tiny little gizmos

Endlich: Regen

Es regnet! Und das so gesittet, daß die Pflanzen auch Zeit haben, die Feuchtigkeit aufzunehmen. Die Luft riecht endlich wieder gut und der Staub der Mark Brandenburg knirscht nicht mehr zwischen den Zähnen. Ich bin nicht mehr so abgelenkt und habe heute endlich die Produktpräsentation in eine akzeptable Form gegossen.

Hauptsache am Wochenende legt der Regen nochmal eine kleine Pause ein. Auf dem Programm steht mein erstes Turnierspiel.

USA – nachgerechnet

Die Reise ist vorbei – die Kreditkartenabrechnung und die Kontoauszüge liegen auf dem Tisch. Alles in allem trotz tollem Dollarkurs kein billiges Vergnügen, aber das war mir schon vorher klar.

Bei meiner letztes Reise in die USA war ich noch überrascht, daß man auch dort mit der EC-Karte Bargeld abheben kann. Diesmal habe ich ausführlicher Gebrauch von dieser Möglichkeit gemacht. Wirtschaftlich gesehen war das ein Fehler.
Bei der Zahlung mit Kreditkarte kommt noch 1% Auslandszuschlag dazu. Wenn ich jedoch bei – um mal ein Beispiel zu nennen – Bank of America $100 abhebe, zahle ich $2 Bearbeitungsgebühr. Das sind schon mal zwei Prozent, aber gut.

Dreist ist es allerdings, wenn mir die Berliner Sparkasse auf diese $102 nochmal €4,50 Gebühr draufschlägt. Das sind $6!!! Ingesamt also 8% Auslandsbearbeitungsgebühr.
Sorry – indiskutabel!
Das ist nach meinem Gefühl schon knapp unter der Wuchergrenze.

Beim nächstenmal bezahle ich amerikanisch – nur noch mit Kreidekarte Kreditkarte!

Ausländische Arbeitnehmer

Na super – Deutschland ist mal wieder gerettet. Spiegel Online titelt „Osteuropäische Arbeitnehmer – Deutschland schottet sich weiter ab„. Gegen Bürger der Europäischen Union. Super! Wie war das mit Binnenmarkt, Niederlassungsfreiheit usw? Kapital muss frei sein – Menschen dürfen das nicht. Scheinbar sind ausländische Arbeitnehmer nur als unqualifizierte Lohndrücker denkbar. Allerdings – wenn man Lohndrückerei unterbinden will, warum führt man dann nicht einfach einen verbindlichen Mindestlohn ein?

Interessant ist ein Vergleich mit den USA. Dort hat man auch die Einwanderungsquote reduziert. Offensichtlich war das aber keine so tolle Idee. Das Thema wird heiß diskutiert. Das Titelblatt der „InformationWeek“ vom 9. April besteht nur aus einem einzigen Satz: „One hundred thirty-three thousand H-1B visa applications submitted in two days“. H-1B sind Visa, die an einen konkreten Arbeitsplatz gekoppelt sind. D.h. die Zuwanderer kommen auf Wunsch von Firmen ins Land. Einen derartigen Run auf Arbeitsvisa hatte man noch nie zu verzeichnen. Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel: „Wieso reduziert die Regierung das Kontingent, wenn die Wirtschaft derartig viele Arbeitnehmer nachfragt?“ Oder könnte das Problem darin liegen, daß die Visa falsch verwendet werden? Warum sollte eigentlich man Leute, die man ins Land geholt hat, die eingearbeitet sind und wissen, wie der Hase läuft wieder zum gehen zwingen, wenn der Job beendet ist und im Anschluss jemad Neues ins Land holen? Wäre es nicht eventuell sinnvoller, diesen Leuten eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (Greencard) zu geben? Wäre es nicht sinnvoll zu versuchen, junge Leute, die ihre Ausbildung beendet haben, im Land zu halten, anstatt sie gehen zu lassen?

Und vor allem – wann höre ich sowas endlich mal in Deutschland?

Fertig

Bin seit 2 Stunden wieder zuhause in Berlin und stehe noch total neben mir. Der Rückflug war kein Spass. Vom quälend langsamen check-in, über Nervereien durch krude Sicherhetschecks (Hallo London! Security check, DIREKT NACHDEM ich aus dem Flugzeug komme?), boarding-chaos (natürlich war die Maschine wieder bis zum letzten Platz besetzt) über nörgelnde ein- und dreijährige Kinder direkt vor mir und teils recht desorientierter Crew bis zu den zwar noch relativ leichten, aber permanenten Turbulenzen und den rumpeligen Landanflügen.

Zwar hat die Maschine ordentlich Rückenwind gehabt und ist bis zu 1150 Km/h schnell geflogen (WOW!), aber das nützt nichts, wenn man in London mit Warteschleifen und verspäteten Anschlussflügen die Zeit wieder verliert.
Überhaupt sind Langstreckenflüge doof. ICH MAG DAS NICHT !!!

Aber: Hat sich denn die Reise gelohnt?

Absolut! Sicherlich schon einmal deshalb, weil ich liebe Freunde wiedergesehen habe. Sie haben mir auch zu neuen Einblicken verholfen, insbesondere auch darüber, wo die Herausforderungen liegen, wenn man in Kalifornien als Ausländer lebt, wohnt und arbeitet.

Qualifiziertes Feedback zu meiner weiteren Arbeit konnte ich auch gewinnen. Sobald ich durch den Jetlag durch bin und einige adminstrative Sachen hinter mich gebracht habe, mache ich mich auch gleich daran.

Letzte Tour

Nach Norden
Die letzte Tour dieser Reise ging nach Norden über die Golden Gate Bridge den Highway 1 entlang zunächst bis zum Stinson Beach. Sehr nett und wie üblich sehr windig. Am Strand schien die Sonne und kaum 500m landeinwärts an den Bergen klebten rabenschwarze Wolken.

Danach sollte es über die Berge, vorbei an San Rafael über die nördlich Brücke auf die Ostseite der Bay gehen, aber ich habe die Straße an der Nordspitze der Bolinas Bay übershen und bin so bis Olema gefahren und erst dort Ostwärts abgebogen. Das warnicht weiter schlimm, weil die Strecke undheimlich kurvenreich und schön ist. Wieder diese Eukalypuswälder!

In Fairfax habe ich eine kleine Pause eingelegt. Das ist eine niedliche Kleinstadt, die in einem bewaldeten Tal liegt und in der noch ein bischen Hippie- und Alternativgeist weht. Was insofern gut ist, weil ich hier ein hervorragendes Roastbeefsandwich und einen sehr guten Kaffee Latte bekommen habe.

Danach begann die Verwirrung, die zum guten Teil der rudimentären und teilweise etwas arg kreativen Beschilderung der Hghways geschuldet ist. Die Fahrt nach San Rafael war einfach, leider war die Baybridge nicht ausgeschildert. Es gab die Möglichkeit, weiter geradeaus (= ostwärts), auf die 101 in Richtung Nord oder in Richtung Süd zu fahren.

Natürlich bin ich zunächst weiter nach Osten gefahren, aber es zeigte sich bald, daß das falsch war. Also umgedreht und auf die 101. Jetzt Raten: Liegt die Baybridge nördlich oder südlich? Ich entschied mich für Norden, merkte aber bald, daß Richmond (auf der ostseite der Bucht) nicht ausgeschildert war, also an der nächsten Ausfahr gewendet und tatsächlich lag der Abzweig südlich. Jetzt wird also alles gut – dachte ich.

East Bay
Auf der Ostseite der Bay wollte ich auf der 80 nach Norden und kurz vor der Brücke nach Vallejo abfahren, weil ich die kleineren Buchten in Richtung Sacramento auch sehen wollte. Die Schilder führten mich von der 580 herunter und etliche Meile durch ein „wunderbares“ Industriegebiet. Offensichtlich werden hier Öltanker gelöscht, denn die Gegend wird von Tanklagern und Rafinerien dominiert. Kurz gesagt: Erst habe ich mich total verfranzt und bin dann tatsächlich noch dahin gekommen, wo ich hinwollte.

Leider war das ein verwarztes kleines Nest (Port Costa), wo sich gerade ein paar Rocker trafen, der Zugang zum Wasser durch eine Bahnline blockiert war und die Aussicht auf noch mehr Rafinerien begeisterte mich auch nicht gerade. Naja, das war wohl nichts. Also zurück zum Highway und südwärts Richtung Berkeley.

Höllenverkehr unterwegs. Berkeley stellte sich ist leider weder als interessant, noch als optisch attraktiv heraus. Nicht gerade strunzhäßlich, aber reizlos. Da muss man nicht hin – außer zum studieren.

Chillin‘
Der Rest des Tages war dann Abhängen am Lake Merrit in Oakland und ein nettes Abendessen bei Marco und Claudia, bevor es zurück in die Stadt ging.

Details (2)

  • „Fashion meets toothpaste“ – warum nennt man eine Zahnpasta Rembrandt?
  • T-Shirts in XXXXL (!!!) – und dann ist der Schnitt auch noch ‚tall‘.
  • Wieso hat mein Handy hier nur die Wahl zwischen cingular und cingular? Das ist natürlich zufälligerweise das teuerste Netz.
  • Ist es in Kalifornien noch erlaubt Auto zu fahren, ohne gleichzeitig zu telefonieren?
  • Daß man vorne am Auto kein Kennzeichen braucht, wußte ich schon. Man kann aber auch komplett ohne fahren und stattdessen einfach die Werbung vom Autohändler anschrauben. Schon zigmal gesehn.
  • Der $2 Rotwein von Trader Joe’s ist absolut trinkbar. Ausprobiert: Cabernet Sauvignon und Merlot.
  • Auch super: Der Hummus und umwerfende Hafer-Rosinen-Cookies.
  • Beim Tanken braucht man jetzt neben seiner Kreditkarte auch noch die PIN. Das ist vernünftig, war vor 5 Jahren aber noch anders. Dumm, denn ich kenne nur die PIN von meiner Euroscheckkarte.
  • Finde ich noch immer toll: In Restaurants und Cafés bekommt man noch immer Wasser gratis dazu.
  • Auch cool: Fußgängerampeln zeigen einen Countdown, damit man weiß, ob man noch über die Strasse kommt.
  • Super: Endlich ist T-Shirtwetter. Am letzten Tag meines Aufenthaltes !

Mobile Books

Das Handelsblatt berichtet in diesem Artikel davon, daß die Österreichische Firma Blackbetty jetzt Bücher zum Lesen auf dem Handy anbietet.

Dabei fällt mir ein, daß mein Handybook Prototyp, den ich damals für ein Uniprojekt programmiert habe.

Nachtrag: Das Projekt ist nun unter der folgenden URL erreichbar: http://www.fastfiction.de

Die URL kann sowohl per Browser, als auch per Handy aufgerufen werden, falls es noch jemanden interessiert.

It’s the economy, stupid

Oder: Warum es sich lohnt, 80 Meilen zu fahren und eine Kaffemaschine zu kaufen, obwohl man nur noch 4 Tage im Land ist

Zurück in San Francisco. Versuchen wir mal ein anderes Motel. Etwas günstiger, etwas weniger zentral, am Presidio. Der Preis stimmt, die Zimmer wurden kürzlich renoviert, sind ruhig und mit Kühlschrank, aber ohne Kaffeemaschine. Ich ohne Kaffee?

Geht nicht! Da bin ich gar kein Mensch – absolut ungenießbar. Also mal kurz durchgerechnet:

  • Ein Zimmer in einem anderen, verglichbaren Motel ist ca. $20 teurer. 4 Übernachtungen machen $80 für Kaffee? Schlecht!
  • Alternativ 4 Kaffee am Tag in Cafés macht knapp $45. Auch nicht so toll
  • Die Fahrt zu Fry’s nach Palo Alto (wo ich ohnehin nochmal hinwollte) und eine Kaffemaschine zu $9,90 sind wesentlich günstiger, zumal ich ohnehin noch tollen Kaffee von Trader Joe’s und Filter habe.

Also Ratzfatz auf den Highway und los. Und was für ein tolles Exemplar ich da bekommen habe. Da kann Alessi glatt einpacken!
Eine Original „24“ NASCAR-zertifizierte Kaffemaschine (NASCAR Autorennen sind in USA so beliebt, wie bei uns die Formel 1).
Ssssuper, oder? ;-)

NASCAR Coffemaker

Powerfull official NASCAR coffemaker

Monterey – Pacific Grove – Carmel

Heute eine Stunde später aufgewacht, als sonst. Das Wetter ist trübe. Gestern schien zwar die Sonne, aber es gab scharfen, kalten Wind. Heute keine Sonne, aber dafür auch fast keinen Wind. Folgende Entscheidung gefällt: Die Fahrt in den Süden fällt aus. Dafür einen Tag hier verlängern und morgen wieder zurück in die Stadt.

Nach dem ausführlichen Frühstück der zweite Anlauf im Outletstore. Kaum Kunden und mindestens die Hälfte der Fläche ungenutzt. Hatte trotzdem Glück. Eine Golfhose für $22 und ein paar schicke Schuhe von Rebook für $55 – die kosten bei uns immerhin €100,-

Ein Stück weiter nach Pacific Grove gefahren. Seaside, Monterey und Pacific Grove gehen nahtlos ineinander über. Der Charakter ist aber absolut anders. Seaside ist „sandy city“, weil es hinter riesigen Sanddünen liegt, von denen ständig Sand landeinwärts weht. Monterey war „stinky city“ – die Stadt der Ölsardinenfabriken. Pacifik Grove ist einfach nur „lovely“. Niedliche, sehr gepflegte alte Holzhäuser. Puppenstubenstadt mit felsiger Küste. Hat eine Hauptstraße, die in jedem Kitschfilm gut rüberkommen würde. Ein günstiges Mittagessen und ein guter Kaffe waren hier problemlos zu bekommen. Auch toll: An der Sitze der Bucht steht man plötzlich fast auf dem Golfplatz. Ein paar Meter Felsen – gerade soviel, daß man nicht die Gischt ins Gesicht bekommt, eine kleine Straße und danach sofort Loch 18, ohne Zaun oder irgendeinen Abstand. Querschläger kann man sich da nicht erlauben!

Pacific Grove

Pacific Grove - liebliches kleines Küstenstädtchen

A propos lovely und Golfplatz – fahren wir doch einfach mal nach Carmel. Um den 17 Mile-Drive habe ich allerdings einen Bogen gemacht, weil ich keine Lust auf Strassenzoll hatte und mich wahrscheinlich schwer hätte zurückhalten können, einfach das Auto abzustellen und über den Golfplatz zu laufen. Aber das macht nicht soviel. Carmel-by-the-sea ist auch so klasse. Wieder ein völlig anderer Charakter – eine kleine, verträumte Waldsiedlung. Allerdings möchte ich nicht wissen, was hier zur Saison los ist, denn der Strand ist fantastisch!

Von da aus kann übrigens auch ein Stück von dem berühmten Golfplatz „Pebble Beach“ sehen. Monterey, Pacific Grove und Carmel haben zusammen etwa 50.000 Einwohner, aber 15 Golfplätze (soviele, wie um Berlin herum), von denen die meisten eine absolut sagenhafte Lage haben! Ich hoffe, daß ich eines Tages gut genug sein werde, damit ich hier spielen kann.

Danach noch einen kleinen Abstecher nach ‚Big Sur‘ gemacht – bis zur berühmten Bixby Bridge und dann umgedreht und zurück zum Motel. Mittlerweile regnete es auch. Morgen also zurück nach San Francisco.

Monterey

Gestern in Monterey angekommen. Die meisten Motels liegen an einer ziemlich unattraktiven Straße – der Fremont Avenue (1,5 Minuten vom Highway entfernt). Das Best Western Ramona Inn auch, aber es ist ein bischen geschickter gebaut, als die anderen.
Normalerweise sind die Motels hier so gebaut, daß das einzige Fenster nach vorne rausgeht. Das bedeutet, daß die anderen Gäste am Fenster vorbeigehen, und der volle Lärmpegel des Parkplatzes und der Straße nervt. Hier sind die Gebäudeteile ein wenig verschachtelter und mein Fenster geht nach hinten auf eine ruhige Wohnstraße. Leider gab es nur ein double queensize (also zwei französische Betten in einem Zimmer), aber der Preis war O.K., also was solls?

Nach dem Einchecken gleich mal runter in den Outletstore in der Cannery row, weil ich dringend ein paar Schuhe brauche. Leider meinten die um 18:00 schließen zu müssen. Überhaupt wirkt die ganze Touristengegend ziemlich ausgestorben. Das hatte ich etwas anders in Erinnerung. Also saß ich abends im Motel und habe mich gefragt, warum ich überhaupt weiter in den Süden fahren soll. Das Wetter soll überall bescheiden sein, LA interessiert mich eigentlich gar nicht und Big Sur habe ich schon gesehen.

Fernseher eingeschaltet: „Die Maske“ mit Jim Carrey läuft. Merke erst nach 3 Minuten, daß es sich um eine spanisch synchronisierte Fassung handelt. Zapping. Irgendwann bei „unsere kleine Farm“ hängengeblieben. Mein Gott ist das ein übeler Kitsch – weit jenseits der Schmerzgrenze. So was habe ich als Kind ertragen? Gucke bis zum Schluß und schlafe dann ein.

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