Wer schon einmal Webseiten für Handies (WAP 2.0) gebaut hat, kommt schnell darauf, daß man die Ausgabe automatisch an das Endgerät anpassen sollte. Wenn man zum Beispiel Bilder anzeigen möchte, macht es einen erheblichen Unterschied, ob das Handy eine Displaygröße von 128×128 (z.B. ältere Nokia Series 40), 176×208 (ältere Nokia Series 60, viele SonyEricsson) oder 240×320 Pixel hat. Dazu benötigt man eine Geräteerkennung.
Hallo Handy, was kannst Du denn?
Eine gute Möglichkeit zur automatischen Geräterekennung bietet WURFL (Wireless Universal Resource File). Das funktioniert recht gut, aber der Server benötigt zum Parsen de riesigen XML-Datei viel Speicher. Mehr als mein Provider mir zubilligt. Aber es geht auch anders: Per UAProf.
Neuere Handies schicken im Request Header einen Link auf eine XML-Profildatei, in der die wichtigsten technischen Daten stehen. Heute möchte ich dem geneigten Leser und Softwarebastler eine PHP-Klasse zur Verfügung stellen, mit dem sich die wichtigsten Parameter aus diesen UAProf-Dateien auslesen lassen. Die Klasse ist PHP4 Kompatibel, da leider noch immer viele Hoster nicht auf PHP5 umgestellt haben. Man kann die Klasse leicht auf der Kommandozeile ausprobieren. Dazu den Inhalt der ZIP Archives in einen Ordner entpacken und die XML Dateien für die Handymodelle dazulegen. Den Pfad zur lokalen PHP-Installation in der ‚test.bat‘ anpassen und starten.
uaprof.zip (1,8 Kb)
Wo bekomme ich nun Profildateien zum Testen her?
Das Beispiel enthält keine Profildateien. Diese muss man sich aus dem Internet laden. Das ist erlaubt, denn dafür sind sie ja da. SonyEricsson hat z.B. in dem PDF-Dokument ‚WAP User Agent strings and profiles‘ ein Verzeichnisen aller Handymodelle mit den URL’S. Das Dokument liegt hier. Ansonsten ist Google gerne bei der Suche behilflich ;-). Bei der Suche nach „e61 uaprof“ ist beispielsweise gleich der erste Treffer die entsprechende Profildatei für das Nokia E61.
Dirk Ollmetzer | Samstag, 8 Dezember 2007 |
Misc
Nach eineinhalb Wochen und vier wirkich gräßlichen Nächten könnte ich heute Nachmittag im wahrsten Sinnes des Wortes endlich aufathmen – die Nase wird langsam frei. Ich hoffe, daß ich heute nacht endlich den fehlenden Schlaf nachholen kann.
Nachdem in den letzten Jahren und Monaten Politik und staatliche Ermittlungsbehörden überwiegend durch Terrorhysterie und grundgesetzwidrige Vorstöße zu Schnüffel verdachtsunabhängigen Ermittlungmethoden von sich reden machten, ist heute aus der Bundesanwaltschaft eine Stellungnahme zu vernehmen, die durch Sachverstand auffällt:
Titel des Spiegel Artikels: Bundesanwalt bezweifelt Sinn von Online-Razzien
Der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum erläutert darin, daß Verdächtige ständig die Rechner wechselten und meist auch fremde Computer nutzen. Online Durchsuchungen würden daher meist ins Leere laufen.
Damit bestätigt die Bundesanwaltschaft die Einschätzung der meisten IT-Sicherheitsexperten. Wirklich schwere Jungs fängt man so nicht. Solche Maßnahmen sind nur dazu geeignet, normale PC-Nutzer zu überwachen. Damit ist ein derartig schwerer Eingriff in die Privatsphäre der Bürger aber nicht zu rechtfertigen.
Griesbaum nannte die bisherige öffentliche Diskussion oberflächlich und forderte anstelle zweifelhafter Gesetze eine bessere Ausstattung, damit die Ergebnisse normaler Ermittlungsmethoden schneller ausgewertet werden können.
Auch wenn es hier um die Verteilung von Mitteln und Kompetenzen geht – endlich mal eine nüchterne und realistische Stellungnahme.
Die Deutschen sind in zwei Dingen gut: Maschinenbau und Autos (wobei Autos ja auch Maschinen sind, aber meistens an Endkunden verkauft werden). Das Land lebt davon nicht schlecht. Ich hätte gerne, daß das so bleibt, habe aber schwerste Bedenken.
Ich vermag nicht zu erkennen, daß die deutschen Autohersteller auf die bevorstehende Effizienzrevolution vorbereitet sind. Der umwerfende Erfolg mit den gegenwärtigen „Rennpanzern“ scheint manche Entscheider leider etwas träge im Kopf zu machen.
Vorsicht: Wie schnell sich Märkte drehen können, bekommen gerade mal wieder die amerikanischen Autohersteller zu spüren. Noch vor zwei, drei Jahren lebten die ausgesprochen gut davon, ihren Landsleuten fette Pick-Ups und Vans zu verkaufen, die eine hohe Marge abwerfen. Das scheint vorbei zu sein. Mit Spritpreisen von $4 pro Gallone und sinkenden Einkommen vergeht nun auch den Amerikanern die Lust auf übergroße Autos. Spiegel Online titelt heute Produktionsstopp für Pickup-Trucks.
Ich frage mich, wann hierzulande der Punkt erreicht ist, an dem den Leuten die Lust auf dicke Autos mit Rennstreckentauglicher Motorisierung vergeht. Möglicherweise geht sogar die Nachfrage nach Autos im Allgemeinen zurück. Das Kraftfahrtbundesamt schätzt die Zahl der Neuzulassungen für 2007 auf ca. 3 Mio. Das wäre der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung. Kein Wunder – wer hat schon Lust auf einen langweiligen Golf für €25.000,-, wenn man sich des Jobs nicht sicher ist und weniger Kaufkraft hat, als vor 10 Jahren?
Und wo bleiben die Alternativen? Wo sind die günstigen, praktischen, interessanten Autos aus deutscher Produktion für die Saison 2008? Wo sind die umweltschonenden Antriebe für das Jahr 2010/2011? Ist da irgendwas ernsthaft in der Pipeline außer Showcars? Die Zeit wird knapp. Sowas schüttelt man sich nicht aus dem Ärmel und der Markt ändert sich rasch. Solche Konstellationen sind es, in denen plötzlich Quereinsteiger den Markt umkrempeln – wie es Apple im Musikbusiness gemacht hat. Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, 2011 einen Elektro-Roadster von Samsung zu fahren…
Da ich ja jetzt offesichtlich immer ’ne Portion Extra-Zeit im Zug habe, konnte ich maleben nebenbei eine neue Software ausprobieren: Magento – eine neue Open Source Onlineshop Software. Das hat mich schon interessiert, weil ich ja damals (Ende der 90er) ziemlich viel mit Online Shops gemacht hatte. OSCommerce hatte ich mir zwar auch mal angeguckt, aber für nicht so toll gehalten. Insbesondere wenn es um den Punkt „Flexibilität und Erweiterbarkeit“ geht.
Megento scheint da von anderem Kaliber zu sein, soweit ich das nach 30 Min. herumprobieren und rumstochern im Code beurteilen kann. Es setzt PHP5 voraus und nutzt das Zend-Framework, was ja schonmal eine recht gute Basis ist. Dafür, daß es sich noch um eine Beta-Preview handelt sieht das ganze schon recht sauber aus. Auf die Watchlist damit!
P.S: Ich habe eben erst laufend Magneto geschrieben. Neenee, nix Magnetisch – Magento wie pinkrosa.
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 4 Dezember 2007 |
Unterwegs
Heute hatten wir mal einen neuen Grund für eine fast halbstündige Verspätung auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin: Ein Fenster in der ersten Klasse ist kaputtgegangen. Deshalb nur 160 statt 230km/h.
Das Postmonopol scheint gesichert. Wenn das bereits durch die Einführung eines Mindestlohns bei den Zustellern zu schaffen ist, kann ich nur sagen: offensichtlich völlig zu recht. Wenn das Geschäftmodell der Konkurrenten nur im Lohndumping bestand, sollen sie sich doch ruhig wieder zurückziehen. Mir als Endkunden bringt die Zersplitterung ohnehin keinen Vorteil, sondern nur nicht mehr funktionierende Nachsendeanträge.
Die Financial Times stellt heute klar, Millionen Deutsche verdienen zu wenig zum Leben. Allerhöchste Zeit, diesen „Klassenkampf von oben“ endlich aufzuhalten.
Dirk Ollmetzer | Montag, 3 Dezember 2007 |
Misc
Ich will keine dicke, verstopfte Nase mehr haben – ich will wieder Luft bekommen und vernüftig schlafen können, hrrgttnchml…
Dirk Ollmetzer | Sonntag, 2 Dezember 2007 |
Misc
Am Wochenende war Ingo zu zu Besuch. Nach drei Jahren in Argentinien hat er mal für ein paar Tage in Berlin vorbeigeschaut. Interessant: trotz der ganzen Geschichten, was in der Zwischenzeit so passiert ist (und das war ’ne Menge) war es, als wäre er kaum weggewesen. Skuriles am Rande:
- Wie ich beinahe die Handynummer die Botschafters der Malediven in Washington bekommen hätte… aber das gehört hier nicht her.
- Außerdem haben wir die Bekanntschaft mit dem Reporter Rudolfo gemacht (ein kleines Krokodil). Rudolfos Reportagen kann man hier sehen.
Kunst – finde ich ja hin- und wieder recht interessant. Habe heute zum Beispiel eine schöne Ausstellung in der Sammlung Daimler am Potsdamer Platz gesehen: Minimalism and Applied. Aber noch schöner ist, daß ich am letzten Wochenende in der Zitadelle in Spandau war und etwas zum erstem Mal gemacht habe: Ich habe mir Kunst gekauft. Das Atelier von Peter Cujé war so voller schöner und erschwinglicher Malerei, daß ich nicht widerstehen konnte und mir ein kleines aber feines Werk gegönnt habe. Das war kein Fehler – ich freue mich nach einer Woche immer noch darüber.
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