Dirk Ollmetzer | Freitag, 13 Juli 2007 |
Misc
Die Aufregung in Klein-Bloggerdorf um Zensur und übertriebenen Jugendschutz bei Flickr verstehe ich nicht, solange so etwas möglich ist (siehe Bild). Ich habe nach Fotos vom Sage Club in Berlin gesucht und prompt die „passende“ Werbung dazu bekommen.

Kontextsensitive Werbung bei Flickr
Die Reihe neuer, virtueller Copyshops reißt nicht ab. Nach Spreadshirt, MyPhotobook und ähnlichen Angeboten kommt jetzt moo mit Minikarten.
Sieht ganz stylish aus. Firma sitzt in London. Techcrunch ist begeistert.
Aber: $5 Mio Venture Capital für einen Copyshop mit extrem begrenzten fokussierten Angebot? Hmm….
Es war einmal vor langer, langer Zeit;
Da begab es sich, daß der junge Dirk sein Tagewerk mit Stadtplanung verbrachte…
Genau gesagt habe ich Mitte der 90er mein Geld mit CAD-zeichnen verdient. Das Büro für das ich gearbeitet habe – urbanistica berlin – war vollständig mit Apple Macintosh ausgerüstet. Damals waren 100MHz und 40MB Arbeitsspeicher enorm! Apple stellte gerade von Motorola auf PowerPC-Prozessoren um und war Windows um Lichtjahre voraus.
Lang‘ ists her!
Und jetzt bin ich über das hier gestolpert: Ein Macintosh-Simulator im Browser. Unglaublich, wozu manche Leute ihre Zeit und Energie aufwenden, aber ein schöner Retro-trip war es schon.
Klasse, wie cool und aufgeräumt Mac OS 7 damals war…
Ich habe mir gerade mein eigenes Medienverhalten bewußt gemacht.
1. Am Wochenende hatte ich zu Werbezwecken eine kostenlose Ausgabe einer Berliner Tageszeitung im Briefkasten. Heute habe ich sie weggeworfen, ohne auch nur ein einziges Mal hineingeguckt zu haben. Noch schlimmer: ich konnte mich nicht einmal daran erinnern, welche Zeitung es war und habe eben nachgeguckt – es war die Berliner Morgenpost
2. Genauso weggeworfen habe ich eine Fernsehzeitschrift, die noch 1 1/2 Wochen gültig ist. Ich gucke sowieso nicht rein, sondern checke eher online, ob irgendwas kommt, was mich interessieren könnte. Warum ich sie überhaupt gekauft habe? Wegen der DVD. „Grasgeflüster“ ist ein klasse Film und für 3,50 konnte ich nicht nein sagen. Wie die Zeitschrift hieß? Keine Ahnung, irgendeine blaue mit ’ner Blondine vorne drauf, aber so sehen ja seit Jahren alle aus. Moment…
trab zum Papiermüll
Es war die TV-Movie.
3. Da ich schon mal nachgeguckt habe – noch mehr Papiermüll: SFT. Ein unsägliches Hochglanzmagazin, voller Produktwerbung, die (mäßig erfolgreich) als journalistische Artikel getarnt sind. Kaufgrund war auch hier eine Film-DVD: Dark Star.
Conclusio: Ich lese zwar unheimlich viel – aber mittlerweile zu 80% online.
Bitte kein Papier mehr – laßt die Bäume leben!
Dirk Ollmetzer | Mittwoch, 11 Juli 2007 |
Misc
Der Eine oder die Andere hat es vielleicht bemerkt – mein Server war seit gestern abend offline. Betroffen waren nicht nur mein Blog, sondern alle Webpräsenzen, inklusive dem tollen zzap. Noch ärgerlicher: Mail ging auch nicht. Alles platt. Nicht mal ein Reboot half mehr.
Nach einem Kernelupdate scheint jetzt wieder alles ordentlich zu laufen.
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 10 Juli 2007 |
Misc
Ich saß gestern nachmittag im Sankt Oberholz um mir qualifiziertes Feedback für meine zzap-Präsentation zu holen und die habe ich auch bekommen. Als ich danach im Begriff war, das Café zu verlassen, sah ich eine Frau, die ich bereits auf dem Webmontag in San Francisco kurz kennengelernt hatte. Sie war leider in eine intensive Diskussion mit einer Gruppe Amerikaner eingebunden, so daß ich darauf verzichtet habe, sie anzusprechen.
Das war keine gute Idee.
Nicole Simon hatte nämlich an diesem Abend ein Blognation Gemany gestartet und es waren vermutlich viele interessante Leute anwesend. Ich merke, daß ich viel offensiver rausgehen muß. Habe mich dann gleich mal dazu entschlossen, den nächsten Webmontag in Berlin aufzusuchen.
Video scheint ja überhaupt DAS Hype-Thema im Valley zu sein, wenn ich die letzten Wochen TechCrunch so Revue passieren lasse. Gefühlte 1000 Start-ups in dem Bereich. Mogulus sieht zum Beispiel ganz lustig aus. Hat jedenfalls ca. 1mio mal mehr Potential als das lahme justin.tv…
Mal sehen, was sich so durchsetzen wird. Ich bin ja beim Thema Video etwas skeptisch, weil trotz aller bezahlbaren Technik die Produktion noch immer recht aufwändig ist: Storyboard, Licht, Ton, Schnitt, Formatwirrwar usw.
Wer sich trotzdem mal versuchen möchte, kann das z.B. bei dem Handyfilm Wettbewerb „21MB Moabit“ tun. Extrem löblich finde ich den Ansatz, das ganze mit Workshops zu kombinieren, die zeigen, wie man Videoproduktion mit Open Source Software hinbekommt. Für alle Nicht-Berliner: Moabit ist ein ziemlich armer Stadtteil, in dem sich vermutlich fast niemand legale, kommerzielle Videoschnittsoftware a la Premiere oder FinalCut leisten kann.
Dirk Ollmetzer | Freitag, 6 Juli 2007 |
Gizmos
So sehr ich auch auf die Benutzeroberfläche vom iPhone gespannt bin, glaube ich dennoch mittlerweile an einen Flop in Europa. Besser gesagt: ich hoffe es inbrünstig. Warum?
- Providerbindung. Gehts denn noch? Wenn ich €500,- für ein Handy bezahle, nutze ich es in dem Netz, welches mir am liebsten ist. Oder eben gar nicht.
- Kein UMTS ist bei einem Internetgerät einfach ein KO-Kriterium. Ich finde ja schon den Websiteaufbau im E61 nicht sonderlich schnell. GPRS/EDGE ist indiskutabel. Nebenbei: Das Nokia E61 hat übrigens auch Safari als Browser!
- Das Preismodell (falls es annähernd so wird, wie in USA). €500,- für das Gerät – na gut, zähneknirschend. Aber mit Zwangsumsatz ab €50,- aufwärts für zwei Jahre? HAHAHA…
…und dann gibt es noch hundert andere Kleinigkeiten, die mich als Poweruser stören, aber den 08/15 User vermutlich nicht. Eigentlich mag ich ja Apple Produkte. Die bieten im Wesentlichen dieselben Funktionen wie die Konkurrenz, aber alles ein bischen cooler und mit nett durchdachten Details. Das ist auch durchaus einen kleinen Aufpreis wert. Meine persönliche Akzeptanzgrenze liegt bei ca. 20%. Das haut beim iPod ungefähr hin und bei den Computern auch. Beim iPhone hat sich der liebe Steve für meinen Geschmack allerdings völlig vergriffen – maßlos und unangemessen. Das darf sich einfach nicht durchsetzen. Diese Arroganz muss einfach einen herben Dämpfer bekommen. Deshalb hoffe ich auf einen Flop.
Man darf auch nicht vergessen, daß der Apple-Kult hier längst nicht so krass ist, wie in Kalifornien. Ich habe hierzulande (anders als in San Francisco) jedenfalls noch kein Cafe betreten, in dem geschätzte 2/3 der Besucher ein MacBook oder PowerBook vor sich hatten.
Heute möchte zwei nette neue Features für zzap vorstellen: Desktop Widget und Skype Integration.
Falls man den ganzen Tag am Computer sitzt und über die Aktivitäten der Freunde informiert werden möchte, muss man nun nicht mehr regelmäßig die zzap Website aufsuchen, sondern kann das zzap Desktop Widget nebenbei laufen lassen. Auch der eigene Status lässt sich so einfach und schnell nebenbei aktualisieren. wie das aussieht zeigt die Abbildung auf der rechten Seite.

zzap Desktop Widget
Mehr Information zum Widget ist auf zzap zu finden.
Die Skype Integration ist ebenfalls für die Arbeit am Computer gadacht. Ein Blick auf das Profil eines Freundes zeigt, ob er mit Skype online ist (siehe Abbildung unten). Falls ja, kann mit einem Klick ein Anruf oder das Chatfenster geöffnet werden.

zzap / Skype Integration
Auch hier steht eine ausführliche Information auf zzap.
Die Arbeit an zzap (wer es noch nicht kennt: http://demo.zzap.de) schreitet voran. Das Kernprodukt steht im Wesentlichen. Jetzt fehlen die „bells and whistles“, wie englischsprachige Mitmenschen so schön sagen. Das ganze Drumrum, das eine Anwendung nett macht. Zum Beispiel die Integration in bestehende Apllikationen.
Bis jetzt habe ich nur Google Maps und Flickr integriert. Was wären weitere sinnvolle Services? Facebook, bzw. StudiVZ? Das unvermeidliche MySpace? Sevenload? Was noch?
Spätestens hier kommt man an einen Punkt, wo die Integration wirklich absolut lästig und zeitaufwändig wird. Nicht jeder hat eine API (z.B. Sevenload) und falls doch, ist diese garantiert komplett anders aufgebaut, wie die des nächsten Services. Zudem stellt sich die Frage, welche Services zzap selbst zur Verfügung stellen soll. Was soll die API leisten, wie soll sie aussehen?
Das Problem ist nicht nur mir aufgefallen. Rolf Skyberg (eBay) schreibt schreibt in seinem Blog, daß die Zeit für Standards im Bereich social Networks gekommen ist. Dem kann man uneingeschränkt zustimmen. Bloß: welche sollten das sein? Was sollen sie leisten?
Ein toller Ansatz um Benutzerkonten auf verschiedenen Systemen zusammenzuführen, ist OpenID. Aber hier wird auch ein Riesenproblem deutlich: Vertrauen.
Wie kann ich als Servicebtreiber garantieren, daß jemand mit einem OpenID-Account keinen Schindluder mit den andern Kunden treibt? Immerhin bin als Betreiber einem erheblichen juristischem Risiko ausgesetzt. Falls das jetzt „zu Deutsch“ klingt: die gegenwärtige Rechtssprechung (die ich für absolut hahnebüchen halte) kann ich mir leider nicht aussuchen.
Die Entwicklung einheitlicher Standards im Bereich sozialer Netzwerke berührt also mehrere thematische Bereiche:
- Leistungsumfang der Schnittstelle
- technische Implementierung
- juristische Implikationen
Ich bin mal gespannt, was sich da so in nächster Zeit tut.
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