in der Richtung „Abrundung meiner Kenntnisse, Interessante neue Leute und Ideen kennenlernen“ gesagt. Der Anspruch wurde auf alle Fälle eingelöst. Während ich füher vor allem auf die technische Umsetzbarkeit von Internetanwendungen geschaut habe, sehe ich jetzt eher das Ganze: Konzept, Marketing, Geschäftsidee, Gestaltung und Technik. Ich habe mit sehr netten und fitten Kommilitonen studieren und mich über kompetente und engagierte Lehrkräfte freuen dürfen. Nicht zuletzt durfte ich Dr. Joseph Weizenbaum persönlich kennenlernen.
Wobei ich mich völlig verschätzt hatte war der Arbeitsaufwand. Eine Semesterstärke von 15 Personen ist absolut phantastisch, aber führt eben auch dazu, daß man unentwegt aktiv mitarbeiten muß. Hausarbeit, Konzept, noch ein Referat, noch eine Präsentation…
Sehr anstrengend, aber sehr gut. Ich würde den Studiengang „Electronic Business“ an der UDK Berlin mit gutem Gewissen weiterempfehlen – wenn es ihn denn noch gäbe. Leider wurde er im Zuge der Umstellung auf Bachelor/Master abgeschafft. Wir hatten das Privileg, daß unser Studium von privaten Sponsoren finanziert wurde. Für den neuen Masterstudiengang Leadership in digitaler Kommunikation muß man leider bezahlen.
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