tiny little gizmos

Android – Erster Eindruck

Tiny little Gizmos – als ich mit dem Blog anfing, dachte ich, daß ich vor allem über mobile elektronische Spielereien schreiben werde. Momentan scheint das hier leider eher ein Agit-Blog zu werden. Aber es gibt sie noch, die guten Dinge die Artikel zur mobilen Technik. Ich bin sehr gespannt, ob sich offene Technologien wie im Internet, auch im Mobilefunkbereich durchsetzen werden. Eigentlich glaube ich sogar fest daran. Daher finde ich den Ansatz von Googles Open Source Betriebssystem für Handys auch sehr interessant. Deshalb habe ich mir gestern das Android-SDK von Google gezogen und installiert.

Erster Eindruck: Es läuft. Das ist nicht so unbedingt selbstverständlich, wenn ich an die ersten J2ME-SDK von vor einigen Jahren zurückdenke.

Zweiter Eindruck: Dafür, daß fast alles in Java implementiert sein soll, ist die Bedienung erstaunlich flüssig.

Dritter Eindruck: Sehr spartanisch. Alles was für ein normales Handy wichtig ist, ist drin und außerdem noch Google Maps. Sonst nüscht. Aber ganau darum geht ja auch: Daß sich jetzt tausende neugierige und interessiert daran machen, neue Anwendungen für Android zu programmieren. Und damit sie auch wirklich anfangen, gibt es noch einen mit $10 Mio dotierten Wettbewerb. Das ist – trotz des bröseligen Dollars – noch immer eine ziemliche Stange, finde ich.

Für einen vierten Eindruck hatte ich noch keine Zeit

Vodafone UK behindert mobiles Internet

Ich bin gerade über eine interessante Information auf den Seiten von WURFL gestolpert. WURFL ist eine Datensammlung, die es ermöglicht, Websites automatisch auf verschiedene mobile Endgeräte (vulgo: Handys) anzupassen. Die Entwickler haben bemerkt, daß Vodafone in Großbritanien Header-Informationen aus HTTP-Requests ausfiltert.

Warum ist das für Kunden wichtig?

Diese Informationen benötigen die Serviceanbieter, um herauszufinden, ob die Anfrage von einem Handy kommt und zum automatischen Anpassen der Seite. Auf diese Weise können Bilder an die Displayauflösung angepasst werden, die richtigen Formate für Downloads eingestellt werden (Klingeltöne, Videos, Programme usw.). Ohne Headerinformationen geht das nicht.

Das führt dazu, daß das Angebot innerhalb des Vodafone-Live Portals alle perfekt angepasst sind, und alle anderen nicht mehr einwandfrei funktionieren können. Die Vermutung liegt nahe, daß Vodafone die Header ausfiltert, um sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten. Luca Passani berichtet davon, daß die europäischen Wettbewerbshüter auf diesen Vorgang bereits ein Auge geworfen haben.

Genau solche blöden Spielchen, die die Kunden bevormunden, sind es, die dazu führen, daß das mobile Internet nicht abhebt.

Vor Jahren war ich zufriedener Kunde bei Mannesmann D2. Nicht ganz günstig, aber top-Service. Als die Firma von Vodafone übernommen wurde hatte ich sehr schnell den Eindruck, daß der Focus nicht mehr auf Kundenzufriedenheit lag, sondern darauf, möglichst viele teure Zusatzdienste zu verkaufen. Das scheint sich bis heute nicht geändert zu haben.

Da ich es zur Zeit nicht selber überprüfen kann: Weiß jemand, ob das nur Vodafone UK betrifft, oder auch Vodafone Deutschland?

Europaweit einheitliche Zensur geplant

Wie Heise Online meldet, wird der Europarat will in Kürze eine Empfehlung zu Filterprogrammen fürs Internet vorlegen. Damit geht der Großangriff auf die Bürgerrechte weiter.

Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder einfach angucken kann, wozu er Lust hat? Nachher fangen die Leute noch an zu denken… Da muss ein Riegel vorgeschoben werden. Funktioniert in China und diversen arabischen Ländern ja auch.

Das ist meiner Meinung nach allerdings höchst überflüssiger Aufwand. Leute, die sich bisher im TV berieseln liessen, werden auch mit Internetzugang nicht anfangen, irgendetwas zu hinterfragen und bleiben daher politisch auch weiterhin ungefährlich. Leute, die bisher Schrott gekauft haben, werden dies sicherlicherlich auch weiterhin tun, bloß kaufen sie halt anderen Schrott. Also auch wirtschaftlich keine Gefahr. Was soll das also?

Ach ja,ich vergaß: Terrorismus und Kinderpornografie und so…

Mal sehen, wie weit sie noch gehen. So langsam bekommt man ’ne Ahnung davon, wie es in der DDR war.

Logische Entwicklung

Die Entwicklung seit 2001 ist eindeutig. Insofern ist dies hier ein weiterer logischer Schritt. Danach kommt dann vermutlich die Pflicht, einen gelben Halbmond sichtbar an der Kleidung anzubringen.

Wer hat es gesagt? Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte.

Ach ja, falls es jemand nicht bemerkt hat: Heute wurde die freiheitlich demokratische Grundordnung zu Grabe getragen. Passenderweise 18 Jahre nach Mauerfall. Irgendwas muss doch mit dem 9. November nicht stimmen…

Cycosmos comeback?

Da schreibe ich eben noch über das Abebben der zweiten Internetwelle, und nun das neueste Gerücht:
Der Cycosmos soll wiederbelebt werden, zumindest legt das die neue Startseite nahe…

Zur Erinnerung: Cycosmos war zwischen 1998 und 2001 eine der ersten großen Internetcommunities in Deutschland. Ist das jetzt ein extrem dämlicher Zeitpunkt (2 Jahre zu spät) oder ein guter, weil Facebook und MySpace nur noch nerven und über den Zenith sind?

Gedankenfluss – Wirres zum Feierabend

Während ich noch im Zug sitze schweifen meine Gedanken ein wenig ab. Ich war beim ersten Dotcom-Hype dabei und habe die finanzielle Dürre danach überstanden. Nun scheint sich auch so langsam der Web2.0-Hype zu legen. Ersten Gerüchten zufolge zeigen die VCs im Valley Gründern von Internet Startups zunehmend die kalte Schulter. Nachdem was ich in den letzten Monaten bei TechCrunch an zunehmend blöderen und flacheren Geschäftsideen gelesen habe, muss ich sagen: Völlg zurecht. Mit derartig lahmen Zeug, wird das Valley seine Führungsposition jedenfalls nicht halten können.

Web 2.0 ist zwar nicht tot, aber definitiv kein heißes Thema mehr.

Was nun?

Das Internet hat sich auf breiter Front durchgesetzt und ist Alltag. Privatsphäre und Datenschutz sind so gut wie abgeschafft. Regierungen und Konzerne bekommen den widerspenstigen Haufen mittels Millionenklagen, Sperrverfügungen, nationale Firewalls und einer Datengier, die die kommunistischen Regime des letzten Jahrhunderts locker in den Schatten stellt so langsam in den Griff.

Was nun?

Medienkonvergenz, mobile Access, ubiquotus computig – naja, das kommt jetzt halt doch mal bald, irgendwie. So richtig spannend ist das aber alles auch nicht mehr. Schließlich arbeiten auch jetzt schon 1/3 der ICE-Passagiere unterwegs am Laptop und in der U-Bahn beschäftigt sich jeder 2. intensiv mit seinem Handy.

Spannend sind Themen wie die kommende Resourcenknappheit. Ich wage die Prognose, daß in 50 Jahren die Länder die Nase vorn haben werden, die am effizientesten mit Rohstoffen umgehen können. Ich glaube weiterhin, daß wir bereits in dieser Entwicklung stecken. Die anhaltende Schwäche des US-Dollar ist dafür ein Zeichen. Sie hat m.E. drei substanzielle Ursachen:

  • Die völlige Überschuldung des USA (sowohl der öffentlichen, als auch der privaten Haushalte)
  • Die extrem schlechte Energieeffizienz der USA.
  • Unnötige und nicht zu gewinnende militärische Auseinandersetzungen.
  • Die seit Jahrzehnten ständig rückläufige materielle Wertschöpfung der US-Wirtschaft.

Nichts davon wird sich kurzfristig ändern. Meine Meinung ist daher, daß der Verfall des US Dollar beständig weitergehen wird. Das sind wir einer Meinung – Gisele Bündchen und ich… ;-)

In dem letzten Punkt sehe ich auch den Hauptgrund, weshalb die USA in den letzten Jahren versuchen, der ganzen Welt die dumme und gefährlich Idee des „geistigen Eigentums“ unterzujubeln: Deutschland lebt vom Maschinenbau, Japan von Maschinen und Elektronik, Südkorea von Elektronik und China von Konsummüll. Die USA haben kaum noch weltmarktfähige Exportgüter, also muß man den Leuten heiße Luft In Tüten verkaufen – eben „geistiges Eigentum“.
Der Spuk ließe sich relativ einfach beenden: Indem man mit einer bekannten Mittefingergeste unmißverständlich erklärt, was man davon hält und einfach weiter macht, was man will. Wenn man dazu stets lächelt, gelingt das ohne Probleme – siehe China.

Haariger werden die Verteilungskämpfe um echte Ressourcen. Ich bin mal gespannt, wann es unserem Volk wirklich dämmert, wie sehr sich unsere Lebensgewohnheiten in den nächsten 50 Jahren ändern werden. Es ist zwar mittlerweile fast allen bewußt, daß die Energie immer teurer werden wird, aber daß das mittelfristig das Abschiednahmen von unserem extrem energieintesiven Lebensstil bedeutet, kommt noch nicht überall an (Während ich das schreibe, rase ich mit 230 Km/h durch die norddeutsche Landschaft).

Was nun?

Wo ist da der Zusammenhang? Eben. Gute Frage…

Geschafft

Geschafft – ich sitze im Zug von Hamburg nach Berlin. Eigentlich tue ich das dreimal in der Woche um diese Uhrzeit (18:41). Nichts besonderes soweit. Aber es ist faszinierend, wie es die Bahn regelmäßig schafft, echtes Generve auch ohne Streik zustande zu bringen.

Im Hamburger Hauptbahnhof war es eben derartig voll, daß man WIRKLICH KEINEN EINZIGEN normalen Schritt mehr laufen konnte. In solch einer Situation kommt es ganz besonders gut, wenn man bis zwei Minuten vor der planmäßigen Abfahrt nicht herausbekommt, wo der Zug denn nun heute zu halten gedenkt. Normalerweise auf Gleis 8, aber das scheint schon die ganze Woche nicht mehr zu gelten. Am Gleis 8 bekomme ich die Auskunft „Na auf Gleis 6 natürlich!“.

Natürlich? Woher soll ich das wissen, steht ja schließlich (selbstverständlich!) nirgends. Auf Gleis 6 stelle ich fest, daß die Auskunft falsch war, da dort gleich zwei(!) Regionalzüge stehen. Dort meinte man, daß Gleis 14 ein heißer Tip wäre. Also wieder quer durch das Gewühle und tatsächlich steht dort auch ein ICE – aber nach München über Hannover. Letztlich war es Gleis 13 auf demselben Bahnsteig. Das stand auch auf den Anzeigetafeln – und zwar pünktlich zur Einfahrt des Zuges. Just-in-Time sozusagen.

Eine wirklich spannende Ankündigung

Seit Monaten brodelt die Gerüchteküche um ein gPhone – also ein Handy von Google. Nichts wäre langweiliger und öder gewesen. Heute wurden die Karten auf den Tisch gelegt: Google hat kein Handy gebaut, sondern eine riesige Allianz aus Mobilfunkprovidern und Handyherstellern um sich geschart um ein Open-Source Handy Betriebssystem marktreif zu machen. Sehr interessant ist zu sehen, wer dabei ist, noch interessanter ist zu sehen, wer NICHT dabei ist.

Letztlich scheint das ganze so eine Art rundrum-Befreiungsschlag der Branche zu sein. Vielleicht bin ich etwas zu optimistisch (aber warum soll ich immer nur rumgranteln), wenn ich hoffe, daß sich nun doch endlich in der Branche die Erkenntnis durchsetzt, daß der Durchbruch bei Datendiensten nur mit offenen Standards und offenen Services möglich ist. Walled Gardens sind bei den Kunden einfach nicht mehr durchsetzbar.

Hier sind Details zur Open Handset Alliance zu finden.

« Vorherige SeiteNächste Seite »