Das Internet ist gefährlich – aber es geht weniger um die üblichen Verdächtigen und Schreckgespenster: Terroristen, Raubmordkopierer oder Kindeschänder. Johnny schreibt in dem Artikel „Das Internet hat mein Leben zerstört“ auf Spreeblick über reale und wirklich wichtige Auswirkungen auf unser Leben. Er thematisiert Veränderungen, die er an sich selbst beobachtet hat:
- Ich kann mich nicht mehr konzentrieren
- Ich kann mir nichts mehr merken
- Ich traue niemandem mehr
- Ich kann keine Entscheidungen mehr treffen
- Meine Ideen gehen verloren
Kommt das noch irgendjemandem bekannt vor? ;-)
Heute Abend habe ich angefangen zzap komplett auf UTF-8 umzustellen. Anlass dafür war die voranschreitende Integration von twitter. Bereits seit etlichen Wochen ist die Exportfunktion von zzap nach twitter funktionstüchtig. Meine Nachrichten in der twitter timeline schreibe ich bereits seit längerem per zzap.
Nun wurde es Zeit, auch den umgekehrten Weg zu beschreiten und eingehende twitternachrichten in zzap zu integrieren. Dieser Punkt ist deutlich kniffeliger, als der Export. Die Personen, denen ich auf twitter folge sind zunächst einmal keine Mitglieder auf zzap. Daher habe ich die userbase um „foreign users“ erweitert. Das sind Personen, die auf anderen Systemen registriert sind, keine Mitglieder bei zzap sind, aber von denen Assets im System vorhanden sind.
Foreign Users sind daran zu erkennen, daß ihr Host mit im Namen aufgeführt wird. Während ‚dollmetzer‘ also ein echter zzap-nutzer ist ( ;-) ), kann man bei ‚NicoleSimon@twitter‘ gleich erkennen, daß es sich um einen Import von twitter handelt. Daran hängen natürlich noch etliche Details, wie die unterschiedliche Behandlung von Profildaten, Kontakten, MessageIds, Timestamps usw.
Ich habe die Änderungen noch nicht auf dem Livesystem, da ich noch ein paar kleinere Bugs beheben muss, aber es geht voran.
Stay tuned!
(So, ich gehe jetzt mal in die Koje. Nicht daß ich morgen wieder unfreiwillig Homeoffice machen muss.)
Dirk Ollmetzer | Dienstag, 22 Juli 2008 |
Misc
Habe gestern abend festgestellt, daß mein Wecker etwas unzuverlässig lief und darum zur Vorsicht einen zweiten Wecker danebengestellt. Das Ergebnis?
Ich habe verschlafen! Um genau eine Stunde.
Der Funkwecker ist stehengeblieben. Die Zeiger zeigten auf 12. Das führe ich mal auf ’ne leere Batterie zurück. Daß dann aber auch noch mein Braun-Wecker einfach nicht gepiept hat ist schon doll. Innerhalb von einer Woche haben bei mir insgesamt 3 Uhren den Geist aufgegeben. Wer soll einem eigentlich sowas glauben?
Musste also heute zwangsweise Homeoffice machen. Blöd, daß Dienstags Meeting-Tag ist :-(
Mal abgesehen, daß ich weder das eine, noch das Andere mag – ich frage mich, welche von den Firmen dreister ist:
Die Firma, die das Produkt einer anderen 1:1 kopiert, oder die Firma, die einen Konkurrenten verklagt, weil sie selber (in Deutschland) nix auf die Reihe bekommt.
Ich meine: klar ist StudiVZ ursprünglich ein facebook-Clone. Na und? Das ist Für StudiVZ zwar irgendwie peinlich, aber letztlich völlig egal. Den Erfolg haben sie nicht dadurch erreicht, daß sie genauso aussehen, sondern, daß es ihnen gelungen ist, den deutschen Markt in Rekordtempo zu besetzen. Und das hat herzlich wenig mit dem Layout der Site zu tun, sondern mit der Art, wie StudiVZ damals unter den Studenten bekannt gemacht wurde.
Mal abgesehen davon: Die ursprüngliche Version von Facebook hat ja auch nicht gerade durch besonderes Design oder innovative Features bestochen. Ich wüsste jedenfalls keine Funktion, die nicht vorher schon in anderen Communities vorhanden war. In einem amerikanischen Artikel, in dem über StudiVZ hergezogen wurde (sorry, Quelle finde ich nicht mehr) sind einige der „innovativen“ Features aufgezählt, die kopiert wurden. Darunter fand sich zum Beispiel auch eine „Nachrichtenwand“.
Ein supercooles Feature! Hatten etliche BBS (Mailboxsysteme in der Vor-Internet-Ära) in den späten 80ern auch schon. Ach ja – extern eingebundene Doorgames um die User zu unterhalten übrigens auch. Soviel zum angeblichen „geistigen Eigentum“.
Was bleibt? Facebook klagt in den USA. StudiVZ ist aber in Europa aktiv. Hier hätte eine Klage aber wohl kaum eine Chance, denn es wurde keine Software kopiert. Nachprogrammieren ist völlig legal. Man könnte letztlich wohl höchstens auf Verletzung des Urheberrechts bzgl. des Designs klagen, aber damit kann man keinen großen Schaden anrichten.
Stellen wir uns aber mal eben vor, daß Facebook mit seinem Vorstoß wirklich durchkommt und StudiVZ ernsthaft beschädigt. Werden die dann „heimatlosen“ User dann in Scharen zu Facebook wechseln? Ich glaube nicht. Warum sollten sie? Es gibt so viele Alternativen.
In meinen Augen ist das nur peinliches Sommertheater – für beide Firmen.
Nachtrag:
Eine interessante juristische Fussnote zum Thema Gerichtsstand und Eigentümerhaftung im Fall StudiVZ ist in einem Kommentar bei heise online zu finden
Dirk Ollmetzer | Sonntag, 20 Juli 2008 |
Unterwegs
Am Samstag Nachmittag stand ein Ausflug in die frühe industrielle Vergangenheit von Brandenburg auf dem Programm. Die Fahrt führte nach Glashütte in der Nähe von Baruth, ca. 40 Km südlich von Berlin. Die 1716 gegründete Glashütte mit angeschlossener Werkssiedlung war bis 1980 in Betrieb. Das komplette Ensemble steht unter Denkmalschutz und ist heute ein Museumsdorf. Hier sind ein paar kleine Eindrücke:

Siedlung Glashütte

Glashütte

Formen - "Die hat Schäuble bestellt", meinte ein Besucher.

Café in der Töpferei
Mit einer knappen Woche Verpätung möchte ich noch ein paar Worte zum Sommerfest auf Schloss Wiepersdorf nachliefern. Petrus hatte leider wenig Gnade und ließ es nach der Eröffnungsrede von Brandenburgs Kulturministerin Frau Dr. Wanka bis zum Ende der Veranstaltung teils heftig regnen. Die durchaus zahlreichen Besucher haben sich so zwar länger in den Ateliers der Künstler und Künstlerinnen aufgehalten, hatten aber relativ wenig von dem schönen Park.
Näheres zum Programm kann man auf der Archivseite von Schloss Wiepersdorf nachlesen.
Wer hin und wieder in Berlin durch Vernissagen schlendert, hat möglicherweise bereits einen Herrn bemerkt, der mit einer auf einem gelben Bauhelm montierten Kamera unterwegs ist und filmt. Dieser Herr war – mit einem stilechten Strohhut – auch auf beim Sommerfest unterwegs. Dieser Film kann auf der Website Berliner Kunstkontakter angesehen werden. Leider ist kein direktlink auf den Film möglich.
Hier noch einige meiner eigenen Eindrücke:

Offizielles Programm

Publikum (Im Hintergrund: Orangerie)

v.l.n.r.: Minna Kangasmaa, Rebekka Kricheldorf, Julia Körner, Petra Tödter, Kerstin Lehmstedt
Ich bin ein Mann der goldenen Mitte. Extreme liegen mir nicht so. Auch nicht beim Programmieren.
Auf der einen extremen Seite der möglichen Umsetzung von Webapplikationen in PHP steht unübersichtlicher, verschwurbelter Spaghetticode. Nichts gegen Spaghetti auf dem Teller, aber bitte nicht im Computer.
Auf der anderen Seite finden sich komplett durchgestylte, mehrstufige, sauber abgeleitete Klassenhierarchien die auf bewährte Designpatterns zuzückgreifen. Das ist ganz toll – allerdings nicht für Webapplikationen in PHP. Das Problem dabei ist: Performance.
Ich bevorzuge Modularisierung, Wiederverwendbarkeit Schichtentrennung und so weiter. MVC ist dabei ne gute Idee, wenn auch nicht die einzig denkbare Option. Aber schlank muss es sein.
Komplexe Objekthierarchieen sind kein Problem, wenn sie compiliert und im Speicher gehalten werden. Bei PHP-Anwendungen ist das normalerweise nicht so. Bei jedem Request müssen diverse Dateien durch den PHP-Interpreter von der Festplatte geladen, übersetzt, initialisiert und ausgeführt werden – das dauert.
Zumal die Komplexität von „normalen“ Programmen bei Webanwendungen in der Regel nicht gegeben ist. Keine Nebenläufigkeit, Events und ähnliches. Im Prinzip geht es immer um eine Abfolge mehrerer seperater Requests. Und jeder Request arbeitet eigentlich immer die folgenden Schritte ab: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe.
Es geht also um das rechte Maß. Soviel Trennung, Modularisierung und Abstraktion wie nötig – aber eben auch nicht mehr. Für zzap habe ich eine recht schlanke und dennoch flexible Lösung gefunden, denke ich.
Dirk Ollmetzer | Mittwoch, 16 Juli 2008 |
Misc
Aufgrund eines Totalausfalls im Rechenzentrum meines alten Hosters war ollmetzer.com heute ungefähr 10 Stunden offline. Ich hoffe, Ihr konntet es verschmerzen. Das ist für mich jedenfalls ein weiterer Grund, nun auch bald mit dieser Domain zum neuen Hoster umzuziehen – wenn ich denn mal Zeit habe.
Dirk Ollmetzer | Montag, 14 Juli 2008 |
Gizmos
Um die Anpassung von zzap für das iPhone vorzunehmen, ist ein entsprechendes Grät von Vorteil. Simulationen zeigen nie die ganze Wahrheit. Allerdings verweigere ich mich der Knebelung, die sowohl vertraglicherseits (24 Monatsbindung an sehr teure t-mobile Verträge) als auch Hardwareseitig (Netlock etc…)
Glücklicherweise gibt es ja den iPod touch, der fast dasselbe kann. Nun ist das Gerät allerdings auch nicht gerade ein Schnäppchen. Aber ich habe mir gut beholfen. Anstatt ein aktuelles Gerät zu erwerben (8GB €280,-, 16 GB €380,-), hebe ich neulich beim örtlichen Elektronik-Dealer ein 16GB Gerät aus der letzten Serie mit System 1.1.3 für 250,- erstanden.
Am Wochenende habe ich dann das Softwareupdate bei iTunes für €8,- draufgeladen und habe jetzt ein Gerät mit den aktuellen Features für 120,- unter Listenpreis.
Dirk Ollmetzer | Sonntag, 13 Juli 2008 |
Misc
Gestern Freiluftbühne Wuhlheide: Die Ärzte.
3 Stunden Fun und blöde Sprüche. Das Wetter wurde dann doch noch nett, das Publikum hat schon bei der Vorgruppe mitgegrölt – okay es war ’ne Tote-Hosen-Coverband, aber immerhin!
Es war Geil. 17.000 mal gute Laune!
Unglaublich: Die Ärzte haben 6 ausverkaufte Konzerte in der Wuhlheide dieses Jahr – das macht mal locker 100.000 Besucher nur in Berlin. Aber es sind eben auch klasse Rampensäue und die Karten sind mit 31,- vergleicheise billig. Das gesparte Geld wurde dann stilecht in T-Shirts angelegt, wie bei 2/3 der Besucher.
Ich werde mein Kulturwochenende heute auf Schloss Wiepersdorf beim Sommerfest beenden. Etwas anderes Ambiente, aber sicherlich auch nett. Muss gleich los…
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