Dirk Ollmetzer | Mittwoch, 2 Januar 2008 |
Unterwegs
Die erste Fahrt im neuen Jahr zur Arbeit – und schon weiß die Bahn wieder zu begeistern. Heute standen schätzungsweise doppelt so viele Fahrgäste auf dem Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof, wie sonst. Zudem sind die Meisten mit umfangreichem Gepäck unterwegs – Feiertagsrückreiseverkehr.
Das alleine ließ schon auf viel Spass bei der Platzsuche schließen, aber der berühmte Service der Bahn kann dem Ganzen locker das Sahnehäubchen aufsetzen: Heute fahren wir mal einfach mit einem halben Zug und damit auch alle ihren Spass haben, werden kurzfristig alle Platzreservierungen gestrichen.
*juchu*
Durch den Wissensvorsprung, wo die Waggontür zum halten kommt, konnte ich mir einen Platz sichern. Leider hatte ich dann aber schnell das Gefühl in der Nähe einer Person zu sitzen, die seit mindestens fünf Tagen dieselbe Unterwäsche trägt. Der Verdacht war unbegründet – der Gestank (Entlüftung des Fäkalientanks?) kam aus der Klimaanlage. Super!
Daß der Zug dann noch 15 Minuten Verspätung hatte, fällt dann ja auch nicht mehr weiter auf.
Ich bin immer wieder fasziniert wie kreativ die Bahn ist, wenn es darum geht sich bei den Fahrgästen beliebt zu machen. Nicht zu vergessen, daß immer noch ein Bahnstreik droht und die Fahrpreise erhöht worden sind.
Dirk Ollmetzer | Montag, 31 Dezember 2007 |
Gizmos
Kurz vor Weihnachten habe ich mir ein neues Spielzeug zugelegt: Das Nokia E51. Hier sind kurz meine Eindrücke nach 2 Wochen Nutzung:
Hardware
Das E51 kommt im Barrendesign und ist in drei Gehäusefarben lieferbar: Chrom, schwarz lackiert und Kupfer. Ich habe mir die schwarze Variante zugelegt, weil ich diese nach meinem Empfinden dem Design-Anspruch an ein Businesshandy am besten gerecht wird. Aber der geneigte Leser möge sich bei Nokia selber einen Eindruck verschaffen. Auf den Fotos kommt übrigens nicht so recht rüber, was für ein Handschmeichler das Gerät ist. Es sieht edel aus, fühlt sich edel an und ist bestens verarbeitet. Mit 100g Gewicht ist das Gerät angenehm leicht und vermittelt dennoch eine hohe Wertigkeit. Das Display ist hoch auflösend und besticht mit kräftigen Farben. Die Tastatur ist ebenfalls sehr gut: nichts wackelt, guter Druckpunkt und eine vernünftige Größe der Tasten. Sehr viel besser kann man die Hardware nicht mehr machen. Allerdings sieht man auf der glänzenden Oberfläche jeden Fingerabdruck. Wer schön sein will, muß eben leiden.
Ach ja – ich hätte in der Packung beinahe das Netzteil übersehen: Der Begriff „Steckernetzteil“ ist hier wortwörtlich zu nehmen: Es besteht wirklich nur aus dem kleinen Stecker.
Bedienung
Das E51 ist ein Gerät der Series 60 Platform und basiert auf dem Symbian Betriebssystem. Die Funktionsvielfalt ist enorm und es gibt massenhaft Software. Der Preis dafür ist eine gewisse Unübersichtlichkeit in der Bedienung für den Neuling: Es erschließt sich nicht unmittelbar, wo welche Einstellung vorgenommen werden kann. Gegenüber älteren Serie 60 Geräten hebt sich das E51 aber durch einige gelungene Verbesserungen ab, wie zum Beispiel Direktzugriffstasten für Hauptmenu, Kalender, Mail und Adressbuch, einen Übersichtsbildschirm auf dem ungelesene Nachrichten und die nächsten Termine angezeigt werden, sowie die Möglichkeit mit einem Tastendruck Bluetooth an- und abzuschalten. Nokia hat Wert darauf gelegt, daß die am häufigsten genutzen Funktionen trotz der enormen Möglichkeiten, schnell und intuitiv zu bedienen sind.
Connectivity
Homerun – das E51 kann alles: GSM (850, 900, 1800, 1900), GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA, WLAN, Bluetooth, USB, Infrarot.
Dienste
Von SyncML bis Voice over IP ist so ziemlich alles denkbare vorhanden, oder kann nachinstalliert werden. Mir ist eine Synchronisation mit dem PC wichtig. Diese funktioniert mit Outlook auch tadellos, wobei ich für den Datenaustausch immer Bluetooth nutze. Es ist kein Problem, sowohl das E51 als auch mein älteres E61 über die PCSuite zu synchronisieren. Weiterhin habe ich mich sehr an E-Mail und WAP gewöhnt. Auch hier kann man (fast) von einem Sieg auf ganzer Linie sprechen: Der E-Mail-Client ist sehr gut und der Browser kann sowohl WAP, als auch normale Webseiten (inkl. javascript) anzeigen. Schön ist, daß man den Bildschirm drehen kann, um das Querformat zu nutzen. Ich hatte den Eindruck (will es aber nicht beschwören), daß auch einfachere Flashanimationen in Websites abgespielt werden. Ein Flashplayer ist jedenfalls auch dabei.
Kamera / Multimedia
2MP, vorhanden. Die Auflösung von 2MP würde mir genügen, die Qualität der Bilder ist jedoch nur bei sehr guter Beleuchtung ausreichend. Schon bei leichter Dämmerung zeigt sich starkes Farbrauschen. So gesehen, ist auch das Fehlen von Blitz oder Foto-LED zu verschmerzen. Zum Musikhören nehme ich auch weiterhin meinen iPod. Immerhin funktioniert der Realplayer , so daß man die mobile Variante von Youtube nutzen kann. Mehr habe ich noch nicht ausprobiert.
Akku
Hält trotz intensiver Nutzung recht lange. Habe das Gerät in 14 Tagen nur zwei mal aufladen müssen.
Preis
Einem Handy mit diesem Funktionsumfang und einer so hohen Qualität für weniger als 300,- (ohne Vertrag) muß man einfach ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis bescheinigen.
Sonstiges
Das Einschalten hat bei Serie 60 Geräten ja immer eine halbe Ewigkeit gedauert. Beim E51 ist es nur noch eine viertel Ewigkeit ;-).
17 Sekunden bis zur Eingabe der PIN, gegenüber 50 Sekunden beim älteren E61. Beim E61 funktionierte der WLAN-Zugang bisweilen nur nach mehrfachen Verbindungsversuchen – beim E51 läuft alles tadellos. Aber einen richtig derben Patzer hat das Handy leider dennoch auf Lager:
Das E51 verträgt sich nicht mit der fest eingebauten Freisprechanlage „Audio Blue“ von Funkwerk Dabendorf in meinem Auto. Die Kopplung funktioniert für 1-2 Minuten und wird dann auf Seiten der FSA getrennt. Das Handy meint aber immer noch gekoppelt zu sein. Bei einem Anruf hört man also nichts, weil das Handy die Signale an die FSA weiterleitet, diese aber nicht reagiert. Bei keinem meiner (vielen) bisherigen Handies trat dieser Fehler auf.
Positiv
– Gehäuse und Verarbeitung
– Funktionsumfang
– Connectivity
– Organizer/Synchronisation
– Akkulaufzeit
– Preis/Leistungsverhältnis
Negativ
– Schlechte Kamera
– Probleme mit der Auto Freisprechanlage „Audio Blue“ von Funkwerk Dabendorf
Es wird ja viel darüber spekuliert, wie toll das Datamining von Google ist. Pessimisten meinen, daß Google mittlerweile besser als man selbst weiß, was einem wichtig ist und wie man tickt. Naja, soo toll sind sie anscheinend nicht. Mich interessierte eben, wie weit Bethlehem von Jerusalem entfernt ist und wie es von oben aussieht.
Wenn also jemand ausgerechnet zu Weihnachten auf die Idee kommt, via Google Earth nach Bethlehem zu suchen, erwartet er eigentlich nicht, daß irgendein ödes Kaff in Pennsilvania, USA angeflogen wird…
Hatte mich vor einem Monat bei Hulu als Betatester registriert. Gestern bekam ich den Freischaltcode. Tja, vergebens. Zugriff auf die Videos ist nur für User in den USA möglich. Den Rest der Website kann man lustigerweise sehen – ist aber natürlich witzlos.
Ich sach ja: Internet ist bald passé.
Am Ende des vom Dotcomboom 1.0 wollten wir uns T-Shirts mit der Aufschrift „Internet – ich war dabei“ machen. Nun ja, das Internet gibt es zwar immer noch – aber bestimmt nicht mehr sehr lange. Dafür sind m.E. mehrere Dinge verantwortlich:
– Die Contentmafia kann nicht akzeptieren, daß ihre Geschäftsmodelle tot sind und erklärt lieber den Rest der Welt zu Verbrechern, anstatt sich neu aufzustellen (Siehe Einflußnahme auf Gesetzgebung unter dem Vorwand angeblichen „geistigen Eigentums“).
– Die bisherigen Meinungsmacher sehen ihre Felle fortschwimmen und definieren sich selbst als „Qualitätsmedium“, wärend sie die neuen Medien diffamieren (z.B unqualifizierte Kommentare der Süddeutsche Zeitung), in Grund und Boden klagen (Abmahnwahn) oder Pflichteinnahmen erpressen (siehe die unzulässige Ausbreitung des öffentlich-rechtlicher Rundfunks).
– Die Netzbetreiber wollen mehr Geld sehen und torpedieren das Prinzip der Netzneutralität. Wenn aber erst zwischen ‚billigem‘ und ‚premiumtraffic‘ unterschieden wird, kann man sich ausmalen wer das Medium dominieren wird.
– Die Mächtigen in Politik und Wirtschaft haben zwar vor 20 Jahren die Globalisierung selbst losgetreten, wollen es jetzt aber nicht akzeptieren, daß der Kontrollverlust (endlich) auch auf ihre Kosten geht. (Siehe Filter, Zugangssperren und Überwachung)
– Die User haben einfach keine Lust mehr, sich mit anderen Sprachen und Kulturen auseinanderzusetzen und bevorzugen zunehmend Dienste in der eigenen Sprache. Ohne Lokalisierung wird kein Unternehmen mehr erfolgreich international tätig sein können. Mal abgesehen von Google, Yahoo und Ebay – wer nutzt schon Dienste aus Japan, Frankreich, Russland oder China?
Wenn ich mir diese Entwicklungen ansehe, frage ich mich, warum ich nicht irgendwas sinnvolles gelernt habe. Zum Beispiel Holzfäller oder Schutzgelderpresser- irgendwas mit Zukunft halt.
Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja: Frohe Weihnachten. Ich bin dann mal weg…
Allen Menschen, die immer noch glauben, daß im Wesentlichen alles so bleiben kann, wie es ist (z.B. Politiker, Lehrende, Zeitungsverleger, Automobilproduzenten,…), sei dies hier mal als kleiner Denkanstoß empfohlen:
Wen das Thema interessiert: „Shift Happens“-Wiki
Gefunden bei Mario Sixtus. Zwei Zitate daraus:
„We are currently preparing students for jobs and technologies that don’t yet exist… in order to solve problems we don’t even know are problems yet.“
„We can’t solve problems by using the same kind of thinking we used when we created them.“
– Albert Einstein
In der aktuellen Connect (Januar 2008) las ich am letzten Wochenende einen Vergleichstest aktueller Handybrowser. Erwartungsgemäß liegt Apples Safari auf dem iPhone mit 5 Sternen auf Platz 1. Sehr verständlich, da die Bedienung wirklich smooth ist. Zügig, intuitiv, zeigt nahezu alle normalen Webseiten problemlos an. Insbesondere das scrollen und zoomen mit dem Finger auf dem extrem großen Display ist die Macht.
Der Minimap Browser von Nokia bekommt einen Stern weniger. Er kann genau dasselbe, weil er auf der selben Rendering Engine basiert. Lediglich die Bedienung ist ohne den Multi-Touch-Screen weniger elegant.
Bereits abgeschlagen mit 3 Sternen liegen die Browser von Nokias Serie 40 und der Access Netfront, der in den Handies von Motorola, Samsung und SonyEricsson verwendet wird.
Bis hierher verständlich. Nur mit den 5 Sternen für den Opera Mini habe ich Bauchschmerzen. Zugegeben kann man mit diesem Java basierten Browser normale Webseiten ansehen, aber man benötigt dafür Geduld. Es dauert ziemlich lange, ehe das Rendering beendet ist. Und spätestend hier stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, normale Webseiten auf dem Handy anzusehen.
Macht das alles überhaupt Sinn?
Ich finde nicht. Handies brauchen m.E. spezielle Webseiten – auch dann, wenn sie normale darstellen können. Normale Webseiten sind für große Bildschirme, Bedienung per Tastatur und Maus und schnelle Datenübertragung konzipiert. Handies haben Displays von 2 bis 3 Zoll, eine numerische Tastatur, und nutzen relativ langsame Funknetze mit noch immer vergleichsweise teuren Tarifen. Webseiten für mobile Nutzung sollten schlank sein. Fokussierte Informationen, kein unnötiger Schnickschnack, schnell zu erfassen und übersichtlich.
Ein Beispiel wie es nicht sein sollte, hatte ich gestern: Ein Bekannter schickte mir gestern einen (für mich wichtigen) Link zu einem Artikel in der Welt. Die Mail habe ich im Zug auf meinem Handy gelesen und da mein E61 auch normale Webseiten anzeigen kann, habe ich die Seite aufgerufen.
Positiv daran: Es ging.
Negativ ist, daß die Seite natürlich für PC-Nutzung ausgelegt ist. Das merkt man einerseits am Layout und andererseit daran, daß über 500KB geladen wurden. Klar, per DSL stört das nicht, aber auf dem Handy ist das Mist. Es hat – trotz UMTS – sehr lange gedauert, bis die Seite fertig geladen war. Zudem habe ich mit diesem einen Aufruf 20% meines monatlichen 2,5MB Datenvolumens verbraucht und ich musste sehr weit scrollen um an den eigentlichen Artikel zu kommen.
So macht das keinen Spass. Eine automatisch auf Handy angepasste, reduzierte Seite wäre unendlich viel flotter und sinnvoller gewesen.
Heute las ich auf areamobile, daß E-Plus meint ihr Geschäftsmodell habe keine Zukunft. Und damit sind sie nicht alleine. Man muß sich nur mal das Tarifchaos bei T-Mobile angucken, oder das klebrige Marketing von Vodafone. In anderen europäischen Märkten ist das nicht anders. Helene Vigue, Business Devices Manager von Orange wird in dem Artikel zitiert: „Wir wollen keine dumme Röhre werden, durch die der Nutzer sich einfach das Internet aufs Handy holt“.
Leute, das seid ihr aber. Genau das ist Euer Kerngeschäft! Die ganzen Versuche, den Content und die Geldströme zu kontrollieren blockieren seit Jahren die Marktentwicklung. Ich will von Euch einen bezahlbaren, stabilen, schnellen Zugang. Kein Schnickes und Gedöns. Warum bekomme ich das nicht? Schon seit Jahren nicht. Und offensichtlich soll ich das auch in Zukunft nicht bekommen.
Das ganze Mobile Business ist doch völlig verkorkst:
- Die Netzbetreiber verdienen (angeblich) zu wenig und wollen lieber Content verkaufen.
- Die Gerätehersteller verdienen (angeblich) zu wenig und wollen lieber Anteile am Netzumsatz haben.
- Die Contentanbieter können den Markt nicht aufbauen, weil sie keinen direkten Zugang zu den potentiellen Kunden bekommen.
- Die Kunden kommen nicht, weil attraktive Dienste fehlen und der Zugang zu teuer ist.
Was ist denn das Problem? Sind die Firmen vielleicht einfach zu dusselig um Geld zu verdienen?
Mein Vorschlag: Konzentriert Euch auf eure Kernkompetenzen: Zugangsanbieter sollen Zugänge anbieten, Hardwarehersteller sollen Hardware herstellen und Diensteanbieter sollen Dienste anbieten. Wenn jeder seinen Job gut macht, ist der Kunde zufrieden, der Markt brummt, die Firmen verdienen und alle sind glücklich.
Dirk Ollmetzer | Donnerstag, 20 Dezember 2007 |
Misc
Seit gestern bin ich nun offizielles Mitglied im CDAS (Club Der Alten Säcke). Prompt fühle ich mich heute morgen auch nicht so richtig toll. Woran das wohl liegt?
Böse, böse… StudiVZ will mit personalisierter Werbung Geld verdienen. Empörung an allen Ecken und Enden. Die Benutzer schreien Boykott und Spiegel online titelt „Studenten demonstrieren gegen das SchnüffelVZ„.
Mann, ich bin beeindruckt!
Ich bin vor allem beeindruckt von der geistigen Potenz unseres akademischen Nachwuchses. Haben die denn geglaubt, daß sie irgendwas geschenkt bekommen? „There ain’t such a thing as a free lunch“, wie die Ostfriesen zu sagen pflegen. Warum soll denn Fakebook StudiVZ die Nutzerdaten nicht zu Kohle machen? Das ist doch die zentrale Geschäftsidee. Und man muss auch kein ausgefuchstes Marketinggenie sein, um das zu kapieren. Schließlich funktionieren geschätzte 2/3 der kommerziellen Internetdienste auf diese Weise – und zwar schon ziemlich lange.
Ehrlich gesagt finde ich „personalisierte Werbung“ noch ausgesprochen harmlos. Dann bekommt man eben Werbung gezeigt, die einen interessieren könnte – na und? Wer das nicht will, sollte auch konsequenterweise bereit sein, für Dienstleistungen zu bezahlen. Ist aber fast keiner – na sowas.
Andere Dienste machen mir sehr viel mehr Sorgen – zum Beispiel das tolle Twitter. Schon mal überlegt, womit die Geld verdienen wollen? Immerhin müssen die nicht nur einen vergleichsweise günstigen Webservice betreiben, sondern Unmengen von SMS verschicken. Das geht so richtig ins Geld! Und Platz für Werbung ist da nicht. Welches Geschäftsmodell steht dahinter? Ich tippe mal auf sowas wie Realtime Data mining. Die Frage ist nur, wer dann an welchen Daten interessiert ist…
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